Große Enttäuschung bei Goncalo Pacienca nach der 1:2 Niederlage gegen Union Berlin. Die Eintracht hat eine schwache Partie abgeliefert und eine große Chance in der Tabelle verpasst. (Foto: Imago Images / Revierfoto)

Die Eintracht zeigt nach einem rauschenden Fußballfest gegen den FC Salzburg wieder ihr launisches Diva-Gesicht. In einer Partie, die vom Montags-Boykott der Fanszene geprägt war, konnte man zwischenzeitlich fast meinen, dass auch die Spieler den Montagstermin boykottieren wollten. Ohne Körperspannung, ohne Leidenschaft und Wille verloren die Hessen das Spiel gegen den 1.FC Union Berlin mit 1:2 und müssen sich vorwerfen lassen, dass sie ganz wichtige drei Punkte leichtfertig hergeschenkt haben. SGE4EVER.de hat das Spiel wie immer noch einmal analysiert:

Zweite Reihe enttäuscht
SGE-Trainer Adi Hütter hat seinen Ankündigungen Taten folgen lassen und in dieser Phase der hohen Belastung auf vielen Positionen rotiert. Mit Dominik Kohr, Erik Durm, Goncalo Pacienca, Martin Hinteregger und Timothy Chandler kamen gleich fünf neue Akteure in die Startformation. Die Eintracht spielte zwar in ihrem in den letzten Wochen etablierten System, die neu hinzugekommenen Akteure machten aber einen sichtbaren Unterschied erkennbar. Mit Dominik Kohr und Makoto Hasebe auf der Sechserposition fehlte die starke Zweikampfführung von Sebastian Rode und zugleich auch seine Antreiberqualität. Alles wirkte behäbig und langsam. Die Berliner kamen wie erwartet in einer sehr disziplinierten Grundordnung nach Frankfurt und den Adlerträgern gelang es während der gesamten ersten Halbzeit nicht, sich hier mit Tempo und Ideen durch die kompakten Reihen zu arbeiten. Die Köpenicker wirkten bereits in dieser Phase wacher und präsenter. In der zweiten Halbzeit wollte man sicher noch einmal neu ansetzen und den Schlendrian rausbekommen, aber eine der ersten Aktionen führte zu einem dämlichen Gegentor. David Abraham, Durm und Kevin Trapp waren sich nicht einig und luden die Berliner so zum Führungstreffer ein. Als die Hessen allmählich aufwachten, folgte der zweite Treffer für Union. Wieder eine Einladung, die man großzügig verschenkte und in der Entstehung auch ein Spiegelbild des insgesamt trostlosen Abends. Adi Hütter reagierte und brachte André Silva und Rode. Das Spiel wurde nun viel zwingender und das Tempo erhöhte sich. Der Anschlusstreffer von Silva kam aber zu spät und es sollte nicht mehr zu einem Punkt reichen.

Zwischen Genie und Wahnsinn
Die Eintracht hat mit dem gestrigen Auftritt einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, dass sie keinerlei Konstanz in ihr Spiel bekommt und weiter zwischen Genie und Wahnsinn pendelt. Gegen die großen Gegner, auf der großen, stimmungsvollen Bühne kann die Mannschaft liefern und auch mit den „Großen“ mithalten und sie sogar besiegen. An anderen Tagen, an denen die Anspannung, die Leidenschaft, die Zweikampfführung und der unbedingte Siegeswille fehlt, kann sie auch gegen jede Mannschaft verlieren. Diese Mannschaft lebt von ihren Emotionen und funktioniert ohne diese einfach nicht. Adi Hütter ist es bisher noch nicht gelungen diese notwendige Leidenschaft konstant zu entfachen. Die grundsätzliche Idee der Rotation ist richtig und auch notwendig, hat aber am gestrigen Abend einfach nicht funktioniert. Der Leistungsabfall der zweiten Reihe war zu groß und konnte nicht kompensiert werden. Auch die Abhängigkeit von Filip Kostic wurde einmal mehr deutlich. Es war nicht das Spiel des Serben und somit auch nicht das Spiel der Eintracht. Funktioniert Kostic nicht, funktioniert die Eintracht nicht. Die offensive Verantwortung trägt zu großen Teilen der Linksaußen und er kann dieser Last nicht im Drei-Tages-Rhythmus gerecht werden. Weder Erschöpfung, noch die trostlose Stimmung im Waldstadion sollten als Ausrede für das gestrige Auftreten herangezogen werden. Die SGE muss ihr Motivationsproblem im „Liga-Alltag“ in den Griff bekommen, denn die Bundesliga darf trotz der beiden Pokalwettbewerbe nicht vollends vernachlässigt werden. Mit einem Sieg gestern hätten die Hessen gar noch einmal an den europäischen Plätzen anklopfen können.

Warnung vor dem Salzburg-Spiel
Wenn die gestrige Leistung etwas Gutes gehabt haben könnte, dann sicherlich, dass die Hessen vor Donnerstag gewarnt sein sollten. Der 4:1-Erfolg im Hinspiel ist sicherlich eine gute Ausgangslage, aber wenn die Salzburger vor heimischen Publikum zurück zu ihren Stärken finden und die Eintracht nur annähernd so auftritt wie gegen Berlin, kann der Europa-League-Traum schnell vorbei sein. Die Mannschaft sollte gewarnt sein und verstanden haben, dass es nur geht, wenn die hundertprozentige Leidenschaft und der Wille da ist. Nur dann können die Hessen es mit jedem Gegner aufnehmen. Vielleicht kommt die Warnung demnach sogar zur rechten Zeit und sensibilisiert die Frankfurter vor den bevorstehenden Aufgaben. Innerhalb kürzester Zeit wird sich der weitere Verbleib in den beiden Pokal-Wettbewerben entscheiden und Hütter wird gestern genau hingesehen haben, auf wen er sich verlassen kann und wem die Bereitschaft vielleicht grundsätzlich gefehlt hat. Nun heißt es das Spiel schnell abzuhaken, die Sinne zu schärfen und schon am Donnerstag eine ganz andere Leistung auf den Platz zu bringen, um den europäischen Traum weiter leben zu dürfen.

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56 Kommentare

  1. Unsere Kohrs und Sows sind halt keine Sanchos oder Haalands…und du brauchst nicht nur einen wie z.B. Kostic, der so ein Unterschiedsspieler ist sonder 4,5 von dem Kaliber…und die bekommst du nicht mal eben für 10-15 Mio. Klar hätte man mehr investieren können und ins Risiko gehen aber das ist aktuell nicht unsere Strategie, bzw. Will Bobic eine gesunde Entwicklung und kein Hertha 2.0

  2. Nein nein… Also schlimmer als der HSV oder Hertha (die anderen Beispiele der Traditionsverein sind für manche schon zu alt) hätten wir das auch nicht verhauen können… Und da hat es wenigstens kurzfristig was gebracht…

    Achso, doch nicht.

    Hmm…

    Bin ganz froh, wie es aktuell ist…

    Dass einigee Transfers, die man gerne getätigt hätte, nicht geklappt haben – ja, ist wohl so. Aber kann man da Fredi einen Vorwurf machen? Ich kann mir da kein Urteil erlauben, kann mir aber auch nicht vorstellen, dass ein Bruchhagen (weiter schauen wir besser nicht zurück) das hätte besser machen können…

  3. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit!
    https://youtu.be/dS8mSS2k7xw

    Macht euch locker Leude, einige Topexperdden, Chefmanager und Couchtrainer hier (mit denen wir natürlich mind. um die Meisterschaft spielen würden!) sollten schleunigst ihre Medizin nehmen um mal ein bissi runner zukommen… mal gewinnt man gegen die Großen, mal verliert man gegen die Kleinen…mal wird gefeiert und dann sich wieder uffgerescht (Ok, manche beherrschen vielleicht nur noch des uffreschen und haben das feiern verlernt)…aber das wird immer so bleiben und das is doch auch gut so, sind halt überall nur Menschen am Werk und keine Maschinen…ja selbst de Filip ist halt doch nur ein Mensch!

  4. So, ich konnte gerade alle 53 Kommentare am Stück durchlesen. Vielen Dank und tiefen Respekt an alle User mit 74, Pezzeys und Dieters. Das tut gut. Es bringt einfach nichts sich aufrichtig mit solch einem User auseinander zu setzen, denn er erfreut sich nur an seinem Erfolg im Provozieren, Ärgern anderer und die dadurch erhaltene Aufmerksamkeit. Mit solch einem Menschen setzt sich doch keiner in der Realwelt auseinander – das ist auch der Grund warum er sich in diesen Foren austobt. Mitleid.

  5. @Redaktion
    Sehr gute Analyse. Alles auf den Punkt gebracht! Respekt!

    @53
    ohne die „Topexperdden, Chefmanager und Couchtrainer“ wäre hier nix los :). Danke an all jene, welche auch mal Kritik üben.So muss es sein. Jeder hat das Recht, seine Meinung offen und ehrlich zu schreiben!!

    Forza SGE!! WIR WOLLEN EUCH KÄMPFEN SEHEN!

  6. @55
    Hat aber halt auch jeder das Recht, diese Kritik wahlweise angemessen oder unangemessen bis beschissen zu finden und entsprechend zu kommentieren.

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