Die historische Geschichte rund um den Pokalsieg der Eintracht 2018 gibt es nun auch in deutschen Kinos zu sehen. (Foto: imago/Jan Hübner)

Für eine ganze Fangeneration ging am 19. Mai 2018 ein Traum in Erfüllung. Ein Großteil der Eintracht-Anhänger feierte in jener Nacht in der deutschen Hauptstadt ihren ersten Titel überhaupt. 30 Jahre wartete die SGE auf etwas zum Anfassen und ausgerechnet im DFB-Pokalfinale gegen die übermächtigen Bayern sollte es so weit sein. Es war ein Spiel des Davids gegen den Goliath. Tagelang liefen die Highlights des Pokaltriumphes überall rauf und runter. Die Tor-Gala von Ante Rebic, der Sololauf von Mijat Gacinovic, zwei Kapitäne mit den Händen am Pokal und ein eigentlich gefühlt schon gescheiterter Trainer, der noch einmal wie Phönix aus der Asche emporkommt. Und doch dauerte es rund acht Monate bis dieser historische Moment nahezu in Gänze aufbereitet wurde. Die Eintracht bringt unter der Leitung von Jan Martin Strasheim und Franziska Rappl am 4. Februar den Kinofilm „Die Rückkehr des Pokals“ in diverse Kinosäle in ganz Deutschland. Intime Einblicke, nie gesehene Bilder werden den einen oder anderen, oder vermutlich so ziemlich jeden Eintracht-Fan, noch einmal in jene Nacht zurückversetzen und zu Tränen rühren. Ein Film, der wohl wie die historische Nacht, für die Ewigkeit bleiben dürfte. Wir haben im Vorfeld mit Jan Martin Strasheim, der zugleich auch bei der Eintracht Frankfurt Fußball AG als Leiter für Medien & Kommunikation fungiert, über die Entstehung des Filmes, seine ganz besondere Beziehung zu Niko Kovac und sein persönliches Highlight gesprochen.

SGE4EVER.de: Ihr habt jetzt mit dem Film „Die Rückkehr des Pokals“ erstmals einen Streifen über die Eintracht in die Kinos gebracht. Wie kam es dazu? Wann ist die Idee entstanden?
Jan Martin Strasheim:Im Hinblick auf das Pokalfinale hatten wir ohnehin vor, alles so gut wie möglich für unsere vereinseigenen Kanäle zu dokumentieren. Eintracht Frankfurt im Pokalfinale – auch wenn es nun zwei Mal in Folge der Fall war – ist etwas Besonderes. Unser Anspruch ist es solche Topereignisse für die Ewigkeit festzuhalten. Bereits 2017 gegen Dortmund haben wir eine kleine Dokumentation für unsere Kanäle erstellt. Das Drumherum, die verrückten 90 Minuten und das vorhandene Material haben uns dazu bewogen recht schnell die Umsetzung eines größeren Films zu prüfen. Und schon war Franziska Rappl, die die Produktion des Films hervorragend geleitet hat, damit beschäftigt die Schnittbilder zu sortieren und mit den Produktionsfirmen Mediatools und Warner die Vorgehensweise abzustimmen. Im Finale letztes Jahr waren wir zudem eingespielt und mit dem Trainerteam sehr vertraut. Niko Kovac wusste aus den Erfahrungen aus dem Vorjahr, dass er sich auf uns verlassen kann.“

Das heißt, ihr habt dann im Pokaljahr 2017/18 vermutlich auch mächtig mitgefiebert, in der Hoffnung, ein solches Erlebnis nochmal begleiten zu können?
„Also in erster Linie haben wir mitgefiebert, weil wir uns – wie alle Eintrachtler – einen Titel gewünscht haben. Aber unsere Erfahrung aus mittlerweile fünfeinhalb Jahren EintrachtTV ist, dass die Eintracht-Fans Lust auf Bewegtbild haben. Alles, was wir „behind the scenes“ gemacht haben, erzielt regelmäßig eine große Reichweite. Für uns war klar, auch eine knappe Niederlage 2018 wäre für unsere Fans filmreif gewesen. Aber ein Pokalsieg sprengt alles. Das merken wir jetzt auch an der Resonanz.“

Das Drehbuch, das Trainer und Team für den Film geschrieben haben, hätte nicht besser sein können.
„Korrekt! Das Pokalfinale hat in vielerlei Hinsicht eine besondere Geschichte geschrieben. Das Außergewöhnliche ist nicht nur das, was in den 90 Minuten passiert ist, sondern das ganze Drumherum. Das Spiel auf Schalke die Woche zuvor, die Stimmung rund um den Trainer, die nicht gerade positiv war nach seinem Abgang Richtung München. Dass wir danach viele Spiele verloren haben, nicht mehr stabil waren und gegen die C-Elf von Bayern deutlich unterlagen. Das spektakuläre Tor von Alex Meier gegen Hamburg nach seiner Einwechslung, der im Finale nicht im Kader stand, was bei vielen Fans logischerweise vor dem Spiel nicht besonders gut ankam. All das ist eine Gemengelage, wo du schon denkst: ‚Wow, das ist filmreif!‘ Und dann kommen die 90 Minuten, die das Sahnehäubchen draufsetzen. Diese ganze Dramaturgie hätte man nicht besser schreiben können. Der Lauf von Mijat auf das leere Tor, auf die eigene Kurve. Es ist ja nicht so, dass er da auf das Marathontor zuläuft, auf die Gegnerkurve. Nein, er läuft auf die eigene Kurve zu. Bei mir kamen danach die Erinnerungen hoch wie beim Matchday-Meeting Axel Hellmann und Philipp Reschke darum gekämpft haben, dass unsere Fans in die Ostkurve dürfen. In diesen 20 Sekunden um kurz vor 22 Uhr am 19. Mai 2018 habe sich alle diese Bemühungen ausgezahlt. Dieses Tor bleibt für immer das Sinnbild für einen großartigen Erfolg.“

Glaubst du, dass tatsächlich auch diese Geschichte des Underdogs, des Davids, der im Finale den Goliath schlägt, das ist, was auch die Anhänger anderer Klubs in die Kinos lockt?
„Ich glaube, wir alle schauen uns Fußball-Dokumentationen an. Ob „All or nothing“ mit Pep Guardiola auf Amazon prime, „Being Mario Götze“ auf DAZN oder „Sunderland ‚til I die“ auf Netflix – das sind spannende Einblicke und oftmals richtig gute Geschichten. Man muss mit den Vereinen nicht verbunden sein, sie nicht mal sympathisch finden, um sich das anzuschauen. Daher denke ich schon, dass die Story – auch so wie sie erzählt ist – nicht nur den Eintracht-Fan emotional erreichen kann. Wir haben auch bewusst mit Warner Bros. zusammengearbeitet, um das Storytelling auf eine andere Ebene zu heben und etwas weg vom üblichen Stil zu kommen. Ob das gelungen ist, werden die Zuschauer für sich entscheiden müssen.“


Eintrachts Medienchef und Macher des Films „Die Rückkehr des Pokals“ stand im Gespräch mit unserem Redakteur Benjamin Heinrich Rede und Antwort.

Viele Sachen in dem Film wurden ja tatsächlich live gefilmt, während und um das Finale herum. Die Sprechszenen mit Niko Kovac wurden allerdings nachträglich gefilmt, was man unweigerlich erkennt. Wie hat er den Dreh im Herbst, in seiner Krise bei den Bayern, erlebt?
„Franziska Rappl ist nach München gefahren, um ihn für den Film zu interviewen und schon recht früh, bei der Frage, wie gerne er sich an die Zeit in Frankfurt zurückerinnert, wurde es sehr emotional. Generell müssen wir sagen: es ist großartig, wie sehr wir vom Trainerteam unterstützt wurden. Niko und Robert Kovac, Armin Reutershahn und Moppes Petz haben das Projekt mitgetragen und eine nicht selbstverständliche Nähe in hochsensiblen Momenten zugelassen. Im gleichen Atemzug muss auch erwähnt werden, dass unsere sportliche Führung um Fredi Bobic und Bruno Hübner sehr modern denkt und das alles ebenfalls sehr unterstützt haben. Es ist übrigens auch gegenwärtig toll, wie das aktuelle Trainerteam um Adi Hütter die Dokumentation rund um die Europa-League-Spiele auf RTL Nitro und EintrachtTV unterstützt.“

Du hattest und hast selbst ja einen sehr engen Draht zu Niko Kovac. Wie hast du persönlich auch diese ganze Zeit erlebt, mit der Bekanntgabe des Abgangs, das Pokalfinale? War der Sieg am Ende auch eine Genugtuung für euch?
„Ich durfte über knapp zweieinhalb Jahre hautnah erleben, wie akribisch das Trainerteam und die Sportliche Führung gearbeitet haben. Und ich habe natürlich auch mitbekommen, dass die Wochen nach der Verkündung nicht leicht waren. Auch wie das an Niko genagt hat, weil er schon eng mit der Eintracht verbunden ist. Dies war von ihm kein PR-Geschwätz. Ein solches Happy-End ist dann sehr erfreulich, weil du weißt, dass dieser Erfolg und die Geschichte drumherum für immer ein gemeinsames Erlebnis schaffen. Und Genugtuung ist auf meine Person gemünzt das völlig falsche Wort. Solche Phasen wird es im Profifußball immer geben, das gehört dazu. Aber klar: für Niko hat es mich nach dem Abpfiff sehr gefreut. Auch wenn die Verkündung des Wechsels seitens der Bayern nicht ideal war und ganz sicher in dieser Form keinem geholfen hat – letztendlich hat er mit seinem Team eine sehr erfolgreiche Ära geprägt.“

2017 ist die Eintracht unter deiner Leitung schon „Social Media Meister“ geworden, vor dem FC Bayern und dem BVB. Den ersten Titel hast du dir also selbst geholt.
„Den Titel haben sich alle im Club geholt. Entscheidend dafür war eine gute Verzahnung von redaktionellen Inhalten mit Sponsoren- und Merchandisinginhalten. Am 22. Februar 2016 ist in der Vice einen Artikel mit folgender Überschrift erschienen: ‚Eintracht Frankfurt hat Social Media nicht verstanden.‘ Damals gab es ein kleines Team an Mitarbeitern mit tausend Themen, die zu bearbeiten waren. Wir haben uns im Zuge der Bereichsumstrukturierung dann vorgenommen, das Thema grundlegend zu verändern und neue Prioritäten zu setzen. Unser Anspruch war es, es einfach besser zu machen und zu zeigen: ‚Wir haben verstanden.‘ Ausgangspunkt für die Neuausrichtung war übrigens die Auf-Jetzt-Kampagne 2016 im Kampf um den Klassenerhalt. Spätestens da hat auch der Letzte verstanden, warum Öffentlichkeitsarbeit und insbesondere Social Media in einem Proficlub heutzutage wichtig ist. Der Film treibt diese Entwicklung weiter. Unser Anspruch ist es jetzt schon – gemessen an den vorhandenen Möglichkeiten – top zu sein.“

Der Film „Die Rückkehr des Pokals“ startet am 4. Februar in diversen Kinos. Welche Ziele habt ihr euch damit gesetzt?
„Zunächst einmal wollen wir den größten Moment der jüngeren Vereinsgeschichte und das Zustandekommen für alle Zeit festhalten und verfügbar machen. Natürlich kann sich jeder verschiedene Videos aus allen Perspektiven im Internet zusammensuchen. Aber so wie es wirklich war, komprimiert in 89 Minuten – das bietet nur dieser Film und diesen soll man sich auch in zehn Jahren noch anschauen können. Beispielsweise als Stimmungsverbesserer im Abstiegskampf oder vor einem Relegationsrückspiel (lacht). Neben der Ausstrahlung im Kino planen wir natürlich eine DVD / Blu-Ray mit Bonusmaterial und möchten den Film gerne auch Streamingdiensten und TV-Sendern zur Verfügung stellen. Gespräche hierüber laufen gerade.“

Zu guter Letzt und hoffentlich ohne großen Spoileralarm: Was ist deine Lieblingsszene im Film?
„Das ist wirklich eine gute Frage. Die ist echt gut. (denkt nach) Es gibt sicherlich viele, aber die Mannschaftsbesprechung einen Tag vor dem Spiel ist schon außergewöhnlich, weil sie mich an die ganze Saison erinnert. Diese Klarheit, die fokussierte Mannschaft, die sehr ruhig und bedächtig zuhört. Die klaren Worte des Trainers, gepaart mit den Ausführungen der Videoanalyse. Da erinnere ich mich an ganz viele Szenen einer sehr guten letzten Saison.“

Bis Montag, den 4. Februar um 13 Uhr habt ihr noch die Möglichkeit auf der Facebook-Seite von SGE4EVER.de Tickets für eine Kinovorstellung des neuen Eintracht-Films „Die Rückkehr des Pokals“ zu gewinnen. Die Teilnahmebedingungen könnt ihr im Beitrag selbst nachlesen. 

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21 Kommentare

  1. Oft topic: Lt HR Sport kann sich Trapp ein weiteres Engagement in Frankfurt vorstellen, sogar falls die internationalen Plätze verpasst würden. Wichtig sei, dass eine Entwicklung zu erkennen sei. Und dies sei der Fall.
    Das ist eine super Ansage, wird die Moral der Mannschaft weiter stärken.

  2. Er erzählt vom „größten Moment der Vereinsgeschichte“. Ich bin zwar noch noch nicht so alt, dass ich mich an andere Zeiten erinnern kann, aber Frankfurt war ja bereits Meister, mehrfach DFB-Pokalsieger, UEFA-Pokal-Sieger. Ich denke damals waren das auch schon großartige Momente, auch wenn medial weniger los war. Natürlich ist es nun nach 30 Jahren etwas Außergewöhnliches, aber Frankfurt war auch früher schon mal groß. Würde mich mal interessieren, ob sich ein paar alte Hasen hier gut an frühere Erfolge erinnern und wie sie den Pokal letztes Jahr einordnen.

  3. Der Pokalsieg letztes Jahr war für mich einmalig, obwohl ich live bei den ersten Pokalsiegen dabei war. Meine ersten großen Momente waren die Meisterschaft 1959 (ausgerechnet gegen Offenbach), 1960 das 6:1 gegen die Glasgow Rangers im Europapokal (mein erstes Flutlichtspiel), alle Siege gegen die Bayern und der Uefa-Cup Sieg, auch den durfte ich live erleben. Aber die Emotionen waren letztes Jahr am größten.

  4. @rob
    Wir haben aus gegebenem Anlass das „jüngeren“ noch ergänzt, um die Ereignisse in den 70er- und 80-er Jahren nicht zu schmälern. Gerade für die Generation der Strasheims und Heinrichs fühlt es sich sicher an, wie das größte Ereignis schlechthin. Warum? Weil es das erste war, an dem wir Teil hatten, in welcher Form und Ausprägung auch immer. Aber ich bin definitiv gespannt, wie die älteren Generationen hier im Forum den Pokalsieg 2018 empfunden haben. Und ich würde mich ebenso freuen, wenn unter diesem Artikel zeitnah auch Feedback zum Film stehen würde.

    Grüße aus der Redaktion!
    Euer Benny

  5. @2+3
    Auch ich habe den 1:0 Sieg unserer Eintracht durch das Tor von Schaub gegen Gladbach live im Stadion verfolgen dürfen. Der Jubel und die Freude war damals auch groß doch die Stimmung und Euphorie im letzten Jahr meiner Meinung nach nicht zu toppen. Das liegt auch mit Sicherheit an der bis heute wahnsinnig gestiegenen Anzahl an Fans unserer Eintracht.
    Gestern mit meinem Sohn im Kino gewesen und unseren Pokalfilm gesehen. Super gemacht , kann nur jedem empfehlen sich diesen anzusehen. Neben zahlreichen Sprüchen unserer Kicker (Auszug Boateng vor dem 3:1
    … der Schiri gibt Ecke und dann schießt der eine so schlechte Ecke…..) auch zahlreiche Aufnahmen die so noch nirgends gezeigt wurden. Angucken , ablachen , abfeiern .
    FORZA SGE

  6. Bin schon sehr gespannt und heiss wie Pumapisse auf den Film…heute um 20:00 isses soweit. Gehe mit meinen beiden Söhnen (Erziehungsauftrag voll erfüllt: Beide Adler und Bauernhasser!) ins ausverkaufte Kinopolis (660 Adler!!!), das wird bestimmt sehr geil und emotional.

  7. Für mich hat die Meisterschaft 1959 und die anschließenden Spiele im Europapokal bis hin zum legendären Endspiel in Glasgow gegen die ‚Königlichen‘, noch ein bisschen mehr Wert als alles das, was danach erreicht wurde. Vielleicht einfach deshalb weil ich damals, 1959, als 14-Jähriger zum Eintracht-Fan wurde.

  8. @Benny
    Als heute 74jähriger Opa mit Eintracht Füßballer-„Karriere“ bis zu den Junioren (u.a. mit Atze Friedrich) blicke ich auf diese Live-Erlebnisse besonders gerne zurück:
    1959 Gewinn Deutsche Meisterschaft ausgerechnete gegen die Offenbacher Kickers (5:3, live im schw.-weiß TV),
    1960 Halbfinale Europapokal gegen Glasgow Rangers (6:1, live im Waldstadion),
    1974 Erster DFB-Pokalsieg gegen den HSV (3:1, live im Rheinstradion Düsseldorf).
    Dies hat mich auch als „Neigeschmeckter“Stuttgarter (seit 1970) immer mit meiner alten, weltoffenen Heimatstadt und meiner geliebten Eintracht verbunden.
    Doch der 19.05.2018 (live im TV auf Großleinwand) hat dies nach der langen Durststecke nochmals getoppt.
    Die Liebe zur Eintracht wird auch bis zu meinem Abschied von dieser Welt von meiner Einstellung geprägt sein: „Liebe macht nicht blind. Der Liebende sieht nur weit mehr als da ist“ (Oliver Hassencamp)

  9. Auch wenn der Pokalsieg das größte Highlight war, dass ich bewusst und als Fan miterlebt habe, so denke ich auch, dass die Meisterschaft und der UEFA Cup nochmals ne andere Hausnummer sind. Ich möchte den Erfolg jetzt nicht runterspielen aber letztendlich haben wir in einem Pflichtspiel gegen Bayern gewonnen. Das Programm bis dahin war machbar – auch gegen Schalke kann man (wenn auch knapp) gewinnen und dann ist es halt viel Losglück, richtige Einstellung und Tagesform. Für ne Meisterschaft musst du an 34 Spieltagen entsprechend performen und auch bei nem UEFA Cup Sieg gibt es fast nur Endspiele. Es ist daher irgendwie verwunderlich, wie einige Vereine den DFB Pokal als lästiges Beiwerk doch so wenig Interesse und Ernsthaftigkeit zukommen lassen, wo man doch in 6 Spielen (die ersten beiden dabei oft gegen deutlich unterklassige Vereine) eine ganze Saison so dermaßen krönen kann.

  10. Die Diskussion, welcher Titel mehr wert hat ist doch in diesem Zusammenhang – wie ich finde – komplett unnötig. In der jüngsten Vereinsgeschichte ist es definitiv der größte Erfolg der Eintracht – oder wertet jemand die Aufstiege höher ein? @Marfj2k: Du willst den Erfolg nicht herunterspielen, tust es aber in beeindruckender Art und Weise ;-). Man hat den Vizemeister und deutschen Meister besiegt und zuvor noch gegen Mainz einen Bundesligakonkurrenten – also das als „eben mal so locker“ runterzuspielen zu bewerten – Respekt!

    Merkwürdig ist auch dein Satz ein UEFA-Cup habe nur Endspiele – ein DFB-Pokal nicht? Im Uefa-Cup hast du sogar noch im Rückspiel eine Chance, das Hinspiel wett zu machen… Also da bin ich schon sehr verwundert über die Bewertung. Einzig bei der Meisterschaft gebe ich dir recht, das ist ein Produkt großer Konstanz und weniger „Tagesformabhängig“. Aber die restliche Bewertung deinerseits kann ich nicht ansatzweise nachvollziehen und sie wird auch der großartigen Leistung nicht annähernd gerecht.

  11. Mein Leben voller Leidenschaft und Liebe beginnt 1979 mit Cha, Pezzey, Charly, Holz, Grabi, Nickel und Schädelharry.
    Es schließt sich das Halbfinale im Uefa-Cup gegen Bayern an ( legendäres Rückspiel) und das Endspiel gegen Gladbach. Ein Jahr später der DFB-Pokalsieg gegen Lautern. 1988 das Ding von Detari gegen Bochum (mit mir im Stadion). Jeder Sieg wunderschön.
    Aber die Gefühle, die das Spiel gegen Bayern ausgelöst haben, sind noch mal 20% intensiver. Vielleicht liegt es an die – positiv gemeinte – sonderbare und einzigartige Nähe zu der aktuellen Mannschaft. Sicher aber auch an die in den 70er und 80ern nie so erwartete Durststrecke von 30 Jahren und der brachialen Öffnung des dekadenlang zugeschraubten Ventils.

    Ich bin mit Freunden und Sohnemann am Sonntag im Kino.
    Wir alle freuen uns schon wie hulle…

  12. Für jeden ist ein anderes Ereignis besonders.

    Ich habe den Sieg im UEFA-Pokal und auch Pokalsiege erlebt. Für mich ist dieser besonders gewesen, weil es auch danach ( z.B. auf dem Weg zum Römer ) Bilder gab, die sich eingebrannt haben. Und weil ich die gefühlt halbe Stunde die Mijat im Finale Richtung leeres Tor rennt gebrüllt habe.

    Aber jeder Triumph ist wichtig, ohne Ausnahme. Und jeder hat seinen Moment der erklärt , warum dieser oder jener Triumph der tollste war

  13. @10Christopherm: Ich möchte es nicht herunterspielen und das Ergebnis war natürlich nicht nur sportlich einfach absolut großartig sondern für den ganzen Verein und die Entwicklung von der wir auch aktuell zehren. Trotzdem war die Road to Berlin jetzt sportlich keine Ausnahmeleistung. 1. Runde gg. Erndtebrück – das muss man gewinnen, 2. Runde Schweinfurt – ebenfalls ein Pflichtsieg. Heidenheim im Achtelfinale. Auch hier muss ein Sieg her. Dann kam Mainz, die wir in 8 von 10 K.O. Spielen eigentlich auch schlagen sollten. Danach Schalke – auch hier ist ein 1:0 Sieg nicht völlig außergewöhnlich, wenn auch natürlich schon ein dickes Brett welches man da bohren musste. Und dann kommen satte Bayern, die 2 Wochen davor auch in der Liga nochmal ne richtige Packung von Stuttgart bekommen haben. Da gewinnen wir vielleicht nur eines von 10 oder 15 Spielen. Das war ein würdiges Finale und der Gegner wurde mit einer Energieleistung niedergerungen. Das war ohne Zweifel eines meiner emotionalsten Spiele und ich bin auch heute noch begeistert aber der Weg dorthin ist sicher einfacher als das im UEFA Cup oder der EL der Fall ist. Klar kann man sich in einem Gruppenspiel auch mal nen Ausrutscher erlauben aber du wirst jetzt nicht Marseille und Rom mit Erndtebrück oder Schweinfurt gleichsetzen oder Porto und Donezk mit Heidenheim oder Mainz. Und in dem Pokal warten noch Arsenal, Chelsea, Inter, Celtic, Valencia,… – das seh ich schon als ne andere Hausnummer an. Vielleicht ist kein einzelnes Team dabei, welches besser ist als Bayern und somit besteht auch die Chance hier weit zu kommen aber bei 63 potentiellen Gegnern im DFB Pokal gehen wir mit unseren Ansprüchen gegen 55 als Favorit ins Spiel. In der EL ist das Überstehen der Vorrunde schon stark und ab der Zwischenrunde quasi alles möglich.
    Hin- und Rückspiel zu haben ist übrigens nicht immer von Vorteil. Wäre das Finale in Hin- und Rückspiel ausgetragen worden, glaube ich ehrlichgesagt kaum, dass wir 2x gegen Bayern so ein Spiel abliefern und in Summe hätten wir es dann vielleicht doch verloren. Die Wahrscheinlichkeit, dass in zwei Spielen alle Spieler mit 120% performen ist eher unwahrscheinlicher und auch taktisch ne ganz andere Geschichte (das 3:1 von Mijat wäre sicher nicht gefallen, wenn man wüsste, dass man die Woche drauf noch ein Rückspiel hat). Also ich bin froh und dankbar, dass es so kam wie es gekommen ist aber ich sehe es trotzdem rein sportlich noch weit von den anderen Titeln entfernt.

  14. @4. Benny Heinrich

    Da ich mittlerweile zur älteren Generation gehöre (50+) 😉 habe ich alle Pokalsiege und den UEFA-Cup Sieg miterlebt. Jeder war auf seine Art einmalig und schön. 1988 war ich in Berlin dabei (man musste noch durch die DDR fahren). Es war ein Super Erlebnis ohne Frage. Der Pokalsieg 2018 topt natürlich alles, was natürlich am vermeintlich übermächtigen Gegner lag. Ich konnte zwar nicht im Stadion sein, aber schee wars mit Freunden und Familie zusammen zu gucken und zu feiern und den nächsten Tag am Römer. Gefreut hat es mich vor allem für meine Tochter, ihre Freunde, für eure Generation!

  15. Ich komme gerade aus dem Kinopolis. Leute geht in diesen Film, es ist der Hammer. Das 1:0 von Rebic habe ich nicht sehen können, so verquollen und tränendurchflutet waren meine Augen schon da, Ich habe in meinem Leben noch nicht so geweint, ein toller Film.

  16. Ich bin seit 1974 dem nicht legendären, aber dennoch glänzenden 9:1 gegen RW Essen Eintracht Fan und habe somit den UEFA Pokalsieg und alle DFB-Pokal Siege miterlebt. Darüber war aus meiner Sicht auch das „Herzschlagfinale“ dem legendären 5:1 zum Klassenerhalt (Übersteiger Fjoerthoff…. nicht mindert spektakulär wie Gacinovic) hoch emotional.

    Diese Höhepunkte in eine Rangliste einzuordnen… kann man machen, muss man aber nicht.

    Ohne Zweifel hat der Pokalsieg 2018 den wohl größten Hype ausgelöst. Zum Einen wegen der größeren medialen Dimension, zum Anderen auch wegen der größeren Fanbasis und damit des grandiosen Empfangs.

  17. @ 15 65934 Danke für die Empfehlung. Nächsten Montag geht´s ins Kino. Habe eben die Karten gebucht.

  18. Gestern mit 690 Adlern zusammen den Film im Kinopolis gesehen…was eine Gänsehaut-Reise….reingehen Leute!!!

  19. Der Film ist super gemacht.
    Chronologisch und medial sehr gut aufbereitet.
    Geile Sprüche von Spielern die zum Lachen einladen, wie beispielsweise von Prince Boateng oder da Costa.
    Bisher unveröffentliche Szenen tragen auch inhaltlich zum Gelingen des Streifens bei.
    Fast schon vorherzusehen, war die Bengalo-Show vor dem Kinogebäude……..
    Die 12,-€ sind jedenfalls gut angelegt und der Film ist fast ein „Muss“ für jeden SGE-Fan oder zumindest für aĺle diejenigen, die in Berlin dabei waren.
    Für mich als einer der in Berlin live dabei war, ist dieser Film ein gelungener Abschluss unseres DFB-Pokal-Erfolgs 2018.
    Käme der Film als DVD oder ähnliches Speichermedium in den Handel, würde ich ihn mir kaufen um in einigen Jahren noch mal in Erinnerungen schwelgen zu können.

  20. War gestern auch im Kinopolis.
    Diesen Film muss man gesehen haben. Hatte mehrfach Tränen in den Augen. Und den Adlern um mich herum, gings genauso. Da ich den Pokalsieg 1988 schon miterlebt hatte, fand ich die Szene mit Charlie Körbel am geilsten, als er nach dem Erfolg gar nicht mehr wusste, was er laut Protokoll eigentlich machen sollte und dann den Pokal (wie vor 30 Jahren) vor der offiziellen Übergabe nochmal „in die Höhe reckte“. Für ihn persönlich ein grandioser Abschluss und ein tolles Erlebnis. Schaut Euch den Film unbedingt an, ein MUSS für jeden Eintracht-Fan.

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