Thomaas Broich wird zusammen mit seinem Kollegen Jerome Polenz U15-Trainer der Eintracht (Bild: imago images / Sven Simon)

Die Verpflichtung von Thomas Broich und Jerome Polenz als Nachwuchstrainer der U15 ist wohl der erste große Coup, der NLZ-Leiter Andreas Möller seit Beginn seiner Amtszeit bei Eintracht Frankfurt gelang. Die zwei Ex-Profis, so hört man an vielen Stellen, sollen ein exzellentes fachliches Know-How besitzen und werden ab der Saison 2020/2021 offiziell ihre Arbeit antreten und eine grundlegende Spielidee für die Nachwuchsteams der SGE mitentwickeln.

„Möller hat uns nachhaltig vom Projekt überzeugt“

Doch wie kam eigentlich der Kontakt zu beiden zustande, die nach dem Ende ihre Spielerkarriere als Fernseh-Analysten auftraten und gemeinsam das Software-Unternehmen zonal.ly gründeten und für dieses quer auf dem Erdball aktiv waren? Im Gespräch mit „eintracht.de“ erklärt Broich: „Eigentlich kam das ein bisschen zufällig. Durch unsere bisherige Tätigkeit ergeben sich immer Schnittstellen mit anderen Experten aus dem Fußballgeschäft, die man zum Beispiel auf Veranstaltungen trifft. Da kamen wir mit Sebastian Zelichowski ins Gespräch und haben uns auf Anhieb auch super untereinander und später mit Fredi verstanden. Wir sind ein paar Mal nach Frankfurt gekommen und haben beim Training zugeschaut. Wir haben von Anfang an gemerkt, dass das richtig gut passen könnte.“ Vor allem die gemeinsame „Spielidee Fußball“ sorgte dafür, dass man sich immer mehr annäherte. Am Ende war es dann Möller, der die beiden vollends überzeugte: „Er hat uns nachhaltig vom Projekt überzeugt. Er ist voller Tatendrang, hat viele Ideen und hat uns signalisiert, dass er große Lust darauf hat, dass wir dort mitmischen. Wir haben uns über die Zukunft unterhalten und besprochen, wie wir das alles angehen und konzipieren wollen. Ich habe das Gefühl, wir legen im Grunde schon los.“

Wir treten den Job an, um den Jungs zu sagen: „Wir möchten, dass ihr so geile Kicker werdet, dass ihr echt die Chance habt, mit dem Fußball euer Geld zu verdienen.“

Wie die Konzeptionen und Ideen für die Zukunft aussehen, führt Polenz weiter aus: „In erster Linie geht es darum, dass die Jungs eine tolle fußballerische Ausbildung bekommen. Wichtig ist aber auch, dass sie in der Persönlichkeitsentwicklung unterstützt werden. Das sind unsere vorrangigen Ziele. Wenn dann noch der eine oder andere Erfolg hinzukommen sollte, ist das ein Bonus.“ Dass die beiden selbst Profifußballer waren und in jungen Jahren ihre Profi-Karriere begannen, hilft ihnen in ihrer aktuellen Lage weiter. „Wir haben auch viele Fehler gemacht in unserer Karriere und vielleicht können wir den ein oder anderen davor bewahren, eben diese Fehler zu wiederholen. Es ist wichtig, eine gesunde Einstellung zum Leben zu entwickeln. Wir treten den Job an, um den Jungs zu sagen: `Wir möchten, dass ihr so geile Kicker werdet, dass ihr echt die Chance habt, mit dem Fußball euer Geld zu verdienen`“, so Broich. Vor allem das Thema Erfahrungen sammeln, soll dabei der Schlüssel zum Erfolg werden. Fehler machen, das gehört zum Leben dazu. Broich und Polenz wollen aber dafür sorgen, dass es so wenige wie möglich bei den Nachwuchstalenten werden und das die falschen Entscheidungen dafür sorgen, dass man sich weiterentwickelt. „Die ganzen Fehler aus jungen Jahren dazu bei, dass man sich als Mensch entwickelt. Wir haben sehr viele Erfahrungen auf negative Art und Weise machen müssen, aber auch dürfen“, weiß Polenz.

„Im besten Fall merken sie gar nicht, was sie da lernen“

Für beide wird es aber die erste Station als Trainerteam sein. Auch sie werden ihre neuen Erfahrungen machen und sammeln müssen. Beide sollen aber voneinander profitieren können. Dabei wird es bei beiden keine Hierarchie, ähnlich zu Niko und Robert Kovac geben, erklärt Broich: „Wir begegnen uns komplett auf Augenhöhe. Wir haben unterschiedliche Ansätze, deshalb sind wir auch nicht immer einer Meinung. Egal welchen Ansatz wir am Ende wählen, er wird hart ausdiskutiert.“ Fakt ist, dass sie die Kids mit ihren Ideen nicht erschlagen wollen. Der Fußball hat sich über die letzten Jahre stark verändert und hat an Komplexität zugenommen. Im Vordergrund stehe aber, dass „sie einfach kicken und Spaß haben. Im besten Fall merken sie gar nicht, was sie da eigentlich lernen.“

„Wer bei der U15 von Eintracht Frankfurt spielt, der hat es echt drauf“

Und bei all der Arbeit, die die beiden zukünftig erwartet, darf auch die Motivation und der Spaß beim Trainerteam nicht zu kurz kommen. Daran soll es aber nicht scheitern, glaubt Broich: „Ich freue mich auf einige Sachen. Ich habe das Gefühl, dass hier gerade eine Dynamik entsteht. Es ist schon eine große Bereicherung, ein Teil davon zu sein. Außerdem haben Kids eine geile Energie. Wer bei der U15 von Eintracht Frankfurt spielt, der hat es echt drauf. Sie wollen lernen und sie wollen Profis werden. Ich habe in Brisbane und Leverkusen mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Mir hat es unglaublich viel gegeben, die Freude und Begeisterung zu spüren.“ Freuen wir uns, die Freude und Begeisterung zukünftig auch auf dem Platz zu spüren.

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7 Kommentare

  1. @2. Joe der Adler:
    Ich bin da auch eher bei Dir.
    2021 wird man zwar gewiss schon eine „Handschrift“ erkennen können, doch die „Zauberwörter“ heißen hier Kontinuität und Beständigkeit.
    Wenn Broich und Polenz 2022 noch an Bord sind und wichtige Algorithmen verändert und optimiert worden sind, wird der Erfolg erkenn- und messbar sein.

  2. Positive News schreibe ich, nicht Titel 😉

    Positive News können auch ein weiterer Ausbau des Scoutings sein, Meldungen über die Erweiterung von Infrastruktur, neue Trainingsplätze etc.. Das reicht mir schon! Vor allem wenn überhaupt mal was hört.

  3. @4. rob:
    Gude rob,
    es ging um das neue U-17 Trainergespann!

    „……….weiterer Ausbau des Scoutings sein, Meldungen über die Erweiterung von Infrastruktur, neue Trainingsplätze etc……“

    Das sind alles nicht deren Kernkompetenzen, geschweige denn deren Aufgabenprofil.

    An Broich und Polenz werden andere Anforderungen gestellt.

  4. Also ich bin von dieser Verpflichtung absolut begeistert und bin davon überzeugt das sie mehr als nur das Anforderungsprofil erfüllen. Deren Analysen bei DAZN oder wo auch immer sie im Fernsehen zu sehen waren, waren immer äußerst interessant und leicht verständlich. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Jugend in Zukunft eine überragende taktische Ausbildung bekommt und wenn die beide noch für in Konzept (mit-) verantwortlich sind, dass in der gesamten Eintracht Jugend eingeführt wird, dann freue ich mich sehr auf die nächsten Jahre. Eventuell kann man hier auch über die Jahre ein Trainergespann für die erste Mannschaft heran führen. (Ähnlich wie ich es mir auch bei Schur mal gewünscht hätte.)

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