Die Frankfurter bejubeln das zwischenzeitliche 2:1 von Hugo Ekitiké. (Foto: IMAGO)

Zum Auftakt des 30. Spieltags der Fußball-Bundesliga schlägt Eintracht Frankfurt den FC Augsburg mit 3:1. Nach dem frühen Führungstreffer der bayerischen Schwaben drehte die Eintracht das Spiel kurz nach der Halbzeitpause und kann den Abstand auf den direkten Verfolger zunächst auf sechs Zähler ausbauen. Die Tore für die Adlerträger erzielten Farès Chaibi (55.), Hugo Ekitiké (61.) und Omar Marmoush (90.+5).

Vor emotionaler Kulisse samt Abschied und Gedenken an die am Montag verstorbende Eintracht-Legende Bernd Hölzenbein startete die Partie mit einer Phase des Abtastens in die ersten 10 Spielminuten. Den ersten Abschluss des Spiels landeten die mit Viererkette agierenden Hessen nach Ballverlust der Augsburger im Mittelfeld. Marmoush kam aus zentraler Position zum Abschluss, der leicht abgefälschte Ball landete jedoch knapp links neben dem Tor der Fuggerstädter (11.). Der eigentlich fällige Eckball wurde vom Schiedsrichtergespann um Martin Petersen nicht gegeben. 

Augsburg geht mit erster Aktion in Führung

Nur zwei Minuten danach schlug der FC Augsburg gleich mit der ersten Chance der Partie zu: Ein vertändelter Ball von Philipp Max rief die Augsburger Offensive über deren rechte Angriffsseite auf den Plan, die schnell ins Umschalten kam. Ermedin Demirovics tiefer Ball in den Sechzehner landete bei Ruben Vargas, dessen satter Abschluss zentral unter dem Querbalken hinter Keeper Kevin Trapp einschlug. Die SGE zeigte sich in der Folge zunächst wenig beeindruckt und hatte die Möglichkeit auf die schnelle Antwort. Marmoushs Schuss, den Ekitiké gekonnt prallen ließ, konnte der Augsburger Keeper Finn Dahmen gerade noch zur Ecke abwehren. Auch danach blieben die Adlerträger weiter dran. Auf einen zu hoch gesetzten Kopfball vom völlig freistehenden Chaibi folgte ein Distanzschuss von Aurelio Buta in der 24. Minute, den Dahmen nur nach vorne abprallen lassen konnte, der aber danach keinen Frankfurter Abnehmer fand. Nichtsdestotrotz witterte der FCA immer wieder seine Chance zum Umschalten. In der 30. Minute verpasste Philipp Tietz die scharfe Hereingabe von Arne Engels über rechts im Rutschen nur ganz knapp, wenige Augenblicke später kam der Stürmer nach erneuter Hereingabe etwas zu spät in Richtung des Spielgerätes. Die Frankfurter Eintracht kam in eine Phase, in der das Geschehen sowohl auf als auch neben dem Platz etwas zu kippen drohte und situativ einige Pfiffe von den Rängen zu vernehmen waren. Kurz vor dem Pausentee ergab sich für die Hessen noch einmal die Möglichkeit zum Ausgleich. Dina Ebimbes Flanke von der rechten Grundlinie erreichte Max halblinks im Augsburger Strafraum. Dessen Ablage schlenzte der zentral positionierte Marmoush per Außenristabnahme nur hauchzart über den Querbalken der Gäste (44.) – die letzte nennenswerte Aktion vor dem Halbzeitpfiff.

Ohne personelle Änderungen kehrten die beiden Mannschaften in Halbzeit zwei aufs Feld zurück. 

Eintracht kommt gut aus der Pause – und dreht das Spiel in sechs Minuten

Die SGE kam gegen nun tiefstehende Augsburger engagiert aus der Pause und konnte auch in der zweiten Halbzeit die erste Möglichkeit für sich beanspruchen: Eine Freistoßvariante, initiiert von Chaibi und Götze, von der rechten Strafraumseite brachte Buta in eine aussichtsreiche Abschlussposition. Der Distanzschuss aus knapp 20 Metern wurde allerdings vom Augsburger Abwehrverbund zur Ecke geblockt. Die Frankfurter wollten und bekamen mehr. So war es Dina Ebimbe, der sich über den rechten Flügel durchtankte und seine maßgenaue Flanke für Chaibi an den Mann brachte, die der Algerier aus kurzer Distanz unter Bedrängnis zum Ausgleich einschieben konnte (55.). Spätestens nach dem Ausgleich waren alle Beteiligten voll da und die Frankfurter Eintracht drehte das Spiel gleich mit der nächsten Aktion komplett: Marmoush eroberte den Ball im Mittelfeld und setzte Ekitiké ein, der zunächst mit einem Steckpass scheiterte, den Ball aber erneut bekam und mit einem platzierten Schuss ins linke untere Eck abschloss. Unter Mithilfe des Innenpfostens schlug das Leder zum 2:1 im Augsburger Gehäuse ein (61.). Die Adlerträger hatten die Gäste nun besser im Griff und blieben das aktivere Team. Nachdem Trainer Toppmöller mit Niels Nkounkou für Max in der 70. Minute erstmals personell reagierte, legte er kurz danach mit Hugo Larsson und Ansgar Knauff  für Dina Ebimbe und Ekitiké nach. Nachdem sich das Spiel etwas beruhigt hatte, setzten die Augsburger noch einmal zum Schlussspurt an, was den Hessen Räume für das eigene Offensivspiel bescherte. So vergab Marmoush die große Chance auf das 3:1 in der 85. Spielminute, nachdem Knauff ihm den Ball mustergültig in den Sechzehner legte. Der Ägypter war vor seinem versuchten Torabschluss noch von seinem Augsburger Gegenspieler am Fuß getroffen worden, eine Reaktion der Schiedsrichtergespanns blieb aus. Die letzten personellen Asse Toppmöllers waren Ferri Julia für Götze und Hrvolje Smolcic für Buta, mit deren Hilfe die SGE die verbliebenen Minuten zum 2:1-Sieg über die lange Nachspielzeit bringen wollte. Mehr noch: Nach den letzten verzweifelten Versuchen der Augsburger zum Ausgleich zu kommen, entstand noch eine finale Kontersituation für die Adler, die Marmoush mit einem langen Sololauf auf das leere Augsburger Tor zum 3:1-Endstand vollendete (90 +5.).   

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18 Kommentare

  1. Ich finde es sehr peinlich, wenn der hessische Rundfunk im Videotext von Klaus Hölzenbein schreibt……

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  2. wie geil ist das denn. Habe im vorigen Artikel direkt vor dem Spiel 3:1 getippt, gegen alle möglichen Widerstände. Auch nach der Pause standhaft geblieben und als ich sah, dass Dahmen mit vorkommt, war mein erster Gedanke: Ball rausköpfen und jemand läuft alleine aufs Tor. Der Rest ist Geschichte.
    Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Das Spiel musste auch so laufen, damit man alles rausholen kann.
    Jetzt aber nicht nachlassen. In Bayern sollten wir was holen, die haben dann Real vor der Brust…könnte unsere Chance sein. Werde mal gezielt auf meine Schwingungen achten.

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  3. Was eine Geschichte….
    für Dich Bernd…
    die Eintracht…
    Nummer 7…
    Typisch SGE…weiter so Jungs mit Holz und Grabi im Rücken

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  4. So ein Spiel hätten wir viel früher schon mal gebraucht , da passiert was mit einer Manschaft, wills jetzt nicht zu hoch hängen , aber wenn man sich so nach Rückstand durch einfach weiter arbeiten kämpfen beißen zurück ins spiel bringt und sich am ende belohnt bekommst Selbstvertrauen.

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  5. Endlich wieder eine Eintracht auf dem Platz. Endlich wieder Wucht, Emotion und Leidenschaft in der Mannschaft zu spüren. Und auch nach dem Fehler, der zum Rückstand führte, ruhig weiter gemacht und das Ding in der zweiten HZ gedreht! Die erste HZ war nach dem Gegentor grauenhaft. Totale Verunsicherung, Sicherheitspässe, keine Ballkontrolle. Da war Schlimmes zu befürchten. Auch nach dem Pech bei der Riesenchance von Marmousch, kurz vor der Pause. Die zweite HZ war dann richtig gut! Etikité gefühlt überall auf dem Platz, Marmousch der sich aufgerissen hat, Ebimbe, der immer wieder rechts für Trouble sorgte. Die Tore waren logische Schlussfolgerung der Überlegenheit und das Tor von Marmousch war ein Gacinovic-Gedächtnis-Tor zu 100%. Die 45 Punkte sorgen für Sicherheit. Jetzt dieses Momentum mitnehmen und befreit in München auftreten. Gut gemacht, Jungs!

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  6. Erste Halbzeit, zehn Minuten gut, dann ein katastrophaler Fehler von Max und Pacho im Zusammenspiel und wir sind fast auseinander gebrochen. Mutlos, blutleer. Außer Marmoush wollte in der Offensive keiner den Ball, keiner ist sich frei gelaufen. Bei den wenigen Ballgewinnen, wo wir bei entschlossenen Vorwärtsgang Überzahl hätten herstelle können, trabten die Eintrachtspieler desinteressiert ein paar Meter über den Rasen, als ob es ihnen völlig egal wäre, mal ein Tor zu erzählen.
    Unser Umschaltspiel war nicht schlecht, es war nicht existent.
    In der zweiten Hälfte dann plötzlich wurden die Fesseln gelöst. Aggressiv den Gegner stressen, schnörkellos nach vorne spielen, mit Wut im Bauch auf das Tor drängen.
    Da hat man plötzlich gesehen, dass die Spieler es können. Nein es hat nicht alles geklappt, ein paar Konter wurden schlampig ausgespielt, aber wir haben eine Wucht entwickelt, die Augsburg für 25 Minuten völlig verunsichert hat. Bei denen hat zwischenzeitlich nichts mehr geklappt.

    Ich hoffe Dino und die Mannschaft ziehen aus daraus für die letzten Spiele ihre Lehren. Dieses behäbige gleichförmige mit zig Querpässen (oder mal ein paar Meter nach vorne und direkt wieder zurück) das NUR dazu führt, dass wir bei einem Ballverlust komplett offen dastehen, muss konsequent abgestellt werden. Wir haben nicht die spielerische und taktische Klasse (und das hängt auch am mangelnden Spielkonzept von Toppmöller) um uns den Gegner zurechtzulegen (wie Stuttgart und Leverkusen oder früher mal Real, Barca und die Bayern). Dazu braucht es einfach mehr einstudierte Ballstafetten, um die Ordnung des Gegners durcheinander zu würfeln.
    Was wir haben ist Wucht und Schnelligkeit und daraus müssen wir setzen. Eher mal den Gegner locken und dann bei Ballgewinn überfallartig nach vorne spielen.
    Wenn Krösche eine Mannschaft will, die über den Ballbesitz kommt, dann ist Toppmöller der Falsche, da fehlen ihm die Ideen, wie so etwas aufgezogen werden muss, das ist offensichtlich.

    Wir waren diese Saison immer dann gut (bis auf zwei, drei Spieler allerdings maximal ein, zwei Phasen im Spiel, wenn die Taktik über Board geworfen wurde und wir mutig und resolut nach vorne marschiert sind). Das darf nicht immer erst nach Rückstand passieren, wie heute oder gegen Hoffenheim und Gladbach in der Hinrunde.

    Der Sieg heute war eminent wichtig. Wir haben es wieder in der eigenen Hand, Platz 6 zu verteidigen. Hoffe Ekitiké (der bis zu seinem Tor mehr als unglücklich agierte) bekommt durch seinen Treffer jetzt Aufwind, das sah danach ziemlich gut aus, so kann er eine echte Verstärkung werden.

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  7. Daumen hoch elde :).

    Ganz wichtiges Spiel!

    Zehn bis fünfzehn Minuten in H1 waren gut, danach gewohntes Bild.

    In H2 dann endlich Power nach vorne!

    Die Kunst ist die Jungs von der Leine zu lassen.

    Ebimbe rechts (genauso wie Nkounkou links), chaibi in der Mitte, Marmoush davor und demnächst Ekitiké. Larsson und Skhiri dahinter.

    Wir haben solch immenses Potential!!

    Freue mich heute sehr für Ekitiké, der Junge will und er hat sie Qualität wie wenig andere.

    Auf gehts Eintracht!

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  8. Hoffentlich gibt das erfolgreiche Spiel den Auftrieb und die Energie, irgendwie 2 Siege aus den letzten 4 Partien zu holen.
    Das Spiel heute sollte doch etwas gelöst haben.

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  9. Ja ich dachte wie immer eine halb chance und drin ist er.
    Bis dahin ganz ok, nach dem Rückstand ca. 25min ,wie ein Hühner Haufen.
    Doch man hat schon gesehen das sie Wollen.
    Nach der Pause so wie man es sich wünscht.
    Kämpfen, stressen Zweikämpfe.
    Götze hat sogar hinten gut ausgeholfen.
    Auch da war nicht alles Gold aber sie wollten und haben alles reingelegt.
    Auch als Augsburg kurz vor Schluss nochmal offensiv wurde.
    Ich möchte keinen herausheben, das war eine Mannschaft.

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  10. Ganz ehrlich…mit nem mulmigen Gefühl ins Waldstadion gefahren…was is’n eigentlich wenn wir heute gegen Augsburg verlieren?
    Ich wollte den Gedanken gar nicht zulassen… aber er war da und ging nicht weg. Dann aus dem Nichts das 0:1. Was’n Runterbringer, was für ne Scheisse! Dann die Hoffnung auf die 2. Halbzeit…yes…und die Jungs beginnen zu kämpfen und zu zocken…und des Waldstadion kommt, ja man! Werde übrigens auch nie die Leute , die heute gepfiffen haben, verstehen können. Erstens haben sie es heute nicht verdient ausgepfiffen zu werden und zweitens hat es, glaube ich, einer Heimmannschaft bisher selten was gebracht ausgepfiffen zu werden, denn eine Leistungssteigerung ist da eher nicht zu erwarten. Bitte einfach mehr Fussball wie in der 2. Halbzeit und die Leude sind wieder voll am Start!

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  11. Wie Ekitike einfach die halbe Augsburger Mannschaft beschäftigt, nicht, vom Ball zu trennen ist, da sieht man unabhängig vom Torerfolg, die ganze Technik, Raffinesse und Qualität, die er in sich trägt. Gerne mehr davon.
    Dass Omar nach 96 min noch so viele Körner hat um vom eigenen Strafraum über das Feld zu jagen, ist sehr beeindruckend.

    Gruß SCOPE

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  12. @ eldelabeha & Olga
    Daumen hoch , gut zusammengefasst.
    Ich habe nach dem 0:1 das schlimmste befürchtet. Aber die 2. Halbzeit war dann Top.

    Freue mich besonders für Ekitike und hoffe der Sieg gibt uns Selbstvertrauen. Das brauchen wir um noch ein paar Punkte für die EL zu holen. War ein Schritt in die richtige Richtung.

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  13. @12
    mir ging es genauso. Dachte nach dem 0:1 es wird wieder so ein typisches Augsburg Spiel.
    Mannschaft danach wieder total verunsichert und ich habe gehofft das wir nicht noch das 0:2 kriegen. Ich habe nicht damit gerechnet das wir so eine zweite Halbzeit spielen.
    Wieder ein Spiel wo wir nach Rückstand gefühlt auf einmal die Handbremse lösen.

    Zu den Pfiffen. Ich gebe dir Recht, hilft wohl in der Regel nicht.
    Aber ich verstehe es auch zum Teil nach den letzten Spielen. Zu dem Zeitpunkt konnte keiner ahnen das wir das noch so umbiegen.
    Einige haben gepfiffen, ich habe vor Frust ins Geländer gebissen.

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  14. Die Pfiffe kamen nach dem wir zurück lagen und immer in dem Moment, wenn das gefühlt zehnte mal wieder hinten rum gespielt wurde.

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  15. Egal aus welchen Frustgründen auch immer -Pfeifen gegen die eigene Mannschaft das geht nicht!

    Jemanden, der am Boden liegt, sollte man nicht auch noch treten.

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  16. Pfeifen geht für mich am Ende des Spiels um zu zeigen wenns dann wirklich mal reicht das sich was Ändern muss, während des Spiels vorallem wenn noch alles drin ist find ichs nicht vörderlich. Wobei es wirklich nur beim hinten rum spielen war und so der Mannschaft gezeigt wird das es die falsche Richtung ist – schwierig nicht jeder rückpass läßt sich verhindern oder ist per se falsch. Mir war es jedenfalls zu früh , auch weil die Energie ,die auf den Platz gebracht wurde gestimmt hat.

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