Sechs Spiele – sechs Siege. Eintracht Frankfurt erreichte Rekordmarken in der Europa-League (Bild: Imago/Jan Huebner)

Das Jahresende 2018 bot den Fans von Eintracht Frankfurt weitere unvergessliche Momente. Eine zehn Spiele-Ungeschlagen-Serie, die dazu führte, dass die Hessen in Europas „Formtabelle“ lange Zeit echte Größen wie FC Arsenal, Paris St. Germain oder Borussia Dortmund hinter sich ließen. Unvergessliche Europapokal-Abende, egal ob heim- oder auswärts, rundeten die starken Leistungen ab und brachten zahlreiche Rekorde. So ist die SGE der erste deutsche Verein, der die Europa-League mit sechs Siegen in sechs Spielen abschloss.

SGE4EVER.de blickt in vier Teilen noch einmal auf die vergangenen zwölf Monate zurück – und heute mit dem vierten und letzten Quartal. Die vorangegangenen Quartale mit den Monaten Januar bis März, April bis Juni und Juli bis September.

Oktober: Heißer Herbst statt Herbst-Depression

Der 4:1-Sieg gegen Hannover 96 kurz vor Beginn des Oktobers war ein ganz entscheidender. Die Eintracht schaffte es, ihre Qualität endlich auf den Rasen zu bringen und verinnerlichte das System von Adi Hütter. Und im ersten Europa-League-Spiel zu Hause gegen Lazio Rom wurde da weiter gemacht, wo man gegen die Niedersachsen aufhörte. Mit faszinierenden spielerischen Mitteln und unter zur Hilfenahme zweier Platzverweise der Römer legte man eine glanzvolle Leistung aufs Parkett. Begleitet wurde dieser stimmungsvolle Abend mit einer beeindruckenden Choreographie auf den Rängen. Ein Lauf, der über den kompletten Oktober hinweg anhielt. Die Gegner der SGE kamen mit der Pressingmaschine und dem gefährlichen Sturm-Trio um Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic nicht klar. Die TSG Hoffenheim (2:1), Fortuna Düsseldorf (7:1) und Apollon Limassol (2:0) mussten das in diesem Monat neidlos anerkennen. Am Ende der Begegnungen zeigten sich die Gegner meist ratlos und zollten der starken Leistung ihres Gegners den gebührenden Respekt. Lediglich Aufsteiger 1. FC Nürnberg konnte zumindest eine Punkteteilung erspielen. Dabei sah es lange sogar so aus als werde man das Spiel bei den Franken verlieren. Erst Haller machte kurz vor dem Abpfiff dem Sieg einen Strich durch die Rechnung. Am Ende stand man bei sechs ungeschlagenen Pflichtspielen in Folge und einer astreinen Bilanz in der Europa-League.

Sonstiges

Riesiges Lob für Ante Rebic: Nach seiner starken WM musste sich Ante Rebic erst einmal wieder nach einigen körperlichen Problemen zurückkämpfen. Pünktlich zum Herbst drehte der Vizeweltmeister auf und wurde von seinem Trainer geadelt: „Er macht den Unterschied aus und er kann Spiele gewinnen. Er gewinnt Situationen und zieht viele Freistöße.“ Sein Teamkollege Marco Russ ging sogar noch weiter und verglich den Kroaten mit einem echten Fußballgott: „Ante hat alles überstrahlt, er kann bei der Eintracht in die Fußstapfen von Alex Meier treten.“ Passend dazu erwiderte er die ihm entgegengebrachte Zuneigung und erklärte, dass ein Wechsel im Sommer zu keinem Zeitpunkt ein Thema war: „Nein, ich wollte nirgendwo hingehen. Ich fühle mich gut in Frankfurt, spiele gut und bin glücklich.“

Eintracht-Familie trauert mit Lukas Torro: Vor dem grandiosen 4:1-Heimsieg im Europapokal gegen Lazio Rom ereilte dem spanischen Mittelfeldspieler Lukas Torro eine schlimme Nachricht. Sein Bruder verstarb überraschend und unerwartet. Torro entschied sich trotzdem zu spielen, was alleine ein Grund wäre, ihm Hochachtung entgegen zu bringen. Dem Spiel verlieh er aber darüber hinaus besondere Momente. Die Spieler erfuhren nach dem Spiel über den Trauerfall, bildeten einen Kreis und drückten demütig ihre Anteilnahme aus. In den Tagen danach bedankte sich der ehemalige Madrilene bei allen, die mit ihm trauerten. Ab diesem Zeitpunkt begann für ihn eine lange Zeit. Denn verschiedene Verletzungen machten ihm zu schaffen, die in einer Schambeinentzündung mündeten. Torro ist erst im kommenden Frühjahr wieder eine Alternative.

Historischer Fünferpack von Luka Jovic: Beim 7:1-Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf trug sich Luka Jovic in die Geschichtsbücher ein. Der 20-Jährige war der erste Serbe in der Bundesliga, dem mindestens drei Tore in einem Spiel gelangen, kein Frankfurt-Spieler schoss jemals mehr Tore in einem Spiel und er ist der jüngste Spieler in der Geschichte der Liga mit einem Fünferpack.

Fischer warnt vor Rom-Reise: Vor dem Europapokal-Rückspiel bei Lazio Rom hat sich Eintracht-Präsident Peter Fischer mit einem Appell an die Eintracht-Fans gewandt. „Bleibt zuhause, guckt‘s im Fernsehen“, sagte er im „HR-Heimspiel!“. Der Präsident rät den Fans der Adler, nicht nach Rom zu reisen. Dem Verein stand vor dem Spiel ein deutlich zu kleines Auswärtskarten-Kontingent zur Verfügung, um alle Interessierten zu bedienen. Die als stark rechts orientierten Lazio-Fans seien ein heißes Pflaster und der Präsident befürchtete Ausschreitungen, die sich am Ende auch bewahrheiteten.

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