Die Kölner machten aus einem 0:2 ein 4:2 in Frankfurt. (Bild: imago images / Thomas Frey)
Die Frankfurter Eintracht verliert auch gegen den 1. FC Köln. Nach den jüngsten Niederlagen gegen Guimares und Schalke ist die 2:4-Niederlage gegen Köln am Mittwochabend die dritte Pflichtspielniederlage in Folge. Die Hessen gingen durch Martin Hinteregger (6. Minute) und Gonçalo Paciencia (30.) in der ersten Halbzeit in Führung, gaben diese aber in einer erschreckend schwachen zweiten Hälfte ab.

Nach 90 Sekunden hatten die Frankfurter Fans das erste Mal einen Torjubel auf den Lippen. Nach einer Ecke kam Martin Hinteregger im Strafraum zum Kopfball. Der Österreicher setzte das Spielgerät nur wenige Zentimeter neben den linken Pfosten. Fünf Minuten später war es dann soweit. Wieder ein Eckball, wieder ist Hinteregger zur Stelle. Der Innenverteidiger ließ die Kostic-Flanke vom eigenen Oberschenkel abtropfen und vollstreckte dann formschön mit dem Fuß in den rechten unteren Winkel zur frühen Frankfurter Führung. Danach flaute die Partie etwas ab. Die Gäste aus Köln brauchten etwas, um sich nach dem Gegentor zu berappeln. Sie nahmen eigentlich erst ab Spielminute 15 so richtig an der Partie teil und kombinierten sich immer mal wieder gefährlich in den Eintracht-Strafraum. Auch, weil die Eintracht sie immer mehr ins Spiel kommen ließ. So auch in der 20. Minute, als Hinteregger gerade noch so zur Ecke klären konnte.

Frankfurt nach 30 Minuten durch zwei Eckballtore in Front

Doch nach einer halben Stunde trat Kostic zu Eckball Nummer vier an diesem Abend an. Und aus diesem resultierte erneut ein Tor. Diesmal traf Gonçalo Paciencia per Kopf. Endlich mal wieder ein Stürmertor. Der Portugiese widmete diesen Treffer seinem seit Sonntag verletzten Kollegen Lucas Torro, indem er ein Trikot von ihm in Richtung Kurve hielt. Die Frankfurter hatten bis hierhin vier Ecken. Aus zwei von ihnen resultierte ein Treffer, eine war in der zweiten Minute brandgefährlich.

Nach 33 Minuten musste Sebastian Rode verletzungsbedingt vom Platz. Für ihn kam Djibril Sow. Rode bekam einige Minuten vorher einen Schlag auf die Innenseite des linken Oberschenkels.

Unglücklicher Anschlusstreffer kurz vor der Pause 

Wenige Augenblicke vor der Halbzeit durften dann die Gäste jubeln. Und zwar aus dem Nichts. Jonas Hector fasste sich aus rund 30 Metern ein Herz, zog einfach mal ab und der von Touré noch leicht abgefälschte Ball zappelte im Frankfurter Tor. So ging es mit 2:1 in die Pause.

Aus dieser kamen beide Mannschaften unverändert. Es schien ein wenig so, als hätten die Kölner den Schwung vom späten Anschlusstreffer mit in die zweite Halbzeit genommen. Die Rheinländer hatten in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs leicht Oberwasser, ohne dabei klare Chancen zu haben. Aber sie hatten etwas mehr Spielanteile.

Hütter verzockt sich mit taktischer Umstellung 

Nach einer guten Stunde (61.) nahm Adi Hütter dann einen richtungsweisenden Wechsel vor. Für Stürmer und Torschütze Paciencia brachte er Abwehrspieler Evan Ndicka. Damit stellte die SGE auf eine Viererkette um. Vorne stürmte Dost also ab sofort allein auf weiter Flur und lauerte auf Konter. Doch blieben aus. Zumindest bei den Frankfurtern. Die Kölner konterten die SGE in der 68. Minute ordentlich aus und die SGE hatte Glück, dass der FC diese Gelegenheit schlampig zu Ende spielte. Zwei Minuten später wurde es vorm Tor von Wiedwald erneut brenzlig. Die Eintracht schwamm in der Defensive ordentlich und tat sich keinen Gefallen damit, die knappe Führung lediglich verteidigen zu wollen. In dieser Phase schafften es die Hesse nicht, offensiv in irgendeiner Weise für Entlastung zu sorgen und so war der Ausgleichstreffer der Kölner von Sebastiaan Bornauw in der 72. Minute folgerichtig und mit Ansage. Nach einer Ecke bekamen die Frankfurter den Ball nicht richtig geklärt, waren in der Abwehr ungeordnet und Barnauw konnte den Ausgleich erzielen.

Köln dreht die Partie

Quausi im Gegenzug hatte Daichi Kamada die Riesenchance auf die erneute Führung. Doch der Japaner scheiterte am herausstürmenden Timo Horn im Kölner Tor. Doch das war es dann auch schon an Offensivbemühungen seitens der SGE. Nach der Kamada-Chance übernahm wieder der FC das Kommando. Die Kölner waren in der Schlussviertelstunde der Partie näher am Siegtreffer als die Eintracht. 

Und so kam es, wie es kommen musste: In der 81. Minute Dominick Drexler nach einer Ecke zum 3:2. Die Kölner hatten die Partie gedreht. Hütter reagierte in der 84. Minute noch einmal und brachte André Silva für Dominik Kohr. Doch auch das brachte nichts mehr. Nach der Umstellung auf eine Viererkette (61.) lief bei den Frankfurtern nichts mehr zusammen. Die Defensive der Eintracht war seitdem unsortiert und nach vorne ging so gut wie gar nichts mehr.

Und es kam noch schlimmer für die Adlerträger. In der vierten Minute der Nachspielzeit wurden sie nach allen Regeln der Kunst ausgekontert und Ismail Jakobs traf sehenswert zum 4:2. aus Kölner Sicht, das gleichzeitig der Schlussakkord einer Partie war, der allen Beteiligten bei der SGE zu Denken geben sollte.

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51 Kommentare

  1. Hallo Stephan, Deine Ausführungen würde ich so stehen lasen. Dies kann ich nachvollziehen. Ob die Neuverpflichtungen weiterhelfen kommt natürlich auf sie selbst an.
    Eine Anmerkung, bezüglich leichte Wertsteigerung habe ich. Hiermit meinte ich den Wert des Kaders ab Saisonbeginn, wo alle Abgänge und Zugänge berücksichtigt wurden.
    Ich meinte nicht, dass sich der Kader in seinem Marktwert Ende der Saison 2019 weiterentwickeln sollte.

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