Hatten einen aufregenden und arbeitsreichen Deadlineday: Fredi Bobic, Adi Hütter und Bruno Hübner verstärkten ihr Team zum Transferschluss nochmal gehörig. (Foto: imago/Jan Hübner)

Die Eintracht erlebte in diesem Winter einen so intensiven Deadlineday wie kaum zuvor. Gleich drei Neue fanden am 31. Januar ihren Weg in Frankfurts Profikader. Die Verantwortlichen reagieren auf die zuletzt wackelige Defensive und machen mit den Transfers eine klare Ansage bezüglich der intern festgelegten Ansprüche und der großen Chancen auch im zweiten Jahr in Folge international spielen zu können.

Hellmann bremst, Bobic tritt aufs Gaspedal

Am Montagabend äußerten sich Eintrachts Präsident Peter Fischer und Vorstandsmitglied Axel Hellmann noch zurückhalten ob der eigenen Ambitionen in dieser Saison. Sie traten regelrecht auf die Euphoriebremse und machten deutlich, dass man der eigenen Erwartungshaltung und der des Umfeldes nicht zum Opfer fallen dürfe. Vier Tage später dann die fast schon schizophren anmutende Aktivität auf dem Transfermarkt. Das brasilianische Talent „Tuta“ vom FC Sao Paulo, Rechtsverteidiger Almamy Touré von der AS Monaco und Innenverteidiger Martin Hinteregger, der leihweise vom FC Augsburg an den Main gelotst wurde. Vor allem letzterer dürfte die Ansprüche der Hessen untermauern. Mit dem Österreicher verpflichtete man keinen Ersatz für Carlos Salcedo, sondern ein Upgrade. Der international erfahrene Hinteregger dürfte der Mannschaft direkt weiterhelfen und wird sich mit Evan N’Dicka um den Platz als linkes Glied der Dreierkette streiten müssen.

Alle drei machen Sinn

Dazu dürfte mit Touré ein Spieler den Weg nach Frankfurt gefunden haben, der – sollte es der aktuelle Gesundheitszustand zulassen – direkt ein Backup für Dauerspieler Danny da Costa sein könnte. Aufschluss dürfte die Pressekonferenz am Freitagnachmittag (15 Uhr geben), so sich Cheftrainer Adi Hütter ganz bestimmt zu den drei Neuen äußern werden wird. Doch der malische Defensivspieler hat in jedem Fall auch das Potenzial zur Stammkraft, die Monegassen sollen sich auch eine Rückkaufoption gesichert haben. Eine horrende Ablöse dürften sie hingegen bei einem halben Jahr Restvertrag nicht aufgerufen haben. Mit 22 Jahren ist bei Touré das Ende der Fahnenstange ebenso wenig erreicht wie beim 19-Jährigen Lucas Silva Melo, kurz „Tuta“, der bislang über keinerlei Profierfahrung verfügt. Sein Transfer ist ganz sicher perspektivisch gedacht. Der südamerikanische Innenverteidiger wird auf und neben dem Platz Zeit brauchen, um sich zu akklimatisieren. Auch in wörtlicher Hinsicht. Er ist vielmehr ein Vorgriff auf den Sommer. „Wir geben ihm die Zeit und die Möglichkeit sich bei uns weiterzuentwickeln“, ließ Sportvorstand Fredi Bobic im Rahmen der Vorstellung verlauten. Perspektivisch solle er den Hessen weiterhelfen, kostete rund 1,7 Millionen Euro (70 Prozent der Transferrechte) und soll mit 25.000 Euro im Monat ein durchaus überschaubares Gehalt beziehen. Vom Potenzial des Defensiv-„Allrounders“, wie die Eintracht ihn nannte, sei man allerdings nachhaltig überzeugt.

Eintracht setzt Zeichen im Kampf um und in Europa

Was aber bedeutet die rege Transferaktivität der Frankfurter allgemein? Sie untermauert die internen Ansprüche. Der Auftakt der Rückrunde mit dem Sieg gegen Freiburg (3:1) und dem Remis in Bremen (2:2) offenbarte in der Defensive doch weitreichende Probleme. Kapitän David Abraham hat die Form noch nicht gefunden, Simon Falette ist schlichtweg auf Dauer keine Alternative, um internationale Ambitionen zu unterstreichen. Folgerichtig ist es, dass Bobic & Co nochmal aktiv geworden sind. Der Transfer von Hinteregger entlastet quasi die komplette Defensive. Der mit Offensivqualitäten ausgestattete Blondschopf bietet mehr als eine Alternative zu den arrivierten Stammkräften. Dass er seinen Abgang in Augsburg möglicherweise provoziert hat, machte ihn für die Eintracht zum Schnäppchen. Eine Leihe, wohl mit Kaufoption, für ein halbes Jahr birgt keinerlei finanzielles Risiko. Die sportlich Verantwortlichen können ihn ein halbes Jahr auf Herz und Nieren testen und dann in aller Ruhe entscheiden, ob er auch langfristig eine Zukunft am Main hat. In Frankfurt wird er sich Eskapaden wie in Augsburg nicht leisten können. Hütter äußerte sich vor einigen Jahren bereits kritisch über das Verhalten des Nationalspiers, der sich damals schon äußerst kompromisslos über seinen eigenen Verein (RB Salzburg) geäußert hatte. Ein ähnliches Muster wie es zuletzt beim FCA war. Dennoch stellte Frankfurts Trainer damals bei „Sky Sport Austria“ fest: „Er ist ein eigener Typ, das braucht man auch, wenn man Weltklasse sein möchte. Ich konnte aber gut mit ihm.“ Man müsse sich allerdings auch professionell verhalten, wenn man mit dem Trainer nicht könne. Das zumindest dürfte bei der Eintracht klappen.

Folgen noch Abgänge?

Allessamt waren es kluge Schachzüge der sportlichen Leitung. Ein Innenverteidiger, der direkt Niveau mitbringt und Verstärkung ist, ein Rechtsverteidiger, der möglicherweise auch Timothy Chandler alle Zeit besorgt, um in Ruhe zu genesen und ein Defensivtalent, das langfristig den Umbruch in der gealterten Hintermannschaft einläuten könnte. Dazu hat man sich insgesamt in der Breite qualitativ aufgestellt, um auch über den 28. Februar hinaus einer Doppelbelastung standhalten zu können. Auf den ersten Blick eine mehr als erfolgreiche Transferperiode, die die internen Ambitionen mehr als untermauert, obgleich der Kader durch die fehlenden Abgänge aktuell noch aufgebläht wirkt, tummeln sich inklusive den Rekonvaliszenten demnächst 29 Profispieler auf dem Trainingsplatz. Bleibt abzuwarten, ob sich auch in der Hinsicht noch etwas tut.

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19 Kommentare

  1. Da kann man der sportlichen Leitung mal wieder nur ein großes Lob aussprechen, klasse gemacht. Die Lücken in der Hintermannschaft geschlossen und Perspektiven für die Zukunft geschaffen – das Ganze dann noch für vergleichsweise schmales Geld. Chapeau!

  2. Woher stammt die Info über die Kaufoption? Habe bisher überall gelesen, dass es keine gibt

  3. „Der Auftakt der Rückrunde mit dem Sieg gegen Freiburg (2:2) und dem Remis in Bremen (2:2) offenbarte in der Defensive doch weitreichende Probleme.“

    Das Ergebnis gegen Freiburg bitte anpassen. 🙂

  4. Ist das eigentlich eine win win win win Situation? Hinteregger verlässt Augsburg und man hat dort kein Problem mit dem Trainer, Oxford geht zu Augsburg und man hat die Lücke gefüllt und im Sommer geht Hinteregger zurück und Oxford kommt zu uns. Ein Schelm wer böses dabei denkt, Herr Baum.

  5. Die drei sehen auf dem Foto aber sehr deprimiert aus.
    Ich hoffe, das ist nicht die Stimmung vor Dortmund.

  6. Und sozusagen ein vierter Neuzgang: Patrick Finger 😉 https://www.op-online.de/sport/eintracht-frankfurt/eigengewaechs-patrick-finger-wird-profi-eintracht-frankfurt-11650310.html

    Naja, sicher eher um genug Deutsche drin zu haben. Aber mittlerweile finde ich das auch gar nicht störend. Für die Jungs ist das doch auch toll. Sie verdienen was dabei, und eine Chance gibt es ja auch. Dann stehen sie auf dem Plan von Bobic, der sich dann auch darum kümmert, sie woanders hin auszuleihen wenn es passt. Und sie sind näher an der ersten Mannschaft. Irgendwann muss es ja losgehen, und wenn jemand nicht 1. Ligaprofi wird, sondern 3. Ligaprofi, dann ist er ja immernoch Berufsfußballer. Die Jugsn müssen nur sauber aufgeklärt und betreut werden.

  7. Schönes Interview mit Abraham in der FR, die waren gestern mit den Infos auch immer einen Nasenlänger voraus!

  8. Na ja…. Dann bitte die Überschrift auch noch ändern! Seppel is ja auch neu.. Und der Kader ist auch nicht größer geworden… Ich mein sogar kleiner! Wenn man Abgänge und Zugänge qualitativ versucht miteinander zu vergleichen denk ich haben wir einen ordentlichen Schritt nach vorne gemacht… Forza SGE

  9. Eigentlich sind es ja 6 Neuzugänge in unserem Profikader in diesem Winter. Rode, der kleine Stendera und Patrick Finger sind ja auch hinzugekommen.

    Im Sommer haben alle von desaströsen Transfers gejammert und sich getäuscht. Diesmal jauchzen alle über Super Transfers. Ok Rode hat mich bei seinen ersten 2 Einsätzen schon mehr oder weniger positiv überrascht. Tuta finde ich absolut vielversprechend. Sein Spielstil (soweit ich das in den Video-Ausschnitten sehen konnte) passt zu uns.

    Aber die Jubelarien über Hinteregger kann ich nicht verstehen. Da kommt einer zu uns, der wesentlich dazu beigetragen hat, daß Augsburg um den Abstieg spielt. Als er bei Gladbach war, haben diese die Kaufoption nicht gezogen. Worauf begründet sich diese Zuversicht? Ist er seit Gladbach besser geworden? Oder darauf, daß er in den Anfangsjahren bei Hütter gespielt hat? Wahrscheinlich darauf, daß man seinen Namen kennt. Was ich spieltechnisch von ihm in letzter Zeit gesehen habe war defensiv unter dem Durchschnitt. Steht häufig falsch und muss daher viel rennen. Er hat offensiv mehr Qualitäten als defensiv. Na ja, ich bin froh, daß wir ihn nur geliehen haben und daher das Risiko gering ist. Ich hoffe ich täusche mich und er überrascht mich wie Rode.

  10. @11. SGECharly

    Das Hinti von Gladbach nach der Leihe nicht verpflichtet wurde lag an der Kaufoption.
    RB Salzburg wollte von Gladbach 14 Millionen und das war ihnen doch zuviel.
    Ansonsten sehe ich ihn als sehr soliden Innenverteidiger.

  11. ich hoffe auch das alle 3 einschlagen. ich denke auch mal positiv. Trapp haben wir beim ersten mal von Lautern zB aus der 2 Liga. war danach ja „iO“. Ich weiß es gibt auch Negativbeispiele wie… wie hieß er noch. Der Stürmer der besser als Gomez sein sollte…. aha ja Kweuke.
    Ich möchte jetzt aber positiv denken. Hinteregger köpft uns die die EL/CL 🙂
    lg

  12. @Adlerfan75
    Rode ist natürlich auch ein Winterneuzugang. Habe die Überschrift gerne für dich nochmal angepasst, um darzustellen, worum es mir mit der Aussage ging. Dass der Kader größer geworden ist, steht auch nirgends. 29 Profispieler (ohne die Jugendspieler, die mit Verträgen ausgestattet sind) sind dennoch ordentlich, wie ich finde. Von daher gehe ich auch davon aus, dass sich bei dem einen oder anderen im Hinblick auf später schließende Transferfenster noch etwas tut.

    @Block17
    Das Bild stammt tatsächlich vom Hinspiel. Nach Abpfiff wohlgemerkt. Spannend wird sein, wie die Gemütslage der drei Herren nach dem Rückspiel aussehen wird.

    Grüße aus der Arena!

  13. @Benny
    Danke… Bin ja normal kein Korinthenkacker aber gerade Rode ist in meinen Augen, sofern verletzungsfrei der stärkste Neuzugang. Das mit den Jugendspielern die nach und nach Verträge unterschreiben ist für mich leider belanglos. Da geht’s nur um die Quote. Falls noch der eine oder andere den Absprung schafft hat sich der Kader dann in die richtige Richtung bewegt. Sowohl was Qualität als auch die Quantität angeht.

  14. Monaco hat eine Rueckkaufoption fuer Toure? Warum das denn bei einem aktuell verletzten Spieler mit nur noch sechs Monden Vertragsrestlaufzeit? Diese Info kaufe ich nicht…

  15. Die L’equipe hat wohl berichtet, dass Monaco am Weiterverkauf beteiligt wird. Aber auch das kann ich mir nicht vorstellen bei dieser Restdauer vom Vertrag. Aber eine rückkaufoption kann ich mir überhaupt nicht vorstellen… das würde einfach keinen Sinn ergeben. Glaube nämlich Touré wollte nicht mal verlängern oder bin ich da falsch informiert ?

  16. Ein klares Zeichen setzt auch Bastian Schweinsteiger mit seinem neuen Werbespot für faire Regeln bei Glücksspielen. Wenn ihr mich fragt, ist das wichtigste bei einem Online Casino nicht geschultes Personal sondern viel mehr ein richtig hoher Casino Bonus mit machbaren Umsatzbedingungen. Die ersten drei Online Casinos auf https://www.onlinespielautomaten.com/casino-bonus-vergleich/ sind eigentlich die besten wie man in den Details dort nachlesen kann. Deswegen arbeite ich die momentan auch hintereinander ab.

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