Die Eintracht hat am Ende gut lachen. (Quelle: imago images / Alfred Harder)

Müde blinzelten die letzten Strahlen der Sonne über das Dach des Waldstadions. Darunter begleiteten stimmgewaltig 33.000 Fans das Warm laufen der beiden Mannschaften. Christoph Spycher, Ioannis Amanatidis und Jermaine Jones drehten ihre Runden und machten sich bereit für die große Schlacht. Auf der anderen Seite schickte Schalke-Coach Ralf Rangnick seine Stars aufs Feld. Lincoln, Kevin Kuranyi, Hamit Altintop und Ebbe Sand schossen sich schon einmal warm. Schalke, der Vorjahresfinalist und Vizemeister mit großen Ambitionennational wie international. Natürlich, im Pokal kann alles passieren, er hat seine eigenen Regeln, aber Königsblau sollte das Spiel schon schaukeln. Es kam anders.

Anpfiff und Schlagabtausch

Dr. Felix Brych eröffnete die Partie im Stadtwald und es entwickelte sich ein unterhaltsames Geplänkel der Frühphase des Matches. Beide Seiten erspielten sich Chancen, Frank Rost und Oka Nikolov waren häufiger im Zentrum des Geschehens, als ihnen lieb war. Nach gut einer Viertelstunde ließ das Schalker Feuerwerk an auszubrennen, die Hessen aber blieben am Ball und übernahmen die Kontrolle. In der 28. Minute war es dann so weit, ein Angriff wie aus einem „Kick & Rush“-Lehrbuch. Nikolov schlug den Ball lang, Alexander „Fußballgott“ Meier verlängerte auf Francisco Copado, One-Touch ging es über Amanatidis zurück auf Meier – 1:0. Königsblau in Schockstarre, der Ball lief beinah nur noch in den Reihen der Adlerträger. So auch keine zwei Minuten später, tief in der Schalker Hälfte ließen die Hessen den Ball laufen, Steilpass auf Spycher der von der Grundlinie flankte und seinen Landsmann Benjamin Huggel im Strafraum fand. 2:0 für die Eintracht und es sollte nur der Anfang sein. Doch zuerst versuchten die Schalker das Ruder noch herumzureißen. Doch sowohl Lincoln und Ebbe Sand, als auch der spätere Adlerträger Zlatan Bajramovic scheiterten vor dem Frankfurter Kasten.

Frankfurt ist in Torlaune

Anpfiff Halbzeit zwei. Rangnick brachte Stürmer Sören Larsen für Tomasz Waldoch und wollte seiner Favoritenrolle gerecht werden. Volle Offensive war die Devise, Königsblau drückte auf den Anschlusstreffer. Doch die Schweizer waren in Torlaune, Linksverteidiger Spycher machte sich auf den Weg nach vorne, Meier hebelt mit einem geschickten Pass die gesamte Schalker Abwehr aus, Copado spielt quer und Spycher schob problemlos zum 3:0 ein. Den 04ern ging nun die Puste aus. Katastrophen-Fehlpass im Mittelfeld, Copado wird erneut geschickt, wieder legte der schnelle Spanier quer auf Alex Meier. 4:0 und ein Doppelpack von Alex Meier. Das ganze unter den scheinbar nicht so wachsamen Augen von Jürgen Klinsmann samt damaligen Assistenten Jogi Löw.

Verschossener Elfmeter und zwei weitere Tore

In der 75. Minute dann die Chance auf den Ehrentreffer für Königsblau. Schiedsrichter Brych zeigte auf den Punkt, Varela legte sich den Ball zurecht. Nikolov tänzelte von links nach rechts, Varela zog ab und der treue Oka entschied sich für einen Sprung in die rechte Torwartecke. Doch den Ball konnte Nikolov nicht halten, Varela hatte den Elfmeter einige Meter über die Querlatte gebolzt. Der Sieger stand längst fest, doch ging es für Schalke noch um die Ehre und ein wenig Ergebniskosmetik. Vier Minuten nach Varelas Fehlschuss spielten die Hessen erneut schnell nach vorne. Eintracht-Legende Jermaine Jones schlug die Flanke scharf vors Tor und jetzt durfte auch Copado jubeln. Fünf Minuten vor Schluss entdeckte dann Patrick Ochs den Brasilianer in sich und legte den Ball per Hacke auf omnipräsenten Copado ab, der Ball fand über den inzwischen eingewechselten Markus Weissenberger den Weg zurück zu Ochs, der zum 6:0 Endstand einschob. So manchem Schalke-Fan dürfte das lautstark vorgetragene „Schalke – 06“ aus der Frankfurter Kurve noch heute in den Ohren klingen. Auf dieser Leistung aufbauend, zog die Eintracht in der gleichen Saison ins Pokalfinale ein. Auf den Gewinn des selbigen musste sie aber noch ein paar Jahre warten.

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3 Kommentare

  1. Ich bin nach all den Jahren sicher nicht mehr nachtragend, aber einen möglichen Legenden-Status hat sich Jones aka NADW selbst kaputt gemacht.

  2. Guude, das war ein Fest damals im Stadion. Wenn ich mich richtig erinnere haben wir Schlacke in der Liga auch hoch geschlagen kurz davor oder danach glaube 4:0 kann mich aber auch täuschen. Is schon a bissl her 😉

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