Fredi Bobic – denkt er an Abschied? (Foto: IMAGO / Chai v.d. Laage)

Fredi Bobic gilt als ein Mann klarer Worte. Egal, ob beim Videobeweis, der WM in Katar oder bei Gewalt im Fußball. Doch jetzt steht der Eintracht-Sportvorstand höchstselbst im Mittelpunkt einer entbrannten Diskussion. Bleibt er? Oder geht er nach der Saison? Seit Wochen wabert das Gerücht um einen Abgang des Eintracht-Machers in Richtung Hertha BSC Berlin durch den Stadtwald. Sein kleiner Tribünen-Flirt mit Hertha-Boss Carsten Schmidt beim direkten Aufeinandertreffen der beiden Klubs Ende Januar brachte nicht unbedingt Ruhe in die Personalie. Am Montagabend platzte dann die Sky-Meldung rein, wonach Bobic bereits seinen Wechselwunsch bei der Eintracht-Führung hinterlegt habe. Gespräche über eine Auflösung des Vertrags bis 2023 hätten zwar noch nicht stattgefunden, doch die Tendenz ist klar: Bobic denkt über einen Abschied nach.

Will Bobic am Höhepunkt abtreten?

Die Argumente des 49-Jährigen für einen Abgang liegen auf der Hand: Mit der Eintracht hat er mehr erreicht, als sich die kühnsten Optimisten bei seinem Amtsantritt 2016 zu träumen gewagt hatten. Ein Abgang am Höhepunkt seines Wirkens könnte da das i-Tüpfelchen auf einer erfolgreichen Zeit sein. Hinzu kommt, dass in Berlin die Aussicht winkt, bei dem Verein, für den er selbst gespielt hat und in dessen Stadt seine Frau und Töchter leben, etwas Ähnliches wie in Frankfurt aufzubauen. Das könnte den Ex-Nationalstürmer antreiben. Noch dazu winkt ein Gehaltssprung und das große Portemonnaie von Hertha-Investor Lars Windhorst bei der nächsten Einkaufstour.

Bei der SGE gibt man sich bislang unaufgeregt und vermutet ein Störfeuer aus Berlin. „Fredi Bobic hat bei Eintracht Frankfurt einen Vertrag bis 2023. Wir befinden uns mit ihm in Gesprächen über die zukünftige Ausrichtung der bislang sehr erfolgreichen Zusammenarbeit“, teilte Aufsichtsratsvorsitzender Philip Holzer dem „kicker“ mit.

Nicht noch ein „Stand jetzt!“

Doch ein „Stand jetzt“-2.0 kann die Eintracht in der heißen Saisonphase nicht nochmal gebrauchen. Und ein solches Hin und her geht wohlgemerkt auch in den seltensten Fällen so gut aus, wie mit dem Pokalgewinn unter Niko Kovac 2018. Sprich: Bobic sollte Adi Hütter folgen und Farbe bekennen. In die eine oder die andere Richtung. Eine Hängepartie des erfolgreichen Eintracht-Machers könnte den Traum von der erstmaligen Champions-League-Teilnahme akut gefährden. Und seinen Heldenstatus am Main unnötig ins Wanken bringen. Daher bitte jetzt kein Rumgeeiere, Herr Bobic!

Autor Marcel Storch

Marcel StorchMarcel Storch ist seit 2017 Teil des Teams von SGE4EVER.de. Spätestens nach Jan-Aage Fjörtofts Übersteiger und Alex Schurs 6:3-Siegtor gegen Reutlingen war es um ihn mit der SGE geschehen. Für die Eintracht war er als freier Mitarbeiter im Eintracht Frankfurt Museum tätig. Mittlerweile vertritt er den Adler im Ruhrpott und arbeitet als Journalist in Essen. Für SGE4EVER.de schreibt er vor allem für das SGE kompakt und widmet sich historischen Rückblicken.

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71 Kommentare

  1. Zu 48. Stimmt irgendwie parallelen sind schon da kann mir aber nicht vorstellen das die 5 Jahre Geduld haben. Auch sind dort viele hausenrum, die reinquatschen. Also das Gegenteil von Frankfurt.

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  2. Fredi Bobic zu Hertha (bzw. unabhängig wohin er geht)…es wäre schon schade :(.

    Es ist einfach nur fantastisch was er mit seinem Team hier aufgebaut hat. Wir haben uns dieses Jahr tatsächlich nochmal gesteigert (was ich in dieser Form nicht gedacht hätte) und kratzen nun sogar an der CL. Und das obwohl alle anderen topclubs oben dabei sind.

    Wer dann am Ende die Triebfeder hierfür war (ausgenommen der Coach, der in einem anderen Bereich überragende Arbeit leistet), ob er oder Ben Manga oder sonstwer, das ist für Externe kaum bestimmbar. Generell halte ich es wie folgt:

    „Der Fisch stinkt vom Kopf“

    Und Bobic ist der sportliche Kopf, daher ist es erstmal schade.

    Nun resultieren aus der Situation wie sowohl Chancen als auch Risiken für uns wie für ihn selber.
    Die Chancen/Risiken für uns hängen sehr stark mit seinem Nachfolger zusammen. Wer den Posten genauso gut oder sogar besser ausfüllen könnte…ich weiß es nicht und lass mich nun einfach überraschen.

    Schade, es hat alles so toll gepasst und daher bin ich erstmal ernüchtert.

    Vorwürfe mache ich ihm keine, es ist seine Entscheidung und wir alle verändern uns beruflich auch das ein oder andere mal. Er (bzw. Unter seiner sportlichen Führung) hat Eintracht Frankfurt in Sphären geführt, von denen man in den 20,25 Jahren zuvor nur träumen konnte.

    Ich bin gespannt ob er sich mit (scheinbar) Berlin einen Gefallen tut.
    Von der Mentalität her passt er eigentlich eher nicht dorthin. Denn die Zielstrebigkeit und den Ehrgeiz den Bobic verkörpert sucht man sowohl in der Stadt als auch dem Verein vergebens.

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  3. wäre es nicht langsam an der Zeit, dass Preuß mehr und umfangreichere Aufgaben bekommt? Der taucht irgendwie nirgends mehr auf (genau wie unsere Altgewächse wie Schur, etc.).

    Will nicht heißen, dass ich sie als Bobic Nachfolger sehe, aber irgendwie sehr ruhig um die alten Kronprinzen geworden.

    Zu Bobic: vergessen wir bitte auch nicht, dass die Entscheidungen, als wir Geld hatten, eher mau waren (Dost, Kohr). Von daher insgesamt super Arbeit geleistet, aber ohne den ganzen Unterbau und dem Scouting hätte das so alles auch nicht funktioniert. Spycher könnte ich mir gut vorstellen – solange er nicht Huggel als Techniktrainer mitbringt 🙂

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  4. Viele dachten (auch ich), als Niko zu den Bauern gewechselt ist, das es schwer wird einen geeigneten Nachfolger zu finden. Fast 3 Jahre später, stellen wir fest, daß es der Eintracht gelungen ist einen zu finden. Der Uns sogar noch besser gemacht hat. Und ich bin mir fast sicher, dass das im Fall von Freddy auch so passieren wird. Das gute ist, wir können aus einer etwas weiter oberen Schublade zugreifen.
    Forza SGE

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  5. OT:
    Mal was positives.
    Ali Akman hat sein Vertrag zum 1.3. aufgelöst mit seinem alten Verein. Denke das er in den nächsten Tagen in Frankfurt landen wird.

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  6. @53
    Nein, bitte keine interne Beförderung von einem „local hero“. Ein externer Fachmann mit Berufserfahrung und vorhandenem Netzwerk, das brauchen wir. Preuß macht bestimmt ein guten Job in der Funktion in der er gerade ist und gut ist. Schur als Trainer war auch immer eine schöne, nostalgische Vorstellung, aber erfolgreich wurden wir mit einem erfahrenen Fachmann aus Salzburg/Bern.

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  7. @56… siehe ersten Satz des zweiten Absatzes:

    „Will nicht heißen, dass ich sie als Bobic Nachfolger sehe“

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  8. Voll bei 56. Lieber einen Fachmann als einen, der hier irgendwann mal gekickt hat (Nostalgie schießt keine Tore)
    Es ist auch nicht mehr die Eintracht von von 15 Jahren, zum Glück. Jemand Unbedarftes ist viel besser.
    Warum Verträge nichts mehr gelten, frage ich mich. Spieler, Trainer und Sportdirektoren können einfach gehen, wenn sie es wollen. Doof.

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  9. Die Verantwortlichen werden immer in dem Licht betrachtet, das die aktuelle Vereins- und Tabellensituation auf sie wirft. Freddy Bobic hat mit seiner klaren, vorsichtig ambitionierten und zukunftsorientierten Arbeitsweise geschafft, unseren Club, der über gefühlte Jahrzehnte drohte zur Grauen Maus der Liga zu avencieren, auf stabile Beine zu stellen, ein tolles Personalgerüst zu konstruieren und zuvor nicht Denkbares zu verwirklichen. Endlich spielen wir im oberen Drittel mit, entwickeln Spieler, die wir entdeckt haben und verkaufen sie enorm gewinnbringend und und und. Man hat als Fan das Gefühl, zur Elite des deutschen Fußballs zu gehören und nicht zum Fußvolk, das gerne Fahrstuhl fährt.
    All diese Entwicklung ist auch Bobics klarer Art und auch seiner Vernetzung mitzuverdanken. Er hat der Eintracht neues Leben eingehaucht und uns nachhaltig entwickelt. Leider sehe ich bei seinem Abgang, der meiner Ansicht nach familiär bedingt nachvollziehbar ist, all diese Positiventwicklungen als gefährdet an. Wer ist auf dem Markt – und wer soll da kommen und dies in Bobics Sinn adäquat fortführen? Zum Glück haben wir in den letzten Jahren personell gesehen immer ein gutes Näschen gehabt; das tröstet mich ein wenig. Dass wir einen der Topmanager des Deutschen Fußballs verlieren, lässt mir graue Haare wachsen…..
    Hoffen wir auf das Beste und darauf, dass jemand Bobic beerbt, der ähnlich denkt und danach handelt.
    Sforza SGE!

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  10. Gute Vorschläge von Fußball 2000. Spycher oder Schweinsteiger ( der sicher ein Adressbuch ähnlich wie Bobic hat, und dem man ja einen Partner an die Seite geben kann).

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  11. Das fühlt sich zunächst mal wahnsinnig bitter an. Er ist der Architekt der neuen Eintracht. Und trotz der Enttäuschung (falls er wirklich geht): Bobic hat unsere Eintracht wachgeküsst, dafür werde ich ihm immer dankbar sein. Ob er sich mit Berlin wirklich einen Gefallen tut? Ich bin mir da unsicher. Hoffentlich hat er sich da praktisch freie Hand rausverhandelt. Unabhängig davon: Dieser Club ist größer als einzelne Personen, und er wird auch ohne Bobic klarkommen.

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  12. @57
    Habe ich. Dachte trotzdem, dass es einen Zusammenhang zum Artikel oben gibt. Aber alles gut. Sorry.

    Es ist echt zum k…., dass man nicht mal mehr eine starke Saison bis zum Ende genießen- und sich nur auf sportliche Dinge konzentrieren kann. Die Hertha schafft sich eine gute Presse vor dem bislang wichtigsten Spiel der Saison (Dardai kann dadurch ohne Stress trainieren), während bei uns niemand weiß was Sache ist und Unruhe vor dem wichtigen Stuttgart Spiel aufkommt. Der heutige Fußball nervt eigentlich nur noch und wenn die Liebe zur SGE nicht so groß wäre müsste man sich mittlerweile abwenden und nur noch seinen persönlichen Stadtteil- oder Dorfverein unterstützen. Der Fußball wurde kaputt gewirtschaftet und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern (weil zu viele Menschen, die es ändern könnten, an diesem System mitverdienen). Nur salary cap könnte den Fußball „retten“ und für einen fairen Wettbewerb sorgen.

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  13. Bobic ist Befürworter der Abschaffung der 50+1 Regel.
    Eintracht ist es nicht.
    Hertha ist.
    Ich schätze jemanden wie Bobic so ein, dass es nicht sein Ziel ist, einen Job bei den Bayern zu bekommen, sondern mittel-/langfristig mit einem anderen Verein den Platz streitig zu machen/ihn einzunehmen.
    Bei den Bayern hat sogar „Brazzo“ es als Sportvorstand geschafft, 6 Titel in einem Jahr einzufahren – mehr als eine Wiederholung geht dort nicht mehr.
    Hertha, ob nun in Liga 1 oder 2 hat Geld, die Befürworter zur Abschaffung von 50+1 und einiges neu zu gestalten.
    Ich schätze mal, dass ohne Zusage für einen Investor, für Bobic bei Eintracht bereits das Ende der Fahnenstange sichtbar ist – mehr als CL Quali geht hier nicht (bis Vertragsende 2023).

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  14. Jetzt, wo es für die Eintracht um die Wurst geht, einen neuen Vertrag aufzulösen, ist charakterlos.
    Ich würde auf Erfüllung bestehen und Herr Bobic bis zum Ablauf in die Pförtnerloge setzen.

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  15. Lieber Fredi, wenn du das hier zufällig liest, denke an deine Worte über den Bayern-Kovac-Deal damals. Wenn Gerüchte (oder Wahrheiten) wie jetzt auftauchen, ist Klarheit gefragt. Sag einfach, was du vorhast, und es ist gut. Wir sind dir alle dankbar für das, was du für die Eintracht getan hast, und wünschen dir nur das Beste, auch wenn wir nicht verstehen, warum du zu einem (vielleicht) Zweitliga-Club gehst, zudem mit einem Investor mit zweifelhaftem Ruf und einer Vereinsführung, die sich auch nicht mit Ruhm bekleckert hat. Oder gehst du gar nicht zu Hertha, sondern zu Red Bull oder sonst wem? Egal, sag uns, was Sache ist. Du bist doch ein Mann von klaren Worten.

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  16. Wenn die Berichte stimmen, dann hat er sich ja klar geäußert. Nicht bei uns, aber intern. SOllte das stimmen, wird sicher bald der Nachfolger vorgestellt.

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  17. Es kann ja nichts bekanntwerden bis es geklärt ist. Halb schwanger geht ja dabei nicht.
    Daher etwas Geduld und Fredi nicht zu hart angreifen. Intern verhält er sich bestimnt geradlinig!

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  18. @70: egal was der Holzer sagt, es musste wie damals beim #STANDJETZT# ja irgendwann ans Licht kommen, in München wollte sich der Fahrer vom Knasti Hoeneß einen Joind dazuverdienen, jetzt mach der Holzer sich wichtig, egal Kismet…

    Gott sei Dank entfällt jetzt die Alarmstufe rot zu dem unsäglichen „Fischvergiftungsverein mit Abklatsch des HB-Männchens“= Kohfeldt !!!

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