Sportdirektor Bruno Hübner äußerte sich im USA-Trainingslager über die Ziele für die Rückrunde und mögliche Winter-Abgänge von Leistungsträgern.

Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Erfolg verändert aber auch Anspruchsdenken. Bei der Eintracht hat die starke Hinserie vor allem intern für neues Selbstverständnis und Selbstbewusstsein gesorgt. Das Ziel für die Rückrunde ist klar: Der Status Quo, Platz Sechs, soll mindestens gefestigt werden.

Trotz intensiver Einheiten: Stimmung im Team hervorragend

Es ist ruhig rund um die Eintracht. Erstaunlich ruhig. Manch ein Fan fragt sich vermutlich, ob er noch Anhänger des richtigen Vereins ist. Ist das wirklich seine SGE? Eine homogene, willige Truppe, die sich in den USA darauf vorbereitet, eine mehr als ordentliche Hinserie mit einer mindestens genauso erfolgreichen Rückrunde zu krönen. Dazu eine sportliche Führung, die klaren Kopf bewahrt und den Kader scheinbar charakterlich einwandfrei zusammengestellt hat. Nicht mal die Reservisten lassen sich hängen. So ganz kann der eine oder andere dem Braten noch nicht trauen, schließlich sei ja noch kein Spieltag im neuen Jahr gespielt. Von guter Stimmung konnte man sich noch nie was kaufen. Und doch beeindruckt der Paradigmenwechsel rund um die Frankfurter. „Uns fällt es total auf, dass die Stimmung in der Mannschaft sehr gut ist“, ließ Sportdirektor Bruno Hübner verlauten. In einem Trainingslager? Die Einheiten seien zwar sehr intensiv, „aber wir haben eine richtig gute Stimmung und was der Trainer einfordert, wird zu 100 Prozent umgesetzt.“

Team hat Blut geleckt – an einen Einbruch glaubt niemand

Das Team habe eine große Bereitschaft und wittert die große Chance, auch in der kommenden Saison wieder europäisch unterwegs zu sein. Das Team hat Blut geleckt. „Sie wollen die gute Vorrunde bestätigen und wissen, dass sie die Qualität haben, um in der Bundesliga eine ordentliche Rückrunde zu spielen.“ Dennoch gehe man die Mission Rückrunde mit einer großen Portion Demut an. Das muss er sagen, der Sportdirektor. Das Bewusstsein, dass es mit weniger als den 100 Prozent funktioniert, hat das eine oder andere Hinrundenspiel bereits gelehrt. Das wissen die Spieler. Und läuft es mal nicht, werde der Trainer sofort eingreifen. Aber an einen Einbruch im zweiten Halbjahr, dem alten Fluch der Eintracht, glaubt keiner: „Wir haben eine andere Situation als in den Jahren zuvor. Wir können weiterhin auf die Qualität zurückgreifen. Die Mannschaft glaubt an sich, wir haben gute Charaktere.“ Vieles spreche dafür, „dass wir die Vorrunde bestätigen. Wir sind optimistisch. Die Mannschaft hat Leidenschaft und Gier.“

Hübner deutlich: „Beste Mannschaft seit ich hier bin“ – Platz Sechs als Ziel

Und Bruno Hübner muss es wissen. Er hat Vergleichspunkte, hat schon einige Mannschaften in Frankfurt erlebt, Spieler kommen und gehen sehen. Und der gebürtige Hesse zieht dennoch ein klares Fazit: „Qualitativ ist das die beste Eintracht-Mannschaft, seit ich hier bin. Diese Mannschaft hat schon Qualität und Potenzial und vor allen Dingen auch Werte“, hob er erneut die charakterliche Stärke seiner Truppe hervor. Entsprechend sind auch intern nach der kometenhaften Entwicklung des Teams Ansprüche gestiegen. „Unser Trainer hat es gesagt: Wenn wir alles abrufen und immer an unsere 100 Prozent gehen, dann ist es schwer, gegen uns zu spielen.“ In mindestens 15 von 17 anstehenden Fällen solle das auch gelingen. „Dann glaube ich, dass wir in der Rückrunde unseren sechsten Platz verteidigen können. Das liegt ganz allein an uns.“ International wolle man natürlich auch weiter für Furore sorgen. Das ist ohnehin klar. Und vielleicht gelingt den Hessen in diesem Jahr ja auch der ganz große Coup? Unmöglich scheint es derzeit nicht.

Topspieler bleiben definitiv – Erwartungen bei Rode, Abwarten bei Kamada

Entsprechend wird im Winter kein Leistungsträger mehr abgegeben. „Spieler, die in der Vorrunde einen maßgeblichen Anteil geleistet haben, dass wir so dastehen, werden nicht abgegeben. Wir werden uns auf keinen Fall schwächen.“ Punkt. Im Gegenteil. Ein altbekannter Neuzugang soll die bestehende Qualität weiter verstärken. Und das ohne große Anlaufzeit. „Sebastian Rode hat überhaupt keine Eingewöhnung bei uns gebraucht. Er ist ein absoluter Vollprofi.“ Sollte der 28-Jährige gesund bleiben, „kann er uns richtig helfen. Es liegt in seiner Mentalität, dass er Verantwortung übernehmen will. Er zieht die Mannschaft mit.“ Einer frühzeitigen Rückkehr von Daichi Kamada, der in Belgien mit zehn Toren in 15 Spielen so richtig durchgestartet ist, erteilte Hübner hingegen eine Absage: „Daichi fasst in Belgien das erste Mal richtig Fuß. Er soll seine Leistungen in der Rückrunde bestätigen, dann schauen wir, ob er Chancen in unserem Kader hat.“ Auch dort sind die Ansprüche gestiegen.

- Werbung -

8 Kommentare

  1. Und noch zwei Argumente, dass wir oben dran bleiben:
    Hütter hat gesagt, dass seine Mannschaften in der Rückrunde stets besser waren als in der Vorrunde.
    Hütter war mit seinen Mannschaften in einer ersten Liga nie schlechter als Platz drei (habe das mal aufgeschnappt, aber nicht recherchiert, ob das auch stimmt).

    😉

  2. Richtig ist, dass er mit seinen Erstligateams nie schlechter als Dritter war. Falsch ist, dass er immer (!!) in der RR besser war. Häufig ja, aber nicht immer.

  3. OT – Quelle Sky Sport:

    EINTRACHT NIMMT ALGERIER BRAHIMI INS VISIER

    Eintracht Frankfurt hat offenbar Interesse an Linksaußen Yacine Brahimi (28) vom FC Porto. Das berichtet das Liverpool Echo mit Berufung auf die portugiesische Sportzeitung O Jogo.

    Demnach seien Scouts der Hessen am Montagabend bei der Begegnung zwischen Porto und Nacional im Estadio do Dragao anwesend gewesen, um den algerischen Nationalspieler zu scouten.

    Laut tm.de Marktwert bei 26 Mio und Vertrag bis 30.06.2019. Kann ich mir nicht vorstellen, auch wenn der Vertrag ausläuft – LA kann neben Ante auch Kostic spielen.

  4. Ja klar…der Brahimi spielt seit Jahren auf hohen Niveau CL und wird als beste Adresse mit Sicherheit die Eintracht uffn Zettel haben…Mann…Mann…Mann…

  5. @4,5 In dem zitierten Artikel steht nur, dass Scouts von vielen Vereinen, darunter auch aus Frankfurt, beim Spiel waren. Denke mal in Porto rennen noch genug andere Spieler rum 😉
    Auf LA sind wir mit Kostic und Rebic jedenfalls extrem stark aufgestellt.

  6. „In mindestens 15 von 17 anstehenden Fällen solle das auch gelingen“!

    RESPEKT! Wir haben schon eine verdammt gute Hinrunde gespielt, dabei aber auch 6 mal verloren. Jetzt will man in MINDESTENS 15 von 17 Spielen punkten, vorausgesetzt man gibt immer 100 %. Okay, jeder weiß, dass nie alle immer 100 % abrufen können, daher wird es hoffentlich wieder nur 6 Niederlagen geben und mit höchstens wieder 3 Unentschieden 😉

  7. OT: Geldstrafe und Teilausschluss auf Bewährung. Nochmal Glück gehabt. An alle Pyrojünger: Letzte Chance wenn ihr noch länger Freude an unserer Eintracht und der EL haben wollt!

Kommentiere den Artikel

- Werbung -