Bernd Nickel ist am Mittwoch nach langer Krankheit verstorben. (Foto: IMAGO / Ferdi Hartung)

Ein ganz großer Adlerträger ist von uns gegangen. Wie am heutigen Mittwoch bekannt wurde, ist Eintracht-Legende Bernd Nickel im Alter von nur 72 Jahren verstorben. Der ehemalige Mittelfeldspieler erlag einer langen Krankheit.

Bernd Nickel wurde am 15. März 1949 in Eisemroth im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis geboren, hier startete er im Alter von acht Jahren auch seine fußballerische Laufbahn beim SV Eisemroth. Im Jahr 1966 durfte er zum ersten Mal bei einem Probetraining bei der Eintracht spielen, wo er direkt überzeugen konnte und gemeinsam mit einem anderen Nachwuchsspieler, Bernd Hölzenbein, zu einem Turnier in Rotterdam eingeladen wurde. Anschließend wechselte er fest in die A-Jugend der SGE.

Bundesliga-Debüt 1968

1968 stand Nickel dann zum ersten Mal im Bundesligakader der Eintracht, am 9. März feierte er beim Auswärtsspiel der SGE beim FC Bayern München sein Debüt. Sein erstes Tor schoss er nur sieben Tage später beim 4:1-Heimsieg gegen Borussia Dortmund. Auch wurde er am Ende der Runde von Udo Lattek in die deutsche Fußballnationalmannschaft der Amateure eingeladen, wo er bis zu den Olympischen Spielen 1972 in München auch spielte.

In den folgenden Jahren entwickelte sich Nickel zu einem der besten und torgefährlichsten Mittefeldspieler der Bundesliga- und Eintracht-Geschichte. Er gewann mit der SGE in den Jahren 1974, 1975 und 1981 dreimal den DFB-Pokal und den UEFA-Cup im Mai 1980. In den beiden Finalspielen gegen Borussia Mönchengladbach stand Nickel für die SGE auf dem Feld. Gemeinsam mit Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein bildete er in den 1970er Jahren eines der besten Trios der SGE und der Bundesliga-Geschichte. In am Ende 426 Bundesligaspielen standen 141 Tore – das macht in der ewigen Torjägerliste der Eintracht noch immer Platz zwei – und das als Mittelfeldspieler. Aufgrund seines strammen Schusses, den er sich angeblich zuhause am Garagentor angeeignet hatte, wurde Nickel „Dr. Hammer“ genannt.

 

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Direkt verwandelte Eckbälle von allen vier Ecken

Unter den 141 Toren der Legende sind auch einige ganz besondere dabei gewesen, denn die Spezialität von Nickel waren direkt verwandelte Eckbälle. Nickel gelang das einmalige Kunststück, von jedem Eckpunkt des Waldstadions einen Eckball direkt ins Tor zu verwandeln. Die Gegner dabei: Bayern München, Kaiserslautern, Bremen und Düsseldorf. Noch während seiner aktiven Laufbahn eröffnete er im Jahr 1975 in der Bethmannstraße 15 seinen Eintracht-Shop. Ein Geschäft, in dem es nur Fanartikel zu kaufen gab – das war damals in Deutschland einzigartig. „Auf dem Platz hat er mit vielen tollen Toren für große Erfolge gesorgt, aber auch nach seiner Karriere war er ein wichtiger Repräsentant des Vereins“, fasst es Eintracht-Präsident Peter Fischer zusammen. Mit Bernd Nickel verliert die SGE-Familie eine der größten Identifikationsfiguren des gesamten Vereins. Leb wohl, Dr. Hammer!

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24 Kommentare

  1. Eine schreckliche Nachricht. Schließe mich der Redaktion an, wünsche den Angehörigen viel Kraft und mein Beileid.

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  2. Ich war beim 6 : 0 gegen die Bayern im Waldstadion. Danke Dr. Hammer für viele geile Aktionen. Beim lieben Gott stehst Du in der Startelf. Mtfbwy!

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  3. RIP was für eine schreckliche Nachricht.
    Als ich im eintracht Shop war am Römer hat er zu mir gesagt mein Bub du kannst dir was aussuchen ich bezahle das.
    So ein feiner Mensch. Deine Tore werden mir immer in Erinnerung bleiben

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  4. Schade und wie schlimm von der Truppe am Sonntag, dass DAS das letzte Spiel war, welches er mitbekam. Schämt Euch. 🙁
    Ich hoffe, alle Bundesligastadien machen eine Gedenkminute.

    Gruß SCOPE

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  5. R.I.P.
    Mach’s gut, „Hammer“!!!

    @Hooliganverachter[5] : Ich beneide Dich (ohne missgünstig zu sein), weil mir dieses Spiel „fehlt“. Wenn ich die Zeit zurück drehen und mir e i n Spiel aussuchen könnte, zu dem ich doch ins Stadion gegangen wäre: das wär’s gewesen. Ging leider umständehalber nicht damals. Das 6:0 war übrigens der einzige jemals gegen Sepp Maier direkt verwandelte Eckball. War auch sonst kein so richtig schöner Tag für Deutschlands „Jahrhundert-Torhüter“, hehe.

    Das Tor vom Grabi in HZ 1 war ebenfalls erste Sahne. Da weiß der Sepp auch bis heute nicht, wie der reinging.

    Ich empfehle jedem dieses Spiel auf YouTube. Genauso wie die 45 Minuten (vom HR, glaube ich) zum UEFA-Pokalsieg. Da gibt’s auch klasse Flanken und Freistöße von Bernd Nickel zu sehen.

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  6. Ein ganz großer ist gegangen, Ruhe in Frieden lieber Dr.Hammer.
    @8 Scope: bin voll bei dir. An alle aktuellen Spieler: reißt euch am Samstag den Arsch auf, für Bernd Nickel!!! Dann können wir ihm wenigstens nachträglich einen Sieg widmen.

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  7. Du hast unteranderem den Grundstein für meine Eintracht-Leidenschaft nach meinem ersten Stadionbesuch gelegt.
    Mach es gut da oben!
    War mir eine Ehre dich noch live erleben zu dürfen im Waldstadion.

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  8. Unser Beileid an alle Angehörigen und die Eintrachtfamilie.
    Dr. HAMMER der Mr.Incredible seiner Zeit.
    Ruhe in Frieden

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  9. Ich sehe noch deinen Hammer zum 3:0 in der Verlängerung gegen Bukarest. Wow!

    Ich bin einfach berührt und traurig. Du warst ein ganz besonderer Spieler und bestimmt ein einfach guter Typ. Alles alles Gute dir da oben. Ruhe in Frieden, lieber Bernd!

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  10. Was für eine traurige Nachricht !
    Ich habe Bernd Nickel sehr oft im Waldstadion in den frühen Siebzigern spielen und zaubern sehen, zusammem mit Grabowski und Hölzenbein.
    Er hat für immer einen Platz in meinem Herzen. Er war und ist eine wahre Eintrachtlegende.
    Danke, Bernd Nickel für die großen Momente, die ich miterleben durfte.
    Ruhe in Frieden !

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  11. R.I.P. lieber Bernd!

    Leider habe ich Dich altersbedingt nicht live miterlebt, werde Dich aber als Eintracht-Legende im Herzen behalten!

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  12. Sein Autogramm haengt an meiner Wand. Er war einer der Helden mit denen ich aufgewachsen bin als Eintrachtler. Daher bin ich sehr traurig. Ruhe in Frieden Dr. Hammer.

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