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Ritsu Doan fiel zuletzt krankheitsbedingt aus. Foto: Imago / Jan Huebner

Bericht: Kein Draht zu Riera – Doans Frust bei der Eintracht wächst

Ein Wechsel auf der Cheftrainerposition ist immer mit der Hoffnung verknüpft, einen neuen Impuls zu setzen. Einzelne Spieler, die unter dem Vorgänger kaum eine Rolle spielten, können von diesem Schritt profitieren und sich unverhofft zu Unterschiedsspielern mausern. Wo es aber Gewinner gibt, finden sich gegensätzlich auch Verlierer. Ritsu Doan, der im vergangenen Sommer den SC Freiburg verließ und sich der Frankfurter Eintracht anschloss, erlebt bisher eine Debütsaison zum Vergessen. Stolze 21 Millionen Euro legten die Verantwortlichen des hessischen Bundesligisten für die Dienste des japanischen Flügeltechnikers auf den Tisch. Eine Investition, die sich Stand jetzt nicht auszahlt. Bereits unter Dino Toppmöller hat sich zu keinem Zeitpunkt wirklich herauskristallisiert, welche Rolle am besten zum Linksfuß passt. Und seit der Übernahme von dessen Nachfolger Albert Riera ist Doans Situation keinen Deut besser geworden, ganz im Gegenteil. Doan wartet seit dem Trainerwechsel auf seinen ersten Scorerpunkt, den letzten sammelte er bei der 2:3-Auswärtsschlappe beim VfB Stuttgart. Vier Tore und fünf Vorlagen in 28 Bundesligaspielen lautet die etwas triste Bilanz.

Riera setzt den 27-Jährigen konstant im zentralen offensiven Mittelfeld hinter der Sturmspitze ein, womit Doan einem Bericht von „fussballeuropa.com“ zufolge sehr unzufrieden ist. Der japanische Nationalspieler bevorzuge demnach seine Schokoladenposition, die rechte Flügelseite, wo er sich am wohlsten fühle. Bei seiner vorherigen Station, beim SC Freiburg, ließ Doan seine Fähigkeiten und seinen Torinstinkt ebenda aufblitzen. Doch der Wunsch, auf seiner Lieblingsposition zu agieren, bleibt dem Spieler unter dem spanischen Fußballlehrer verwehrt. Bereits nach der knappen 2:3-Niederlage beim FC Bayern Ende Februar machte Doan seinem Ärger gegenüber japanischen Medienvertretern Luft: „Mir raucht der Kopf. Ich habe noch nie zuvor auf dieser Position gespielt. Daher habe ich kein ideales Bild davon und auch kein Gefühl dafür, wie es ist, auf dieser Position gut zu spielen. Dass ich keinen Vergleich habe, macht es noch schwieriger.“ Am Gemütszustand des Offensivakteurs hat sich offenbar nichts geändert, zudem will „fussballeuropa.com“ erfahren haben, dass Doan keinen richtigen Draht zu Riera aufbauen könne und mit dem neuen Coach nicht zurecht komme. Im Training zeige Doan dennoch Einsatz. Stand jetzt entwickeln aber sich die Causa Ritsu Doan und Eintracht Frankfurt zu einem teuren Missverständnis.

6 Kommentare

Avatar 1. windstorm 17. April 26, 13:04 Uhr

Doan war leider mit einer der merkwürdigsten Transfer ever. Also der Transfer an sich war der Hammer, aber leider gab es in unseren Spielsystemen weder unter Dino, noch unter Albert seine eigentliche Position. Und für den Preis einen Spieler dieser Klasse für eine tote Position zu holen war schon fragwürdig. Vermutlich hat man mehr Flexibilität in ihm gesehen. Sehr schade für alle Beteiligten.

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Fallback Avatar 2. Adlermacht 17. April 26, 13:30 Uhr

Er scheint leider extrem unflexibel in der Position zu sein. Bei DT konnte er wohl auf seinen RA Anspruch pochen. Aber im ernst da muss er durch. Er ist kiner um den man ein System herum baut. Ggf. Auch abgeben im Sommer.

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Fallback Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 50 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 3. boardpate 17. April 26, 13:47 Uhr

Wenn man die Sachlage nüchtern betrachtet, hat sich die Anzahl der "Transfer-Missverständnisse" in der jüngeren Vergangenheit signifikant erhöht. Das sollte Anlass zum Nachdenken sein. Nach meiner Auffassung kann sich die Eintracht das bei Ablösen im zweistelligen Millionenbereich auf Dauer nicht leisten. Das wird zu wirtschaftlichen Problemen führen. Die Frage ist, woran das liegt und welche Schlussfolgerungen man daraus zieht. Meine Meinung ist, dass man zukünftig tiefer ins Regal greifen sollte. Das minimiert die Risiken und entspricht eher der Eintracht-DNA. Ich befürchte, dass will aber keiner hören / lesen.

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Fallback Avatar 4. MotorcityAdler 17. April 26, 13:50 Uhr

Sorry, aber verstehe auch nicht, wie man Knauff Doan den Vortritt lassen kann. Das ist schon ein Schlag ins Gesicht. Doan hat da doch weitaus mehr Erfolgsaussichten als Knauff, selbst wenn es einige Zeit bei Doan nicht so gut geklappt hat. Etwas vertrauen in ihn und es wird schon wieder passen.
Vielleicht einfach eine herausragende WM spielen lassen und sich dann damit für seine Lieblingsposition bewerben.
...oder für teuer Geld halt wieder verkaufen, >30 Mio

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 5. geripptes 17. April 26, 13:52 Uhr

Da es auch beim 2. Trainer nicht wirklich funktioniert, sollte er sich mal an die eigene Nase fassen. Die Schuld bei anderen suchen ist 7mmer leichter. Habe mir mehr von ihm erhofft, vllt helfen ihm mal 2-3 spiele auf der Bank um wach zu werden. Amaimouni ist aktuell die bessere Wahl rechts.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 6. Boris 17. April 26, 14:23 Uhr

"macht seinem Ärger Luft" finde ich schon wieder viel zu wertend. Er hat nicht "seinem Ärger Luft gemacht", da ist er überhaupt nicht der Typ dafür. Doan ist ein komplett unaufgeregter Charakter, fast noch cooler als Miro Klose, der würde sich NIIIIIEMALS öffentlich echauffieren, das gab es noch nie und das wird es niemals geben.

Was ist wirklich passiert? Na der der japanische Reporter fragt ihn, warum er noch keine 20 Scorer, sondern "nur" 12 hat und Doan rechtfertigt das durch die neue Position. Das hat er ganz rational erklärt, er hat überhaupt keinem "Ärger" Luft gemacht. Er hat nur klar gemacht, dass das selbstverständlich mit Stress verbunden ist, wie immer, wenn man auf Arbeit eine neue Stelle anfängt, das ist doch völlig normal. Das kann aber auch Eustress sein, wenn man eine neue Herausforderung hat, aber das ist nichts grundsätzlich Negatives, es gibt ja nicht nur negativen Disstress. Richtig ist, dass es ihn scheinbar gerade an seine mentale Belastungsgrenze bringt. Damit hat er in keiner Weise gesagt, dass er den Trainer kacke findet, der Trainer verlangt einfach einiges, er will eingerostete Vorgänge aufbrechen und erwartet von den Spielern Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Die Argumentation von Riera, dass Doan auf der Mittelposition richtig gut sein kann, die kann ich völlig nachvollziehen, er ist ballsicher, schießt gut von der Strafraumgrenze und hat immer ähnlich viele Vorlagen wie Tore. Es ist natürlich eine Umstellung und man wird auf lange Sicht sehen, ob es funktioniert.

Doan spielt auch keine dürftige Saison zum Vergessen, ich mein wo wäre die Eintracht denn ohne seine wichtigen 9 Scorer in der Bundesliga? Das waren oft absolute Punktegaranten, ohne Doans (und natürlich "everybodys Fußabtreter" Chaibis) Scorer wäre die Eintracht nicht mehr im Rennen um die internationalen Plätze, sondern in Abstiegsnot. Jetzt zu behaupten, bei Doan würde es sich gleich um ein "teures Missverständnis" handeln, ist komplett hanebüchen. 10-15 Scorer die Saison sind für einen RA nicht herausragend, aber ganz anständig. Über 15 Scorer die Saison hat Doan überhaupt erst einmal gemacht, in seiner letzten Saison bei Freiburg. Wenn Doan jetzt in seiner ersten Saison in Frankfurt erstmal wieder "nur" 12-15 Scorer macht, dann ist das nicht seine beste Saison, aber durchaus verlässlich und solide, vor allem wenn man bedenkt, dass die Mannschaftsleistung diese Saison oft generell nicht gut war und es nicht viel Gelegenheit zum Glänzen gab. Was erwarten die Leute denn, dass der jetzt direkt die absolute Sahnesaison hinlegt und Topscorer der Bundesliga wird? Jetzt zu behaupten, er sei gescheitert, ist komplett aus der Luft gegriffen. Er macht ganz genau das, was von ihm zu erwarten ist, eben seine 10-15 Scorer, jetzt ist er gerade angeschlagen, aber ansonsten spielt er bei Riera ja auch. Es deutet also rein gar nichts auf einen Vertrauensverlust hin, weder von Doan, noch von Riera. Mehr kann, muss aber nicht. Wenn Doan noch ein klein wenig schneller und effizienter wäre, wäre er nicht bei der Eintracht, dann wäre er unbezahlbar.

Dass es auf einer neuen Position erstmal Anpassungsschwierigkeiten gibt, das ist nicht erstaunlich, das ist fast selbstverständlich. Eine andere Position bringt immer auch neue Aufgaben mit sich, da ist nicht davon auszugehen, dass er auf Anhieb genauso effizient ist wie auf seiner gewohnten Position. Wenn ich im Job eine neue Position habe, dauert es auch locker ein halbes Jahr, bis ich alle Abläufe und alle Arbeitsschritte der Kollegen kenne und dann richtig effizient und auf meinem Peak bin, das ist doch offensichtlich, das trifft auf jeden zu und gute Arbeitgeber wissen das auch. Übung macht den Meister, Usain Bolt ist auch nicht aus dem Bauch geklettert und und ist auf Anhieb 100 Meter in 10 Sekunden gelaufen, der ist genauso 100 Mal auf die Fresse gefallen wie jeder andere. Es kommt nur darauf an, weiterzumachen und wieder aufzustehen, die Herausforderung anzunehmen.

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