Nach den Tumulten in Rom soll es zur Kommunikation mit den Fans kommen.

Die Freude über das grandiose Abschneiden in der Europa-League Gruppenphase und den Rekord ist riesig. Der Sieg über Lazio Rom wurde jedoch von einigen unschönen Szenen überschattet. Vor dem Spiel am heutigen Abend um 18 Uhr gegen Leverkusen wurde beim FPS-Fantalk wieder fleißig diskutiert. Nicht zuletzt über die Tumulte in Rom, den Ausfall von Makoto Hasebe und die Wichtigkeit des heutigen Spiels.

Der Fantalk erscheint während der Saison an jedem Bundesligawochenende, an dem Eintracht Frankfurt ein Heimspiel bestreitet, sonntags zwischen 12 und 14:30 Uhr auf SGE4EVER.de. Ihr wollt auch einmal mit uns diskutieren? Dann bewerbt euch über das Fantalk-Bewerbungsformular und seid bei einem der nächsten Fantalks, die per Telefonkonferenz geführt werden, dabei.

Am heutigen FPS-Fantalk nehmen teil: SGE4EVER.de-Redakteurin Katja, Eintracht-Fan Martin Müller und FPS-Geschäftsführer Paul Taaffe.

These 1: Nach den Tumulten in Rom muss die Führungsetage der Eintracht bei den eigenen Fans Kante zeigen und härter durchgreifen. Ein paar wenige Fans machen das grandiose Bild der Eintracht in Europa kaputt.

Paul: „Ich kann nicht allzu viel dazu sagen, ich weiß nur, dass die Wahrnehmung letztendlich negativ war. Angeblich haben die Römer zuerst einen Böller in den Block geworfen und auch die Polizei war recht passiv in Richtung der Fans von Lazio, aber aktiv als es um die Eintracht ging. Ich bin mir nicht sicher, was der Verein machen kann und wird. Das Verhältnis zu den Fans ist eigentlich ein gutes. Axel Hellmann hat sich gegenüber den Medien auch geäußert, dass er sich geschämt hat und darüber sehr betrübt war.“

Katja: „Ich denke schon, dass der Verein ein Statement setzen muss, auch wenn es nur ein paar Fans betraf. Es war definitiv ein negativer Eindruck. Trotz allem bin ich nicht der Meinung, dass diese wenigen das Bild der Eintracht in Europa nicht kaputt machen, weil die positive Stimmung der Fans bei allen anderen Spielen überwiegt.“

Martin: „Ich finde die Eintracht hat tolle Fans, die Choreos sind legendär. Die Fans selbst haben hingegen einen schlechten Ruf, sie gelten als gewaltbereit, so dass die These durchaus etwas für sich hat. Auch die Medien berichteten mehr über die Ausschreitungen als den Rekord von sechs Siegen in sechs Spielen. Maßnahmen, durchaus auch härtere, wären angebracht, jedoch darf man auch da nicht übertreiben. Den Vorschlag einer einjährigen Gefängnisstrafe wegen des Zündens von Böllern finde ich jedoch populistischen Quatsch. Der Verein scheut meiner Meinung nach auch den Konflikt mit den Ultras. Es ist in Rom niemand zu Schaden gekommen, jedoch sollte man die Vorkommnisse noch einmal ansprechen und die Ansprache verstärken.“

Paul: „Axel Hellmann wird mit den Leuten reden und versuchen einen gewissen Einfluss auszuüben. Hingegen aller Euphorie bin ich der Meinung, dass diese Vorkommnisse durchaus einen negativen Eindruck hinterlassen haben.“

These 2: Der Ausfall von Makoto Hasebe wirkt nach dem von David Abraham schwer. Die letzten drei Spiele werden so zur Feuerprobe für die Frankfurter Defensive.

Katja: „Dem ersten Teil der These stimme ich auf jeden Fall zu. Sowohl Hasebe als auch Abraham sind die beiden Nenner, die einen großen Anteil haben, dass die Defensive in den letzten Spielen gut aufgestellt war. Ich glaube auch, dass es schwerer wird, dennoch haben wir weiterhin defensiv gut stehende Leute wie N’Dicka, der seinen Job auch richtig gut macht.“

Martin: „Ja das tut weh. Hasebe ist für das Aufbauspiel elementar. Ich sehe hier keinen Ersatz. N’Dicka ist zu jung, Falette technisch noch unbeschlagen, Russ wackelt. Vielleicht Salcedo, aber dieser war auch lange verletzt. Es wäre denkbar, dass die Mittelfeldspieler um de Guzman und Gacinovic defensiver werden.“

Makoto Hasebe verletzte sich beim Spiel gegen Lazio und fällt aus

Paul: „Das diese Ausfälle uns weh tun ist ganz klar. Die Szene gegen Rom, bei welcher Correa angehalten hat, als sich Hasebe verletzt hat war ein unfassbar sportliches Verhalten, welches auch einmal erwähnt werden muss. Ich glaube nicht, dass Hütter aufgrund des Ausfalls groß umstellen wird. Er wird bei der Fünferkette bleiben und meiner Meinung nach Salcedo auf diese Position stellen. Dennoch habe ich ein wenig Angst vor der Partie gegen Leverkusen mit ihren schnellen Stürmern.“

Katja: „Marco Russ hat gegen Wolfsburg ein extrem schwaches Spiel gemacht. Seine Schnelligkeit und auch Kondition sind langsam am Ende. Ich bin mir nicht sicher, ob er noch 90 Minuten auf einem hohen Niveau spielen kann. Er ist einfach nicht mehr so gut wie beispielsweise Hasebe oder Abraham.“

Paul: „Schnell war er noch nie. Ich finde er hat es gegen Rom ordentlich gemacht. Er spielt mit Auge und hat ein gutes Aufbauspiel. Russ brauch aber einen guten Tag. Gegen Wolfsburg hatte er eben keinen. Wir haben jedoch keine Alternativen mehr.“

Martin: „Vielleicht kann Russ auch die Aufgabe von Hasebe übernehmen.“

Paul (lacht): „Oder Kevin Trapp spielt einfach Torwart und Libero.“

 

These 3:Ein Sieg ist gegen Offensivstarke Leverkusener eigentlich Pflicht, will die Eintracht auf Kurs Europa überwintern. Die Formstarken Willems und Gacinovic könnten mit Ihrer Kreativität im Zentrum ein entscheidender Faktor sein.

Martin: „Im Prinzip ja. Natürlich hängt das Schicksal der Saison nicht an diesem einen Spiel. Es ist kein Schicksalsspiel, aber ein wichtiges, wenn wir auf einem Europacup-Platz überwintern wollen. Von den drei verbleibenden Spielen ist es das vermeintlich einfachste. Es ist ein Heimspiel und Leverkusen liegt der Eintracht tendenziell, auch wenn diese unter der Woche in der EL hoch gewonnen haben.“

Paul: „Natürlich wäre dieser Sieg wichtig. Als Gacinovic das Tor gegen Rom gemacht hat, habe ich mich sehr gefreut. Es war viel Frustration dabei. Im Mittelfeld ist das auf jeden Fall zutreffend, in der Defensive habe ich etwas Angst. Leverkusen hat aus meiner Sicht mit die besten Stürmer der Bundesliga, auch wenn sie dies nicht immer zeigen. Heute brauchen wir auch etwas Glück glaube ich.“

Katja: „Ich denke auch, dass wir das brauchen werden, besonders nach den Ausfällen. Leverkusen hat einen hervorragenden Sturm. Sowohl Willems als auch Gacinovic sind zwei extrem kreative Spieler, besonders Gacinovic, er ist ein sehr intelligenter Spieler. Diese beiden können durchaus ein entscheidender Faktor sein und das Mittelfeld bereichern. Dennoch kann man sich auf die beiden Spieler nicht immer verlassen, da es Tage gibt, an denen sie nicht ihre Leistungen bringen.“

Martin: „Adi Hütter ist eigentlich eher ein Freund der Offensive als der Defensive, dennoch muss die Eintracht gegen Leverkusen defensiv aufpassen. Gegen Wolfsburg haben wir das sträflich vernachlässigt. Ich bin mir nicht sicher, ob Willems und Gacinovic heute spielen werden, da ich nicht davon ausgehe, dass Hütter das magische Dreiecke auseinanderreißt. Meiner Meinung nach werden, hinsichtlich der defensiven Ausrichtung und wenn diese fit sind, eher Fernandes und de Guzman spielen.“

Paul: „Bei Adi weiß man das nie. Ich selbst kann mir nicht vorstellen, dass wir mit den drei Stürmern beginnen. Ich würde auf Jovic setzen aufgrund seiner Präzision.“

Katja: „Ich finde es sehr schwer einzuschätzen, wie die Aufstellung letztendlich aussieht. Gacinovic könnte spielen, auch aufgrund seines Treffers in Rom. Hinsichtlich der Büffelherde schließe ich mich Paul an. Ich denke nicht, dass alle drei gemeinsam beginnen werden. Rebic hat in den letzten Spielen auch nicht sehr gut gespielt, weshalb ich mir vorstellen könnte, dass Jovic und Haller beginnen.“

Tipps zur Bundesligapartie gegen Leverkusen

Paul: Ich kann grundsätzlich nicht gegen meine Eintracht tippen. Ich tippe jetzt, weil es Weihnachtszeit ist auf 3:1 für uns.“

Katja: „Ich glaube 2:1.“

Martin: „Ich schließe mich dem 2:1 an.“

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10 Kommentare

  1. Ich denke, dass sich auch Fernandes als Ersatz für Hasebe anbieten würde. Fernandes ist läuferisch top, er kann defensiv auch mal hart aber fair einsteigen, er ist abgeklärt und unermüdlich unterwegs, und er antizipiert gut den Spielaufbau des Gegners.
    Im eigenen Spielaufbau nach vorne müssten verstärkt N’dicka oder Salcedo eingebunden werden, und die 6er sich Bälle auch abholen.

    Die Problematik, dass sich einige wenige Fans als tumbe Hooligans outen, aber dennoch aĺlen (d.h. dem Verein, Spielern, Fans und auch der SGE zugeneigte Öffentlichkeit) die Freude an den sportlichen Dingen nicht nur trüben sondern kaputt machen, ist ja nun nicht neu. Nerven tut’s aber immer mehr.
    Ich bin daher dafür, dass Herr Heilmann diesmal sehr hart durchgreift, und dass auch unser geliebter Lautsprecher Peter Fischer mal Tacheles redet.

    Forza SGE!

  2. @1

    Ich sagte „wenige Fans“, da ich es in Relation zu den hunderten von Tausenden Fans im Rhein-Main-Gebiet und im Rest von D setze.

  3. Ich bin seit vielen Jahren Eintrachtfan und weigere mich mit diesen Leuten in einen Topf geworfen zu werden. DAS SIND KEINE FANS!
    Wer sich so asozial und kriminell verhält schadet dem Verein und hat kein Recht sich Fan von Eintracht Frankfurt zu nennen. Diese Leute müssen nach ihren Taten beurteilt und behandelt werden.

    Angesichts der vielen echten Fans sind das wenige. Aber in der Aussenwirkung bestimmen die den Ruf.

    @1 wenn du der Meinung bist das es nicht wenige sind frage ich mich ob du auch zu dieser Gruppe gehörst, oder wenn nicht warum du Eintrachtfan bist.

    Der Verein muss sich die Frage stellen wir er diese rausfiltern und mit Stadionverbot belegen kann. Das geht nur im Kontakt mit den Ultras. Das sind ja nicht alles Krawallmacher. Allerdings müssen sich die Ultras, die echte Eintrachtfans sind, den Vorwurf gefallen lassen, dass sie diese decken und schützen. Damit muss Schluss sein!

  4. @4 knorzkopp
    Ich freue mich, dass Du zu den wirklichen Fans gehörst und diese
    Idioten genau so ablehnst wie ich.
    Mich ärgert diese ständige Verharmlosung des Problems.
    Es sind eben nicht einige Wenige.
    Ich war in Rom nicht dabei, aber wenn ich die verschiedenen Bilder
    und Filme sehe und zählt man zum harten Kern die Unterstützer und
    grölenden Mitläufer dazu, waren es sicher mehr als tausend.

  5. Schwierig genug das auszuhalten als “ normaler Fan “ aber für alle Vereine, auch Dortmund, gibt es solche Probleme, so schlimm wie dieses Mal war es ja auch schon lange nicht mehr.
    Als Verantwortlichen kann ich hier keinen Fan sehen, das sind einfach nur menschenverachtende und sportfremde Chaoten. Da kommt man leider auch nicht weiter, das ist ein fürchterliches Clientel.
    Je mehr man über sie spricht umso wohler fühlen sie sich

  6. In der Tat könnte sich Herr Peter Fischer deutlicher vs. Gewalttäter in den eigenen Reihen positionieren. Aber das kommt natürlich weniger gut an im geneigten Fanlager und ins Sportstudio geschweige denn heute-journal kommt Peter der ganz Große damit sicher auch nicht.

  7. Unser Taxifahrer vom Flughafen war Lazio-Fan und wollte abends ins Stadion. Wir hatten viel zu Lachen auf der Fahrt und haben uns einen schönen Abend gewünscht. Soviel zum Thema „saugefährlich“ in Rom und bleibts zu Hause! Ärger bekommen zu 99,99% nur die, die ihn wollen.

  8. @7
    Was redest Du da ? Peter Fischer und Axel Hellmann haben sich oft und klar gegen Gewalt und Chaotentum ausgesprochen !
    Das Statement nach Rom von AH im Namen der Eintracht war ebenfalls eindeutig.
    Populismus hilft doch hier wirklich nicht !
    Natürlich muss und ich bin mir sicher, wird die Eintracht ihr Verhältnis zu „Radikalen“, die ich bewusst nicht mit allen Ultras gleichsetze, überprüfen.
    Um es klar zu sagen : JA ! Ich bin für Strafen, für Stadionverbot und sogar für Regressforderungen bei finanziellen Schäden !
    Doch das hat alles nur sehr wenig mit populistischen Forderungen zu tun, denn wir sind auch im Fussballstadion immer noch ein Rechtsstaat. Schuld bleibt Schuld, aber nur individuell und nicht pauschal.
    Zurück zum Sport , ich muss los ins Stadion, Auf Jetzt und
    Forza SGE !

  9. @9 Evtl. meinen wir verschiedene Peterse. Ich meine Peter „dann schlagen wir halt diesen Scheiss BVB“ Fischer 😉

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