Kristjan Glibo (rechts) ist der neue Trainer der U21, Patrick Ochs ist Sportlicher Leiter der Jugend und U21. (Foto: Eintracht Frankfurt)

Acht Jahre nach dem Ende gibt es in der neuen Saison wieder eine zweite Mannschaft bei Eintracht Frankfurt. Die Hessen haben damit diesen damals aus Kostengründen vollzogenen Fehler korrigiert und mithilfe der Lizenz von Hessen Dreieich einen Startplatz in der Hessenliga ergattert. Ein Überblick über die U21 und die Eintracht-Jugend:

U21: Mit dem „Fußballgott“ und der richtigen Mischung

Kristjan Glibo ist mit Wormatia Worms kürzlich in die Regionalliga aufgestiegen, in der neuen Saison dürfte das auch das Ziel der neu formierten U21 der Eintracht sein. „Es reizt mich, mit der U21 eine neue Mannschaft aufzubauen und mit jungen, talentierten Spielern den nächsten Schritt zu gehen“, erklärte Glibo seine Beweggründe. Der Ex-Bundesligaspieler kann auf die Unterstützung des „Fußballgottes“ Alex Meier setzen. Der ehemalige Eintracht-Torjäger wird als Co-Trainer seine Erfahrung einbringen. Stephan Loboue rückt als Torwarttrainer vom NLZ in die U21 auf. Das Trainerteam kann auf eine Mischung aus Eigengewächsen aus der U19 und erfahrenen Hessenliga-Akteuren von Hessen Dreieich bauen. Mit Zubayr Amiri, Abassin Alikhil und Daniel Dejanovic sind darunter auch drei Ex-Adler. Mit Dennis Streker kommt sogar ein Bundesliga erfahrener Spieler hinzu (vier Spiele für Hoffenheim).

„Die Qualität der Mannschaft ist sehr hoch, das erste Jahr wird aber sicherlich für alle ein Lehrjahr. Langfristig wollen wir den Fokus auf junge Spieler legen und den Kader perspektivisch verjüngen“, so der Sportliche Leiter Patrick Ochs. Der einstige Publikumsliebling soll gemeinsam mit Alexander Richter, dem neuen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, wieder dafür sorgen, dass die Talente vom Riederwald den Weg in die Profimannschaft schaffen. Er wird unterstützt von Marc Hess, der für die Weiterentwicklung und Prüfung von Ausbildungskonzepten verantwortlich sein wird. Ex-Profi und TV-Experte Ralph Gunesch soll als Übergangstrainer die NLZ-Spieler bei der Eingliederung im Profibereich unterstützen. Ob er sich dann etwa um Antonio Foti kümmern darf, ist noch offen. Der Zypriote mit bulgarischen Wurzeln glänzte mit 17 Toren und sechs Vorlagen in der U19-Bundesliga und hat bereits eine Profivertrag unterschrieben. Im Raum steht ein Leihgeschäft in die Zweite Liga zu Hannover 96. Marcel Wenig, Neuzugang vom FC Bayern, ist für die Profimannschaft vorgesehen, könnte jedoch immer wieder Spielpraxis bei der U21 sammeln. Auch die talentierten Muhammed Damar und Luka Hyryläinen finden sich nicht im Team der U21. Sie könnten sogar weiter in der U19 auflaufen. Ein neuer Stürmer wird zudem noch gesucht.

Kader U21: Jan Schroeder, Bertan Tepedibi, Berkan Küpelikilinc, Harpreet Ghotra, Jannik Horz, Moritz Maurer, Dario Gebuhr, Matteo Bignetti, Ignacio Ferri Julia, Mehdi Loune (alle U19), Fynn Otto (zurück von Leihe aus Halle), Denis Streker, Zubayr Amiri, Abassin Alikhil, Daniel Dejanovic, Nino Cassaniti und Marc Wachs (alle Hessen Dreieich).

U19: Herausforderung Youth League

Durch den Sieg der Europa League und die damit verbundene Teilnahme an der Champions League dürfen die Jung-Adler zugleich an der Youth League teilnehmen. Die Eintracht-Jugend wird dann am Nachmittag vor den Champions-League-Duellen gegen die Jugendteams der Profigegner auflaufen. Die besten acht der 32 Teams kommen ins Achtelfinale. In einem Parallelwettbewerb spielen die 32 bestplatzierten Juniorenmeister die Gegner der acht Zweitplatzierten der jeweiligen Gruppen aus. Anschließend geht es in der K.o-Runde in jeweils einem Spiel weiter bis zum Finale. „Das ist Neuland. Wir fliegen möglicherweise nach Portugal, Spanien oder England. Für die Heimspiele müssen wir noch einen Spielort finden. Ich bin mir sicher, dass das nicht am Riederwald passiert“, verriet NLZ-Chef Richter jüngst im Eintracht-Podcast.

Eine zusätzliche Herausforderung auch bei der Kaderzusammenstellung. Zugleich dürfte es ein Lockmittel für Talente sein. Ein solches könnte Oliver Schmidhauser sein. Der Schweizer Mittelstürmer von Greuther Fürth wird mit den Hessen in Verbindung gebracht. Mit Marco Rottensteiner aus der Red Bull Salzburg Akademie und Marko Mladenovic, Kapitän der U17 von den Stuttgarter Kickers, stehen bereits zwei Neuzugänge fest.

Als Trainer kehrt mit Damir Agovic ein ehemaliger Adler zurück an den Riederwald. Er war bereits Co-Trainer der U19 und U15-Coach, anschließend in Cottbus und Wehen-Wiesbaden und zuletzt bei Al-Khor Sport Club (Katar) tätig. „Ich lasse mutigen, aggressiven und offensiven Fußball spielen und lege Wert auf die Ausbildung und Weiterentwicklung der einzelnen Spieler, verbunden mit einer gewissen Spielphilosophie und -prinzipien“, betont der neue U19-Coach.Mit Ervin Skela bekommt er Unterstützung durch einen ehemaligen Eintracht-Profi, der zuletzt die U17 betreute.

U17 und darunter: „Rollierendes System“ als Erfolgsmodell?

In der U17 setzen die Hessen zukünftig auf ein rollierendes System, in dem sich Helge Rasche und Sebastian Haag künftig als U17- beziehungsweise U16-Cheftrainer abwechseln. Zunächst übernimmt Rasche die U17, Haag die U16. „Mit dieser Maßnahme wollen wir Kontinuität und Weitsicht auf den Trainerpositionen schaffen. Die Trainer haben so die Möglichkeit, die Spieler über einen Zeitraum von zwei Jahren weiterzuentwickeln und die Spieler umgehen einen weiteren Trainerwechsel. Helge Rasche und Sebastian Haag sind prädestiniert für diese Altersklassen. Wir sind sehr froh, dass sie sich dafür entschieden haben, langfristig den Weg mit uns zu gehen“, sagt Alexander Richter, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Rasche verlängerte seinen Vertrag bis 2025, Haag bis 2024.

Das neue Modell soll bis runter in die U10 praktiziert werden. Dogan Köksal leitet die U15, Duarte Saloio wird sich weiterhin um die U14 kümmern. Der U9-Coach ist von diesem „rollierenden System“ ausgenommen: „Er sichtet die Talente in der U7 und U8 und nimmt sie dann bei sich auf. In diesem Bereich geht es darum, dass die Kinder ankommen müssen.“ Ein festes System für die Jugend will Richter nicht vorgeben. Doch die Leitplanken sollen klar sein: „Wie verhalten wir uns im Ballbesitz, im Spiel gegen den Ball, bei Umschaltmöglichkeiten oder Standardsituationen. Das sind Leitlinien, die eingehalten werden müssen und von uns gecheckt werden.“

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5 Kommentare

  1. Hört sich alles super an, schon die dritte Eintracht-Mannschaft, die ich interessiert verfolgen werde.

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  2. Werden denn alle Youth-League-Spiele irgendwo live übertragen? Wäre eine schöne Einstimmung auf die Spiele der „Alten“.

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  3. Die Verletzungstabelle der Bundesliga 2021/22
    Da muss man unserer Medizinischen Abteilung mal ein Kompliment machen.
    Wenn man noch dazu bedenkt wie viele Spiele unsere Stammspieler in den Knochen haben,
    muss man besonders den Physios ein riesen Lob aussprechen.
    Es ist noch nicht all zulange her da waren wir am anderen Ende der Tabelle.
    Ich hoffe mal das wir die Saison auch weiterhin von Verletzungspech verschont bleiben.

    https://onefootball.com/de/news/wer-hatte-am-meisten-pech-die-verletzungstabelle-der-bundesliga-202122-35253376

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