Nach einer herausragenden Saison 2024/2025 mit Platz drei in der Bundesliga und der damit verbundenen Qualifikation für die Champions League sowie dem Erreichen des Europa-League-Viertelfinales erhoffte sich die Frankfurter Eintracht eine ähnlich ruhig und erfolgreich laufende Spielzeit. Nach dem 30. Spieltag, der gestrigen verdienten Heimpleite gegen RB Leipzig stellt man jedoch fest: Sie läuft nicht nach Plan.
Einige Kaderbaustellen wie die Torwartthematik, das große Verletzungspech, eine triste und enttäuschende Ligaphase in der Königsklasse sowie schwankende Auftritte und Ergebnisse in der Bundesliga bestimmen die derzeitige Eintracht-Saison, die sich langsam aber sicher dem Ende zuneigt. Inzwischen ist der anvisierte siebte Platz und damit der erneute Einzug ins internationale Geschäft gefährdet. Das Schicksal liegt nicht mehr in den Krallen der Adler, stattdessen ist man auf Schützenhilfe angewiesen. Der SC Freiburg ist mit einem Sieg heute gegen Schlusslicht Heidenheim vorbeigezogen. In der heutigen Ausgabe der Sendung „Sport1 Doppelpass“ legte Sportvorstand Markus Krösche in seiner ehrlichen und teils kritischen Analyse den Finger in die Wunde. „Wir kamen aus einer Phase, wo wir extrem viele Gegentore bekommen haben und gerade in der Defensive nicht wirklich stabil waren. Natürlich haben wir sehr viele Tore geschossen, aber auch sehr viele bekommen“, blickte Krösche zurück. Die Konsequenz: Ex-SGE-Profi Dino Toppmöller, der sich stets mit dem Verein identifiziert hat, musste nach 2,5 Jahren seinen Hut nehmen. Sein Nachfolger ist der Spanier Albert Riera, der inzwischen seit zehn Spielen das Sagen hat. Aber auch unter dem neuen Cheftrainer tritt die SGE teilweise weiter auf der Stelle und verfällt zuweilen in alte Muster. Die mediale Kritik an Riera wächst und wird durch das Spiel und das Ergebnis von gestern nicht weniger. Sein Vorgesetzter sieht dennoch Fortschritte: „Das war jetzt der erste Step, den Albert angehen sollte und den wir angehen wollten, dass wir erstmal eine gewisse Stabilität haben. Dass das ein bisschen auf Kosten der Offensive passiert, ist auch ein Stück weit normal“, stellte der Vereinsboss klar.
Krösche springt für Riera in die Bresche
Richtig stellen musste Krösche auch Rieras Aussage: „Wir waren die schlechteste Mannschaft Europas“, die für Verwunderung sorgte. „Er hat das in dem Falle auf die Gegentore bezogen, dass wir da zu den schlechtesten Mannschaften in Europa gehört haben. Wir waren in der Bundesliga phasenweise, ich glaube mit Heidenheim, die schlechteste Defensive.“ Er habe es nicht auf die Mannschaft oder auf deren Qualität bezogen, „sondern es ist ein bisschen aus dem Kontext gerissen worden. Er meinte natürlich die Gegentorthematik. Das haben wir mit Ausnahme von gestern (Niederlage gegen Leipzig, Anm. d. Red.) ein bisschen verbessert.“ Trotzdem sei man nicht zufrieden mit der Art und Weise, „wie wir offensiv momentan spielen und dass wir nicht so wirklich viele Möglichkeiten herausspielen. Das ist aber letztendlich der Prozess, den wir jetzt gehen müssen.“ Zunächst lag der Fokus darauf, die fragile Abwehr nach der Flut an Gegentoren einen festen Halt zu geben. „Grundsätzlich geht es darum, dass du versuchst, eine gewisse Kontrolle zu haben, das heißt weniger Umschaltmomente zuzulassen. Das war das, was uns in der Hinrunde und in den ersten Wochen der Rückrunde begleitet hat, dass wir extrem viele Umschaltmomente zugelassen haben. Auch in der Champions League haben wir viele Umschaltgegentore bekommen.“ Gleichzeitig gehe es auch darum, offensiv mehr Aktionen zu kreieren. „Das schaffen wir momentan nicht.“ Das liege daran, dass „wir zu statisch sind. Wir spielen zu langsam im Spielaufbau. Wir spielen von Position zu Position, wir überspielen keine Position. So kriegst du den Gegner nicht in Bewegung und dann sind wir in der Offensive zu statisch“, monierte Krösche, aus dessen Sicht der Balanceakt seiner Mannschaft schwerfällt. „Wir haben keine dynamischen Positionswechsel, um den Gegner in Schwierigkeiten zu bringen. Und das ist die Balance, die uns so ein bisschen fehlt.“ Einerseits defensiv gefestigter, andererseits vorne zu harmlos. „Wir lassen weniger Umschaltmomente zu, aber wir müssen deutlich zielstrebiger und klarer nach vorne spielen.“
„Wir haben keine Stabilität“
„Nein“ würde Krösches klare und unmissverständliche Antwort aus den oben genannten Gründen lauten, wenn man den gebürtigen Hannoveraner fragen würde, ob er zufrieden mit der Saison ist. Er begründete: „Weil wir vor der Saison andere Erwartungen hatten“ und zog einen Vergleich zur letzten Spielzeit: „Wenn wir uns den Start der Saison anschauen, haben wir mit Hugo Ekitiké und Tuta zwei Spieler verloren und haben Jonny Burkardt und Ritsu Doan geholt.“ Ansonsten konnte der Kader weitestgehend zusammengehalten werden. Der große Umbruch blieb diesmal der Eintracht fern. „Da muss man sagen: Die Entwicklung einzelner Spieler haben wir uns natürlich anders erhofft. Natürlich haben wir eine junge Mannschaft, das gehört dazu.“ Im letzten Jahr habe man mit Blick auf die erfahrenen Spieler eine ganz andere Stabilität gehabt, die in diesem Jahr so nicht mehr vorhanden sei. „Es ist nicht so stabil weitergegangen, wie wir uns das erhofft haben. Das heißt die Entwicklung der jungen Spieler und der Verlust der Stabilität der erfahrenen Spieler haben dazu geführt.“ Ein weiterer Faktor sei der jährliche Verlust von Leistungsträgern. „Dann kommt der Fluch der guten Taten dazu. In den letzten Jahren sind Spieler zu einem Topclub gewechselt. Junge Spieler denken, ‚ich bin der nächste, der den Schritt geht‘. Dann hast du das WM-Jahr, wo viele, gerade die erfahrenen Spieler zur WM fahren, wo Druck entsteht.“ Nicht zu vergessen die Erwartungshaltung, „die wir über die letzten Jahre kreiert haben und die Champions League, die für uns eine Nummer zu groß war.“ Man sei noch nicht so weit gewesen, „um in der Champions League wettbewerbsfähig zu sein. Mit der Auslosung sowieso nicht.“ Das führe dazu, „dass eine gewisse Negativität von außen aber auch von innen in dieser Saison schon von Beginn an reingetragen wurde. Der andere Fakt ist, dass wir mit der Art und Weise, wie wir Fußball spielen, nicht zufrieden sind. Das muss man ehrlicherweise sagen.“ Trotz des Trainerwechsels setzte man gewisse Dinge auf dem Platz nicht um. „Wir haben keine Stabilität in der individuellen Leistung. Wir haben keine Stabilität als Mannschaft generell. Am Ende führen viele Dinge mit dazu aber natürlich auch die Spieler.“
„Riera eine Persönlichkeit, die polarisiert“
Eine negative Stimmung macht sich inzwischen medial rund um Neu-Coach Albert Riera breit. Dem Vernehmen nach wird nicht nur das fehlende Offensivkonzept und zum Teil ausbleibende Ergebnisse bemängelt, auch seine direkte und teilweise martialische Art der Kommunikation stößt mittlerweile in Teilen des Eintracht-Umfelds auf Verwunderung. Für den Sportvorstand ist der Spanier aber genau der richtige Trainertyp, den die Hessen brauchen. „Seine Aussagen waren am Anfang prägnant und trotzdem wurden paar Sachen anders interpretiert. Natürlich hat Deutschland ein anderes mediales Umfeld, Frankfurt hat ein anderes Umfeld als er es in seinen früheren Stationen hatte. Er ist ein Typ und eine Persönlichkeit, die polarisiert.“ Man könne es gut oder schlecht finden, „aber er ist authentisch und er ist so, wie er ist. Und am Ende ist das für mich immer das Wichtigste bei einer Person und bei einem Trainer, dass du eine Persönlichkeit bist, dass du überzeugt bist von dem, was du tust und dass du eine klare Meinung und Kante hast.“ Die eine oder andere Aussage sei unglücklich gewesen oder falsch interpretiert worden, „aber das kann man ihm nicht vorwerfen. Am Ende ist es seine erste Trainerstation in der Bundesliga. Und dann gehört es dazu, dass man eine Lernphase hat.“
Fehlende Stabilität nervt den Boss
Nichtsdestotrotz hat sich der Wechsel von Dino Toppmöller zu Albert Riera nicht so positiv ausgewirkt, wie sich es alle Beteiligten erhofft haben. Das gestrige 1:3 gegen den Brauseclub war einer der vielen Niederlagen, die sinnbildlich für die aktuelle Saison ist. „Es hat was mit Automatismen aber auch mit Selbstverständnis zu tun. Wenn du eine erfolgreiche Phase hast, dann entwickelt sich ein gewisses Selbstverständnis. Das haben wir momentan auch nicht.“ Dem Eintracht-Macher fehle „die Aggressivität im Verteidigen, diese Gier, Zweikämpfe gewinnen zu wollen. Das fehlt uns. Das ist das, was uns letztes Jahr ausgezeichnet hat. Das ist das, was uns letztes Jahr auf Platz drei gebracht hat.“ Als Musterbeispiel führte der 45-Jährige das letzte Saisonspiel beim SC Freiburg (3:1) an. „Da geht es nicht um 50 Prozent, sondern um zehn, 15 Prozent. Aber die fehlen uns einfach in dieser Saison. Das ist der Grund, warum wir es nicht schaffen, in dieser Saison über 90 Minuten konstant unsere Leistung zu bringen, individuell, aber auch als Mannschaft. Wir haben grundsätzlich dieses Jahr nicht diese Stabilität, jeder Einzelne nicht, aber auch als Einheit. Das ist das, was uns extrem nervt.“
Wechsel im Tor als Stabilitätsrisiko
Das Problem der fehlenden Stabilität hat sich nicht erst im Laufe der Saison entwickelt, sondern war schon zu Saisonbeginn existent, wie Krösche erklärte: „Wir haben zu Beginn der Saison diese Stabilität nicht bekommen können, weil wir Verletzungen hatten und gemeinsam Entscheidungen getroffen haben, die nicht zur Stabilität beigetragen haben.“ Ein Aspekt, das zum Dauerthema wurde und die Eintracht scheinbar nicht gelöst bekommt, sind die Diskussionen rund um die Torhüterposition. „Auch die Torwartthematik hat nicht zur Stabilität beigetragen.“ Den Abgang von Vereinslegende und Europa-Cup-Held Kevin Trapp sieht Krösche im Nachgang nicht als Fehler. „Kevin war für uns immer ein wichtiger Spieler. Auch im letzten Jahr hatte er gerade in der Endphase einen großen Anteil daran, dass wir in die Champions League eingezogen sind. Am Ende war es der Wunsch für Kevin. Sollen wir jetzt einem 35-Jährigen, der die Möglichkeit bekommt, in seiner Wahlheimat einen Dreijahresvertrag zu unterschreiben, verbauen? Das kannst du in dem Moment nicht.“ Ob Kaua Santos in der neuen Saison wieder die Nummer eins sein wird, „wird man sehen. Es ist schon noch ein Konkurrenzkampf. Jetzt ist Kaua verletzt, Zetti ist momentan im Tor. Er sah gestern nicht so gut aus, aber er hat auch schon viele gute Spiele in der Saison gemacht, deswegen muss man es immer in den Kontext einordnen. Aber sicherlich haben wir über die Wechsel im Tor nicht wirklich zur Stabilität beigetragen.“
Transfermarkt im Wandel: Konkurrenz treibt Preise in die Höhe
Neben dem Sportlichen ist bei der Frankfurter Eintracht die finanzielle Situation stets ein zentrales Thema. In den letzten Jahren zeichnete sich der Verein dadurch aus, junge Spieler günstig zu verpflichten, sie zu entwickeln und für eine große Ablöse zu verkaufen. Inzwischen scheinen die großen Clubs dieses Modell zu kopieren, mit schwerwiegenden Folgen für den Markt, vor allem aber für die SGE. „Wir haben in den letzten Jahren eine Nische entdeckt, die wir jetzt nicht alleine besetzt haben, aber nicht viele Wettbewerber hatten. Die anderen Clubs gucken sich das an und sagen ‚Okay, dann schauen wir auch mal da rein‘. Mittlerweile hast du Eigentümer, die mehrere Clubs besitzen und andere finanzielle Möglichkeiten haben. Sie gehen genau in diesen Markt.“ Die Folge: „Vor zwei, drei Jahren haben wir Spieler geholt mit 18 Jahren für neun Millionen Euro. Heute kosten sie 20, 22 Millionen Euro.“ Das bedeutet für den Tabellenachten: „Wir müssen schneller und effizienter in unserem Scouting-Prozess sein. Wir müssen mehr Risiko gehen, also den Spieler noch früher transferieren mit dem Risiko, dass es nicht funktioniert und wir müssen uns andere Märkte erschließen und schauen, dass wir an einem Markt agieren, wo wir die Ablöse zahlen können.“
Für Verwunderung sorgt auch die Tatsache, dass die SGE trotz großer Einnahmen im zweiten Jahr in Folge auf ein Jahresfehlbetrag zusteuert und finanziell deshalb nicht auf Rosen gebettet ist. Im Sommer müssen wieder Einnahmen generiert werden, unter anderem durch Spielerverkäufe. „Wir haben investiert und wir müssen investieren. Das, was wir eingenommen haben, ist auch nicht immer brutto bei uns auf dem Konto gelandet. Die Summen, die wir erzielt haben, werden nicht immer in einer Summe, sondern über Raten bezahlt.“ Gleichzeitig habe man Investitionen, „die du in den Kader tätigst und die du auch zu finanzieren hast.“ Auch Personalkosten sind ein Faktor, die gestiegen sind. Krösche gewährte Einblicke in die Gehaltsstrukturen. „Die Vertragsstrukturen sind grundsätzlich so, dass wir ein Salary Cap haben, wo wir sagen, wir zahlen nicht mehr Grundgehalt als ein Betrag X, weil es geclustert ist. Wir haben unterschiedliche Cluster von jungen bis Stammspieler, Leistungsträger und Topspieler. Das sind unterschiedliche Gehaltsklassen.“ Bei der Eintracht sei es bonusabhängig. „Das heißt, wenn wir in gewissen Wettbewerben spielen, haben die Spieler Steigerungsmöglichkeiten für das Jahr, in dem wir in dem Wettbewerb spielen, wo sie Boni und gleichzeitig ihr Grundgehalt haben. Deswegen kommen natürlich in einem Champions League-Jahr andere Gehaltsstrukturen zustande.“
Krösche blockt Zukunftsfrage ab: „Habe Vertrag bis 2028“
Trotz dieser großen Herausforderungen hat der Manager große Freude an seinem Job. „Am Ende geht es um die Aufgabe und die Aufgabe macht mir Spaß. Es ist oft schön zu sehen, wenn sich junge Spieler entwickeln und sie nächste Schritte gehen. Natürlich ist es herausfordernd, gerade weil sich die Marktsituation in den letzten zwei, drei Jahren extrem verändert hat, gerade für uns als Eintracht Frankfurt. Aber das macht den Reiz auch manchmal aus.“ Zum Abschluss der Sendung musste sich Krösche noch der Frage über seine Zukunft stellen. Zweifelsohne gehört der Ex-Profi zu den besten Managern der Bundesliga, vielleicht sogar Europas. Nicht umsonst wurde er mit den Granden wie dem AC Mailand, dem FC Bayern München oder Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. „Ich kann es nicht beeinflussen und am Ende bleibe ich bei den Fakten. Wir haben auch keine Zeit mehr. Ich habe Vertrag bis 2028 und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ Dann machen wir hier Schluss und lassen das so stehen.







4 Kommentare
Im Doppelpass war das gar nicht mal so uninteressant. Auch wenn viele behauptet haben, dass wieder dieselben Phrasen von Markus Krösche rausgehauen wurden. Ganz besonders interessant fand ich die Beurteilung durch andere Journalisten oder durch Effenberg:
Die Eintracht kam in den letzten 15 Jahren, also seit dem letzten Aufstieg in die Bundesliga, genau zwei Mal unter die ersten fünf Plätze, und zwar in 2021 und in 2025.
In den letzten Jahren hat die Eintracht eine überragende Entwicklung genommen. Und es kann einfach nicht immer nur nach oben gehen. So ein Jahr wie das jetzige ist absolut normal. Rückblickend wäre es auch absolut im Bereich des Normalen, wenn es mehr als ein Jahr wäre.
Und es wurde auch klar gesagt, dass so eine normale temporäre Stagnation (das sind jetzt meine Worte) gerade in Frankfurt sehr schwierig ist, weil die Ansprüche im Frankfurter Umfeld sehr schnell, sehr hoch sind. Den letzten Satz würde ich einigen Leuten am liebsten auf die Stirn schreiben, inklusive mir übrigens.
Ich frage mich, was genau der Nährwert von diesem ganzen negativen Geschreibe ist. Insbesondere solches, welcher Spieler unbedingt mal spielen müsste, welcher Spieler überhaupt nicht mehr spielen sollte. Und so weiter. Ihr wisst glaub ich, was ich meine.
Zu was genau führt das?
Würde irgendein Trainer der Welt deshalb etwas ändern?
Wie viele von den Leuten, die so schreiben, sind eigentlich ausgebildete Fussballtrainer?
Wie viele von den Leuten, die so schreiben sind im Training dabei, kennen die Werte der Spieler und so weiter?
Und bevor jetzt wieder das Klagen der Opfer kommt, dass sie doch keine Meinung haben dürften. Und ob man sich jetzt entschuldigen müsste, weil man irgendeine Meinung vertritt, dann sage ich klar:
Nein, so ist es eben nicht gemeint.
Jeder darf seine Meinung haben. Das ist doch klar.
Die Frage ist aber, WIE ich meine Meinung vertrete.
Es ist doch was völlig anderes, ob ich sage "meiner Meinung nach ist es oder könnte es so und so sein" ... oder ob ich schreibe und fordere: "so und so ist es und so und so muss es sein." Und dabei keinerlei Spielraum für andere Meinungen zeige.
Und im gleichen Atemzug auch noch Spielern jegliche Fähigkeiten (auch zu Veränderungen und Reflektionen) abspreche und dem Trainerteam natürlich auch noch gleich mit dazu.
Ich wehre mich schlicht gegen solche verabsolutierte Meinungen, die in Einbahnstraßen gehen.
Und ich persönlich, aber das ist nur meine Meinung, lehne dieses Nörgeln ab. Es führt m.E. nur zu schlechter Stimmung, und zwar nicht nur bei den Empfängern, sondern auch bei den Sendern. Dessen bin ich mir sicher.
Und unterm Strich hilft es ja auch keinem weiter.
Was hilft ist Vertrauen. Was hilft ist Geduld. Was hilft ist Dankbarkeit für das Erreichte in den letzten Jahren.
Ganz ehrlich, ich muss mich immer noch kneiffen wegen der vielen Erfolge.
Gerade hinsichtlich der langen Zeit davor mit den vielen, vielen Durststrecken.
Und nein, das soll kein Blankoschein für Schönrederei sein. Nahezu körperloses Defensivverhalten wie gegen Leipzig oder uninspiriertes Offensivspiel wie größtenteils gegen Mainz oder unerklärbare Passivität nach Führung, wie in großen Teilen der zweiten Halbzeit gegen Wolfsburg muss und darf angesprochen werden.
Es ist genau das Gleiche wie mit diesen unsäglichen negativen Berichten und Kommentaren über Spiele in letzter Zeit, von Leuten die angeblich überhaupt keinen Bock mehr haben und am liebsten weg wollen und sich jetzt rausnehmen (was sie dann doch nicht tun) und und und.
Der Zusammenhang mit der Negativ-Affinität zwischen Riera und den Medien ist dabei natürlich nur rein zufällig.
Deshalb, wegen den angesprochenen Punkten fand ich den Doppelpass gar nicht mal so uninteressant. Weil u.a. differenziert diskutiert wurde. Und ich hatte ehrlich gesagt auch den Eindruck, dass Krösche schon etwas von seiner Souveränität verloren hat, was ihn für mich noch menschlicher macht. Ich will damit sagen, mein Gefühl war, dass es ihm schon etwas ausmacht. Das ist auch in gewisser Weise gut. Ich habe des weiteren den Eindruck, dass er Bock auf die Eintracht hat und an den Problemen arbeiten möchte.
Außerdem hat mir sein Statement bezüglich Riera, was hier auch im Bericht gut wiedergeben wurde, richtig gut gefallen. Für mich wurde deutlich, was Kösche an Riera schätzt, und dass er auch nicht alles an ihm gut findet.
Das klingt für mich nach einer Arbeitsbeziehung auf Augenhöhe. Das hatte ich beim Gespann Krösche Toppmöller nicht.
Die krassen Erfolge auch hinsichtlich der Transfer Entwicklungen werden immer schwieriger werden zu wiederholen. Es kann auch nicht sein, dass die Eintracht als einzige weiß, wie man clever kauft und verkauft. Mir scheint es nur logisch, dass es
auch mal Rückschritte geben musste.
Ich wünsch mir, glaub ich, dass wir weiterhin gemeinsam hinter der Eintracht stehen und gerade jetzt, in den letzten vier Spielen, jedes Spiel auch als Fans erwartungsschwanger angehen und nichts anderes erwarten als den Sieg.
Und wenn es für Europa nicht reichen sollte, dann werden die Konsequenzen bezüglich der Transfers noch erheblicher ausfallen als es jetzt schon voraussichtlich sein wird.
Und vielleicht ist das gar nicht mal so schlecht, wenn wir dann mit einer bereinigten Truppe in eine Saison ohne europäische Spiele gehen.
Und wenn doch, werde ich mich darauf freuen. Was denn sonst?
Viele hier im Forum geben Dino die Schuld an der ganzen Fitnessmisere des Teams. Wenn das so offensichtlich ist, dann frage ich mich warum Albert das nicht fokussiert trainieren lässt? Das sind Profis und müssten mit Zusatzschichten das wieder aufholen können! Stattdessen gibt er ihnen 2 Wochen Erholungszeit in der Länderspielpause, während andere Teams täglich weiter trainieren! Das ist völlig indiskutabel, wenn ich die schweren Defizite kenne! Er soll das Team zum Laufen bringen, anstatt große Forderungen an Krösche stellen. Er hat den teuersten Kader der Geschichte, lässt ihn aber wie eine Amateurmannschaft spielen.
Bisher hat Albert durch flotte Sprüche geglänzt, jedoch nichts verändern können im positivem Sinne!
Augsburg und Mainz sind Beispiele, wie fast tote Mannschaften durch richtige Führung wieder zum Leben erwachen! Und das ohne neue teure stars!
Bitte einen neuen Trainer ab Sommer!
Ich finde deinen Kommentar auch, so wie dieser Bericht, sehr gelungen in der Tat. Stimme dir in vielen Ausführungen zu. Eine gesunde und sachliche Meinungsäußerung bringt uns alle voran. Ich fand auch den Auftritt von MK herzhaft ehrlich und selbstkritisch. Was unseren Trainer angeht, ich bin der Meinung, dass seine Leistungen nur in der neuen Saison gesund bewertet werden kann. Er wird sicherlich Spieler einfordern, die seiner Philosophie entsprechen, die volle Vorbereitung mit ihnen absolvieren etc. Erst dann, werden wir die Situation bewerten können. Eine Saison ohne Europa kann auch mal helfen, da wir damit rechnen müssen, dass einiges sich im Kader tun wird.
Forza SGE!
„ Er wird sicherlich Spieler einfordern, die seiner Philosophie entsprechen, die volle Vorbereitung mit ihnen absolvieren etc. Erst dann, werden wir die Situation bewerten können.“
Das kann er natürlich machen, jedoch welche Qualität an Spielern denkst du kann er einfordern, wenn unsere Eintracht bekanntlich erst 35mios. € durch Transfererlöse erwirtschaften muss, bevor wir investieren können?
Ich denke wir werden im Falle des verpassen eines europäischen Wettbewerbs unsere besten Spieler verlieren, und werden wieder in ein bis zwei Regale tiefer einkaufen müssen. Ob es dem Albert reicht, wage ich zu bezweifeln.
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