Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing will 2020 aufhören, sucht aber noch nach einem Nachfolger.

Mit dem Rekord-Verkauf von Luka Jovic kassiert Eintracht Frankfurt zwischen 60 und 70 Millionen Euro, von denen die SGE etwa 30 Prozent direkt weiter nach Lissabon überweisen muss. Es bleiben 42 bis 49 Millionen Euro übrig, mit denen die Hessen nun auf Shopping-Tour gehen können. Eintracht-Aufsichtsrats-Chef Wolfgang Steubing gab in einem Interview mit der „Bild“ einen kleinen Einblick in die finanziellen Pläne der Eintracht.

Steubing kann Wechsel von Jovic nachvollziehen

„Es ist eine großartige Belohnung der Arbeit von Fredi Bobic. Für uns ist das natürlich jetzt eine Einnahme, die außergewöhnlich ist. Ich kann nur sagen: Fredi, super gemacht!“ So beschreib Steubing seine Gedanken über den Abgang von Jovic zu Real Madrid und lobte dabei die geleistete Arbeit von SGE-Sportvorstand Fredi Bobic. Sportlich betrachtet ist es natürlich ein herber Verlust, aber mit gut 40 Millionen Euro ist die Eintracht nun in der Lage, einen womöglich besseren Kader als im Vorjahr auf die Beine zu stellen. „Das Geld gibt uns nur mehr Spielraum bei anderen Neuverpflichtungen, die wir uns vorher so vielleicht nicht hätten leisten können“, so Steubing. Der 21-jährige Serbe dagegen muss sich komplett umorientieren, da er ja jetzt bei einem der besten Klubs der Welt unter Vertrag steht. „Ich wünsche es ihm. Aber es wird schwieriger als bei Eintracht. Dort ist die Qualität der Konkurrenten natürlich ganz anders. Aber als junger Mann von 21 musst du das machen“, äußerte sich Steubing über Jovics Chancen in Madrid. Ob der Transfer als Verlust einzustufen ist, wird sich in ein paar Monaten zeigen. Steubing erinnerte sich an andere Zeiten: „Ob es mich schmerzt, werden wir sehen, wenn ich den Ersatz für Jovic kenne. Aber: Mit Stars wie Grabowski, Hölzenbein und Nickel hast du als Eintracht-Fan früher zehn Jahre gelebt. Ich muss akzeptieren, dass es jetzt anders ist. Spieler kommen und gehen.“

Eintracht muss bei Transfers flexibel bleiben

Dass nach Jovic nun auch Sébastien Haller und Ante Rebic den Klub verlassen, wird in den Medien derzeit heiß diskutiert. Überraschen würde es Steubing dennoch nicht: „Ich hoffe nicht. Aber es ist nicht auszuschließen. Die Jungs haben international zu gut gespielt. Und dann kommen die anderen Klubs, das ist so. Bei Rebic kann es schwer werden. Haller ist bestimmt auch in aller Munde. Aber bisher hat sich ja kein Club rausgewagt und gesagt: ‚Ich will den und X und Y.'“ Es wird eine lange Transferperiode für Eintracht Frankfurt, in der auch die Qualifikation zur Europa League beginnt. „Ich denke, das wird wieder bis zum letzten Tag der Transferzeit ein offenes Spiel. Wir würden gern früh Klarheit haben. Aber wir müssen flexibel bleiben“, erklärte der 70-Jährige. Sollten Haller und Rebic die Hessen auch noch verlassen, würde die SGE geradezu in Geld schwimmen. Die Gefahr, in solch einer Situation zu schnell die falschen teuren Spieler zu verpflichten, ist groß. „Wir sind völlig einig, Bobic, Finanz-Vorstand Frankenbach und Aufsichtsrat, dass wir in diese Falle nicht gehen. Wir überdrehen finanziell nicht. Das bedeutet nicht, dass wir sportlich nicht trotzdem mal in Schwierigkeiten kommen könnten“, versicherte Steubing.

Realistisch, dass die drei Leihspieler bleiben

Tüftelt derzeit am Kader für die neue Saison: SGE-Sportvorstand Fredi Bobic.

Fredi Bobic, Sportvorstand der SGE, hat längst damit angefangen, sich mit der Kaderplanung für die neue Saison zu beschäftigen. Leihspieler wie Martin Hinteregger oder Kevin Trapp sollen gehalten werden, aber auch Sebastian Rode bewies, dass er der Mannschaft enorm weiterhelfen kann. Anfang der Woche gaben die Hessen ein erstes offizielles Angebot für Trapp bei Paris ab, die Franzosen regierten darauf offenbar noch nicht. „Er würde gern bei uns bleiben. Er ist dritter Nationaltorwart, mit 28 in einem guten Alter. Wenn er sich zu uns bekennt, zeigt das schon sein Herzblut für Eintracht“, sagte Steubing über den deutschen Nationaltorwart und auch an Hinteregger fand der 70-Jährige Gefallen: „An ihm habe ich regelrecht einen Narren gefressen! Das ist ein Bursche, der gefällt mir. Ein sehr geerdeter, liebenswerter Mensch. Und er hat auch noch richtig gut gespielt. Ein Glücksfall. Der bekennt sich zu uns. Meine Hoffnung, dass alle drei, auch Rode bleiben, ist groß. Und ich denke, es ist zu realisieren.“

„Jeder muss sich jedes Jahr beweisen“

Auch Cheftrainer Adi Hütter leistete einen hervorragenden Job und sorgte mit der Eintracht für historische Nächte in Frankfurt und Europa. Mit dem Österreicher gelang der siebte Tabellenplatz, auch wenn die Adler lange Zeit zu den besten sechs Teams Deutschlands zählten. „Hütter lässt nach vorn spielen und er hat mit seinem Angriffsfußball Erfolg. Das hätte ich so im Trainingslager letzten Sommer nie geglaubt. Er hat ein Super-Jahr hingelegt! Vielen Dank dafür. Aber es muss jeder jedes Jahr beweisen, dass er den richtigen Weg weitergeht“, betonte Steubing, der nächstes Jahr sein Amt niederlegt und dringend noch einen Nachfolger sucht. „Ich will ein gutes Fundament übergeben, wenn ich 2020 aufhöre. Ich würde mich freuen, wenn Eintracht auf dem, was wir geschaffen haben, mehr und mehr aufbaut. Aber es geht nicht in jeder Saison zwei Plätze besser. Das geht nicht.“

2020 soll Schluss sein – Steubing will gutes Fundament übergeben

In seiner Zeit als Aufsichtsrats-Chef erlebte der 70-Jährige viele Hochs und Tiefs und stieg mit der SGE aus der Relegation bis hin zum Europa-League-Halbfinalisten auf, krönender Höhepunkt war selbstredend der DFB-Pokalsieg 2018. Sollte Steubing nicht weitermachen wollen, wäre die Saison 2019/2020 seine Letzte. Er hat hauptsächlich positive Erinnerungen an seine Amtszeit: „Jetzt habe ich es fünf Jahre ausgehalten. Das ist eine Menge Holz bei der Eintracht! Ich bin dem Verein immer verbunden. Aber jetzt lassen wir es mal so stehen, dass im Juni 2020 Schluss ist. Die anderen sollen sich mal Gedanken machen, darüber nachdenken, was das für ein Job ist.“

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26 Kommentare

  1. Steubing wird unterschätzt. Er ist so eine Art graue Eminenz im Hintergrund. Zudem funktionierte die Chefebene offensichtlich – wie so vieles bei uns in letzter Zeit – menschlich untereinander überragend gut. Der Nachfolger muss mehrere Löcher stopfen. Alles Gute hierbei…

  2. Herrlich diese Zeiten! Keiner muss mehr umherlaufen um „schlappe“ 10 Millionen zu organisieren. Das Wort Rotwein-Fraktion wurde gefühlt seit Jahren nicht mehr beschrieben. Alles Friede-Freude- und vor allem Eierkuchen. Selbst der Sohn von P.F. bekommt vermutlich beim Metzger wieder Gratiswurst. 🙂
    “ Wird ich zum Augenblicke sagen – verweile doch, du bist so schön … “

    Es macht gute Laune Eintracht-Fan zu sein! Weiter so.

    Zu 1 Besonders habe ich Steubing unterschätzt, als er über die Beinahe-Weiterverpflichtung von Hradecky schwadronierte. 🙂 Er hat daraus gelernt.

  3. OT: ich hatte woanders schon einmal gefragt: hat jemand zufällig eine Aufzeichnung des grandiosen abstiegfinales von 1999. ich war leider „nur“ im Stadion 🙂 aber ich würde es gerne meinem Sohn mal zeigen…..

  4. Schön zu sehen, dass Steubing gelernt hat und Bobic, ganz im Gegensatz zu meinen Erwartungen, kein Lautsprecher ist. Was bringt es, wie Bayern große Transfers anzukündigen? Der Druck wird größer und die Ohrfeigen wie bei Sane und Hudso-Odoi lauter. Bzw der „Versagensdruck“. Ich war selten so entspannt vor einer Saison wie dieses Jahr. Der Kaderrumpf selbst ohne die Büffel ist schon stark – da kann man was draus machen!

  5. @Artikel Hessenschau.de

    Kruse in allen Ehren. Sicher ein toller Kicker, nachdem ich mir vor Jahren die Finger geleckt hätte. Aber heute denke ich, dass er für die erwähnten 6 Mio Jahresgehalt viel zu teuer ist. Auch wenn er ablösefrei kommen würde und man als Gesamtpaket für einen ggf 3 Jahresvertrag nicht viel mehr zählt als für einen Jungen hungrigen Spieler, haut er uns das gesamte Gehaltsgefüge durcheinander… das wäre es mir nicht wert… ich bin sehr gespannt was passiert…

  6. Wenn Kruse für die Hälfte an Gehalt kommt, dann okay. Aber so richtig begeistert er mich nicht.

    Bei dem Artikel auf hessenschau.de steht, Torro habe seine Bundeligatauglichkeit noch nicht bewiesen.Das sehe ich total anders. Er hat tolle Spiele gezeigt. Die Verletzung hat ihn halt danach erstmal zurückgeworfen. Er kann was und wird das auch zeigen

  7. Zitat:
    „So oder so sollte die Eintracht mindestens zwei neue Kräfte für die Sechser-, Achter- oder Zehnerposition verpflichten. Das verbindende Element zwischen Abwehr und Angriff wurde in der vergangenen Saison in mehreren Spielen schmerzhaft vermisst. Etwas mehr Kreativität und Ideen in der Spieleröffnung werden dringend benötigt. Genau wie Entlastung für die Dauerbrenner Kostic und da Costa.“

    Mal sehen, wie oft noch das Offensichtliche gesehen und geschrieben wird in den nächsten Wochen. Das wissen wir doch alles. Das wussten wir schon vor Monaten.

  8. Kann Fredi jetzt BITTE Max Kruse mit der Schubkarre abholen. Der kann gerne auch deutlich mehr verdienen als alle anderen. 1. weil er ablösefrei ist und 2. weil er zwei Klassen besser spielt als der Rest. Nach Havertz und Reus der beste deutsche Offensivspieler in der Bundesliga. Ein Witz, dass Jogi ihn seit Jahren ignoriert. Alle Kruse Skeptiker würden ihm schon sehr bald zu Füßen liegen. Außerhalb mag er kein einfacher Typ sein, was nicht immer negativ ist. Auf dem Platz ein absoluter Anführer und Leistungsträger. Passt perfekt uns.

  9. @9 Zitat: weil er zwei Klassen besser spielt als der Rest

    Sorry, aber sonst geht´s noch ja? Oh man… Selten so einen Quatsch hier gelesen!

  10. Kruse wäre für mich nach KPB nahe dran an einem „Königstransfer“. Er ist ein Leader, Kämpfer, Pusher und auch Kreativer, dazu stark im 1:1-Spiel und abschlusssicher. Genau wie KPB oder AMFG ist er eine echte Persönlichkeit auf dem Platz, die brauchen wir auch.
    Und m.M. nach eröffnet er Adi Hütter taktisch weitere Möglichkeiten, und würde auch kongenial sich mit Haller im Zusammenspiel nach vorne entwickeln können.

    Falls Bobic also ein Paket wie mit KPB schnüren könnte, dann wäre es super. Das heisst für mich, ein gutes aber moderates Gehalt und dafür keine Ablöse falls er nach ein oder zwei Jahren wieder weg möchte. Dann könnte Kruse jetzt erst einmal weiter sportliche Ziele verfolgen und im Anschluss doch noch einige Jahre Millionen in China, Katar oder sonst wo scheffeln.

  11. “ Der darf gern daeutlich mehr verdienen als die anderen“ Das sehen die Kollegen im Team sicher nicht so. Kostic reißt sich in jedem Spiel den Arsch auf, er ist für mich wertvoller als Kruse. Außerdem lebt dieses Team auch vom Zusammenhalt. Ob Kruse passt, werden die Verantwortlichen beurteilen können

  12. Von einem Rafinha (Alcantara) Wechsel zu uns als MF halt ich nicht so viel. Bestimmt ein guter Fussballer, aber anscheinend sehr verletzungsanfällig, sehr hohes Gehalt, und auch 15 Mio Marktwert erscheinen mir da viel zu hoch gegriffen.

  13. Ich stimme zu, wenn Kruse für 3 Mio kommt, oder halt 3,5 dann her damit! Dem wird es bei gut gehen und es wird auch gewürdigt werden. Aber mehr an Gehalt bitte nicht, auch wenn er ablösefrei kommt. Das macht die anderen Jungs nervös und treibt die Gehaltsspirale zu schnell.

  14. Mich irritiert es extrem dass Straubing in dem Interview einfach mal so raushaut dass vor dem Jovic Deal 28 mio für Transfers zur Verfügung standen.

  15. @Pot: Habs mir gerade mal angesehen. Was der schon an Verletzungen hatte, Wahnsinn!

    Letzte Saison mit 30 Spielen war 2014/15

  16. @15 dafür kommt er aber nicht. Er hat bei Werder 3,5 mio p.a. bezogen und nicht verlängert, weil ihm das zu wenig war. Vielleicht wenn er merkt, dass er sich verzockt hat und nirgendwo anders unterkommt. Aber das ist keine gute Basis.

  17. Naja, sicherlich dürfte Kruse bei uns nicht mehr als 4 Millionen Euro verdienen bzw. maximal so viel wie Rebic. Bei einem ablösefreie Spieler gäbe es aber natürlich Möglichkeiten… ein sehr ordentliches Handgeld in Verbindung mit einem Zweijahresvertrag z.b. Das wäre aber natürlich das Gegenteil von leistungsorientiert… aber vielleicht käme er ja auch für ein gutes Handgeld bei kurzem Vertrag, mittlerem Gehalt und hohen Prämien…

    So könnte meines Erachtens eine echte Win-Win-Situation entstehen. Und ganz fett absahnen kann er dann in zwei oder drei Jahren.

  18. Q19: mit einem guten Handgeld und einem Gehalt im Bereich unserer Besten ist das okay, und es scheinen ihm die Vereine ja nicht die Tür einzurennen

  19. @12
    Sehe ich auch so . Wäre Torgefahr, Ballverteiler und Leader in einem.
    Natürlich muss man schauen wegen dem Gehalt ( mehr als 1oder gar 2 Millionen mehr als Rebic oder Trapp ggf. wäre nicht zu verkaufen) aber ich denke auch, dass könnte man ggf.über ein Handgeld etc. lösen. Denke bei einem Zweijahresvertrag plus Option für uns wäre es auch überschaubar. Vielleicht hat er sich auch etwas verzockt und macht Abstriche.
    Aber wenn Haller gegen sollte fällt mir momentan außer Kruse kein ( mir bekannter) gleichwertiger bezahlbarer Ersatz ein, der uns sofort weiterhelfen kann.

  20. Bin ich froh, dass wir nur die Planspiele machen und Adi, Ben, Fredi und Bruno im richtigen Leben unterwegs sind. 🙂

  21. Kruse grundsätzlich ja, aber nicht ür das Gehalt. Das ist noch unmoralischer als vieles andere. Lässt die Bremer m Stich usw.
    Hab ja nix zu sagen, aber so kann das auch nicht gehen, reine abzocke.
    Lieber einen jungen und hungrigen Spieler als so einen satten.
    Na ja, wir können viel diskutieren,ich denke FB macht das schon rictig.

  22. @ Chandy Ja, FB macht das schon richtig. Da junge, hungrige Spieler nicht am Strauch wachsen, sind Manga & Co. natürlich permanent unterwegs. Und sollte doch ein Kruse kommen – KPB 2.0 – dann nehme ich das mit Staunen zur Kenntnis.

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