Axel Hellmann überraschte mit kritischen Aussagen. (Foto: Heiko Rhode)

Nach dem 3:1 von Eintracht Frankfurt gegen den FC Augsburg herrschte Feierstimmung im weiten Rund des Deutsche Bank Park. Während draußen gefeiert wird, hat Vorstandssprecher Axel Hellmann Redebedarf. Der 52-Jährige steuerte in der Mixed Zone auf die Mikros der Journalisten zu – und hielt ein kleines Monolog-Interview. „Ich habe drei Punkte, die ich loswerden will“, begann der Eintracht-Boss und sprach zunächst über den emotionalen Abschied von Vereinslegende Bernd Hölzenbein, der vergangenen Montag im Alter von 78 Jahren verstorben ist. „Ich möchte mich bei allen bedanken, die der Familie Hölzenbein in dieser Woche Kraft gegeben haben. Das ist mir wichtig, das in einem großen Rahmen zu sagen“, sagte Hellmann. Vor dem Spiel hatte er an der Seite von Hölzenbeins Ehefrau und den Kindern eine kurze Trauerrede gehalten.

Hellmanns klare Forderung

Sein zweiter Punkt, den er ungefragt anspricht, hat dann durchaus Brisanz: „Ich will sagen, man sieht, wie leicht es ist, dieses Stadion zu erwecken. Mit Zug zum Tor, mit Zweikämpfen, mit Leidenschaft. Das ist nicht schwer, dass dieses Stadion aus dem Sattel kommt. Und das muss uns mal von Anfang an gelingen und nicht erst in einer zweiten Hälfte.“ Eine deutliche Kritik am Schlafwagen-Fußball der letzten Wochen. Unklar, an wen die Kritik genau adressiert ist. Die Mannschaft, die auch gegen Augsburg zwar gewillt, aber lange uninspiriert auftritt. Das ändert sich erst nach der Pause. Die Worte lassen aufhorchen, erst recht da Hellmann eigentlich nur selten nach Spielen zur Presse spricht. Schon gar nicht zu sportlichen Themen, die er Kollege Markus Krösche überlässt.

Kritik am VAR

Auch der VAR bekam sein Fett weg. Hintergrund: Schiedsrichter Martin Pedersen zeigte nach einem Duell zwischen Omar Marmoush und Augsburgs Kevin Mbabu fünf Minuten vor Schluss nicht auf Elfmeter. Hellmann fragte: „Warum ist das bei Omar Marmoush kein Elfmeter und warum schaut sich das keiner an? Was bringt der VAR, wenn sich so was keiner anschaut? Ich bleibe bei meiner Meinung, so macht das Ganze keinen Sinn.“ Und weiter: „Die anderen beiden Punkte sind mir aber wichtiger“, sprach er und ließ die verdutzten Reporter zurück.

- Werbung -

15 Kommentare

  1. Vielleicht musste es mal von offizieller Seite gesagt werden. Man könnte aber auch auf Mißstimmung zwischen Hellmann und Krösche schließen. Warum sonst diese ungewöhnliche Artikulation? Eins ist klar für mich. Hellmann macht sowas nicht aus einer Laune heraus oder weil er sich profilieren will. Der weiss genau was er da tut. Und ich weiss gerade nicht ob ich es gut finde.

    85
    26
  2. zum 3.Punkt von Hellmann – das war ein glas klarer Elfmeter! berechtigte Kritik am VAR!!!
    zum 2.Punkt – wenn es so einfach wäre würde das auch von Anfang an passieren. Die Mannschaft lag in der Halbzeit zurück und sieht sich dem Abgrund näherkommen . Das war vielleicht der Trigger – es gibt nix mehr zu verlieren. Wenn es es so wäre dann sprechen wir hier von einer Blockade und das ist dann nicht so einfach und hat nichts mehr mit Taktik zu tun. Ich finde das von Herr Hellmann sehr polemisch. In dem Spiel gestern war der Kader um einige Klassen besser aufgestellt als gegen den VFB – berücksichtigt das auch ein Herr Hellmann?

    37
    109
  3. Ich finde es richtig richtig gut was Axel gesagt hat, der Abschied von Holz und die Unterstützung der Familie Hölzenbein, aber auch die „Kritik“ an die Jungs auf dem Platz, dass man bloß nicht denken soll nach einem Sieg ist alles wieder gut was zuvor auch zurecht kritisiert wurde. Das Thema VAR möchte ich nicht mehr kommentieren.

    140
    8
  4. Sinnvoll von Hellmann, sich bei den Menschen zu bedanken, die Holz‘ Familie jetzt beistehen. Dafür gebührt ihm Lob.

    Der Rest ist irgendein Geschwurbel. Anscheinend ist er weit weg von der Mannschaft..und versteht das alles nicht. Das wundert mich nicht, die Loge ist jetzt sein Bereich. Das Thema VAR find ich auch lachhaft. Ohne Eintrachtbrille war das kein glasklarer Elfer..und damit für mich auch kein Thema für den Videoref. Top entschieden, Hellmanns Aussage erinnert mich aber eher an Werder Bremen..die piensen auch nach jedem Spiel über irgendwelches Zeugs (Fouls zu hart, Rasen zu weich, Schiri schuld..).

    17
    111
  5. @pfalzadler:
    „Ich finde das von Herr Hellmann sehr polemisch. In dem Spiel gestern war der Kader um einige Klassen besser aufgestellt als gegen den VFB – berücksichtigt das auch ein Herr Hellmann?“

    Worauf beziehst du dich? Hellmann hat sich doch gar nicht zu dem Spiel in Stuttgart geäußert (was ja auch auswärts war und somit gar nicht passen würde). Er hat sich darauf bezogen, dass wir in der ersten Hälfte nicht mutig und leidenschaftlich genug gespielt haben und das daraus die Pfiffe resultiert sind.

    Es ist natürlich immer ein schmaler Grat, wenn sich Vorstände zu Themen äußern, die eigentlich nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Ich finde es in diesem Fall allerdings richtig von Hellmann. Er kennt die Eintracht seit Jahrzehnten wie kaum ein anderer, stand selbst als Kind im Block und war daher auch schon immer ein Mittler zwischen Fans und Mannschaft.

    Es begann da in den letzten Wochen schon etwas zu bröckeln. Die Fans haben vereinzelt angefangen zu pfeifen, die Spieler haben darauf mit Unverständnis reagiert und gestern drohte es ein bisschen zu kippen.

    Und da hat Hellmann ganz offensichtlich das Gefühl, sich hier auch mal öffentlich zu äußern und klar zu machen, dass unsere Fans einfach sehen wollen, dass mit Leidenschaft und Mut gespielt wird. Einsatz und Kampfbereitschaft reichen dafür, um das Stadion anzuzünden.

    124
    4
  6. Hellmann hat sehr klug den Markenkern der eintracht hervorgehoben. Das ist auch eine Ansage an den Trainer. Wenn man einen Markenkern missachtet in seiner Strategie wird es schwierig und gefährlich.

    75
    7
  7. Finde es wichtig und richtig was und dass Hellmann was gesagt hat…..er spricht klar an, was nicht passt ohne jemanden direkt öffentlich zu denunzieren….Mannschaft und Trainer dürfen sich nun angesprochen fühlen und gern etwas daran ändern…..Eintracht Frankfurt steht für Leidenschaft und Emotionen…..dieses emotionslose Hin und hergeschiebe will keiner sehen

    Deswegen absolut zutreffend der Kommentar von elde:
    „Es begann da in den letzten Wochen schon etwas zu bröckeln. Die Fans haben vereinzelt angefangen zu pfeifen, die Spieler haben darauf mit Unverständnis reagiert und gestern drohte es ein bisschen zu kippen.

    Und da hat Hellmann ganz offensichtlich das Gefühl, sich hier auch mal öffentlich zu äußern und klar zu machen, dass unsere Fans einfach sehen wollen, dass mit Leidenschaft und Mut gespielt wird. Einsatz und Kampfbereitschaft reichen dafür, um das Stadion anzuzünden.“

    Danke Axel

    91
    9
  8. Hellmann verliert langsam seinen Kompass, wann er was zu wem sagen sollte.

    Diese Ansage in die Mikros sollte er intern an die Mannschaft richten, aber nicht in der Öffentlichkeit. Vor allem, nachdem die Mannschaft wieder zurückgekommen ist und gezeigt hat, was sie kann, wenn sie mal das umsetzt, was der Trainer von ihnen erwartet: kontrolliertes Positionsspiel, schnelle Pässe, Tiefenläufe.

    Oder wollte Hellmann mit diesem Kommentar von der VIP Bar, dem Lachs usw. ablenken (ist ja sein Vorstandsresort, die Vermarktung)?

    7
    86
  9. „Anscheinend ist er weit weg von der Mannschaft..und versteht das alles nicht“

    Ja ja, der Hellmann, das ist vielleicht ein Dummchen.
    Hätte er doch nur mal braumerganedruebberedde
    gefragt.
    Der ist ganz nah dran und weiß das alles besser.

    Immer wieder lustig hier.

    36
    4
  10. Grundsätzlich ist Punkt 2 als isolierte Aussage nicht zu beanstanden. Die würde jeder unterschreiben. Insofern grüner Haken dran.

    Zu Punkt 3: Der Augsburger trifft ausschließlich den Knöchel von Omar in dieser Situation, insofern gibt es ja keine Toleranz, auf etwas anderes als Strafstoß zu entscheiden. Kritik berechtigt

    13
    1
  11. Recht hat er, da geht eine Spitze wohl an Krösche/Toppmöller, der Schlafwagenfußball ist kaum noch zu ertragen. Krösche muss natürlich zu seinem Schützling Toppmöller halten, nur wie lange noch ?
    Eintracht muss einen anderen Fussball spielen, sonst entwickeln wir uns nicht weiter

    16
    0
  12. Die Spitze ist keine Spitze, sondern ein Frontalangriff. Und der ist zu 100% berechtigt! Ich frage mich nur: Warum erst jetzt? Wir haben jetzt den 30 Spieltag! Und der Übungsleiter hat mit seiner Philosophie und Spielart der Eintracht die Identität genommen. In ganz seltenen Fällen konnte diese Mannschaft die Leidenschaft und die Wucht entwickeln, um das Stadion zum Brennen zu bringen. Hellmann hätte viel früher eingreifen müssen und dieser Entwicklung Einhalt gebieten müssen. Vielleicht ist das aber ein Fingerzeig Richtung Krösche, dass er nicht uneingeschränkt Handlungsvollmacht hat bzgl. des Festhaltens an DT! Gut so!

    8
    1

Keine Kommentare mehr möglich.

- Werbung -