Lukas Hradecky war in höchstem Maße für den Sieg gegen Bremen verantwortlich.

Die Last-Minute-Eintracht hat wieder zugeschlagen! In Form von Sebastien Haller gelang es den Hessen abermals kurz vor Schluss ein Unentschieden in einen Dreier zu drehen. Dabei mussten sie vor allem in der ersten Halbzeit lange zittern, denn die Gäste aus Bremen vergaben eine Reihe ordentlicher Möglichkeiten, um zum Torerfolg zu kommen und fanden dabei in Lukas Hradecky ihren Meister. Der finnische Schlussmann zeigte seine beste Saisonleistung und vereitelte teilweise im Minutentakt die Großchancen der Norddeutschen.

Dabei gab Niko Kovac der Startaufstellung im Vergleich zum Spiel im Nachbarschaftsduell gegen Mainz noch eine defensivere Note, denn Makoto Hasebe kehrte für Mijat Gacinovic auf den Rasen. Der Japaner klagte zuletzt immer wieder über Knieprobleme und wurde deshalb zuletzt häufiger geschont. Carlos Salcedo, der seinen Job auf der rechten Außenbahn ziemlich ordentlich machte, begann ebenfalls erneut in der Startelf.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung der zwölf zensierten Spieler 2,54. Erstmals in dieser Saison erhielt mit Lukas Hradecky ein Spieler die absolute Bestnote.

Die Einzelnoten der über 860 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

Lukas Hradecky:
Nicht zum ersten Mal verdiente sich Lukas Hradecky Bestnoten. Gegen Werder Bremen wurde der Keeper seinem Spitznamen „Spinne“ aber in höchster Form gerecht. Dem 27-Jährigen ist es zu verdanken, dass Frankfurt nicht zur Halbzeit schon mit mindestens zwei Gegentoren in Rückstand lag. Reihenweise entschärfte er die Schüsse von Junuzovic (40.), Kruse (42.) und Eggestein (43.) und machte nach gewonnenen Bällen das Spiel seiner Mannschaft immer wieder schnell. So sehr stand Hradecky in dieser Saison noch nicht im Rampenlicht. Zwar leistete er sich über die gesamte Spieldauer keine besonderen Fehler, doch zu solch einer Höchstform lief er noch nicht auf. Riesenkompliment und dafür gibt es von den Lesern von SGE4EVER.de auch völlig verdient die Bestnote „1,0“. Eine seltene Auszeichnung seit Bestehen der Spielerbenotung.

Ante Rebic, Taleb Tawatha, Sebastien Haller:
Ante Rebic gab zwei Torschüsse ab. Einer davon landete sehenswert und ohne Chance in den Maschen des Bremer Torhüters. In der 17. Minute stand er auf seiner linken Außenbahn völlig blank und erhielt zufällig den Ball, den er in allerbester technischer Ausführung unhaltbar ins Eck zimmerte. Danach und davor war vom Kroaten allerdings nicht mehr ganz so viel zu sehen. Taleb Tawatha war es zu verdanken, dass Sebastien Haller wieder zum „Last-Minute-Haller“ gekürt wurde. Der Israeli war kurz zuvor (79.) eingewechselt worden und flankte wie aus dem Lehrbuch den Ball in den Strafraum, wo der Franzose mit einem tollen Volleyschuss den Siegtreffer (89.) erzielte. Beiden Adlerträgern winkt dadurch die Note „2,0“.

David Abraham, Jetro Willems, Luka Jovic, Mijat Gacinovic:
David Abraham hatte in der ersten Hälfte der Partie Schwierigkeiten seine Abwehrreihe gegen die mutig aufspielenden Bremer zu postieren und einzustellen. Zudem stand der Argentinier häufig nicht am Mann, um die zahlreichen Chancen der Gäste zu verhindern. Am Ende glänzte er trotzdem mit einer „100-prozentigen“ Zweikampfquote. Jetro Willems war offensiv immer wieder gefährlich und leitete zahlreiche Szenen in der Vorwärtsbewegung ein. Defensiv zog er gegen Bartels zu häufig den Kürzeren und ließ den Offensivspieler gewähren. Luka Jovic stand eine gute Viertelstunde auf dem Platz und sollte noch einmal die Schlussoffensive einläuten. Immer beweglich und gedankenschnell. Die großen Torrraumszenen blieben ihm aber verwehrt. Das kann auch über Mijat Gacinovic geschrieben werden, der aber nach seiner Hereinnahme eher mit Defensivaufgaben betraut war.

Marius Wolf, Marc Stendera, Makoto Hasebe, Simon Falette, Kevin-Prince Boateng:
Marius Wolf blieb im Gegensatz zu den letzten Wochen etwas blass. Die Zweikampfquote von 20 Prozent untermauert das Empfinden, dass die Leihgabe aus Hannover keinen besonders effektiven Tag erwischte. Marc Stendera entwickelt sich wieder zum altbekannten Zweikampfmonster. Der Frankfurter Youngster war bissig in den Zweikämpfen und scheute keiner Auseinandersetzung. Gleiches gilt für Makoto Hasebe, der nach seiner Pause zwar noch eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigte, aber im Laufe des Spiels immer besser wurde. Erst recht nach der Systemumstellung in Hälfte zwei. Simon Falette konnte sich, wie sein Teamkollege Abraham, erst in nach der Pause auf die Bremer Offensive richtig einstellen. Dort gewann er dann auch wieder einen Großteil seiner Zweikämpfe. Kevin-Prince Boateng spielte clever und mit technischer Raffinesse. Vor des Gegners Tor zeigte er aber ungewohnte Abschlussschwächen. Wie er in der 55. Minute die Hereingabe vor der Torlinie noch vergab, weiß er vermutlich selbst nicht. Davon ab, war der Ghanaer wieder omnipräsent und unterstrich seine Wichtigkeit im System von Kovac.

Carlos Salcedo:
Carlos Salcedo ersetzt derzeit Flügelflitzer Timothy Chandler. Und das ist keine einfache Aufgabe. Der Mexikaner zeigt sich defensiv sehr stabil und ordentlich. In der Vorwärtsbewegung kommt von ihm aber deutlich zu wenig für einen Rechtsverteidiger.

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8 Kommentare

  1. Off-Topic (Sorry):
    Wir werden beim Spiel gegen Hoffenheim bestimmt nicht die Ersten sein, die auf Schmäh-Gesänge gegen Hopp verzichten und das ein oder andere „kreativ-Plakat“ ist bestimmt auch schon zusammen gerollt im Rucksack.

    Wird heißen, wir sind entweder wirklich der erste Klub, bei dem nicht angepfiffen wird, wie es Hopps Anwalt fordert (darf er das überhaupt?) oder – noch schlimmer – die eine Klage von Privatmann Hopp vor den Latz geknallt bekommt.

    Ich denke, wir werden uns noch verwundert die Augen reiben, was da in der Woche nach dem Spiel auf die Eintracht zu kommt… 🙁

    On-Topic: Noten sind Schall und Rauch! Verlängern soll der Eumel 🙂

  2. Starke Leistung von Lukas Hradecky und ein hochverdientes Ergebnis. Es ist schön zu sehen, dass „die Spinne“ wieder wieder zurück zur Topform gefunden und wohl auch mental aufgeräumt hat. Er kann wieder lächeln, wie man es von ihm kennt und seinen Humor – wie die Laune nach Abpfiff zeigte – hat er auch behalten. Eine Vertragsverlängerung wäre weiterhin absolut wünschenswert, einen Keeper dieser Klasse in diesem Preissegment gibt es nicht wie Sand am Meer. Klar – es geht immer weiter, aber er bringt schon auf und neben dem Platz viel mit, was uns wirklich fehlen würde.

    Gegen den BVB hat er zwei Punkte gerettet, diesmal sogar drei – weil er wieder die „Unhaltbaren“ rausholt. Chapeau.

    Ansonsten: Willems kam mir im kicker zu schlecht weg, hier habe ich auch eher im Bereich der User mit einer 2,5 geliebäugelt, bei Boateng bin ich über die 3,0 hingegen überrascht, weil ich ihn gerade in der zweiten Halbzeit erstmals als richtig schwach empfunden habe und sogar schon bei der 4,0 vom kicker „naja“ gesagt habe… Eine 5 war’s nicht, aber i.m.A. war das ein Auftritt der Marke „da ist doch sehr viel Luft nach oben“. Ihm wird die Länderspielpause bestimmt nicht schlecht tun…

  3. zu Lukas: Endlich sogar im Kicker mal ne Note 1

    Zu Hopp:
    Zu dem ist doch alles gesagt und irgendwann muss man es auch mal gut sein lassen. Gibt nix neues zu dem , also braucht man es auch nicht wiederholen weil jeder hat sich mittlerweile seine Meinung gebildet.
    Die FC-Fans wollten wohl vor Ihrer sportlichen Situation ablenken.

  4. @1 ‚bei dem nicht angepfiffen wird, wie es Hopps Anwalt fordert‘
    Ich zitiere mal von effzeh.com (die aus der BILD zitieren):
    „Ich fordere: Wenn in Zukunft solche Plakate in den Kurven hängen, darf das Spiel nicht mehr angepfiffen werden – egal, ob das Beschimpfungen gegen Dietmar Hopp, gegen Hannover-Präsident Kind, gegen Schiedsrichter, gegen Ralf Rangnick oder den DFB sind“
    „Das Spiel wird dann nicht angepiffen, der Klub bekommt die Punkte automatisch aberkannt“
    Das ist mal ne Ansage von jemandem, der Hoffenheim repräsentiert.
    http://www.effzeh.com/hoffenheim-hopp-und-die-koelner-fans-maechtiger-als-papst-und-erdogan/
    Übrigens m.E. ein ziemlich guter Kommentar zu dieser Geschichte.
    Schätze nicht, dass sich unsere Fans einschüchtern lassen .. ich rechne mit dem Gegenteil.

  5. zu den Plakaten in Sinsheim.
    Es ist deren Aufgabe; dass solche Plakate erst gar nicht ins Stadion kommen. Der Herr Anwalt, der nebenbei auch die Eintracht vertritt, (könnte eine innere Zerrissenheit des Anwalts auslösen, „wen vertrete ich?“) Scheint er die Zuständigkeiten nicht ganz zu durch blicken.
    Also. Zuständig ist Sinsheim für Personenkontrollen in ihrem Stadion.
    Zudem. Was steht in den Statuten vom DFB, bei welchen Voraussetzungen ekn Spiel nicht angepfiffen werden darf?
    Denke ein beleidigendes Plakat reicht bei weitem nicht. Sprich. Leere Worte die nur die Menge/Öffentlichkeit ansprechen soll; Aufmerksamkeit generieren.
    Daher @1. Ruhig bleiben. Der Eintracht wird nichts passieren.

  6. @3,4,5: Danke für Eure Meinungen.
    Ich bin einfach nur nervös. Man hat ja schon viel Blödsinn miterlebt seit es Hopp gibt. Ich sag nur „Gegenbeschallungsanlage“…

    Das ist alles 🙂

  7. Man stelle sich vor LH könnte auch noch Fussballspielen … Er wäre goldwert 😀

    Taleb Tawatha eine Note 2 zugeben ist natürlich auch wieder bezeichnend für die Vereinsbrille. Der Junge geht in keinen Zweikampf (weil er weiß das er ihn verliert) und schaltet im Umschaltspiel auch zu spät um, spielt lieber ab als Verantwortung zu übernehmen. Das diese Flanke ankam, war, aufgrund seiner vorheringen „Leistungen“, eher Zufall und somit sicher nicht mit einer Note 2 zu werten.

  8. @7.
    Diese und solche Flanken sind das, was Tawatha außer schnell Rennen am besten kann. Wer vor seiner Zeit bei uns öfters Spiele von ihm gesehen hat, wird das bestätigen. Im Übrigen hat man ihn nicht zuletzt deswegen geholt. Von Zufall kann daher nicht die Rede sein – und seine „vorherigen Leistungen“ haben damit auch nix zu tun.
    Ich kann NK nur erneut empfehlen, eben diese ‚Waffe‘ so in Stellung zu bringen, dass daraus öfters Tore und Punkte hervorgehen. Und das geht nur, wenn er dafür die maximale Freiheit nach vorne und die notwendige Absicherung nach hinten erhält.

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