Ellyes Skhiri (li.) und Hugo Larsson (re.) stabiliseren das Zentrum. (Foto: IMAGO / Kessler-Sportfotografie)

Die hervorragende Form der Eintracht ist nun durch die Länderspielpause unterbrochen und einige Adler sind mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Dass die Hessen vor der Unterbrechung im Saft standen, bewiesen die Männer von Dino Toppmöller erneut beim Auswärtsspiel in Bremen, als man einen 0:2-Rückstand aufholte und einen Punkt von der Weser mitnahm. Torschütze: Ellyes Skhiri. Dass der Tunesier weiß, wo das Tor steht, war schon zu seinen Schaffenszeiten in Köln bekannt, doch nun kommen auch die Anhänger der SGE in den Genuss seiner Offensiv-Aktionen. Mit einem schönen Weitschuss-Tor brachte er seine Mannschaft wieder in die richtige Spur. Zudem überzeugt er momentan in voller Linie und ist Teil eines der besten zentralen Mittelfeld-Duos der letzten Jahre bei der Eintracht. Oder vielleicht dem Besten?

Das liegt nicht nur an Skhiri, sondern auch an seinem Nebenmann. Vor der Saison als Aufbauspieler mit viel Potential geholt, jetzt unangefochtener Stammspieler in der Elf des Cheftrainers: Der Schwede Hugo Larsson überzeugt nicht nur seinen Übungsleiter, sondern auch die Anhänger der Adlerträger Woche für Woche aufs Neue. Der 19-Jährige konnte im Trikot der SGE schon ein Tor erzielen und legte ein weiteres auf. Mit seinen Tiefenläufen kreiert er vermehrt Chancen für seine Mannschaft, wie man bei seiner Vorlage gegen Union Berlin beobachten konnte – und frühstückt seine Defensivarbeiten ebenfalls souverän ab. Er überzeugt mit Passsicherheit und einer hervorragenden Übersicht, sodass er oftmals den Ball mit dem ersten Kontakt weiterleiten und das Spiel verlagern kann. Unangefochten sind Skhiri und Larsson im zentralen Mittelfeld gesetzt und werden, sollten die Leistungen bestehen bleiben, als eines der besten Mittelfeld-Duos in die Geschichte von Eintracht Frankfurt eingehen.

Nahtloser Übergang

Das Erfolgsgeheimnis der beiden derzeitigen Sechser der Eintracht liegt mit Sicherheit auch an der Laufstärke beider Spieler. Skhiri, ein spielstarker Sechser, der sich offensiv einschaltet und Larsson, der mehr als Achter auf den Platz läuft, bilden eine gute Symbiose. Das letzte Mittelfeld-Duo, das diesen Eindruck vermittelte, waren Djibril Sow und Sebastian Rode. Der Kapitän der Hessen geht in seine letzte Profi-Saison und spielt im selben Stil wie Skhiri, doch weitaus defensiver. Sow lief für die Eintracht in 160 Partien auf den Rasen und konnte 21 Scorerpunkte erzielen (acht Tore, 13 Vorlagen). Sow verließ die Eintracht vergangenen Sommer Richtung Sevilla und spielte vier Jahre bei den Adlerträgern.

Doch den Ausfall des Kapitäns und den Abgang von Mittelfeldmotor Sow, der die vergangenen Jahre der SGE prägte, macht das neue Duo im Mittelfeld vergessen. Die Leistungen sprechen für sich, Larsson reifte zu einem Nationalspieler und Skhiri wurde zu dem, was man ablösefrei aus Köln loseiste.

Von Mascarell bis Schwegler: Sie stehen im Schatten

Die Eintracht hatte in der Vergangenheit schon einige Spieler auf der Achter-Position oder auf der Sechs, die Eindruck hinterließen. Man erinnert sich an Omar Mascarell, der im Pokalfinale überzeugte und den die Eintracht gerne behalten hätte. Am Ende holte ihn Real Madrid über eine Rückkaufklausel zurück, um ihn für zehn Millionen Euro am Schalke 04 abzugeben und einen Gewinn zu erzielen. Ein anderer Name, der eine lange Schaffenszeit in Frankfurt prägte, war Pirmin Schwegler. Er stieg mit der SGE wieder in die erste Liga auf und schaffte es danach in der Saison 2012/2013 mit den Adlern in das europäische Geschäft. Doch auch seine Statistiken in 140 Partien im Eintracht-Dress, in denen er sieben Tore erzielte und 17 auflegte, werden von Skhiri stark attackiert und in den Schatten gestellt. Er schaffte es bereits in 19 Pflichtspielen fünf Tore und zwei Vorlagen zu erzielen. Damit fehlen dem Tunesier nur noch 17 Scorerpunkte, um diese Statistik zu egalisieren.

Man könnte behaupten, die Eintracht habe im Mittelfeld das Beste Duo seit langer Zeit. Dank der Kombination aus Skhiris Erfahrung und der jungen Spritzigkeit Larssons, herrscht in der Zentrale eine Ausgeglichenheit, die dem Spiel der SGE guttut. Mit ihrer Ballsicherheit stabilisieren sie die Defensive und kreieren mit Tiefenläufen Möglichkeiten, offensive Gefahr zu erzeugen. Zumal beide Akteure eine Pferdelunge besitzen und die Kilometer auf den Platz bringen, die auf der Position des zentralen Mittelfeldspielers benötigt werden. Mit den langfristigen Verträgen ist die Frankfurter Eintracht auf dieser Position erstmal versorgt, zumal mit Dina Ebimbe und einem genesenen Sebastian Rode für guten Ersatz gesorgt ist.

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10 Kommentare

  1. Skhiri und Larsson sind wirklich ein super Team und haben sich schnell gefunden. Hoffe Larsson bleibt noch ein, zwei Jahre bei uns und macht hier seine nächsten Entwicklungsschritte und will nicht wie so viele andere zu schnell zu hoch hinaus und verschwindet dann in der Versenkung.

    Aber wie Schwegler und Rode 12/13 in der Aufstiegssaison die Zentrale im Griff hatten war auch großes Kino. Schwegler als Kapitän mit einer Übersicht, Ruhe und Ballsicherheit – dem konnte man unter Druck in jeder Situation den Ball geben, der hat ihn nicht verloren und wusste was damit anzufangen. Und Rode mit diesem unwiderstehlichen treibenden Offensivdrang. Wär der von Verletzungen verschont geblieben, hätte er in der Nationalmannschaft und einem der ganz großen Vereine im Titel gespielt. Und zwar nicht nur auf der Bank, wie bei den Bayern.

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  2. Grabowski Nickel Bein Okocha Möller Schneider Detari
    Alle vergessen ?
    Bißchen überhöht der Artikel, nach 10 Spielen.

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  3. Ja, da fehlt ein Fragezeichen dahinter in der Überschrift. Wenn alles gut läuft, können sie eines der besten zentralen Mittelfeld Duos der letzten 20 Jahre werden. Einige der genannten waren vielleicht eher OM oder RM/LM, aber Leute wie Nickel oder Hölzenbein haben 500-600 Spiele gemacht, ca. jedes zweite Spiel ne Torbeteligung auf so eine lange Zeit und Titel geholt.

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  4. Alles richtig im Artikel, aber ich muss mich einigen Kommentatoren anschließen: Ein Tick zu reißerisch die Aussage. Was wir gerade sehen ist eine Momentaufnahme, es ist nicht mal Die Hälfte der Saison rum. Lasst mal schauen, ob das auch in der Rückrunde so stabil weiter geht.

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  5. Das schöne als Außenstehender ist doch, dass man auch mal etwas überspitzt formulieren kann (solange es respektvoll und sachlich begründet ist).

    Hölzenbein, Nickel, Detari, Grabowski habe ich persönlich nicht spielen sehen, ab der Ära Bein, Jayjay war ich dabei…

    Und wenn ich mir die wirklich guten Mittelfeldspieler der SGE dieser ca. 32, 33 Jahre mal Revue passieren lasse, dann waren besagte Bein, Okocha, Schwegler und Rode, Möller und Schneider stark bis sehr stark, der gute Jim Panse hat sie aufgeführt.

    Höchstes Niveau, also so, dass sie kontinuierlich in Liga 1 nicht nur Leistung bringen konnten, sondern auch den allermeisten überlegen waren und dem Spiel den Stempel aufdrückten waren in der Reihenfolge…

    Okocha
    Bein

    Beide hatten auch internationale Klasse.

    Möller war ebenfalls ein wirklich guter Kicker, kam über Geschwindigkeit und Zug zum Tor, ihn würde ich etwas hinter den beiden oben genannten einreihen aber auch er war stark!

    Schneider war einer meiner Wunschtransfers damals, er kam damals von Carl Zeiss Jena…ein feiner Fußballer der in der Liga gut spielte aber auf der ganz großen Bühne dann eben nicht mehr groß auffiel (bis auf einige wenige Spiele).

    Rode und Schwegler ebenfalls zwei tolle Kicker, gerade rode (mein Lieblingsspieler) hätte ohne die vielen Verletzungen bei ganz anderen Clubs eine (tragende) Rolle spielen können…aber sind wir ehrlich, ohne diese Verletzungen würde er wahrscheinlich auch nicht bei uns spielen.
    Und Schwegler war ebenfalls ein toller Spieler, der ein sehr gutes Auge für die Situation hatte und viel Druck von der Abwehr nahm. Er war ein Typ Skhiri aber ohne diese immense torgefahr die Skhiri regelmäßig ausstrahlt daher ordne ich Skhiri vor Pirmin ein.

    Larsson Skhiris Partner hat das größte Potenzial was ich je bei einem Eintracht Spieler gesehen habe!

    Ja, auch größer als das von Kolo und das ist gar nichts gegen unseren ehemaligen Superstar!

    Kolo hat tolle Fähigkeiten aber er ist nicht komplett. Es wird immer ein paar Stürmer geben, die über ihm anzusiedeln sind. Oshimen, Mbappe, Lewandowski, Kane um nur ein paar zu nennen sind da insgesamt nochmal eine Spur kompletter/stärker.

    Larsson hingegen ist ein kompletter Mittelfeldspieler! Er bringt alles mit was man im Zentrum braucht, kann in jeder Spielsituation etwas gutes machen.

    Und das sage ich nicht erst jetzt wo alle auf den Zug aufspringen sondern das hat man schon nach einer Halbzeit im ersten Freundschaftsspiel gesehen.

    Er kann einer der dominierenden Mittelfeldspieler werden über den eben keine anderen mehr stehen.

    Und daher sehe ich ihn im Paket mit Skhiri mit allen oben genannten mindestens auf Augenhöhe, vom Potential sogar deutlich darüber.

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  6. Ich habe etwas mehr Hoffnung, dass uns dieses Duo länger erhalten bleibt, als gehypte Offensivspieler, die bei uns i.d.R. nach ca. 2 Jahren wechseln. Allgemein verwundert es mich immer sehr, wie viel Wert Vereine auf Stürmer legen, die auch auf dem Transfermarkt deutlich teurer sind.
    Skhiri hat die letzten Jahre auch brutal bei Köln geliefert, trotzdem kamen wir an ihn ran. Währenddessen wäre das bei einem Stürmer, der die letzten Jahre als Top-5 Spieler seiner Position in der Liga gilt kaum möglich gewesen.

    Larsson wird wahrscheinlich trotzdem in 3 Jahren weg sein und es ist geil, dass wir so ein Talent haben, aber Skhiri könnte ein Rode-Nachfolger werden, der auch langfristig unseren Erfolg stützt.

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  7. Alle von Jimpanse Genannten waren OM bzw.10er, Halb- oder Außenstürmer.
    Insofern eigentlich mit Ellyes und Hugo als 6er/8er nicht vergleichbar.
    Wobei Hugo jederzeit auch hinter den Spitzen spielen und – daran glaube ich nach wie vor – früher oder später sich zu einem Topklasse-10er entwickeln wird.

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