Eintracht-Coach Adi Hütter will zum Start der Wochen der Wahrheit in Bremen punkten.

Für die Frankfurter Eintracht stehen die Wochen der Wahrheit an. In Bremen, gegen Dortmund, in Lepizig, gegen Mönchengladbach und zur Krönung dann noch das Sechszehntelfinale in der Europa League gegen Schachtar Donezk. Der große Kampf um und in Europa. In den kalten Monaten des Jahres wird sich zeigen, wo die Reise für die Hessen hingeht. Den Anfang macht das Auswärtsspiel in Bremen.

Nullnummer unwahrscheinlich – zwei offensive Teams treffen aufeinander

In den Katakomben der Commerzbank-Arena wurde der Altersschnitt der anwesenden Journalie am Freitagmittag zur allwöchentlichen Pressekonferenz immens gesenkt. Praktikantenwochen in Hessen. So gut wie jede Redaktion, jedes Funkhaus hatte mindestens einen Teenager im Schlepptau. Eher schüchtern kamen die Mittelstufenschüler daher, zusehen und lernen lautete die Devise. Die Eintracht hingegen will es am Samstagabend im Norden deutlich mutiger und offensiver angehen. „Ein 0:0 wäre sicher was Außergewöhnliches für dieses Spiel. Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die grundsätzlich eher versuchen schnell nach vorne zu kommen, viele Aktionen in der Offensive zu haben“, weiß auch Eintracht-Trainer Adi Hütter, dass sich beim Topspiel des 19. Spieltages zwei offensivausgerichtete Teams duellieren. „Ich möchte auch zu Null spielen. Am Ende des Tages geht es aber immer um Siege. Ich gewinne lieber jedes Mal 3:1 als fünfmal hintereinander 0:0 zu spielen.“ Klare Ansage des Österreichers. Dass man sich in Bremen untreu wird und abwartend agiert, dürfte sehr unwahrscheinlich sein.

Erinnerungen an das Hinspiel – Hütter trauert Salcedo nach und denkt an Ersatz

Auch im Hinspiel gab es kein 0:0. Vielmehr setzte es eine bittere 1:2-Niederlage, die durch einen Freistoßtreffer von Werders Rashica in der 96. Minute besiegelt wurde. „Dieses Spiel kann man mit dem morgigen überhaupt nicht mehr vergleichen“, sieht Hütter vor allem sein Team ganz anders aufgestellt. Die frühe Verletzung von Carlos Salcedo, der Platzverweis von Jetro Willems. Wirklich bewerten konnte man das Spiel schon damals nicht. Der Mexikaner wird dieses Mal überhaupt nicht helfen können, Zählbares mit nach Hause zu bringen. Er hat die Eintracht zwischenzeitlich verlassen. Einen Abgang, den Hütter bedauert. „Wir haben mit ihm einen sehr guten Spieler verloren.“ Man habe aber dem Wunsch des Spielers sich zu verändern, entsprochen und gemeinsam eine Lösung gefunden. Ob die Frankfurter nochmal auf dem Transfermarkt nachlegen, ließ er hingegen offen. Nominell stehen zwar noch fünf Innenverteidiger im Kader, aber Salcedos Abgang hinterlässt durchaus eine Lücke. „Ich bin grundsätzlich zufrieden mit dem Kader, aber das Transferfenster hat noch ein paar Tage offen. Der eine oder andere kann noch kommen oder gehen.“

Spielentscheidende Szene im Hinspiel: Jetro Willems sieht die rote Karte.

Spiel in Bremen als Richtungsweiser 

Im Kampf um die europäischen Plätze täte der Eintracht Verstärkung sicherlich noch gut. Kevin Mbabu dürfte nach seiner Verletzung samt vier Wochen Ausfall wohl aus dem Rennen sein, Almamy Toure hingegen wird weiterhin heiß gehandelt. Beide wären in jedem Fall keine Sofortverstärkung. In den Wochen der Wahrheit muss es der bestehende Kader richten. „Die kommenden Wochen haben wir Spiele vor der Brust, die hochinteressant ist. Wir spielen gegen alle, die vorne dabei sind“, weiß Hütter um die Brisanz. Das Bremenspiel fungiert dabei als Richtungsweiser: „Es zeigt, wohin die Reise geht. Das ist morgen ein Schlüsselspiel.“ Mit einem Auswärtssieg könnte man nach dem spielerisch schwachen Auftaktsieg gegen Freiburg Schwung mitnehmen für die intensiven Wochen. „Ich bin überzeugt, dass sich die Mannschaft um einiges steigern wird.“

Gacinovic zurück – Fernandes muss ersetzt werden

Mijat Gacinovic könnte in jedem Fall wieder seinen Beitrag leisten. Der Serbe ist komplett wiederhergestellt und steht am Samstag in jedem Fall im Kader. Eine Stammplatzgarantie erhielt auch Kevin Trapp, der sein 100. Spiel für die Eintracht absolvieren wird. Weitere Auskünfte wollte Adi Hütter nicht geben, vielmehr wolle er seinen Gegenüber Florian Kohfeldt überraschen können. Der wiederum könnte gleiches tun: „Er rotiert auch gerne mal, bringt neue Spieler. Wir müssen auf alles vorbereitet sein. Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die guten Fußball spielen können.“ Sicher ersetzen muss Hütter Gelson Fernandes, der gegen Freiburg die fünfte gelbe Karte gesehen hat. „Jetzt kommen die Phasen, wo der eine oder andere gesperrt ist.“ Eins zu Eins könne man den schweizerischen Abräumer nicht ersetzen. „Es gibt nur einen Gelson. Wir haben aber Spieler, die ihn auf eine andere Art und Weise ersetzen können. Da habe ich schon geschaut.“ Wohlwissend, dass auch er gefragt ist. Denn jetzt beginnt für die Hessen nicht nur die Phase der Gelbsperren, sondern eben auch die, in der sich entscheidet, wo die Reise hingeht.

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5 Kommentare

  1. Ist schon eine tiefgreifende Erkenntnis. Lieber jedesmal gewinnen als jedesmal unentschieden spielen… 🙂
    Kenne die Aussage eher als: Lieber jedesmal 5:4 als 1:0 gewinnen.

  2. „Ich bin grundsätzlich zufrieden mit dem Kader, aber das Transferfenster hat noch ein paar Tage offen. Der eine oder andere kann noch kommen oder gehen.“
    Das hört sich ja vielversprechend an.

  3. Salcedo / Hütter:
    Einen Abgang, den Hütter bedauert. „Wir haben mit ihm einen sehr guten Spieler verloren.“ ……….
    Gut das hier auch der abgewanderte Spieler und die extrem wichtige Position gesehen wird.
    Das gibt mir realistische Zuversicht, dass wir in 6 Tagen schlauer und vermutlich auch zufrieden sind 😉

  4. Dünnes Eis, wenn keiner kommen würde.
    Es muss sich etwas tun und es wird sich etwas tun. Ein Abgang Fabians könnte am wahrscheinlichsten sein, aber Bobic und Co. haben schon des öfteren überrascht und auch aus dem Hut gezogen, bei Transfers in beiden Richtungen. Überschaubare Mittel werden verfügbar sein. Der Neue sollte schnell kommen, sofort helfen können und finanziell machbar sein. Schwierige Aufgabe für Bobic, aber es ist sein Job.

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