Der Aufstieg von Ayoube Amaimouni-Echghouyab wirkt fast surreal – selbst für ihn. Noch vor zwei Jahren spielte er in der Oberliga vor wenigen Hundert Zuschauern, bis zum Winter in der zweiten Mannschaft der TSG 1899 Hoffenheim – heute läuft er für Eintracht Frankfurt in der Bundesliga vor zehntausenden Fans auf. „Es ging auf jeden Fall sehr schnell für mich, das stimmt“, sagt der Offensivspieler im Interview mit der „Hessenschau“ rückblickend und gibt offen zu: „Ich kann das wirklich manchmal selbst nicht glauben.“ Statt sich davon überrollen zu lassen, zieht er Motivation daraus: „Ich bin stolz auf meinen bisherigen Weg und will daran anknüpfen.“ Der Kontrast könnte kaum größer sein. Vom kleinen Stadion zur großen Bühne – etwa beim Spiel vor rund 60.000 Zuschauern gegen den Hamburger SV. Doch Nervosität verspürt der 22-Jährige nicht: „Das ist schon ein sehr geiles Gefühl, wenn die Stadien so voll sind. Es macht mich nicht nervös. Die Freude darüber ist einfach groß.“
Trotz der angespannten sportlichen Situation rund um die Eintracht bleibt Amaimouni-Echghouyab ruhig. „Das, was war, ist jetzt erstmal egal“, betont er und richtet den Blick nach vorne. Das Ziel ist klar: „Wir wollen einfach alles dafür tun, um nächste Saison international zu spielen.“ Druck von außen lässt er dabei nicht an sich heran: „Ich spüre allerdings keinen Druck. Ich lasse mir da von außen nichts aufdrücken, sondern fokussiere mich einfach auf mich selbst und uns als Mannschaft.“
„Wow, darauf habe ich richtig Lust!“
Der Wechsel nach Frankfurt kam für ihn selbst fast ebenso überraschend wie sein Durchbruch. Als sich die Eintracht meldete, war seine Reaktion eindeutig: „Wow, darauf habe ich richtig Lust!“ Ausschlaggebend seien mehrere Faktoren gewesen: „Die Eintracht ist ein super Verein, wir haben tolle Fans und ein geiles Stadion. Und die Verantwortlichen haben mir einen klaren Plan aufgezeigt.“ Die Entscheidung fiel entsprechend schnell: „Da musste ich nicht lange überlegen.“ Seinen ersten großen Bundesliga-Moment erlebte er direkt beim Debüt – mit einem Tor in Stuttgart. Doch statt sofortiger Ekstase herrschte zunächst Verwirrung: „Ich hatte im ersten Moment einige Fragezeichen im Kopf: Was geht da jetzt ab? Wie soll ich jubeln?“ Erst danach setzte die Freude ein: „Das Gefühl ist aber natürlich sehr cool.“ Gleichzeitig bleibt er hungrig: „Ich hoffe, dass ich noch ein paar Tore mehr zum Erfolg der Mannschaft beitragen kann.“
Seine Wurzeln liegen im Straßenfußball – aufgewachsen in Spanien, „eine Autostunde von Barcelona entfernt“, drehte sich schon früh alles um den Ball. „Entweder hatte ich Training oder ich habe mit meinen Jungs auf der Straße gekickt“, erinnert er sich. Überraschend: Trotz der Nähe zum FC Barcelona tendiert er zu einem anderen Klub. „Ich bin eher Fan von Real Madrid und Cristiano Ronaldo“, sagt er. Sein größtes fußballerisches Vorbild sei jedoch Neymar: „Er ist ein Straßenkicker und probiert wie ich gerne Sachen aus.“ Den Vergleich mit Arjen Robben nimmt er mit einem Lächeln an: „Den Robben-Move habe ich tatsächlich schon oft gesehen, der ist ja auch ganz nice.“ Der Weg in den Profifußball verlief keineswegs geradlinig. Nach Stationen in Deutschland blieb ihm zunächst der große Durchbruch verwehrt. „Daran geglaubt habe ich schon“, sagt er über diese Phase, „aber dass alles so schnell geht, damit habe ich nicht gerechnet.“ Entscheidend sei gewesen, nicht aufzugeben: „Ich habe nicht aufgesteckt und auch die Vereinswechsel haben gepasst.“
Eine zentrale Rolle spielte dabei seine Familie – allen voran sein Vater. „Er hat mich dazu gebracht“, sagt Amaimouni-Echghouyab. Gemeinsame Extraeinheiten gehörten dazu: „Er hat oft mit mir alleine draußen trainiert, hat mich dann auch mal laufen geschickt. Die unangenehmen Sachen eben.“ Heute lebt er zwar alleine in Frankfurt, doch der Kontakt ist eng: „Meine Eltern wohnen in Dortmund. Sie sind schon sehr oft hier, bei den Spielen sowieso.“
Klare Ziele, keine Träumereien
Trotz seines rasanten Aufstiegs bleibt der Offensivspieler bemerkenswert bodenständig. Große Zukunftsvisionen stellt er bewusst hinten an: „Darüber mache ich mir derzeit keine Gedanken.“ Sein Fokus ist klar definiert: „Ich habe nur im Kopf, nächstes Jahr mit der Eintracht international zu spielen.“ Auch das Thema Nationalmannschaft sieht er gelassen. Zwar gab es eine erste Voreinladung für Marokko, doch mehr ist bislang nicht passiert: „Deswegen wird man es mit Blick auf die WM erst dann sehen, wenn es so weit ist.“






5 Kommentare
Amaimouni-Echghouyab über Eintracht-Wechsel: „Wow, darauf habe ich richtig Lust!“
Medienbericht: „Eklat“ zwischen Riera und Burkardt
Zwei Berichte, fast zur gleichen Zeit erschienen.
Der erstgenannte, ein positiver Bericht über ein Spieler, über den wir uns alle nur freuen können.
Bis dato kein einziger Kommentar dazu.
Der zweite, ein Bericht, der einen völlig negativen und fragwürdigen Artikel der Bild Zeitung noch übertrifft, und zwar bedauerlicherweise im negativen Sinne. Und sorry, wieder mal von Emre, das muss leider gesagt werden.
Bis eben waren es 58 Kommentare dazu. Und leider sehr viele davon hängen sich direkt an den negativen Ton an.
Allerdings gibt es auch teils etliche Daumen nach unten auf so manchen negativen Kommentar und das zeigt mir, dass manche nicht bereit sind, auf diese Art von Journalismus hereinzufallen. Das macht Mut.
Ich habe keine Lust, mich inhaltlich daran abzuarbeiten.
Wieviele Gerüchte dieser Art, oder ist es eigentlich schon eher üble Nachrede, haben wir in den letzten Wochen gelesen?
Wieviele Spieler waren quasi bereits weg, angeblich vergrault vom egozentrischen Trainer? Larsson, Doan, Uzun ...
Einige haben sich seither öffentlich entgegen des Negativjournalismus geäußert. Manche geben die Antwort auf dem Feld. Spätestens danach hört und liest man nichts mehr. Es kommt zu keinerlei "Zurückrudern", einer Richtigstellung oder gar eines Bedauerns.
Ist es nicht offensichtlich, dass Riera manche Art von Fragen nicht mag und die Fragensteller das ganz offensichtlich und direkt spüren lässt? Ich kann nicht sagen, dass ich diese Art besonders gut finde.
Aber das hat möglicherweise nichts mit der Qualität seiner Arbeit als Trainer zu tun.
Wie schon öfters gesagt. Diese Vorgehensweise einiger Journalisten hat nichts mit Liebe zur Eintracht zu tun. Hier geht's nur um die Befriedigung niederer Motive. Da fühlen sich einige Leute offensichtlich auf den Schlipps getreten.
Und zu uns Fans: Das Verhältnis von 1 zu 58 stimmt mich traurig. Wir fahren anscheinend auf negative Nachrichten ab. Dabei hätten wir doch alle gerade jetzt positive Nachrichten so bitter nötig.
Übrigens, Emre, woher hast Du denn den Begriff "volatile Spielzeit"? Hast Du den zufällig vom "Meister" Durstewitz abgeschrieben?
"Meine KI" sagt zu diesem Begriff folgendes:
Das Spiel ist „wechselhaft“, mit langen Durststrecken und plötzlichen hohen Gewinnen.
Hoffen wir doch mal, dass an Deinem Bericht wenigstens ein Körnchen Wahrheit dran ist.
Und dass einer dieser "plötzlichen hohen Gewinne" schon im Spiel gegen den HSV stattfinden wird.
Nur die SGE!
Ich freue mich sehr auf Amaimouni.
Einer der ohne groß nachzudenken losdribbelt und Gas gibt. Egal ob von Anfang an oder wenn er rein kommt.
Es darf ihm nur kein Trainer diese dribblings verbieten. Das war meiner Meinung nach damals bei Aymen Barkok der Fall. Auch ein lockerer Dribbler gewesen aber er sollte es irgendwann unterlassen und sollte seinen Stil verändern was ich für total falsch halte. Weiter so Jupp 💪
Schlimm an dem ganzen Theater ist doch, dass es zunächst an die Presse gerät und dann in die Öffentlichkeit. Das ist maximal unprofessionell und ich habe das Verlangen, so manchen Protagonisten mal zu schütteln, in den Arsch zu treten und an seine eigentliche Aufgabe zu erinnern. In Vorabendserien können sie gerne nach der Karriere noch mitspielen, der Basler hat es vorgemacht.
Gruß SCOPE
Das meiste "gerät" ja nicht an die Presse, sondern stammt aus ganz offiziellen Interviews und wir oft aus dem Zusammenhang gerissen, insbesondere von der Klatschpresse. Dann werden noch alle möglichen Sachen dazu erfunden, wie der Spieler angeblich fühlen würde, ohne echte Hinweise oder gar Belege darauf. Wenn Leute dann ohnehin schon eine Antipathie gegen den Trainer, andere Vereinsverantwortliche oder gar den Spieler haben, dann fühlen sie sich bestätigt.
Es gibt Untersuchungen, dass Leute in bis zu 75% der Fälle auf Social-Media-Kanälen einen Beitrag teilen, ohne vorher den Artikel selbst gelesen zu haben. Es ist echt irre, dass das so viele sind, aber tatsächlich lesen 3/4 der Leute nur die Überschrift, um sich ihre vorgefertigte Meinung und die ihrer perfekten Bubble von ähnlich Denkenden bestätigen zu lassen. Sie machen sich nicht einmal die Mühe, den Artikel zu lesen, der oft enthält, dass das gar nicht bestätigt werden konnte und der das oft relativiert oder widerlegt. Deswegen hat der Autor natürlich auch eine gewisse Verantwortung für die Einfärbung der öffentlichen Meinung.
@1899: Tatsächlich ist es auch so, dass eine Negativschlagzeile eben der größere Aufreger ist und ich die vielleicht selbst sogar dann anklicke, wenn ich gerade kaum Zeit zum lesen habe, anstatt mir noch eben n Snack oder n Kaffee zu machen vor dem losgehen oder meine Pause anderweitig zu nutzen. Es könnte ja irgendeine echte Neuigkeit darin enthalten sein. Wenn es das gleiche Interview zu dem Thema von Eintracht.de oder Eintracht.tv nur bestätigt, lese ich den Artikel möglicherweise erst später. Also tatsächlich lese ich "Aufreger" -Artikel, wenn ich ehrlich zu mir bin, generell früher und interagiere vermutlich mehr und öfter. Wenn ich einen krassen Widerspruch entdecke, dann bin ich auch eher geneigt, zu widersprechen. Wenn 10 sich bestätigt fühlen und gegen Riera bzw Spieler XY schießen, dann wird es auch wieder 5 Gegenkommentare geben. So habe ich im Endeffekt auch bestimmt 3 mal auf den Artikel geklickt.
Daher muss man leider sagen, dass der "Ragebait", Leute durch kontroverse Aussagen zu mehr Klicks und Interaktion zu bringen, durchaus funktioniert, obwohl ich persönlich tatsächlich oft ganze Zeitungsartikel über mehrere Seiten und Studien im Original lese, um mir ein möglichst objektives Bild zu machen und mich nicht von der vorherrschenden Stimmung treiben zu lassen.
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