Martin Hinteregger bringt Woche für Woche gute Leistungen. Trotz seiner frühen Auswechslung wird er von den SGE4EVER-Lesern zum Spieler des Spiels gewählt.

Und schon wieder ungeschlagen SGE! In der 99. Minute verwandelte Luka Jovic den spätesten Elfmeter der Bundesliga-Geschichte und sorgte mit seinem Treffer für den Sieg auf Schalke. Sicherlich erscheint dieser späte Sieg aufgrund der Dramatik der Schluss-Sekunden etwas glücklich. Über 90 Minuten gesehen haben sich die Gastgeber vor allem auf das Verteidigen des eigenen Tores beschränkt. Die Eintracht bleibt damit auch im 15. Spiel hintereinander ungeschlagen und reist mit einem Sieg im Rücken zum Europa-League-Hinspiel nach Lissabon.

Die Personalsituation bei den Hessen war vor der Partie arg angespannt. Mijat Gacinovic, Sebastien Haller, Almamy Touré und Sebastian Rode mussten passen. Dafür konnte Kapitän David Abraham zurück in die Startelf rücken. Außerdem begannen die beiden Niederländer Jonathan de Guzman und Jetro Willems. Evan N’Dicka erhielt eine Verschnaufpause.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung gegen FC Schalke 04 der dreizehn zensierten Spieler den Wert 2,92. Die Einzelnoten der über 630 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

Martin Hinteregger:
Bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung gegen Ende der ersten Halbzeit zeigte Martin „Hinti“ Hinteregger eine klasse Leistung. Nach seiner Auswechslung fiel deutlich auf, wie wichtig er für das Aufbauspiel der Eintracht ist. So war er auch am 1:0 beteiligt, als er per starkem Luftduell den Ball per Kopf auf Kostic weiterleitete, der in direkter Folge die Torvorlage gab. Beinahe hätte Hinti sich selbst mit einem Tor belohnt, als er aus 50 Metern auf das Gehäuse von Schalke abzog, weil Nübel einige Meter zu weit vor dem Tor stand. Doch letzterer konnte gerade so klären. Eine starke Zweikampfquote, guter Spielaufbau und große Präsenz bewerten die SGE4EVER.de Leser mit dem Titel „Man of the Match“.

Filip Kostic:
Filip Kostic bereitete mit einem brillianten Pass in die Schnittstelle auf Rebic das 1:0 vor. Zudem war es Kostics Schuss, der in der 95. Minute an die Hand von Daniel Caligiuri geriet, woraufhin Referee Stegemann auf den Punkt zeigte. Im Spielverlauf gelang es den Knappen aber insgesamt gut, die beiden offensiven Außenverteidiger im Adlerdress zuzustellen, sodass Kostic nicht so viel gelang wie sonst. Dennoch spulte er seine Kilometer wie gewohnt ab und gab in jeder seiner Aktionen 100%.

Makoto Hasebe:
Hasebe zeigte die gewohnt gute Vorstellung. Sein Gutes Stellungsspiel und seine überlegte Zweikampfführung waren mit einer der Gründe für ein schwaches Schalker Offensivspiel. Er führte das Team mit seiner Präsenz und laut eigener Aussage war er mit seinem eindringlichen Hinweis, ein Handspiel gesehen zu haben, mit-verantwortlich dafür, dass Schiedsrichter Stegemann in der 95. Minute begann, sich mit dem Videoassistenten zu beraten.

Ante Rebic:
Diesmal hatte es endlich geklappt mit dem Rebic-Tor. Der Kroate schien die ganzen letzten Spiele frustriert zu sein, dass er seine Leistungen nicht mit einem eigenen Tor  belohnen konnte. In der 13. Minute kam Rebic nach einem klasse Pass von Kostic an den Ball und lief frei auf Schalke-Keeper Nübel zu. Rebic legte lässig an Nübel vorbei und schob dann gekonnt zum 1:0 ein. Ein Tor der Marke Extraklasse. Insgesamt hatte der WM Held von 2018 aber nicht so viele Aktionen, was auch der insgesamt mangelnden Spielabstimmung zuzuschreiben ist.

Luka Jovic:
Bereits in der dritten Minute hätte Luka Jovic das 1:0 markieren müssen, nach dem Da Costa ihm mustergültig aufgelegt hatte. Aus nächster Nähe schoss er aber den starken Torwart Alexander Nübel an. Jovic war ansonsten eigentlich ab der 20. Spielminute nicht mehr zu sehen. Zu selten gelang es der Frankfurter Mannschaft, ihn in Szene zu setzen. Fast wäre es ein gebrauchter Tag für Jovic gewesen, bis er in der 99. (!) Minute zum Elfmeter antreten konnte. Er musste lange auf den Pfiff zur Freigabe warten und war sich dessen bewusst, dass sein Schuss die letzte Aktion des Spiels war. Trotzdem verwandelte er nervenstark. Nicht per sicherem Flachschuss, sondern selbstbewusst knallte der den Ball zum 2:1 Endstand unter die Latte. Chapeau!

Evan N’Dicka:
Kam gegen Ende der ersten Hälfte für den verletzten Hinteregger ins Spiel und wusste wieder einmal zu überzeugen. Der Französische Youngstar bewies einmal mehr eine gute Zweikampfführung und versuchte immer wieder das Spiel von hinten her aufzubauen. Eine grundsolide Vorstellung von Frankfurts Nummer zwei.

Gelson Fernandes:
Die Zentrale war die größte Schwachstelle im Frankfurter Team in der Partie. Es konnte kein Zugriff auf das Spiel generiert werden. So war die fehlende In Szene-Setzung der Offensivreihe vor Allem die Schuld des schwachen Mittelfeldes. Während De Guzman eine generell schwache Partie ablieferte, war Fernandes zwar unauffällig, aber immerhin in den Zweikämpfen präsent. Zudem gelang es ihm mal, in einem Spiel von über 90 Minuten, keine gelbe Karte zu bekommen.

Goncalo Paciencia:
Kam nach der Pause in die Partie für den schwächelnden De Guzman. Paciencia ließ in einigen Abschlusssituationen aus der zweiten Reihe immer mal wieder seine gute Technik durchblitzen, ihm fehlte jedoch insgesamt das Glück. Manchmal wäre ein Abspiel anstelle des Distanzschusses vielleicht die bessere Option gewesen. Hätte beinahe zum 2:1 eingenickt nach einem Freistoß durch Willems, aber Alexander Nübel im Schalker Tor, konnte parieren. Blieb aber insgesamt eher etwas blass.

Kevin Trapp:
Der sonst so sichere Kevin Trapp konnte diese Sicherheit gegen Schalke nicht auf den Platz bringen. Einige Situationen wirkten eher wild. So muss er den 1:1 Ausgleich (und damit das erste Gegentor seit 5 Pflichtspielen) auf seine Kappe nehmen. Er parierte zwar den ersten Schuss auf das Gehäuse, aber leider genau in die Füße von Serdar, der unbedrängt einschieben konnte. Im zweiten Durchgang ließ er erneut einen Schuss von Serdar nach vorne abklatschen, den die Abwehr mit Mühe und Not nur klären konnte. Insgesamt hatte Trapp nicht sonderlich viel zu tun, weshalb diese Aktionen umso härter ins Gewicht fallen.

David Abraham:
Nach seiner langen Verletzungspause rückte Kapitän Abraham zurück in die Anfangsformation. Hier und da merkte man ihm seine fehlende Spielpraxis noch etwas an, aber insgesamt zeigte er eine grundsolide Vorstellung und wusste über 99 Minuten zu überzeugen.

Danny da Costa:
Um ein Haar hätte Da Costa die frühe Führung für die Adler vorbereitet, als er in der dritten Minute den Ball auf Jovic spielte, der jedoch an Nübel scheiterte. Der Schalker Mannschaft gelang es gut, die beiden Außenverteidiger der Eintracht zuzustellen, sodass Da Costa eigentlich überhaupt kein Faktor war in der Partie. Weder nach vorne, noch nach hinten gelang es ihm Akzente zu setzen.

Jonathan de Guzman:
Der Ausfall von Sebastian Rode wog schwerer, als man vielleicht im Vorfeld angenommen hatte. De Guzman und Fernandez schafften es überhaupt nicht, für einen ruhigen Spielaufbau zu sorgen. Das Frankfurter Mittelfeld fand de facto nicht statt. Auch die von De Guzman getretenen Standarts waren allesamt ungefährlicher Natur. Insgesamt keine gute Vorstellung des Niederländers. Das sah auch Coach Adi Hütter so, sodass er den Gelb-Rot bedrohten De Guzman zur Pause auswechselte.

Jetro Willems:
Der mit Abstand schwächste Adler war (mal wieder) Jetro Willems. Bezeichnend, dass selbst die eigenen Spieler ihm in der Offensive den Ball oft nicht zuspielten, selbst wenn er ihn forderte. Und wenn er ihn mal bekam, verlor er ihn meist direkt wieder. Eine unterirdische Zweikampfquote von 32% untermauerte seine schwache Leistung. Seine einzigen positiven Aktionen waren die beiden Freistöße. Einer auf Paciencia (wo Nübel parieren konnte) und der Freistoß, in Folge dessen Kostic den Elfmeter herausholte. Aber insgesamt war das keine gute Leistung. (Das sieht bundesliga.com scheinbar anders, denn hier schaffte es Jetro Willems in die Elf des Spieltages. Für SGE4EVER.de unverständlich.)

 

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7 Kommentare

  1. Bin da eher beim Kicker. Willems war weiß Gott nicht gut, aber was DeGuzman da mal wieder abgeliefert hat war an Lustlosigkeit und Schläfrigkeit kaum zu überbieten. Nur Trapp war ähnlich schwach. Im Prinzip hat er zwei (einfache) Bälle aufs Tor bekommen und beide ohne Not selber erst gefährlich werden lassen. Da war der Schalker Torhüter eine Wucht gegen.

  2. Alles in allen ein Kampfspiel, was sich in den Noten widerspiegelt. Dass Williams in der Elf des Tages bei Bundesliga.de steht, ist schon ein Witz. Da wäre ich in der Redaktionssitzung schon gern Mäuschen gewesen.

    Lissabon ist ein anderes Team, da können wir uns mal wieder über ein tolles Spiel freuen!

  3. Also so schlecht waren Willems und de Guzman ja wohl auch nicht. Die beiden so schlecht zu bewerten ist doch Mobbing, oder?

  4. Die Ecke von Willems, die beinahe zu einem Eigentor von Caligiuri geführt hätte, habt ihr vergessen. Ein Spieler, der zu Recht mal Anerkennung erfährt, wird von den eigenen Fans systematisch runtergemacht. Gratuliere! Tolle Sportsleute hier im Forum. Wobei die Vorurteile umso kräftiger sprießen, je geringer der Fussballverstand vorhanden ist. Das hab ich im Kommentar zum vorigen Artikel erklärt.

  5. Bundesliga.de nominiert Verteidiger (er wird als Verteidiger gelistet) aufgrund von Offensivstatistiken:
    ‚Jetro Willems (Eintracht Frankfurt) bereitete sieben der 16 Frankfurter Torschüsse vor und probierte es auch zweimal selbst.‘

    Ich denke, man kann das Thema bundesliga.de schließen..

    Willems stand im Pokalfinale in der Startelf, und legte das 3:1 vor. Damit ist er eh unsterblich .. auch wenn er gerade nix reißt

  6. @Grüssmann: entspann dich mal, Kritik und Mobbing sind zwei sehr unterschiedliche Stiefel. Und wenn du Fußball Fachmann wärst, würdest Du den Unterschied zwischen energischen, teilweise aggressiven Auftreten (Rest der Mannschaft) und weniger energischen, teilweise in Richtung leidenschaftslosen Auftreten sehen können… Ich war/bin ein großer Fan von Williams und bin Sau mäßig enttäuscht, dass er sein riesiges Talent nicht richtig einsetzt. Ich habe auch immer noch die Hoffnung, dass Adi ihn hin bekommt.

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