Die Schiedsrichter werden in Sachen Videobeweis immer wieder im Regen stehen gelassen.

Stets bemüht – ein Prädikat, das meist dann verliehen wird, wenn jemand anwesend war, aber nicht wirklich in der Lage dazu, eine ordentliche Leistung zu vollbringen. Für Schiedsrichtergespanne und insbesondere die Videoassistenten der Bundesliga im Kölner Keller allerdings käme eine solche Bewertung am letzten Wochenende noch einer Lobeshymne gleich.

Wer die 87. Minute des Spiels der Frankfurter Eintracht in Berlin gesehen hat, dürfte sich den 42.578 Zuschauern in Olympiastadion, sieht man mal von denen ab, die ihre blau-weiße Fanbrille nicht abgelegt haben ab, angeschlossen haben. Grujic hindert Jovic per gekonnter Handarbeit am Abschluss. Das Ganze im Strafraum. Die logische Folge laut dem Regelwerk: Strafstoß. Es soll ja Kollegen geben, die da keinen glasklaren Elfer gesehen haben. Ja, ne, is klar. Schiedsrichter Daniel Schlager hat es in jedem Fall nicht gesehen, der Winkel war ungünstig. Kein Vorwurf an den Bundesliga-Neuling. Der Assistent dürfte hingegen schon bessere Sicht gehabt haben, aber auch er schaltete sich nicht ein. Gut, dachte sich dann jeder, der es einigermaßen mit fairem Fußball hält, in der Bundesliga gibt es ja zum Glück den Videoassistenten, der den Offiziellen auf dem Platz unter die Arme greift, wenn die mal nicht alles im Griff oder besser gesagt im Blick haben. Ein kleiner Hinweis und Schlager hätte die Chance gehabt, eine bessere Figur abgeben zu können. Doch im Kölner Keller lief zu diesem Zeitpunkt wohl schon „Das Supertalent“ auf RTL oder „Verstehen Sie Spaß“ im Ersten Deutschen Fernsehen. Bibiana Steinhaus wollte mit ihrer Einschätzung des Ganzen womöglich Guido Cantz beeindrucken und diente als Lockvogel für verblüffte, teils erschrockene Eintracht-Fans an diesem Abend. Oder vielleicht funktionierte der SkyGo-Account im Keller – wie mein eigener übrigens auch des öfteren – nicht so richtig. Das wäre aber auch die einzige Entschuldigung, die ich durchgehen lassen würde. Aus Empathie. Im Netz hingegen gingen die Theorien mal wieder von Stromausfall, über narkoleptischen Anfälle oder diversen Szenarien weit unter der Gürtellinie noch deutlich wieder.

Allerdings sollte das alles noch getoppt werden. Man muss nur einen Tag später ohne die Fanbrille ein paar Kilometer Richtung Westen fahren und bekommt noch deutlich Spektakuläreres geboten. Mainz gegen Hannover. Da wird’s so richtig kurios. Mateta liegt in der 83. Minute nach einem „Schwächeanfall“, wie der Manager der 96er und Ex-SGE-Spieler Horst Heldt nach dem Spiel vermutete, im Strafraum. Aber der Schiedsrichter Robert Hartmann geht nicht etwa hin und hilft dem schwächelnden Franzosen auf. Nein, er zeigt auf den Punkt. Und in Köln? Da läuft immer noch „Verstehen Sie Spaß?“ Diesmal im übrigen – für alle samstäglichen Sexisten – mit einem männlichen Lockvogel, Patrick Ittrich. Und auch da behaupten Kollegen, nichts Glasklares. Nochmal: Ja, ne, is‘ klar! Die Hannoveraner fanden das nach Abpfiff allerdings überhaupt nicht lustig. Zurecht. Spätestens dort wurde das ganze Projekt „Videobeweis“ zu einer Farce. Es ist in der Art und Weise schlichtweg für die Tonne. Gerechtigkeit hin oder her. Vor den Zeiten des Videoschiedsrichters konnte man Fehlentscheidungen noch kontrovers diskutieren, ja, man konnte sie auf die menschliche Fehlbarkeit der Person schieben, die sich hinter dem Schiedsrichter verbirgt. Der Ausspruch „Gepfiffen ist gepfiffen“ hatte noch seine Bedeutung. Eine zweite Chance gab es nicht. Der Videobeweis allerdings brachte die zweite und die dritte Chance. Ich als Gerechtigkeitsfanatiker war im übrigen ein Befürworter in der Pilotphase, in der man sich mittlerweile nicht mehr befindet, obwohl es sich irgendwie so anfühlt. Und doch vermag die vielen Chancen keiner zu nutzen. Warum? Weil scheinbar auch die Assistenten im Keller, die auch für Tiefschlafphasen satte 1250 Euro pro Spiel plus Spesen erhalten, nicht besser, wacher und gewissenhafter sind als das Gespann auf dem Feld. Der Videobeweis verfehlt so schlichtweg seinen Sinn, ist keine Hilfe, keine objektive Instanz. Warum es bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland, wo die Gespanne aus teils verschiedensten Nationen zusammengesetzt waren, deutlich besser funktioniert hat als in der deutschen Eliteliga? Gute Frage. In der Bundesliga fühlt man sich derzeit aber mehr wie in der Kreisliga. Zurück zur Basis quasi – trotz den großen technischen Möglichkeiten. Dort muss sich übrigens ein einziger Schiedsrichter mit jeder Entscheidung rumquälen. Für deutlich weniger Geld. Einen Unterschied? Den merkt man an solchen Wochenenden allerdings nicht.

Meine Bitte, lieber DFL, lieber DFB: Macht das Ganze doch bitte transparent. Lasst uns Zuschauer doch verstehen, warum eine Bibiana Steinhaus nicht eingreift, warum ein Robert Hartmann in Mainz alleingelassen wird, warum sich zigtausende Fußballfans – gelinde gesagt – „verarscht“ fühlen müssen. Kann der DFB auch Journalisten für ehrliche Worte bestrafen? Gute Frage. Aber warum gibt es nach solchen Situationen wie am vergangenen Wochenende keine Berichte, die veröffentlicht werden? Und da spreche ich nicht einmal von der undurchsichtigen Handspielregelung, wo sowieso jeder Schiedsrichter seine eigene Interpretation mitbringen muss oder von Abseitsentscheidungen, die gepfiffen werden, wenn die Auswärtsmannschaft schon im Bus sitzt, weil der Assistent immer noch damit wartet, die Fahne zu heben, obwohl er es eigentlich weiß. Spricht das alles nicht für ein Eingeständnis des fehlerhaften Systems? Vielleicht gibt es eine Erklärung, vielleicht nicht. Wenn es keine gibt, dann braucht es auch keinen Videobeweis. Gerechtigkeit, die keine ist, braucht kein Mensch. Gerechtigkeit, die keine ist, macht den Fußball kaputt.

Autor Benny Heinrich

Benny HeinrichBenjamin Heinrich (28), ein "echter Frankfurter Bub", der seit 2003 eine Dauerkarte für die Nordwestkurve besitzt, ist seit Ende 2016 bei SGE4EVER.de und ist nicht zuletzt auf Grund seines Germanistikstudiums ein echter Allrounder. Ob kritische Kommentare, kompakte Zusammenfassungen oder als Reporter vor Ort. Durch seine Tätigkeit als Funktionär im Frankfurter Amateurfußball hat er darüber hinaus tiefen Einblick in die Materie.

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32 Kommentare

  1. Ganz ehrlich: Bibiana Steinhaus saß doch nicht bestimmt alleine vor dem Bildschirm.
    Aber gut. Ich kann den Ärger verstehen. Ich nenn es manchmal auch Politik vom DFB.
    War ja das gleiche wie der Elfer von Ribery gegen Hoffenheim am ersten Spieltag.

    Aber es ist wahr das keine Transparenz existiert, um aber auch keine Angriffsfläche anzubieten.

    Und der Elfmeter zwischen Schalke und Dortmund.

    Schlimmer finde ich, wenn ein Linienrichter nicht mehr den Arsch in der Hose hat, ein klares Abseits abzupfeifen. Sondern wartet lieber vor dem Torschluß wenn er nicht erfolgreich war.
    Da hat Matthäus recht. Wo bleibt die Verantwortung.

    Aber gut…ist so wie es ist. Weiter machen.

  2. Noch ein Kommentar zum Schiedsrichter (Kicker):
    Mit Blick auf das 0:1 in Berlin muss man aber fairerweise feststellen, dass die Situation schwer zu verteidigen war. Makoto Hasebe hätte allenfalls den Laufweg von Torschütze Marko Grujic geschickter zustellen können, da der Serbe (1,91 Meter) dem Japaner (1,80 Meter) körperlich klar überlegen ist. Man mag einwenden, dass sich ein anderer Profi um Grujic hätte kümmern können. Allerdings befanden sich mit Jordan Torunarigha (1,91 Meter), Vedad Ibisevic (1,88 Meter), Davie Selke (1,94 Meter) und Salomon Kalou (1,84 Meter) zahlreiche weitere kopfballstarke Spieler im Sechzehner.
    Ärgerlich aus Sicht der Eintracht war vor allem, dass der Zweikampf zwischen Marvin Plattenhardt und Jonathan de Guzman vor dem Eckball nicht abgepfiffen wurde. Es handelte sich dabei zwar nicht um ein glasklares Foulspiel des Hertha-Verteidigers, allerdings pfiff Schiedsrichter Daniel Schlager in vielen anderen Szenen dermaßen kleinlich, dass es überraschend kam, diesen Zweikampf laufen zu lassen.

    Ich nenn das Politik!!! Schalke hat auch nur gegen Frankfurt getreten. Augsburg auch, Wolfsburg zeigte uns das fliegen. Und Hertha tat das selbe.

    Ende aufgeregt. Gegen Leverkusen bin ich wieder im Stadion…SGE SIEG!!!

  3. Chapeau Benny, guter Artikel der so ziemlich genau die gegenwärtige Lage des Videobeweises beschreibt!
    Bin mal gespannt wie die Verantwortlichen mit der Situation umgehen, oder ob Aussitzen angesagt ist.
    Gerechtigkeit ist mir ein zu großes Wort wenn es um Fussball geht, wenn aber die Objektivität bei der Entscheidung der Schiedsrichter nicht mehr gewahrt werden kann, frage ich mich ob der ganze mit zig Millionen geförderte Videobeweis noch eine Daseinsberechtigung hat!

  4. Fußball ist ein Millionengeschäft, der Videobeweis könnte für so viel mehr Fairness sorgen, Schwalben werden entlarvt, Abseits kann exakt bestimmt werden und eventuelle Fouls können sich in Zeitlupe bis ins letzte Detail angeschaut werden.
    In der Theorie.
    Der Schiedsrichter Samstag hatte schlechte sicht und hat sich wohl auf seinen Assistenten und Köln verlassen. Der Assistent scheint nicht wirklich ein Auge auf die Situation gehabt zu haben trotz guter Sicht und Köln hat schlichtweg geschlafen.
    Da kann die BILD tausend mal schreiben, dass es richtig war dass Köln nicht eingegriffen hat – die Bildzeitung will polarisieren und einseitig Meinung bilden. Jeder der mal Fußball gespielt oder auch nur mehr als drei Spiele gesehen hat musste dieses glasklare Foul im Strafraum sehen und wunderte sich über den ausbleibenden Pfiff und die fehlende Auflösung aus Köln.
    In solchen Situationen MUSS Köln doch zumindest den Schiedsrichter vor Ort anweisen sich die Szenen nochmal anzusehen – gerade wenn der Schiedsrichter selbst schlechte Sicht hatte. So haben sich alle gegenseitig vertraut, dass schon alles okay ist und damit alles falsch gemacht.
    Manchmal hat man das Gefühl dass die VARs mit aller Macht gegen den Videobeweis arbeiten.
    Nur bei „glasklaren Fehlentscheidungen“ eingreifen ist ja totaler Quatsch, weil ja jeder VAR einen anderen Maßstab anlegt, was glasklar ist. Daher sollten immer mehrere VARs eine Situation unabhängig voneinander bewerten und im Zweifel den Schiedsrichter vor Ort nochmal auf die Bilder schauen lassen. Das kostet zwar mehr finanziellen und personellen Aufwand, beugt aber dem vor, dass ein einzelner VAR schläft oder aufgrund des Spielgeschehens Situationen einseitig bewertet.
    Soweit meine Meinung.

    P.S.: und bitte DFB sorge für eine klare eindeutige Handreglung, an die sich ALLE Unparteiischen halten können. Entweder Hand=Hand oder bestimmte Armstellungen und Schussentfernungen festhalten bei denen ein Handspiel nicht strafbar ist.

  5. Top Bericht, der meine eigene Meinung ziemlich genau widerspiegelt. Lediglich die Kritik am späten Abseits anzeigen des Linienrichters sehe ich anders. Es hieß schon früher „im Zweifel für den Angreifer“ und wenn sich der Linienrichter nicht sicher ist, lässt er lieber die Situation weiterlaufen und zeigt erst nach der Aktion Abseits an. So hat der Videoschiedsrichter die Möglichkeit im Nachhinein einzugreifen.
    Es sind schon etliche Tore nicht gegeben worden, weil Abseits angezeigt wurde, das keines war. Das wird somit verhindert, eine gute Lösung.

    Den Bericht der Bild verstehe ich übrigens nicht. Der Redakteur sagt „ja es war ein Elfmeter“ und im nächsten Satz „es war keine klare Fehlentscheidung“. Was denn nun?

  6. Ich denke das es immer zweifelhafte Entscheidungen geben wird. Wichtig ist, meiner Meinung nach, das vorallem einheitliche Regelungen und Beurteilungen her müssen. Wenig halte ich auch von irgendwelchen Verschwörungstheorien, die es ja auch schon gab. Beim Pokalfinale gab es kurz vor Schluss eine Situation die für uns ausgegangen ist, ebenso ein relativ klarer Elfer im HF in Schalke, gegen H96 ist ein Elfer gegen uns gepfiffen worden, der sich nach Begutachtung am Bildschirm als klare Schwalbe rausgestellt hat. Da gab es dann Gelb gegen den Spieler von Hannover. Abraham hat gegen Hof auch seinem Gegenspieler den Ellebogen ins Gesicht geschlagen und es gab nix…. usw. Unter dem Strich ist nicht alles falsch oder unglücklich gelaufen, es besteht aber dringend Nachbesserungsbedarf und klarere Reglementierungen ! Das der Linienrichter Selke zunächst hat laufen lassen, finde ich hingegen ebenfalls völlig richtig. Das war knapp und dann kann man es später genau beurteilen. 100% fair wird es nie werden und das Geschrei bei Fehlentscheidungen war vor dem VB das Gleiche ! Bitte einfach entsprechend nachbessern.

  7. Sorry, aber die B**d ist ein NoGo. In allen Sparten. Habe ausnahmsweise mal den verlinkten Bericht überflogen. Zeilen zum Vergessen, der „Autor“ widerspricht sich in jedem Satz selbst. Bleibt dabei, Käseblatt…
    Zu Benny und @6
    Gut zusammengefasst. Die Ironie muss auch sein, denn sonst müsste man tagelang durchschreien. Ich habe am Samstag nach der stummen Nummer aus Köln unweigerlich an unsere Anekdote „kaputtes Headset“ (ich glaube Augsburg-Spiel damals) denken müssen.
    In Sachen Abseits-Prozedere bin ich bei meinem Vorredner. Lieber später das Fähnchen heben und gerecht entscheiden, als falsche Verantwortung tragen, die mit Fehlentscheidung endet. Man sollte eben die technischen Hilfen annehmen und sinnvoll einsetzen. Dazu sollte gehören, dass jedes Team 2x in einer HZ die Überprüfung einer subjektiv unklaren Situation – am Bildschirm – fordern kann. Diese eingeforderte Spielunterbrechung kann ja dann realistisch nachgespielt werden. Ab Ablauf der 90 Minuten, soll es keine taktischen (Spielverzögerung) Auswechslungen mehr geben dürfen, nur noch offensichtlich verletzungsbedingte.

  8. @7&8
    Bei knappen Situationen bin ich voll bei euch. Im Zweifelsfall erstmal laufen lassen. Mancher Assistent neigt aber dazu, mal lieber auf Köln zu warten statt seinen Job zu tun. Um es hart zu formulieren: nimmt das noch krassere Formen an, macht er seinen eigenen Job auf Dauer verzichtbar und das sollte nicht Sinn der Sache sein. Bei glasklaren Situationen sollte die Fahne hochgehen, damit die Kölner in ihrer Überforderung nicht noch mehr zu tun haben.

  9. Ich hatte es schon mal geschrieben. Die Situationen von Berlin und Mainz waren so deutlich und klar, dass ein „Fehler“ seitens des Schirigespanns komplett ausgeschlossen werden kann. Zu 100%! Die Szenen waren einfach zu klar und deutlich einige Sekunden danach für den VAR sichtbar und die lassen keinen Spielraum für Interpretation zu. Darin ist sich alles einig, was Rang und Namen hat.

    Das bedeutet, dass es noch weitere Bewertungsgrundlagen gibt, nach denen hier entschieden wird. Solche, die über den Regeln stehen. Die Dokumentation über Hoyzer (auf YT zu finden) gibt hier ein paar gute Anregungen, was alles möglich ist. Kennen wir, hatten wir schon, der Gedanke ist aufgrund dieser Vergangenheit also keineswegs abenteuerlich. Es ist Zeit für eine gründliche Untersuchung der Geschehnisse und der beteiligten Personen. Ohne deren umgehende öffentliche Stellungnahme und Offenlegung der stattgefuindenen Funkkommunikation darf es nun eigentich nicht weitergehen.

  10. @8: Mein Gott, der Bild-Experte widerspricht sich ja tatsächlich ständig.
    … Eintracht hätte den Elfer natürlich kriegen müssen. Die Schiri-Entscheidung war aber keine glasklare Fehlentscheidung…
    … in Mainz war es natürlich kein Elfer. Richtig aber, daß der Schiri nicht eingegriffen hat…
    Was issen des für en Dollbohrer?
    Na ja, den richtigen Arbeitgeber scheint er ja in jedem Fall gefunden zu haben.

  11. Ich war ursprünglich grundsätzlich gegen diese Form des technisch-digitalen Eingriffs ins Geschehen auf dem Platz, weil ich befürchtet habe, dass der Charakter des Spiels sich verändert. Als der VAR dann eingeführt wurde, war ich zunächst eher überrascht, weil ich angenommen hatte, dass die Überprüfung und damit die Spielunterbrechung jeweils viel länger dauern wird. Dann hat die WM nochmals gezeigt, dass der VAR funktionieren kann, wenn alles durch und durch professionell gehandhabt wird.
    Dass es jetzt auch in der zweiten BL-Saison zu solchen Problemen kommt, hat wohl kaum einer geahnt.

    @ffm71
    Auch mir erscheint da etwas nicht ganz koscher zu sein. Wenn nicht ohnehin Under Cover bereits ermittelt wird, sollte schleunigst etwas unternommen werden. In jedem Fall aber sehe ich den DFB in der Pflicht, das Zustandekommen derartiger Fehlentscheidungen unverzüglich aufzuklären und die Ergebnisse öffentlich darzulegen. Und zwar im eigenen Interesse. Jedenfalls hatte die Schiri-Zunft und der Umgang mit dem Regelwerk seit dem Bestechungsskandal vor bald 15 Jahren wohl nicht mehr ein derart desolates Image wie aktuell.

  12. Wenn der Elfmeter gegen Jovic ZWEIFELSFREI klar war, war das Endspielfoul von Boateng es auch!

  13. @10+11
    Vollkommen richtig. Nach Logik der Bild braucht ja dann der Videoschiri gar nicht mehr eingreifen, dann kann man ihn gleich abschaffen.
    Glasklare Fehlentscheidungen gibt es dann nach Ansicht der Bild gar nicht oder ? Das ist nichts halbes und nichts ganzes mit dem Videobeweis. Wann er eingreift oder nicht kommt wohl auf die Tagesform vom Container-Joe an.

  14. Der Videobeweis ist eine gute Sache.
    Leider ist er in Deutschland in den Händen der falschen Leute.
    Kein Schiedsrichter hat auf dem Platz eine Zeitlupe zur Verfügung.
    Durch den VAR gibt es diese plötzlich – man muss sie nur richtig
    nutzen:
    Bei intelligenter Handhabung in strittigen Fragen gibt es durch die
    kalibrierten Linien keine Abseitstore mehr.
    Das Problem bei Handspiel ist nicht der VAR, sondern die aktuelle
    Regel, die viel zu große Grauzonen hat. Eine faire und einheitliche
    Bewertung ist fast unmöglich. Aber auch hier kann die Zeitlupe
    helfen.
    Ganz besonders dumm wird es bei Foulspiel. Hier hat man sich eine
    eigene, wirklich saublöde Grube gegraben. Informationen des VAR
    werden jetzt gemischt mit Gefühl und Wellenschlag.
    Die Autorität des Schiedsrichters soll nicht untergraben werden.
    Deshalb greift der VAR nur bei glasklaren Fehlentscheidungen ein.
    Aber genau die zweifelhaften Szenen sollten doch eigentlich beurteilt
    werden. Was „untergräbt“ die Autorität, wenn man dem Schiedsrichter
    sagt: „Wir haben die Zeitlupe gesehen, du solltest dir das noch einmal
    ansehen“
    Wahrscheinlich wären der Elfmeter in Mainz und die Szene in Berlin
    sofort korrigiert worden. Der Schiedsrichter kann ja bei seiner Meinung
    bleiben, wie Zwayer (Gott sei Dank) in Berlin.
    Aber was rede ich, es ist eh sinnlos, wenn der Schiedsrichter wichtiger
    ist als das Spiel.

  15. @13 Sehe ich ähnlich, wie schon geschrieben. Unter Umständen wäre es aber garnicht erst zu der Situation im Endspiel gekommen, wenn das klare Foul gegen Ende des Spiels in unserem Strafraum beim Halbfinale zum Elfer für Schalke geführt hätte. Viele wenn’s und aber, und viel Missmut für den Moment. Verständlich, aber die Situation gab’s auch schon andersrum und daher würde ich das jetzt auch ein wenig runterkochen. Rom rocken und dann gegen Lev wieder ordentlich liefern. Wer weiß für was das jetzt alles gut war. Vielleicht war der Schuß vor den Bug mal genau richtig, um so ein bisserl eingenorded zu werden.

  16. @16
    Ich bin einfach der Meinung, dass der Schiedsrichter bei Jovic auf Foul pfeifen muss, aber der Videoschiedsrichter in solchen Fällen eher nicht korrigieren darf. Ist nicht für jeden nachvollziehbar, verständlich.

  17. @Fozzi
    Aber was ist in Situationen (wie in Berlin), wo der Schiedsrichter die Situation aufgrund einer ungünstigen Position und viel Gewusel gar nicht richtig wahrnehmen kann. MUSS er sich dann die Situation nicht nochmal anschauen? Ich denke schon. Kann deinen Punkt dann verstehen, wenn der Schiedsrichter es eindeutig sehen und beurteilen konnte und dann aus welchen Gründen auch immer zu den 0,01 Prozent zählt, die keinen Elfer geben würden.

  18. @Fozzi
    NEIN !!!
    Der Fuß von unserem Princen ging ZWEIFELSFREI zum Ball – den er nicht trifft. Stattdessen streift sein Fuß Martinez, der deswegen keineswegs fallen muss. Er tut es aber – so wie wohl die allermeisten Spieler es getan hätten, wenn auch vielleicht nicht ganz so theatralisch. Die meisten Schiris hätten wohl einen Elfer gegeben. Brych tat es nicht, weil, wie er selbst anschließend sagte, der Tritt nicht ausreichend war, um den Gegner zu Fall zu bringen. Wäre Martinez etwas weniger artistisch „gefallen“, hätte es garantiert Elfer gegeben. Im Übrigen, was immer vergessen wird, da KPB den Ball verfehlte, konnte Sandro Wagner im nächsten Moment volles Rohr aufs Tor abziehen. Was wäre gewesen, wenn Lukas den nicht grandios gehalten hätte? Kein Vorteil – Tor annulliert – stattdessen Elfmeter? Es war also zugleich eine klassische Vorteilssituation, die bei Tor auch korrekt gewesen wäre. Brych hat eine eher seltene, ziemlich mutige, aber letztlich vertretbare Entscheidung getroffen.

    Ganz anders das Foul gg. Luca.
    Grujic hat es NICHT auf den Ball abgesehen, sondern NUR auf den Mann. Im Gegensatz zu Martinez lässt sich Luca NICHT fallen, sondern versucht, gegen den beidarmigen Klammergriff von Grujic sich wehrend, ZUM BALL zu gehen – und zwar bis zum letzten Moment bevor er schließlich den Halt verliert. Wenn das kein Strafstoß ist, kann man den Elfmeterpunkt auch gleich abschaffen.
    Ich denke sehr viel mehr muss dazu nicht gesagt werden.

  19. Richtig @19 Wagner hat eine fast 100% Chance im Anschluss an das vermeintliche Foul. Dementsprechend: Vorteil und das Spiel läuft weiter. Er könnte im nachhinein Gelb für Boateng geben, aber nicht mehr einen Elfmeter. So habe ich es auch gesehen.

  20. @19
    Sehe ich halt nicht so. Klar ist, dass Boateng trifft und Grujic zieht. Einig?
    Ob Martinez und Jovic aus freiem Willen oder aufgrund der Kraftaufwendung fallen oder einer Kombination aus beidem, halte ich für eine Interpretation. Oder?

    Meiner Meinung nach sollen die V-Schiedsrichter nur korrigieren, wenn sie sich 100% sicher sind, also so wenig wie möglich interpretieren. Ich hätte mir gewünscht und erwartet, dass man korrigiert. Fand es auch recht klar. Aber ich kann verstehen, dass bei der Interpretation Zweifel bestanden, weil sich Stürmer gerne in Abwehrspieler legen. Also eben nicht 100% zweifelsfrei für den VS und somit, für mich (!!), nachvollziehbar – wenn auch nicht richtig.

    Der Schiedsrichter hingegen muss sowas pfeifen, denn der ist verpflichtet und darauf angewiesen, ständig zu interpretieren!

  21. @18
    Stimmt, aber das ist doch dann die Entscheidung des Feldschiedsrichters. Der muss ja für sich entscheiden, ob die Bilder dafür sprechen, dass er die Situation falsch wargenommen hat und ob er eventuell zu wenig Sicht hatte. Das wissen die im Keller ja auch nicht. Ob er nachfragen kann, weiß ich garnicht. Aber ich sehe im Grunde auch, dass man aus dem Keller zumindest mal höflich hätte nachfragen lassen können, ob der Schiedsrichter sich das nicht noch mal ansehen möchte!

  22. Nochmal: Der Hergang solcher Fehlentscheidungen ist zu ermitteln und öffentlich zu machen. Wir können uferlos herumrätseln, solange wir nicht wissen wie der Austausch unter den beteiligten Schiris konkret abging.
    Früher konnte man bei einer Fehlentscheidung des Chefschiris sagen: „Der hatte schlechte Sicht auf die Szene…“ oder: „Der muss blind sein…“ oder: „Der hatte einen miserablen Tag…“ etc. etc.
    Die völlig neue Gesamtsituation seit der VAR-Einführung aber ist: Im Kölner Keller sieht man normalerweise die identischen Bilder wie Abermillionen von Zuschauern. Wenn jetzt also eine Kommunikation zwischen den zuständigen Schiris zu Fehlentscheidungen wie in Mainz und in Berlin führt, dann ist irgendetwas gründlich faul. Und es muss umgehend aufgeklärt werden: WAS.
    Worüber genau diskutieren wir hier eigentlich?

  23. Man hätte beim Finale auch eigentlich Abseits von Torwart Ulreich geben können, aber Zwayer hatte sich die Situation immerhin auf einem Bildschirm angeschaut und für sich bewertet wie Zazou schon schrieb.

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  24. @ Fozzi: bei Boateng hatte der Schiri die Berührung gesehen ubd entschieden, dass es kein Foul war. Er hat seine Gründe später gut erklärt.

    Bei Grujic stand der Schiri ungünstig und konnte es nicht sehen. Da muss der VAR eingreifen. Den Unterschied von ich gehe zum Vall bei Boateng und ich gehe nur auf den Körper bei Grujic hat zizou ja erklärt.

    Von Verschwörungstheorien halte ich nichts

  25. Die Schiedsrichter hätten doch auch von sich aus zum Bildschirm gehen können um sich die Szenen anzusehen. Oder muss da erst ein Hinweis kommen?
    Und tatsächlich sehe ich die Situation im Endspiel auch völlig anders als die hier im Ligaspiel aber auch da hat sich Hr. Zwayer wenigstens die Situation angesehen und konnte dementsprechend Auskunft geben. Jetzt in den Ligaspielen bleibt zu viel im Nebel.

  26. @28.
    Selbstverständlich hat der Feldschiri die Option eine Beurteilung des VAR oder ein Screening von sich aus anzufordern. Er kann ja bei Bedarf auch jederzeit die Unterstützung der Assistenten auf dem Feld oder des Vierten in Anspruch nehmen. Dadurch wird seine Souveränität nicht im Geringsten geschmälert – im Gegenteil.

  27. Verschwörungstheorie ? Gehts noch ? Einen handfesten Wettbetrug GAB ES BEREITS ! Es ist alles dokumentiert worden und Menschen wurden verurteilt. Das ist doch keine Theorie. Also ehrlich…

    Zum vermeintlichen Foul von Boateng damals: Der VAR hat doch eingegriffen und der Chefschiri hat es sich lange angesehen und dann endfällig bewertet. Der VAR hat doch damals korrekt gehandelt. Was hat das jetzt mit den beiden Fällen zu tun, bei denen das nicht so war ? Nichts.

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