Eintrachts neuer Trainer Adi Hütter hat in Frankfurt die „Trainingsgruppe 2“ eingeführt.

Vor ziemlich genau fünf Jahren machte die TSG Hoffenheim große Schlagzeilen mit ihrer sogenannten „Trainingsgruppe 2“ um Nationalspieler Tim Wiese &Co. In Frankfurt baut man in diesen Tagen auf ein ähnliches Konzept und lässt sieben Spieler aus dem überfüllten Profikader separat trainieren. Nicht bei jedem Mitglied dieser Gruppe ist der Schritt auf den ersten Blick nachvollziehbar.

Wechselwilliger Fabián darf trotz Trainerlob gehen

Branimir Hrgota, Daichi Kamada, Eigengewächs Marc Stendera und Nelson Mandela machten den Anfang. Am Mittwoch gesellten sich nun auch Marco Fabián, Simon Falette und Marijan Cavar zur Frankfurter „Trainingsgruppe 2“. Grund: Trainer Adi Hütter will den überfüllten Kader weiter ausdünnen und vor dem Saisonstart Klarheit schaffen. „Jeder sieht, dass wir einen großen Kader haben und ich werde in reduzieren, weil es mit so vielen Spielern nicht möglich ist, ein hochwertiges Training zu machen.“ Für die ausgemusterten Spieler keine angenehme Situation, wie der Österreicher zugeben muss. Insbesondere beim Mexikaner Fabián dürften sich die Geister scheiden, stand der Offensivspieler im Supercup zuletzt sogar noch in der Startelf und bekam in der Vorbereitung Sonderlob vom Coach. „Er ist ein sehr interessanter Spieler. Aber Fakt ist, dass wir mit Ante Rebic und Nicolai Müller in der Offensive genug Spieler haben.“

Das wiederum klingt ein wenig wie ein Vorwand. Fabiáns Spezialgebiet liegt sicher nicht wie das von Rebic und Müller auf der offensiven Außenbahn. Er ist ein klassischer Zehner oder Achter, der Kreativität mitbringt. Und sucht die SGE nicht eigentlich noch für genau diesen Bereich Verstärkung? In der Folge wird aber deutlicher, worum es bei der Personalie womöglich eigentlich geht: „Bezüglich Fabian ist mit mir von vornherein kommuniziert worden, dass die Möglichkeit besteht, dass er wechseln kann.“ Der 29-Jährige sei ein toller Spieler und ein super Typ, „aber es geht um seine Zukunft und es ist nicht so, dass er einem Wechsel nicht zustimmen würde“, so Hütter weiter. Sein Vertrag läuft noch bis 2019. Die Eintracht steht also vor der Frage: Verlängern oder verkaufen? Möglich, dass man sich schlichtweg entschieden hat letzteren Weg zu gehen, weil der letzte große Vertrag des Mexikaners wohl zu kostspielig im Vergleich zum Nutzen sein könnte. Alles andere wäre zumindest keine plausible Erklärung, warum man im Gegenzug den Brasilianer Allan von Liverpool und Chico Geraldes aus Lissabon ausgeliehen hat, wenn man mit Fabián über einen ähnlichen Spielertypen verfügt, der seine Klasse bereits nachgewiesen hat.

Ausmusterungen keine Qualitätsfrage – Hütter erwartet trotz Substanzverlust Reaktion

Das bosnische Talent Marijan Cavar, ebenfalls Teil der „Trainingsgruppe 2“ soll möglichst verliehen werden.

Auch die Ausmusterung von Simon Falette, der zwar in der vergangenen Runde nicht immer ganz sattelfest wirkte, aber immerhin noch drei Jahre Vertrag am Main hat, war nicht gerade vorherzusehen. Allerdings sei mit Evan N’Dicka eben ein junger Spieler mit Perspektive geholt worden, der seinem Landsmann in der internen Teamhierarchie den Rang abgelaufen hat. Marijan Cavar hingegen soll im Optimalfall verliehen werden. Bei ihm glaubt man nach wie vor an eine positive Entwicklung. Aber was fehlt denn ausgemusterten Spielern denn im Vergleich zu den Spielern, mit denen Hütter plant? „Es fehlt gar nichts. Wir haben einfach genug Spieler. Es hat nichts mit der Qualität der einzelnen Spieler, wie Marco Fabian, zu tun.“ Man habe sich am Ende für die entschieden, die auch in Zukunft für die Hessen auflaufen sollen.

Die „“Trainingsgruppe 2“ sorgt im Umfeld auf jeden Fall für Unruhe und Diskussionen. Diskussionen, die seit der Supercup-Klatsche sowieso in vollem Gange sind. Vielerorts wurde die Qualitätsfrage gestellt. Das ist auch dem Trainer bewusst, der Verständnis für den Unmut der Anhänger zeigt. Hütter war sich hingegen des schweren Umbruchs durchaus bewusst, einzig den Abgang von Kevin-Prince Boateng hatte man nicht eingeplant. „Wir haben natürlich an Substanz verloren. Die Spieler, die wir geholt haben, haben wir auch schon für die Zukunft geholt. Sie brauchen ein bisschen Zeit. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir eine Mannschaft haben, mit der wir konkurrenzfähig sind.“ Sorgen mache sich der 47-Jährige entsprechend keine. Man müsse der Realität in die Augen schauen, “aber Sorgen in dem Sinne habe ich nicht. Fakt ist, dass ich eine Mannschaft zusammen habe, die gut ist.“ Man habe die Aufgabe nun die Kritiker eines Besseren zu belehren und in den kommenden Spielen ein anderes Gesicht zeigen: „Das beginnt am Samstag im Pokal. Ich möchte eine Reaktion auf das, was wir nicht gut gemacht haben gegen die Bayern.“ Vor allem die Körpersprache soll dann anders aussehen. Mit der war Hütter gegen die Bayern nicht zufrieden. „Es braucht im richtigen Moment Typen, die sagen, dass es weitergeht.“

Chandler vor langfristigem Ausfall – findet die Eintracht für Stendera einen Abnehmer?

Intern diskutiert man deshalb selbstverständlich über weitere Zugänge, vor allem gestandene. Auch auf der defensiven Außenbahn könnte die Eintracht im schlimmsten Fall noch einmal nachlegen müssen. Timothy Chandler wird die Tage weiteren Untersuchungen unterzogen. Sein operiertes Knie macht seit geraumer Zeit Probleme und der Rechtsfuß droht langfristig auszufallen. „Wenn er wegfällt, müssen wir handeln“, macht Hütter deutlich. Insgesamt müsse man konstruktiv denken, um das Bestmögliche herauszuholen – das müssen die Verantwortlichen auch, wenn sich für die sieben Ausrangierten am Ende doch keine Abnehmer finden. Gerade bei Marc Stendera könnte sich das Ganze aufgrund seines gut dotierten Vertrages bis 2020 äußerst kompliziert darstellen. Der 22-Jährige strebt nur einen Verkauf an, müsste bei einem Wechsel allerdings wohl erhebliche Abstriche machen. Und auch bei Stendera drängt sich wie bei Fabián die Frage auf, ob er der Eintracht nicht noch helfen hätte können.

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53 Kommentare

  1. Dreifachbelastung bedeutet nicht, dass man dreimal so viel Spieler braucht.
    Guckt Euch die Bayern an, haben viel weniger Spieler, aber alle taugen was. Zweite Trainingsgruppe find ich klasse, damit man kapiert, dass man besser mal wechseln sollte. Quantität durch Qualität ersetzen und nicht Ersatz für den Ersatz für den Ersatz, der dann doch nie eingesetzt wird.

  2. Unser neuer Trainer macht Fehler
    ……………………………………………….
    Sehr viele Fehler für die ersten Tage. Nach dem Torwart-Fehler gegen
    Bayern jetzt eine B-Trainingseinheit.
    ……..
    Das positive Familien-Gefühl in der Mannschaft, das Miteinander
    wird hier gerade ganz brutal zerstört !!!
    ………….
    Prosit Neue Saison :((((

  3. @52 da ist der Trainer nicht schuld das wir knapp 40 Spieler haben,er hat ganz klar formuliert das er 23-25 Spieler braucht um vernünftig Training machen .
    Aber so funktioniert jede Mannschaft , nicht nur in der Bundesliga.

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