Die SGE ist seit sechs Bundesligaspielen sieglosen. (Bild: imago images / Jan Huebner)

Ernüchterung, Enttäuschung und die Suche nach Erklärungen: Nach dem bitteren 2:4 gegen den 1. FC Köln präsentierten sich die Spieler der Frankfurter Eintracht mit hängenden Köpfen. Sie fanden klare Worte für die vor allen Dingen in der zweiten Halbzeit ganz schwachen Leistung. Dennoch versuchten sie auch, die Kräfte noch einmal zu bündeln und den Blick nach vorne zu richten, wo am Sonntag der SC Paderborn zum Hinrundenabschluss wartet. Wir haben für euch die Stimmen zum Spiel zusammengetragen.

Dominik Kohr: „Ich würde es nicht als Einbruch bezeichnen. Wir haben gut angefangen und sind zurecht mit 2:0 in Führung gegangen. Köln kommt dank des abgefälschten Schusses von Hector zurück ins Spiel. Wenn du mit 2:0 in die Halbzeit gehst, gehst du besser gelaunt und mit einer besseren Stimmung in die Pause. So hatten wir ein mulmiges Gefühl. Und Köln hat in der zweiten Halbzeit weiter an sich geglaubt, während wir gleichzeitig nicht mehr so die Lösungen hatten. Wenn man das Spiel über weite Strecken betrachtet, dann war es für Köln verdient. Es ist einfach scheiße. Wir gucken jetzt erstmal auf das nächste Spiel und nicht jeden Tag auf die Tabelle. In Paderborn müssen jetzt drei Punkte her.“

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): „Ich stelle mich vor die Mannschaft und möchte eine Lanze für sie brechen, für das, was sie schon seit ein paar Monaten leistet. Man sieht einfach, dass manche Spieler ab und an die falschen Entscheidungen treffen. Sicherlich auch deshalb, weil eine unglaubliche Müdigkeit da ist – sowohl eine mentale als auch eine körperliche. Wir waren eigentlich gut im Spiel und sind verdient in Führung gegangen. Hintenraus hat Köln verdient gewonnen. Wir wollten uns im letzten Heimspiel belohnen und den Fans einen versöhnlichen Abschluss bieten. Daher sind wir enttäuscht. In unserer Mannschaft ist eine Verunsicherung zu spüren. Es läuft nicht alles so, wie wir es haben wollen in den letzten Wochen. Diesen Karren müssen wir jetzt wieder aus dem Dreck fahren. Wir können die Tabelle lesen. Wir sind momentan mittendrin, wo es in beide Richtungen gehen kann. In Paderborn wollen und müssen wir nochmal alles raushauen. Wenn ich ehrlich bin, wünschte ich mir mehr als acht Tage Pause, weil wir unheimlich viele Spiele hatten. Wir nehmen das aber so an und jammern nicht.“

Makoto Hasebe: „Wer 2:0 führt, der darf am Ende nicht 2:4 verlieren. Vier Gegentore sind viel zu viel. In der zweiten Halbzeit haben wir wieder zu passiv gespielt. Uns fehlt aktuell die Kraft und Leidenschaft. Es hat einfach viel gefehlt. Wenn wir weiter so eine Leistung zeigen, dann heißt das Abstiegskampf. Im letzten Spiel vor der Winterpause müssen wir alles, alles, alles geben. Führungsspieler wie ich müssen die jüngeren Spieler führen. Die Umstellung in der zweiten Halbzeit ist kein großes Thema für mich. Wir wussten, dass Cordoba uns gefährlich werden kann, deshalb wurde die Formation umgestellt. Natürlich verstehe ich auch die Pfiffe der Fans, wenn du sechs Spiele in der Bundesliga nicht gewinnst. Sie unterstützen uns jedes Spiel und deshalb akzeptiere ich das. Wir müssen aus dieser Phase rauskommen und das ist nicht einfach.“
Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln): „Wenn man es sich vorher aussuchen könnte, wie so ein Auswärtsspiel laufen könnte, dann würde man es sich genauso wünschen. Das abgefälschte Tor war natürlich ein bisschen glücklich für uns. Wir hatten vorher aber noch ein paar gute Gelegenheiten. In der Halbzeit habe ich meinen Spielern gesagt, dass sie nicht hektisch werden sollen. Wir haben uns hintenraus belohnt und am Ende auch einen verdienten Sieg eingefahren.“
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55 Kommentare

  1. Genau sie hätten es auch mal verdient!!!
    Verdient mal 2/3 Spiele zu machen.
    Genau wie jetzt Chandler hätte viel früher für Pausen von Costa sorgen können.
    Da Costa schleppte sich wochenlang nur über den Platz

  2. @46. ritschi, ach du Scheiße. Was soll man dann zu hasebes spielerei?! Wenn sow Alibi Fußball ist, dann spielt hasebe in der c-klasse.

    Solange man hasebe in den Himmel lobt und am besten gleich auch noch da Costa, dann darf man sich über sow oder andere ganz sicher nicht beschweren!
    Mein Gott….

  3. @48 BenGore:
    Als sofortige ihn anzupreisen war sicher ein Fehler. Wann ist denn ein neuer Spieler sofort eine Hilfe? Das kommt doch eher selten vor, wenn es nicht so ein robuster Leader-Typ wie der Prince oder Max Kruse ist. Sieht mir Sow nicht nach aus.

    Ja, es stimmt, dass Adi und wohl Fredi auch den Kader für ausreichend in der Breite hielten. SIcher mit Blick auf drei Wettbewerbe und eine lange Saison, wo nicht wieder am Ende die Puste ausgehen soll. Dass wir am Ende der Hinrunde schon so im Eimer sind, war mit den 31 Spielen seit August vielleicht zu erwarten, aber mit den Verletzungen von Sow, Dost, Silva, Rode, Chandler, dem frühen Melden des Kaders in der EL und roten Karten fehlen auch manchmal Rotationsmöglichkeiten. Ich würde die Bilanz, ob der Kader breit genug ist, dann auch am Ende der Saison ziehen.

    Mal eine These, wieso Adi bestimmte Spieler spielen lässt, die außer Form scheinen oder noch nicht zur Top11 gehören:
    – formschwache: die müssen aus ihrem Loch wieder raus und das geht nicht auf dem Trainnigsplatz, sondern nur im Spiel. Aktuell Paciencia, DDC
    – Talente entwickeln: geht auch nur in echten Spielen. Köönnte mir vorstellen, dass Adi auf einzelnen Positionen immer mal denjenigen spielen lässt, von der er sich zukünftig mehr erwartet und schauen will, ob er besser wird. Die restlichen 6-7 Top-Spieler auf ihren Positionen müssen dann Fehler mit ausbügeln, aber alles so gewollt. Fällt mir Toure ein oder Sow oder Kamada. Bei den Top-Spielern sind es Hinti, Kostic, die auch deshalb immer spielen

  4. @29:

    Körperlos-Kamada und unser Trümmertrupp haben Arsenal weggeschossen…

    Diese Mannschaft hat auch schon in ein paar anderen Spielen gezeigt, dass sie’s auch besser spielen kann.
    Bundesligatauglich sind alle Spieler.
    Die Frage ist: Wieso konnte das die letzten Spiele nicht abgerufen werden?

    Die aktuelle Krise ist komplex.
    Sei es das vercoachen der letzten Spiele, die Masse an Spielen bis jetzt oder individuelle Fehler einzelner Spieler.

    Das sind aber meiner Meinung nach, mit diesem Kader (Ja! Ich glaube an die Qualität jedes Einzelnen), alles Probleme die lösbar sind.
    Denke Rebic kommt die RR auch zurück. Das gäbe uns den nötigen Punch.
    Und mit ihm an der Seite könnte man auch langsam mal anfangen Joveljic spielen zu lassen.
    (sorry @: 29 schimpanse: der Junge muss doch erst einmal spielen, bevor man sich so ein vernichtendes Urteil wie du es abgibst, erlaubt).
    Die Zeichen, die auf eine Rückkehr deuten, sind zu ausgeprägt.
    Ansonsten wäre das doch alles viel zu verrückt.

    Für die Abwendung einer totalen Krise mit Abstiegskampf, braucht man aber Zeit zum trainieren.
    Und das ist das Hauptproblem.
    8 Tage Winterpause werden das Ruder nur schwer rumreissen können.

    Zumal der Hütter gerade echt überfordert wirkt. Der braucht nen gescheiten Athletiktrainer an seiner Seite.
    Die gegenwärtige Krise ist größtenteils dem Trainerteam zuzuschreiben.

    Nichtsdestotrotz stehe ich zu Hütter und hoffe er wird an seinen eigenen Fehlern arbeiten.

    Zum jetztigen Zeitpunkt schon einzuschätzen, ob ein Trainerwechsel sinnvoll wäre, ist schwachsinnig und unfair.

    Denke so die ersten 3-4 Spiele in der Rückrunde werden zeigen, wohin Adis Reise geht.

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