Paul Taaffe von FPS (r.) mit seinem Sohn Justin auf dem Weg nach London.

Wohl noch nie hat es so viel Freude gemacht rund zehn Tage nach dem Ende der Bundesligasaison, für die Eintracht ein Jahr voller sportlicher und emotionaler Highlights, einen Rückblick zu wagen und die vielen spektakulären Momente Revue passieren zu lassen. Paul Taaffe, Inhaber von Finance People Solutions und somit auch Namensgeber und ständiger Teilnehmer des FPS Fantalks, und unser Redakteur Benjamin Heinrich trafen sich in einem Bad Vilbeler Café, um genau dies in fast drei Stunden zu tun. Und auch in der Kleinstadt nördlich von Frankfurt hat der Eintracht-„Virus“ in der vergangenen Saison massiv um sich gegriffen. Selten, vermutlich nie, waren die Adlerträger so in wie aktuell. Dass das auch über die Landesgrenzen hinaus der Fall ist, bestätigte der irische Geschäftsmann und Globetrotter. Detailreich und voller Leidenschaft und Feuer versuchte er die Saison 2018/19 noch einmal aus Sicht eines glühenden Anhängers der SGE zu schildern und blickt dabei gleichzeitig auch voller Zuversicht in die Zukunft.

SGE4EVER.de: Paul, versuche doch mal deine Eindrücke der vergangenen Saison für uns zu spiegeln.

Paul: „Eine Sammlung von unvergesslichen Highlights. Für mich war das das geilste Jahr in meiner Geschichte mit Eintracht Frankfurt, dem Pokalsieg in Berlin eingeschlossen als Anfangspunkt der Reise. Es gibt nichts Schöneres als als Eintrachtfan zu Auswärtsspielen zu fahren. Da ist die Solidarität noch ausgeprägter. Wenn du am Domplatz in Mailand sitzt oder auf dem Piccadilly Circus in London und du weißt deine Eintracht spielt im San Siro oder an der Stamford Bridge und halten dort gut mit und die Fans sind unvergleichbar leidenschaftlich, kreativ. Wie sie singen, ihre Choreos machen. So einen Hype hat es noch nie gegeben und ich bin dabei seit 1988. Das ist für mich unvergesslich. Ich bin nah am Wasser gebaut und habe viel geweint. Ich habe mich häufig gefragt, ob das alles überhaupt wahr ist. Wenn ich sehe, wie Stuttgart absteigt trotz den Millionen von Mercedes Benz und wir spielen in ganz anderen Sphären in der Liga. Wolfgang Steubing hat das super gemacht. Wenn du die richtigen Leute holst, kannst du den Erfolg nicht verhindern. Das hat er mit Fredi Bobic gemacht. Axel Hellmann ist mit seinen Aufgaben extrem gewachsen, er treibt vieles voran. Ich bin sehr stolz Teil von dieser Stadt zu sein. Meine Firma ist hier in Frankfurt, ich zahle hier gern meine Steuern. Die Euphorie merke ich auch bei den Jüngeren, wie meinem Sohn, der seitdem er vier ist Eintrachtfan ist, von mir hart eingeimpft. Er geht im Herbst nach England zum Studieren, aber sein Draht zu Frankfurt ist durch den Fußball so groß wie noch nie.“

Mit ihm hattest du ja auch ein besonderes Erlebnis in London…

„Ja, mit ihm und mit meinem Kumpels hatten wir so viel Spaß im VIP-Bereich bei Chelsea. Neben uns hat einer ein englisches Bier, ein Bitter, bestellt. Dann habe ich ihn auf Englisch gefragt: ‚What kind of beer ist hat?‘ Dann hat er gesagt: ‚Du kannst mich alles fragen, was Äppler betrifft, aber frag‘ mich nichts, was dieses scheiß englische Bier angeht.‘ Es war ein Deutscher aus Bad Vilbel. Dann haben wir herumgeschaut und gesehen, dass dort im Bereich nur Eintrachtfans unterwegs waren. Ein paar Chelseafans waren da, die wussten das und haben die Kellner gefragt, was dort los ist. Dann habe ich meinen Kumpel, von dem ich die Tickets bekommen habe, in der Halbzeit gefragt, ob das Zufall ist, dass hier so viele Frankfurtfans hier sind. Da hat er nur gelacht.“

War London auch dein Highlight der Saison?

Emotional war es tatsächlich der Moment in Chelsea, als die Spieler zu uns gekommen sind, nachdem sie gesehen haben, dass wir nicht mehr undercover waren auf der anderen Seite des Blockes nach dem Spiel. Da haben wir Martin Hinteregger gerufen und bei ihm sind die Tränen rausgekommen. Er hat dann seine Hand auf den Adler gedrückt. Das hat mich sehr bewegt. Dieser Punkt, wenn die eigenen Fans dem, der den Elfmeter verschossen hat, sofort verzeihen und ihn aufbauen. Das ist nicht selbstverständlich. Ich kenne frühere Zeiten, wo man ihn beschimpft hätte. Wir sind so weit entfernt von dieser Beschimpfer-Generation. Ende der 80er Jahre waren die Leute wahnsinnig schnell im Auspfeifen. Mit und nach dem Abstieg 2011 ist eine ganz neue Solidarität zwischen Fans und Verein entstanden. Das hat uns zusammengeschweißt. Seitdem ist es nur bergauf gegangen. Mit Momenten wie in Berlin, wo die Bilder um die Welt gegangen sind. Das vergisst keiner. Das bleibt. Und die Szene mit Martin nach dem Spiel in London war für mich ein menschliches Highlight. Das würde ich herauspicken. Wenn die Fans sehen, dass einer alles gibt, wird das von den Fans geschätzt. Sie haben ein wahnsinniges Gespür. Und auch die Kultur untereinander hat sich verändert. In Mailand beispielsweise als ein paar Idioten Pyro gezündet haben, fand sofort intern eine Korrektur statt, da hat einer auf die Fresse bekommen im Block. Danach war nichts mehr mit Pyro. Die Ultras werden häufig kritisiert, manchmal vielleicht auch zurecht. Aber deren Hauptanliegen ist es, die Eintracht zu unterstützen und ihr nicht zu schaden. Ich bin kein Ultraverdammer. Im Gegenteil. Ich gebe dort immer mein Geld, wenn ich vorbeigehe. Ich habe einen großen Respekt vor den Jungs und Mädels. Sportliche Highlights waren sicher auch die Spiele zuhause in der Europa League. Die Choreographie gegen Chelsea war auch eins. Was für eine Detailarbeit. So etwas habe ich noch nie gesehen.“

War es denn trotz Platz sieben alles in allem eine erfolgreiche Saison für dich?

„Absolut. Wir haben gefeiert und wir danken auch Mainz. Platz Acht wäre bitter, bitter, bitter gewesen. Deshalb waren wir mit dem siebten Platz happy. Ja, wir sind eingebrochen zum Ende hin. Das nehme ich niemandem übel. Man kann Kritikpunkte finden, wie Wolfsburg zum Beispiel. Aber in mir ist die Zufriedenheit und Begeisterung nach diesem Jahr so ausgeprägt, dass ich nicht bereit bin nach Kritikpunkten zu suchen. Das verbietet die Leistung. So ist meine Einstellung dazu. Deshalb hat es mich auch genervt, dass so viele im Forum geschrieben haben, dass wir uns in der Europa League zu sehr reingehängt haben. Meiner Meinung nach haben die gar keine Ahnung, wenn sie so etwas von sich geben. Die Thesen, dass Platz acht besser gewesen wäre, da halte ich auch nichts von. Unsere Erwartungshaltung, unser Anspruch war und ist es europäisch zu spielen. Das ist so und das muss auch so bleiben. Wir haben den Sprung gemacht, dass die Europa League für uns ein Muss ist.“

Wenn man jetzt mal neun Monate zurückdenkt: In unserem letzten Interview hast du noch gesagt, dass es ganz düster aussieht. Wie siehst du das im Nachgang?

„Da war ja der Supercup gegen Bayern mit einer katastrophalen Leistung, dann das Pokal-Aus in Ulm. Ich war auch sauer, dass Kevin-Prince gegangen ist. Ich habe mich im Nachgang natürlich sehr getäuscht. Aber wenn du Adi Hütter reden hörst, der war ja selbst überrascht, wie schnell das gegangen ist. Das konnte keiner in der Situation so voraussehen, wie es gekommen ist. Und weil meine Leidenschaft für die Eintracht so groß ist, war ich umso besorgter. Ich dachte wirklich, das kann in die Hose gehen. Der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ist nicht so groß. Wenn wir das Spiel gegen Hannover zuhause nicht gewonnen hätten, dann wäre eine ganz andere Erwartung entstanden und vielleicht wären auch die ‚Adi raus!‘-Rufe gekommen. Das war der Turnarround schlechthin in der Saison.“

Paul Taaffe (r.) mit Sohn Justin (2.v.r.) und Freunden im VIP-Bereich vom FC Chelsea.

Hat auch Adi persönlich dich auch überrascht?

„Ja, definitiv. Ich mag seiner Art. Er kommuniziert wahnsinnig präzise, ist sehr effizient. Er kam mit exzellentem Lob von Christoph Spycher und guter Arbeit aus der Schweiz und Österreich. Ich würde gerne mal den Fredi Bobic fragen, wie das Gespräch damals war. Er hatte ja gemeinsam mit Bruno Hübner und Adi ein Gespräch in Zürich, wo Adi die beiden umgehauen hat von seiner Philosophie her und seinen Kenntnissen über die Eintracht. Die sollen baff gewesen sein. Er ist ein Glücksfall für uns. Er muss im kommenden Jahr etwas abwechslungsreicher spielen, aber bei mir überwiegt die Zufriedenheit mit ihm. Die Punkte, die man kritisieren kann, wenn man es objektiv betrachtet, würde ich jetzt einfach weglassen. Er hat uns solche tollen Momente beschert. Mailand, Lissabon, Zypern und England. Ich könnte Kritikpunkte finden, aber das will ich nicht.“

War es da denn auch entscheidend, dass er von seiner Vorstellung mit Viererkette zu spielen abgerückt ist?

„Ja, auf jeden Fall. Definitiv! Meiner Meinung nach war das entscheidend. Dann kam Hasebe auch wieder zur Geltung, der beste Libero der Bundesliga. Filip Kostic. Diese Idee ihn als linker Verteidiger einzusetzen, war eine geniale Idee. Danny da Costa ist aufgeblüht vor dem Herrn, was kein Mensch erwartet hat. Am Anfang dachte ich bei ihm, der kann keinen Ball spielen. Er hat sich aber stabilisiert. Gut, bei David Abraham merkt man, dass er älter wird. Obwohl er immer noch schnell ist. Mit N’Dicka haben wir ein Juwel geholt. So standen wir hinten gut. Und die Jungs waren die Fünferkette ja gewohnt. Das war taktisch wirklich entscheidend. Und dahinter hast du dann mit Kevin Trapp einen gehabt, der für mich mittlerweile ein Frankfurter Bub ist und die Bälle verteilen kann, was Lukas vorher nicht konnte. Danach kam dann im Saisonverlauf noch die Büffelherde dazu. Sébastien Haller ist nochmal ein ganz anderer Spieler geworden im Vergleich zu seiner ersten Saison. Seine Ballannahme, seine Ballbehandlung ist Wahnsinn. Und auch Luka und Ante haben ihren Teil beigetragen. Aber Hannover war der Knackpunkt. Wenn wir das verloren hätten ‚I don’t know!‘ Zwischen Scheitern und Erfolg liegt nicht viel. Aber dann ging es bergauf.“

Nun ist es ja auch so, dass gerade für die kommende Saison im Kader noch viele Fragezeichen vorhanden sind. Einige Leihspieler und ständige Gerüchte um Abgänge im Sturm. Wie betrachtest du Situation? Wen muss man halten? Wen kann man auch gehen lassen?

„Ich glaube, das ist relativ klar, wen wir halten müssen. Mit Kevin Trapp ist es noch etwas unsicher wegen der Situation in Paris. Er ist für mich auch kein absoluter Weltklassetormann. An guten Tagen ist er verdammt gut, aber er hat such seine schwächeren. Vielleicht wird er auch etwas zu teuer für uns. Ich weiß auch nicht, ob seine Ansprüche im Einklang sind mit seinen Fähigkeiten. Hinteregger werden wir halten. Da wird noch etwas gepokert mit Stefan Reuter. Aber da bin ich mir ganz sicher. Seppl Rode sollten wir auch auf jeden Fall kaufen. Der kommt wieder, der ist zäh. Wir haben ihn damals ja auch verletzt aus Offenbach geholt. Im Sturm würde ich Luka auf jeden Fall verkaufen. Ich denke, die Zeit ist reif. Haller definitiv nicht. Auch wenn er das will, würde ich das nicht machen. Zumindest nicht dieses Jahr. Ante macht tolle Dinge, aber manche auch ganz schlecht. Er ist kein Überfußballer, auch wenn er kämpft wie ein Stier. Die zwei Tore in Berlin waren natürlich groß. Als Typ würde er mir schon fehlen. Er kann einen Wirbelsturm auslösen. (lacht) Über ihn kann man sich streiten. Für mich ist es tatsächlich das wichtigste Haller zu halten. Ihn zu verkaufen wäre eine Riesenfehler. Über Jetro Willems brauchen wir nicht zu sprechen, Stendera auch nicht. Jonny de Guzman schätze ich höher ein als so manch anderer. Den würde ich als Ergänzungsspieler gerne halten. Auch einen Fernandes, ein Kämpfer vor dem Herrn, sollte man halten. Und mein Freund Gacinovic. Ich mag ihn, der gibt immer alles vom Anfang bis zum Ende. Er macht das eine oder andere unüberlegt, zu schnell, zu hektisch. Aber er läuft. Wenn er auf dem Platz kommt, ist das wie in Irland beim Greyhound-Rennen. Da geht der Hase los. Gaci ist für mich wie der Hase. So jemanden auf dem Platz zu haben ist wichtig. Durch sein Tor in Berlin gehört er hier auch einfach her.“

Und was braucht die Eintracht unbedingt noch zusätzlich? Ein Typ a lá Kevin-Prince Boateng fehlt seit dem vergangenen Sommer eigentlich immer noch, oder?

„Ja. Jeder Eintrachtfan, der sich etwas auskennt, weiß, dass wir da jemanden brauchen. Back to the good old days. Einen Uwe Bein. Oder mit Abstrichen auch einen Ervin Skela. Wir brauchen jemanden im offensiven Mittelfeld, der seinen Stempel aufdrückt, die Geschwindigkeit unseres Spiels steuert. Es kann nicht immer nur nach vorne gehen, auch wenn unsere Fans das lieben. Wir müssen da intelligenter spielen. Beispiel Wolfsburg sage ich nur. Da muss einer sagen: ‚Ruhig, Leute!‘ So einen brauchen wir. Schade, dass de Guzman so unauffällig als Typ, weil technisch ist er gut. Wir brauchen einen wie ihn mit mehr Bühnenpräsenz, mehr Einfluss in der Mannschaft. Jemanden, der seinen Mund aufmacht. Auch die Verantwortlichen wissen, dass wir da einen brauchen. Vielleicht haben wir da jemanden in der Pipeline. Ich würde Luka gehen lassen für 60, 70 Millionen Euro und dann würde ich versuchen neben einem Mittelfeldmann auch in der Innenverteidigung nachzulegen. Abraham hat seine besten Zeiten gesehen, Hasebe hat sicher noch ein Jahr drin. Für Danny und Filip braucht es auf jeden Fall auch noch Ersatz und gegebenenfalls einen, der neben Haller spielen kann.“

Wenn man dich hier so sitzen sieht, fragt man sich, ob du zwischen zwei Saison jemals so entspannt warst wie jetzt?

„Ich glaube, wir haben letztes Jahr den Schritt gemacht, dass wir ein neues Kapitel von der Eintracht haben. Dass wir keine Fahrstuhlmannschaft mehr sind und sein werden. Da hilft Kohle natürlich auch, wie die von Luka. Aber wir haben natürlich als Eintrachtfans alle Angst, das laut auszusprechen. Wir haben 2011 erlebt wie schnell es gehen kann. Aber die Euphorie, der Hype, die positive Energie habe ich in diesem Jahr bei meiner Eintracht so noch nie erlebt. Die Mannschaft von heute hätte damals in Rostock auch nicht verloren. Sie spielt mit so viel Herzblut und die Verbindung zu den Fans war noch nie so ausgeprägt. Es ist eine einmalige Zeit, die Spaß macht.“

Das heißt, du gehst ganz entspannt durch die Sommerpause?

„Ja, einerseits schon. Aber ich bin auch verdammt neugierig, was wir auf dem Transfermarkt tun. Ich schaue jeden Tag, was passiert. Ich bin ein bisschen genervt, von dem SGE4EVER.de-Blogging. Da wird viel zu viel spekuliert. Die Jungs haben das Bedürfnis. Da tut eine kleine Sommerpause ganz gut. Aber das mit den Transfers kann ja auch lange gehen. (lacht)“

Und die Eintracht ist ja auch über Frankfurt hinaus durchaus beliebt und Thema. Spürst du das auch?

„Ich komme aus einer internationalen Familie und ich merke das sehr. Einer meiner Brüder wohnt in England und er ist sehr fußballnah. Er schickt mir immer eine Whatsapp oder ruft an, um mir zu gratulieren. Er hat auch die Choreographien gesehen, in England wird das sehr positiv wahrgenommen. Mein anderer Bruder in Dublin schreibt mir auch immer. Und auch Freunde aus Irland melden sich ständig. Eintracht Frankfurt ist auch außerhalb Deutschlands wieder ein Name geworden. Und das wird auch definitiv mit der offensiven Spielweise und der Fankultur verbunden. Das ist unsere Identität, worüber man im Ausland über uns spricht. In Deutschland spricht man ja auch immer von der gelben Wand. Ich persönlich bin natürlich nicht objektiv, die Stimmung in Dortmund ist gut, ja. Aber nicht so wie bei uns. Und über München müssen wir sowieso nicht reden. Da sind wir meiner Meinung nach weit vorne in Deutschland und wenn ich Vergleiche ziehe mit England beispielsweise, da ist Liverpool, die Anfield Road, etwas Besonderes. In Italien hast du die Euphorie nicht mehr, die ist weg. Und in Spanien war sie ohnehin noch nie so. Das ist alles harmlos im Vergleich mit uns.“

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15 Kommentare

  1. Offtopic … bei aller Freude, die ixh mit FPS-Paul teile: ich mache mir Gedanken bzgl der vorgeblichen Spionage der Eintracht bei RB Leipzig Scouting.

    Gibt’s da echte bestätigte Fakten?

    Ich habe gerade in verschiedenen Artikeln und Quellen gelesen, dass mehr als 5.600 Zugriffe seit 2017 durch die Eintracht erfolgt wären, und dass unser Chefscout informiert gewesen sei, und dass mehrere Eintracht-Angestellte die RB-datenbank wohl genutzt hätten, und dass auch die Daten aus dem Profibereich und die Planungsdaten der RB-Scouts angezapft worden sein sollen. Und dass die Eintracht gegenüber dem Datenbankbetreiber ISB nicht kooperativ sein würde, und die deswegen die Eintracht diese Woche verklagt hätten.

    Verwirrend, und ein unbehagliches Gefühl entwickelt sich (bei mir).

    Was ist da nun wirklich Stand der Sache?
    Ist das seitens Medien nur Blabla für das Fussball-Sommerloch? … oder doch die Aufdeckung eines unglaublichen Riesenskandals?

    Forza SGE!

  2. Da hat der Paul in meinen Kopf geschaut und einfach abgeschrieben :o))

    Klasse Interview, besser kann man das letzte Jahr nicht zusammenfassen/einschätzen und auch ich gehe freudig entspannt und optimistisch in die Sommerpause.

  3. @1
    Ich mache mir auch ernsthafte Gedanken dazu. Wenn sich da etwas in der kolportierten Größenordnung bestätigt, dann möchte ich nicht wissen, was das für Auswirkungen haben kann. Auch bei mir selbst.

  4. Zu 1)
    Habe es auch schon vor Tagen hier geschrieben.
    Das Thema bereitet mir ebenfalls Sorgen.
    Es wird von den Verantwortlichen bewusst lautlos behandelt. Bis her habe ich nur von Herrn Fischer etwas dazu vernommen.
    Inwieweit Ben Manga als Chefscout involviert ist; wird sich zeigen.
    Anscheinend fing aber alles an, als Bobic her kam.
    Denke ggü Leipzig wirds keine Probs geben. Man hat wohl keine Spieler weg verpflichtet die in ihrem Interesse waren.
    Auf deiner einen Seite Schadensersatz Klage vom Betreiber des Tools. Da geht es ’nur‘ um eine Summe.
    Was dann das Sportgericht anstrebt; wird sich noch zeigen.

  5. Stand jetzt: Leicht, der ja vorher in Leipzig war und zu uns zurückkehrte, hat sich von einem Freund/ Kollegen aus der Zeit die Zugangsdaten geben lassen. Da er mit dem Stand des Scoutings im Juniorenbereich bei uns unzufrieden war, kam es wie es gekommen ist.
    Mehrere Personen werden diese Daten genutzt haben. Alles andere wäre unrealistisch. Aus einem Gefühl der Gewöhnung und dem eines Kavaliersdeliktes verselbstständigte sich das Einloggen auf über 5000 mal in knapp zwei Jahren.

    Die interessanten Fragen wären jetzt:
    – wie konsequent wurde spioniert?
    – profitierte unsere Profiscoutingabteilung davon (Manga)?
    – in wieweit schadeten wir RB? Oder schnorrten wir nur Infos für unsere U17/U18?
    – warum pflegen wir nicht selbst so ein Account für verhältnismäßig läppische 1.200€/ Monat?

    Ich denke, die ganz große Nummer wird nicht daraus, wenngleich wir wohl einem Vergleich zustimmen und eine sechsstellige Summe werden zahlen müssen/wollen.

  6. Was ich bislang aus der gesamten Berichterstattung nicht rauslesen konnte, was aber gefühlt ziemlich entscheident sein könnte:

    Hatten wir Zugriff auf RB-exklusive Daten oder haben wir „nur“ den Zugang geschnorrt?

    Es macht in meinen Augen schon ein Unterscheid aus ob man die Mails von jemandem liest oder dessen Netflix-Zugang verwendet.

    Ich hoffe sehr das es nur letzeres war. Das ist zwar auch hochgradig peinlich, aber bei weitem nicht so dramatisch wie ersteres…

    Diva 2019 😉

  7. Vom Gefühl her scheint mir das ein größerer Fall zu werden, weil sich Leipzig auch sehr bedeckt hält.
    Vielleicht wurde auch deswegen der Vertrag von Ben Manga so spät verlängert……ist anscheinen eine heiße Geschichte.

  8. Falsche Information. Ben Manga hat vor eine längere Zeit verlängert. Wir brauchen wieder Fussball, die Spekulation nimmt keine Ende!

  9. Habe gestern gelesen, dass Ben Manga sich darüber mit seinem Kollegen von RB ausgetauscht hat. Damit wäre er ja aus dem Schneider. Hätte er auch nicht nötig gehabt. Trotzdem wirft es ein unschönes Bild auf unsere Eintracht.
    Dass der Betreiber der Datenbank nun eine Klage anstrebt um Geld zu generieren, ist auch verständlich. Nur mit der Argumentation gehe ich nicht konform. Das liest sich, als ob die ganze Führungsmannschaft der SGE Daten gezogen hätte. Das ist natürlich Unfug. Denke, man wird sich vergleichen.

  10. Einfach mal abwarten. Sind esDaten die jeder sehen konnte der einen Account bei diesem Anbieter hat? Dann geht es hier nur um die unberechtigte Nutzung. Mehr lese ich da bisher nicht raus. Das der Verein sobald er davon wusste den Jugendtrainer rausgeworfen hat, spricht entlastend für die Eintracht

  11. Tolles Resumée Paul. Nach dem Pokalgewinn war für mich noch das 2:0 im Rückspiel gegen Lissabon das Highlight der Saison. Die Explosion an Freude in unserem Block (und wahrscheinlich überall im und außerhalb des Stadions) waren unglaublich.

    Ich bin ein Fan der EuroLiga. Und wenn wir dabei sind, dann sollten wir uns da auch reinhängen und möglichst weit kommen. Kann die Leute nicht verstehen, die auf die vorderen Plätze der Liga schielen und wenn wir einen solchen Platz dann erreichen sich wünschen, daß wir möglichst schnell wieder aus den europäischen Wettbewerben ausscheiden. Damit wir ja nicht eine gute Platzierung in der Bundesliga gefährden.

    Deutsche Liga spielen wir jedes Jahr; Europäisch bisher nicht! Gerade die Qualifikation wird kein Selbstläufer. Möglicherweise wird eine völlig neu zusammengesetzte Mannschaft, die sich noch nicht einspielen konnte, auf dem Platz stehen. Die braucht dann wieder die Unterstützung der Fans im Stadion, aber auch die der Fans in den sozialen Medien (Aufmunternder Zuspruch, statt minutiös ausgearbeitete Verliererszenarien). Ich hoffe da machen in diesem Forum wieder viele mit!

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