Niko Arnautis trainiert seit 2017 die erste Mannschaft in Frankfurt. (Bild: imago images / Jan Huebner)

Das erste Saison-Drittel in der Frauen-Bundesliga hat die Frankfurter Eintracht hinter sich. Auf den furiosen Start mit zehn Punkten aus vier Partien folgten zuletzt drei sieglose Spiele. In der aktuellen Länderspielpause hat sich der Cheftrainer Niko Arnautis die Zeit genommen und in einem kurzen Interview mit SGE4EVER.de ein erstes Fazit gezogen. Unter anderem sprach Arnautis über den Kontakt zu Adi Hütter und seine Erfahrungen als Coach im Frauen- und Männerbereich. Zudem blickte der 40-Jährige auf das anstehende DFB-Pokalspiel beim Karlsruher SC voraus.

SGE4EVER.de: Herr Arnautis, zu Saison-Beginn schien Ihre Mannschaft auf einem sehr guten Weg zu sein. Zuletzt konnte sie sich aber nicht belohnen. Woran liegt es momentan?
Niko Arnautis: „Man muss die drei Partien differenziert betrachten: Gegen Leverkusen war es ein offenes Spiel, in Sand waren wir selbst daran schuld, haben Geschenke verteilt und gegen Freiburg sind wir früh in Rückstand geraten. Aber: In meinen Augen waren wir in allen drei Begegnungen mindestens ebenbürtig und fußballerisch das bessere Team. Man darf nicht vergessen, dass Rückschläge in der Gesamtentwicklung dazugehören. Shekiera Martinez und Theresa Panfil waren angeschlagen, Virginia Kirchberger war zwischenzeitlich ausgefallen, Sjoeke Nüsken und Lara Prasnikar hatten mit ihren Verletzungen aus der Vorsaison zu kämpfen, sind noch nicht bei 100 Prozent und nach dem Abbruch der Zweiten Liga hatte Leonie Köster wenig trainiert. Das sind auch Dinge, die man in der Gesamtbetrachtung berücksichtigen muss.“

Das nächste Spiel ist im DFB-Pokal beim Karlsruher SC. Der perfekte Gegner, um einen neuen Positiv-Trend zu starten?
„Es gibt keine perfekten Gegner, es gibt nur eine mögliche Perfektion der eigenen Leistung. Man muss Karlsruhe Respekt zollen, wir dürfen den KSC, nur weil es ein Regionalligist ist, nicht unterschätzen. Für einen solchen spielen sie einen guten und gegen den Ball aggressiven Fußball. Der KSC hat die eine oder andere sehr gute Fußballerin in seinen Reihen. Natürlich werden wir uns optimal vorbereiten und sind der klare Favorit. Es gibt nur ein Ziel: den Klassenunterschied beweisen und – ohne Karlsruhe zu unterschätzen – in die nächste Runde einziehen.“

Die Duelle gegen Potsdam, Wolfsburg und München stehen bald an. Was ist in den Spielen gegen die aktuellen Top 3 zu holen?
„In erster Linie bereiten wir uns auf Karlsruhe vor, nach den Länderspielen ist nur wenig Zeit bis zum DFB-Pokalspiel. Und dann steht in der Liga erstmal das schwere Spiel in Duisburg an. Der MSV ist unbequem zu bespielen, er macht die Räume eng – und hat gegen Potsdam und Wolfsburg je zwei Tore erzielt. Erst dann kommen Mitte November die drei angesprochenen Duelle, mit denen wir uns anschließend intensiver beschäftigen.“

Tauschen Sie sich manchmal mit Adi Hütter aus, oder stehen die Spielerinnen im Austausch mit den Profis aus der Männermannschaft?
„Es gibt gemeinsame Berührungspunkte und Veranstaltungen wie Fotoshootings, Werbedrehs oder interne Veranstaltungen. Mit Adi Hütter gab es bislang noch keine Gelegenheit und Zeit, sich auszutauschen, dafür wird sich aber mit Sicherheit bald die Gelegenheit zu finden. Die grundsätzliche Vernetzung ist da, beispielsweise auch mit Fredi Bobic und Axel Hellmann.“

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Gibt es Ihrer Meinung nach Unterschiede in der Trainingsgestaltung und Mannschaftsführung zwischen Frauen und Männern?
„Ich mache von meiner Erfahrung her bei der Trainingsvorbereitung und -gestaltung keine besonderen Unterschiede. Wir spielen genauso auf einem hohen Niveau Fußball. Bei der Mannschaftsführung gibt es auch nur wenige Unterschiede. Frauen hinterfragen mehr und möchten vieles sehr detailliert erklärt bekommen. Aber generell gilt es für alle Trainer, ein Gefühl für ein Team und die Spielerinnen oder Spieler zu entwickeln – ganz geschlechterunabhängig.“

Was ist Ihr kurzfristiges Saison-Ziel bis zur Winterpause?
„Die unterscheiden sich nicht wirklich von den Gesamtzielen, die seit Beginn der Vorbereitung feststehen: Wir wollen uns einzeln, aber auch als Team weiterentwickeln, die nächsten Schritte gehen. Klar würden wir uns gerne baldmöglich wieder mit Siegen belohnen und wollen bis zur Winterpause noch ein paar Zähler draufpacken. Wir treten jedes Spiel mit dem Ziel an zu gewinnen. Daran arbeiten wir Tag für Tag.“

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2 Kommentare

  1. Dieses Ziel das lob‘ ich mir.
    Im Fußball sollte man sein Urteil dazu nicht daran festmachen, ob man es erreicht hat, sondern daran, ob man (alle Beteiligten) alles dafür gegeben haben, es zu erreichen.

  2. Natürlich waren wir alle etwa euphorisch, letztlich ist es genau wie bei den Männern, gut Ding braucht Zeit.
    Wenn man auf mehr schaut als “ nur“ die reinen Ergebnisse bin ich recht zufrieden. Insgesamt ist Eintracht-frankfurt Frauenfussball schon eine ganz andere Nummer geworden.
    Forza SGE !

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