Frankfurts Innenverteidiger Tuta wird wohl doch nicht verkauft (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Als David Abraham in Winter 2021 seine Karriere als Kapitän und Abwehrchef bei der Eintracht beendete, sorgten sich viele um die Defensive der SGE. Ein neuer Innenverteidiger wurde nicht verpflichtet, mussten die Hessen auch gar nicht. Mit Tuta hatte man den Abraham-Ersatz bereits in den eigenen Reihen. Im Winter der Saison 2018/2019 zur Eintracht gekommen, verbrachte der Brasilianer die Saison 2019/2020 in Belgien bei KV Kortrijk. Sein Profi-Debüt für die SGE absolvierte er im Oktober 2021 beim 3:1-Heimsieg gegen die TSG aus Hoffenheim, als er für Abraham eingewechselt wurde. Tuta war neben Martin Hinteregger und meistens Makoto Hasebe in der hintersten Dreierkette gesetzt. 2021/2022 war er unter Trainer Oliver Glasner als Stamminnenverteidiger mitverantwortlich für den Triumph in der Europa League. Auch 2023/2024 war Tuta unter Dino Toppmöller gesetzt und konnte sogar gute Partien auf den ungewohnten Positionen als Sechser und Rechtsverteidiger überzeugen. Auch auf dem Papier konnte sich der Brasilianer in der vergangenen Saison noch einmal steigern. Seine generelle Zweikampfquote konnte er deutlich verbessern und auch in den Kopfballduellen wuchs sein Durchschnitt von 52 Prozent auf beeindruckende 63 Prozent. Zudem nahm seine Passgenauigkeit um 5 Prozent zu und steht nun bei 88 Prozent. Trotzdem galt der 24-Jährige, nach zuletzt schwankenden Leistungen, zunächst als nicht unverkäuflich für Markus Krösche. Dieses Denken hat laut der „Bild“ anscheinend eine Wendung genommen.

Angespannte Kadersituation

Mit Robin Koch hat die Eintracht vergangenen Sommer einen echten Führungsspieler für sich gewonnen, der als Kandidat auf das Kapitänsamt gilt. Er ist also gesetzt in der Dreier- oder möglicherweise Viererkette. Willian Pacho absolvierte eine starke Debüt-Saison in der Bundesliga, könnte deshalb die Hessen bereits diesen Sommer verlassen, Liverpool und Arsenal haben laut Transfermarkt Interessen am Linksfuß. Hrvoje Smolcic konnte nie richtig überzeugen und wird die Diva vom Main voraussichtlich diesen Sommer verlassen. Hasebe, der ebenfalls eine Option für die Innenverteidigung war, beendete bekanntlich seine Karriere und steht somit nicht mehr zur Verfügung. Letztlich Nmandi Collins bleibt aus dem aktuellen Kader zur Verfügung, wird in der Saison 2024/2025 allerdings noch keine große Rolle spielen. Stand jetzt verfügt die SGE mit Tuta also über vier Innenverteidiger, was beim Blick auf das Systems Toppmöllers deutlich zu wenige sind. Koch und Pacho werden zudem einen Teil der Vorbereitung verpassen, da sie mit ihre Nationalmannschaften unterwegs sind.

Amenda! Und vielleicht Koulierakis?

Mit Aurele Amenda kommt ein junger Spieler von den Young Boys Bern zu den Hessen, der die Eintracht knappe 10 Millionen Euro gekostet hat. Da er wegen einer Muskelverletzung allerdings zunächst pausieren muss, kann er erst ab Mitte August einsteigen. In der Schweiz konnte er bereits überzeugen, absolvierte 23 von möglichen 38 Spielen in der Schweizer Super League. Bei einem Abgang Pachos wäre Amenda somit der Ersatz für den Ecuadorianer. Mit einem Marktwert von 35 Millionen Euro und einem Restvertrag bis 2028 wird er den Hessen bei einem Abgang eine Menge an Geld in die Kasse fließen lassen.

Wie der Kicker berichtet, hat sich die Eintracht in Griechenland nach einem weiteren Defensivmann erkundigt. Konstantinos Koulierakis, aktuell bei PAOK Saloniki unter Vertrag, soll bei der SGE auf der Liste stehen. In der Saison 2023/2024 traf man in der Conference League bereits zweimal auf den jungen Griechen, im Hinspiel sorgte er gar für den 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit. Sein Marktwert liegt aktuell bei 8 Millionen Euro und der 20-Jährige könnte eine echte Verstärkung für die Hessen sein. Bei einer Verpflichtung wäre er der direkte Konkurrent für Tuta.

Umdenken bei Krösche

Zunächst als Verkaufskandidat vorgesehen, ist Tuta laut Bild nun doch fest eingeplant für die erste Elf der Frankfurter, was auch der Personalnot in der Innenverteidigung geschuldet ist. Da er auch im defensiven Mittelfeld sowie als Rechtsverteidiger zum Einsatz kommen kann, steigt sein Wert für Toppmöller enorm. Mit seinen 24 Jahren bleibt der Brasilianer zudem noch ein Spieler mit Potenzial und viel Talent. Eine Konstanz in seinen Leistungen wäre allerdings wichtig für ihn, der aufgrund von schwankenden Partien Kritik einstecken musste. Sinnbildlich für seine Saison war das Heimspiel gegen Bremen, indem Tuta als Sechser zum Einsatz kam und nach seinem Treffer zum 1:1 eine völlig unnötige rote Karte sah und somit zwei Spiele aussetzen musste. Vertrag hat der Rechtsfuß bei der SGE noch bis 2026.

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12 Kommentare

  1. Ist doch auch gut Leute in den eigenen Reihen zu haben, die keine mega Stars werden (müssen), sondern solide da sind wenn man sie braucht. Hat zudem auch noch etwas mehr drauf als letzte Saison gezeigt, sehe 2022. Würde ihn behalten, da weiß man was man hat.

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  2. Man kann Spielern nicht nur ein „Preisschild“ anheften, sondern auch ein „Fehlerteufel-Schild“, nach dem Motto typisch wieder so ein Tuta-Fehler. Diese Fehler unterlaufen jedem Spieler. Wer sich viel anbietet, macht auch mehr Fehler. Fehler, die tatsächlich zu Niederlagen führen, gab es auch bei Rode, Hase, Hinti… Wichtig ist, danach wieder drei fehlerlose Spiele zu machen. Es darf nicht dazu führen, die Bälle nur noch wegzuschlagen.

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  3. Einerseits hat sich Tuta stabilisiert und zusätzlich zum Teil ganz tolle lange Pässe geschlagen, die (fast) zu Toren geführt haben. Andereseits ist er wie Pendant Nils jederzeit in der Lage, ein Spiel alleine zu entscheiden ( 😉 ).

    Letzte Saison gab es einfach keine Alternative – ich hoffe diese Saison gibt es hier Konkurrenzkampf.

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  4. Ich sehe Tuta auch völlig positiv. Manche Spieler entwickeln sich schneller als der Verein es tut und werden verkauft, manche eher langsamer als wir dies tun siehe Smolcic.
    Tuta „geht“ im Prinzip unser Tempo mit, schrittweise immer etwas weiter nach vorne. An dem Kerl werden wir noch länger unsern Spaß haben. Übrigens der letzte Feldspieler, der die ganze Europapokal Saison bis Sevilla noch an Board ist, Knauf kam ja da erst im Winter. Daher auch wichtig für die Identifikation.
    Ob man den Griechen holt, wird davon abhängen, was DT krösche erzählt hat, was sein Plan ist : vierter oder Dreierkette. Bei letzterer braucht man wohl noch einen weiteren IV.

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  5. Muss mal meinem Ärger freien Raum geben. Eine organisierte kriminelle Vereinigung bedroht die EM in der wundervollen Hauptststadt des bayrischen Freistaats, im Stadion des glorreichen FC Bayern München, benannt nach der allseits beliebten Allianz Versicherung.
    Trotz des Abratens der ansässigen Oberbranddirektion, werden hemmungslos Pyrotechnik Gegenstände und Rauchtöpfe abgebrannt.
    Der beißende Rauch gefährdet nicht nur die tausenden Kinder und Menschen mit chronischen Krankheiten, sowie Menschen mit Atemwegserkrankungen im Stadion, auch die möglichen Verbrennungen werden kalt lächelnd in Kauf genommen.
    Zum Glück wird mindestens aus den Fanforen aus dem Herzen von Europa lautstarker Protest gegen diese unmenschlichen Fanatiker erwartet. In diesem Sinne, FORZA U97, FORZA NWK, FORZA SGE

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  6. Auf jeden Fall halten(!) und auf der 6 aufbauen!
    Da hat er nicht die fatalen letzten Aktionen, denen unmittelbar ein Tor(schuss) folgt, sondern er kann von einer stabilen Kette hinter sich Sicherheit erhalten. Vom läuferischen Vermögen, Zweikampfhärte, Passspiel und Vorwärtsdrang kann er ein guter 6er werden.
    Ich würde Shkiri lieber in die letzte Kette stellen.

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  7. @Oakstarr:
    Interessanter Gedanke. Tuta hat im DM durchaus gute Spiele gemacht und wer einer für die Defensive Drecksarbeit. Zum Aufbauspiel fehlt ihm ein bisschen die Übersicht, während seine lange Pässe oft super sind. Kann noch nicht einschätzen, ob er auch als alleinige 6, hinter einem 8er wie Larsson spielen könnte.
    Die Position in der Mitte der Dreierkette hat ihm ja gar nicht gelegen und der Druck als Abwehrchef vielleicht auch einfach zu viel, der wäre als alleinige 6 aber auch nicht geringer.

    Ich mag ihn, er ist ein Kerl mit Ecken und Kanten, aber wir brauchen auf jeden Fall jmd. der ihm Konkurrenz macht (Amenda, sobald er fit ist).

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  8. Team Tuta und bin auch der Meinung das er ruhig bis zu Rente bleiben kann.
    Hab es schon im anderen Themen geschrieben das Tuta ein Spieler wie der gute alte Thiago Silva. Nicht der größte ,nicht der schnellste,nicht der beste etc aber solche Spieler brauchst du um erfolgreich zu sein und es ist nur eine Frage der Zeit bis er in die Seleção eingeladen wird .
    Beim Bericht finde ich nur eins merkwürdig warum Amenda zu Pacho und der Grieche zu Tuta,ist das nicht eher andersrum. Weil Amenda Rechtsfuß und der Grieche Linksfuß ist .
    PS: weiss jemand wie gut er Deutsch kann? Ich würde ein Interview von Tuta auf deutsch total feiern.
    Schönen Abend

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  9. Ebenfalls Team Tuta!

    Aber wenn er auf die 6 geht kann er nicht so oft auf der Linie klären. Da hat er ja schon ein Füßchen für. 😉

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