Versuch geglückt: Daichi Kamada zeigte auf der neuen Secherposition eine herausragende Performance (Bild: imago images / Eibner)

Wir müssen lange zurückrechnen, wann Eintracht Frankfurt letztmalig so ein souveränes Erstrunden-Match im DFB-Pokal bestritten hat. Am ehesten kommt wohl noch die Saison 2017/2018 in Frage, als der damalige Viertligist TuS Erndtebrück mit 3:0 geschlagen wurde. Damals holte sich der Klub den Titel. Fünf Jahre später besiegte die SGE mit einer „erschreckenden“ Frühform, wie es ARD-Kommentator Thomas Broich bezeichnete, den voller Euphorie entfachten 1. FC Magdeburg. Die Hausherren spielten zwar mutig und losgelöst mit, bekamen vom Europa League Sieger von Anfang an die Grenzen aufgezeicht.

Während in der vergangenen Saison die Startelf in der Regel bereits feststand und keine großen Veränderungen zu erwarten waren, besticht der Kader der Hessen heuer durch eine bestechende Breite und vor allem einer gesunden Variabilität. Mit Mario Götze stand dennoch nur ein Neuzugang in der Startelf. Für Randal Kolo Muani oder Lucas Alario bedeutete das Pflichtspiel-Debüt in der neuen Saison zunächst die Bank. Hrvoje Smolcic fehlte aufgrund seiner Rotsperre im kroatischen Pokal. Jerome Onguene laboriert an einer Oberschenkel-Zerrung und 12-Millionen Mann Jens Petter Hauge stand aufgrund sportlicher Eindrücke nicht im Kader.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung gegen 1. FC Magdeburg der fünfzehn zensierten Spieler den Wert 2,27. Die Leistungen innerhalb einer Kategorie sind von oben nach unten zu bewerten. Der erste Spieler einer Kategorie hatte das beste Gesamtergebnis, der letzte Spieler das Schlechteste innerhalb der Kategorie. Die Einzelnoten der über 460 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

– Spieler des Spiels: – Daichi Kamada: Nach dem souveränen Erstrunden Sieg in Magdeburg war Mario Götze in aller Munde, bekam sogar vom DFB die Auszeichnung Spieler des Spiels verliehen. Das schien selbst Trainer Glasner ein wenig zu verwundern, denn mit Daichi Kamada stand ein Adlerträger auf dem Platz, der nicht nur zwei Tore beisteuerte, sondern auf neuer Position in der Zentrale vor allem über seine Übersicht und defensiven Momente dem Spiel der Eintracht den Stempel aufdrückte. Unglaublich ballsicher und vor allem präzise im Abschluss. Der Japaner macht da weiter, wo er schon über weite Strecken im Trainingslager ansetzte. Und das sah auch die Leserinnen und Leser von SGE4EVER.de, die ihn zum Spieler des Spiels wählten.

Mario Götze: Einige vermuteten, dass Mario Götze noch seine Zeit braucht – vor allem, um sein Fitness-Level für die ganz großen Aufgaben vorzubereiten. Gegen Magdeburg war der Weltmeister aber auf den Punkt fit und bereit. Leitete mit feinen Pässen alle drei Tore bis zu seiner Auswechslung vor. Götze wollte sich im Spiel eins nach seiner Rückkehr nach Deutschland beweisen und das gelang ihm.

Kevin Trapp: Wie in Sevilla konnte sich Kevin Trapp auch in Magdeburg wieder als Elfmeter-Killer auszeichnen. Wichtig, dass er hier das sichergeglaubte Tor der Gastgeber vereitelte, wenngleich der Schuss ziemlich schwach war. Wer weiß, wie das Spiel dann gelaufen wäre? Anschließend musste er nur noch selten eingreifen, zu oft hielten seine Vordermänner den Zweitligisten vor dem Tor weg.

Jesper Lindström: Sein Tor erinnerte an Marco Reus zu seinen besten Zeiten. Wie er den Ball ins lange Eck zum 2:0 schlenzte, war à la bonne heure. Es bleibt zu hoffen, dass er seine Abschlussschwäche aus dem vergangenen Jahr weiter ablegt. Und dann, kann er noch einmal einen weiteren Schritt nach vorne machen.

Filip Kostic: Mit der Vorlage zum 1:0 steuerte Filip Kostic abermals einen Assist bei. Aufgrund der Leistung der gesamten Mannschaft musste der Serbe nicht alles auspacken, was ihm zur Verfügung steht. Das merkte man ihm auch an. Es reichte dennoch dazu, dass sein Gegenspieler bereits vor dem Halbzeitpfiff ausgewechselt wurde, weil er mit ihm nicht klar kam.

Lucas Alario: Lucas Alario untermauert die gegenwärtige Behauptung, dass ein Ballkontakt seinerseits im Strafraum zum Tor führt. Er setzte den Schlusspunkt zum 4:0, nachdem Randal Kolo Muani ihn mustergültig anspielte.

Randal Kolo Muani: Mit seiner Geschwindigkeit kamen die Magdeburger gar nicht zurecht und träumen wahrscheinlich heute noch davon. Hätte sich beinahe auch selbst mit einem Tor belohnt, doch sein Kopfball rauschte denkbar knapp am Pfosten vorbei.


Almamy Touré: Bruder Leichtfuß war einmal. Erstaunlich wie konstant Almamy Touré in den letzten Spielen agiert. Der Innenverteidiger scheint sich in seiner neuen Rolle sichtbar wohlzufühlen und den nächsten Schritt gemacht zu haben.

Evan N’Dicka: Erneut ein sehr sicherer und souveräner Auftritt von Evan N’Dicka. Bei ihm weiß man einfach, was man bekommt. Zudem immer wieder gefährlich bei eigenen Standardsituationen.

Djibril Sow: Beinahe im Vergleich zu seinen Offensivkollegen unauffällig oder unter dem Radar. Das feine Auge bekam aber mit, wie viel Djibril Sow lief und viele wichtige Szenen mit gutem Stellungsspiel im Keim erstickte. Das zeichnet ihn aus.

Makoto Hasebe: Makoto Hasebe kam später in die Partie, als alles schon gelaufen war. Spielte seinen Stiefel sauber und erfahren runter, ohne in Bedrägnis zu kommen. Einfach goldwert, einen fitten und stabilen Hasebe einwechseln zu können.

Timothy Chandler: Sonderlob von Glasner für sein Nachsetzen vor dem 4:0. Fügte sich selbstbewusst ins Spiel ein ohne Fehler.

Ansgar Knauff: Dieses Mal war Ansgar Knauff etwas glücklos vor dem Tor. In der ersten Hälfte hätte er zweimal netzen müssen. Aber: Wie er den Gegenspielern in jedem Laufduell enteilte, war herausragend.

Rafael Santos Borré: In der Summe ein ordentlicher Auftritt von Rafael Santos Borré. Rieb sich wieder an den Gegnern auf und war erster Pressing-Spieler. Legte das 3:0 auf und hätte auch selbst treffen können.

Tuta: Verschuldete den Elfmeter, der zum Glück nicht bestraft wurde. Hatte Glück, dass Schiedsrichter Zwayer nicht noch ein zweites Mal auf den Punkt zeigte. In die neue Rolle des Abwehrchefs muss er wohl noch ein bisschen reinwachsen.

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13 Kommentare

  1. So in etwa sehe ich das auch.
    Borre ist ein geiles pressing Monster.
    Jetzt heißt es abhaken und auf die Bayern konzentrieren.
    Glasner hat die Qual der Wahl.

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  2. In einem Interview mit RTL und n.tv sagte der Kult-Boss jetzt sogar: „Who the fuck is Mané?“ Kampfansage an die Bayern und den neuen Superstar Sadio Mané (30), der im Sommer aus Liverpool kam!

    Ach Fischer. Völlig unnötig.

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  3. Langsam wird es peinlich mit Fischer.
    Ich schätze seine Nähe zu den Fans. Aber einige Äußerungen in der Öffentlichkeit könnte er sich sparen.
    Er vertritt mittlerweile 110.000 Mitglieder auch in der Außenwirkung.
    Ich habe in über 50 Jahren Vereinssport gelernt: Respektiere Deinen Gegner und deren Spieler!

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  4. Klasse Massnahme von OG, Kamada zurückzuziehen und somit auch die ideale Position für Götze zu haben.
    Kamada hat sich sehr gemausert, auch körperlich, defensiv, ein feiner Kicker.
    Wir haben sehr viel an Spielstärke im neuen Team.
    Aber auch Rode und Jakic, das Team wird alle brauchen und alle werden dem Team gut tun.
    Weil auch Borre angesprochen wurde…
    Der Junge hatte eine harte Eingewöhnungsphase, aber er lief, kämpfte, gab nie auf und wurde zu einem sehr wertvollen Spieler für uns, überagend auch in der heissen Phase der EL.
    Trotzdem, das Team ist der Star und Gewinner und wir zusammen alle mit dem Adler im Herzen.

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  5. Wer Fischer kennt der weiß das es mit einem „Augenzwinkern“ kam. Das sich manche da jetzt wieder dran aufgeilen echt peinlich. Egal wie dem auch sei. :Who the fuck is Mane .. Sehe ich genauso.. Wir sind Eintracht was Bayern am Freitag zu spüren bekommt. Vorbei die Jahre wo wir quasi Laufkundschaft waren. Und wer immer noch denkt wir sind Kanonenfutter dem kann man nicht helfen

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  6. Mit sow götze und kamada haben wir einen rotierenden, unberechenbaren Nukleus in der Mitte des Spielfelds. Das ist schon was. Bon gespannt wie das gg überlegene Gegner aussehen wird…

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  7. Fischer ist der geilste Typ überhaupt …heutzutage darf man auch gar nichts mehr sagen. Wird sofort alles verdreht und verachtet. Den Typ juckt es aber nicht. Einfach geil.

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  8. So isses Tommy Fischer sieht und spürt das da was wächst. Haut das Selbstvertrauen raus und ist 100% Eintracht…Jeder weiß wie es die letzen 20 Jahre war weder Fisch weder Fleisch und der schlafende Riese ist aufgewaucht.. Genau das ist das was Fischer uns sagen will.. Goil goil goil

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  9. Fischer ist halt Fischer. Ist nicht immer Understatement, aber wenn es hilft, von Fans und Spielern noch ein paar Prozent rauszuholen, soll es mir recht sein.
    Was hat ein Uli Hoeneß jahrzehntelang gemacht?

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  10. Ihr müsst euch das ganze Interview anschauen; dann versteht man erst wie er es meint. Er wollte zum Ausdruck bringen, dass bei den Bauern noch zig andere auf dem Platz stehen, die auch kicken können.

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  11. @8 ja natürlich ist es egal…ich kenne weder Kahn noch Kostic persönlich…und wer da was über wen sagt juckt mich nicht…hab jeden tag 1.000 Sachen, die mich mehr interessieren 🙂

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