Sebastian Rode will mit der Eintracht noch viel erreichen.

Es war eine absolute Schrecksekunde für alle Eintracht-Fans während des Europa League Halbfinales gegen den FC Chelsea: In der 70. Minute griff sich Mittelfeldspieler Sebastian Rode ans rechte Knie und musste verletzt ausgewechselt werden. Bereits wenige Momente nach dieser Szene gab es allerhand Hiobsbotschaften, unter anderem war von der nächsten schweren Knieverletzung und von einem möglichen Karriereende die Rede. Die Verletzung kam nicht nur für die Eintracht zum ungünstigsten Zeitpunkt, auch für Rode selbst, der noch von Borussia Dortmund zur SGE ausgeliehen war und sich in herausragender Form befand.

Mittlerweile ist der 29-Jährige wieder fit, hat seinen Knorpelschaden, als was sich die Verletzung am Ende herausgestellt hatte, auskuriert und gehört auch in dieser Spielzeit zu den absoluten Leistungsträgern im Frankfurter Mittelfeld. Im Interview mit der „Sport Bild“ gab der Rechtsfuß an, dass er derzeit wohl in der Form seines Lebens sei, auch weil er „viel dazugelernt habe in den letzten Jahren.“ Trotz seiner starken Leistungen gehört der ehemalige Dortmunder weiterhin nicht zur deutschen Nationalmannschaft – während andere Spieler in seinem Alter und auf seiner Position immer mal wieder zum Kader von Jogi Löw stießen. Für Rode selbst sei dies mittlerweile aber kein Thema mehr, wie er betonte: „Ich habe mir gedacht: Sollen sie machen, was sie wollen. Ich bin froh, dass es mir hier gutgeht. Ich habe damit abgeschlossen. Das ist für mich abgehakt.“ Dabei spiele auch sein Alter eine Rolle: „Weil ich jetzt 29 bin und viele junge Spieler in den letzten Jahren dazugekommen sind. Ich konzentriere mich auf Eintracht Frankfurt und meine Familie. Es wäre schön gewesen, aber es hat nicht sollen sein.“

In Deutschland nichts außer Eintracht

Man hat oft das Gefühl, dass sich Rode in Frankfurt und der Umgebung der Mainmetropole richtig heimisch fühlt. Der Mittelfeldmann ist viel in der Stadt unterwegs, geht hier auch unter die Menschen, geht auf andere Veranstaltungen und baut mittlerweile auch ein Haus in Bensheim bei Darmstadt. „Ich habe ja durch meine Zeit bei den Bayern und beim BVB eine Zeit lang woanders gewohnt. Da lernt man die Heimat sehr zu schätzen. Meine Frau und ich haben uns entschieden, ein Grundstück zu kaufen und zu bauen. Wir können uns vorstellen, da auch lange nach meiner Karriere zu wohnen“, gab er sich heimatverbunden. Daher sei es für ihn auch klar, dass er innerhalb Deutschlands nicht mehr wechseln will: „In der Bundesliga soll die Eintracht meine letzte Station sein.“ 

Und eben hier in Frankfurt hat er sich einige Ziele gesetzt, vor allem international. „Die Champions League wäre ein absoluter Traum, die Eintracht war noch nie da. Dafür müsste aber alles passen. Auf jeden Fall möchte ich noch viele weitere Europapokal-Nächte erleben, und im DFB-Pokal ist ja auch vieles möglich“, so Rode. Eben diese Europapokal-Nächte hätte er bei seinem ehemaligen Klub, Borussia Dortmund, wohl noch öfter und sicherer erleben können. Trotzdem, so der Mittelfeldkämpfer, wollte er unbedingt wieder aus Dortmund weg. Ein Verbleib im Sommer sei keine Option gewesen: „Nein, das wollte ich nie, und auch für den BVB war das kein Thema. Für beide Seiten war die Trennung vorgesehen. Für mich ging es darum, gesund zu sein, bei einem Verein Fuß zu fassen und regelmäßig zu spielen. In Dortmund war es mit meinen Verletzungen einfach eine schwierige Phase, die hätte ich mir anders gewünscht. Und beim BVB waren jetzt genug Spieler auf meiner Position da.“

„Ich habe noch ein paar Jahre vor mir!“

Wenn man sich die aktuellen Leistungen Rodes anschaut, fragt man sich immer wieder, wo der 29-Jährige spielen würde, wenn ihn das Verletzungspech nicht allzu oft verfolgt hätte. Egal ob ein Kreuzbandriss, eine Leistenoperation oder Knorpelschäden: in der Vita des ehemaligen Müncheners steht quasi alles, was sich ein Spieler nur zu ziehen kann. Auch aus diesem Grund machte er in der Bundesliga seit 2014 nur 70 von möglichen 178 Spielen. Trotzdem versuche er das Positive zu sehen und nicht zu sehr in die Vergangenheit zu blicken: „Ich hätte mir gewünscht, weniger verletzt zu sein. Aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Karriere bisher. Und ich habe ja noch ein paar Jahre vor mir.“ Trotzdem habe er sich in gewisser Art und Weise immer abgesichert, was er auch jedem jungen Spieler empfehlen würde. „Das ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung, da muss man als Profi-Fußballer eben hohe Summen zahlen. Aber man ist froh, wenn man im Fall einer Verletzung darauf zurückgreifen kann. Bei meinem ersten Kreuzbandriss mit 18 hatte ich sie noch nicht. Zu meinem ersten Vertrag bei Eintracht Frankfurt habe ich sie dann abgeschlossen. Ich habe das sehr früh lernen müssen“, so Rode. Dadurch seien vor allem seine finanziellen Einbußen nicht allzu schlimm gewesen: „Dadurch habe ich ab dem 43. Ausfalltag trotzdem immer mein Grundgehalt bekommen und nicht nur den festen Anteil, den man von der Genossenschaft bekommt. Inzwischen werden meine Knie- und Leistenverletzungen aber nicht mehr von der Versicherung übernommen. Das kann ich aber auch nachvollziehen.“

Alle Eintracht-Fans wären wohl froh, wenn Rode eben diese Versicherung in Zukunft nicht mehr brauchen würde. Dann stünden den noch immer hohen Zielen des Rechtsfußes mit der Eintracht nämlich nur noch der Gegner und nicht mehr der eigene Körper im Wege…

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10 Kommentare

  1. Bin mal gespannt auf die Aufstellung heute.Bei Silva gehe ich davon aus das er nicht spielt.Er stand zuletzt beim Training nicht auf dem Rasen.
    Laut …Bild…(glaub ich kaum)soll auch Dost über Adduktorenprobleme klagen ,und will selbst entscheiden ob er denn spielt. Wenn ess so wäre, müssen andere die Tore schießen.
    Wid knapp heut.Hoffe auf ein Sieg.

  2. Rode ist super! Ich drücke alle Daumen und große Fußzehen, dass er verletzungsfrei bleibt.

  3. Respekt Sebastian Rode. Da sind ein paar Aussagen dabei die man so von Fußballern nicht gewohnt ist. Wieviele Profis können schon darüber persönlich Auskunft geben wie sie momentan versichert sind?!
    Macht auf mich den Eindruck dass er absolut geerdet ist und mit sich selbst im Reinen.
    Hoffentlich bleibt er jetzt mal von größeren Verletzungen verschont

  4. Heute bisschen die Rotationsmaschine anwerfen, Adi!

    Rönnöw, Ndicka, Hinti, Abraham, Kostic, Durm, Kohr, Rode, Kamada, Silva (oder Gacinovic wenn er noch nicht kann), Pacienca

    Sonntag dann die frischen Läufer DDC, Fernandes und Sow rein, plus Hasebe und hoffentlich Dost.

  5. Guter Typ, der Rode. Bleib bitte verletzungsfrei und gönn der Versicherung die Prämie, wir brauchen Dich!

  6. es ist wirklich zu schade, dass SR so anfällig für Verletzungen ist.. man stelle sich nur vor, was er in seiner Karriere alles hätte erreichen können, so als „Berti-Vogts-Gedächtnis-Wadenbeißer“.. aber er selber scheint es vergleichsweise locker zu nehmen, ist geerdet und fokussiert auf´s Hier & Jetzt, darum mag ich ihn sehr. Ein toller Spieler & Typ, der dem Team gut tut.

  7. @4: Für Hütter ist es ein Schlüsselspiel ums weiterkommen. Da wird er sicher nicht die halbe Mannschaft rausrotieren und Hasebe, Dost, Kostic und Sow draußen lassen . Kann ich mir nicht vorstellen .

  8. Zu CL da müsste alles passen aber auch wirklich alles .Man sieht wie unser befreunderter Club A.Bergamo da bitteres Lehrgeld zahlen muss. Und in Italien sind sie wieder oben dabei.Also keine Eintagsfliege

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