Martin Hinteregger ist eine der Säulen im Spiel der Eintracht. (Bild: Heiko Rhode)

Selbstbeschäftigung statt Tore schießen, Kochen statt Pässe spielen und alleine Akkordeon spielen statt vor tausenden Zuschauern verteidigen: Der Alltag von Eintracht-Innenverteidiger Martin Hinteregger hat sich durch die Corona-Krise komplett verändert.

Auf der Homepage der SGE erklärte der Österreicher nun, dass er die aktuelle Pause aber besser findet als die Saison durch Geisterspiele durchzuspielen und er jetzt besonders merke, wie schön es wirklich war, Fußball spielen zu können. „Grundsätzlich fehlt mir das natürlich sehr. Man weiß aber auch, dass es nicht so emotional und interessant wäre, wenn wir ohne Zuschauer spielen würden. Wir befinden uns gerade in einer Ausnahmesituation, aber das wird sich hoffentlich bald wieder ändern“, so der 27-Jährige, der betonte, dass man erst jetzt merke „wie schön es wirklich war, Fußball spielen zu können.“

Garten-, Heimwerkerarbeit und Akkordeon

Trotz der krassen Einschnitte in seinen bisherigen Alltag und in sein bisheriges Leben versuche er das Beste aus der Situation zu machen: „Ich konnte jetzt eine Woche lang mal nur zuhause sein und zur Ruhe kommen. Das war auch für mich eine lehrreiche Zeit, die ich versucht habe, zu nutzen.“ Dabei habe er auch einige neue Talente entdeckt: „In meinem Haus gibt es einige Reparaturarbeiten zu erledigen, für die ich sonst nie die Zeit gefunden habe. Jetzt konnte ich mich darum kümmern und auch den Garten mal auf Vordermann bringen. Ich werde bald ein paar Obst- und Gemüsesorten anpflanzen.“ Dies sei während des normalen Fußballeralltags nicht möglich gewesen. „Man muss die Zeit nutzen und ich denke, dass es für viele auch schön ist, mal mehr Zeit für die Familie zu haben. Ich versuche, die positiven Aspekte zu sehen“, so der Abwehrmann. Diese seien auch auf das Sportliche bezogen vorhanden: „Ich persönlich bin ein bisschen froh über diese Pause, weil ich zuletzt nicht mehr in der gleichen Form war, die ich im Herbst hatte. Für mich kann das sehr positiv sein, um wieder richtig in Schwung zu kommen.“ 

Ein weiteres Hobby des Österreichers ist neben dem Garten und dem Heimwerken auch das Akkordeonspielen. In den letzten Tagen wurde in den sozialen Netzwerken ein Video des Linksfußes zum Hit, in dem er mit Star-Wars-Maske Akkordeon spielt. Dies sei aus reiner Langeweile entstanden und er habe nicht damit gerechnet, dass dies solch Wellen schlage, denn er habe einige Fehler gespielt: „Ich habe gefühlt das ganze Stück falsch gespielt, auf jeden Fall waren ein paar Fehler drin. Hätte ich gewusst, welche Reichweite das Video bekommt, dann hätte ich natürlich ordentlicher gespielt. Das war spontan der erste Versuch und im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, dass ich mir mehr Mühe gegeben hätte.“

Heimmkino auf Raten

Nachdem das Video so viral gegangen ist, übe er bereits an weiteren Stücken auf der „Ziehharmonika“, die vielen SGE-Fans sicher gefallen werden: „Jetzt lerne ich den Schneewalzer und hoffentlich kann ich bald auch „Im Herzen von Europa“ spielen. Ich übe das mithilfe der „Quetschn Academy“ im Internet. Ich habe eine Anfrage gestellt, ob die mir dabei helfen können, den Song zu spielen. Ich habe auch schon eine Antwort bekommen. Wenn sie mir das schicken, werde ich auf jeden Fall sehr viel proben und dann kann ich das hoffentlich bald spielen.“ Seine Sympathien für „Star Wars“ seien der einzige Grund gewesen, warum er im Video die Maske getragen habe. Trotz der vielen Zeit, die er derzeit hat, habe er noch nicht alle Filme der Reihe geschaut: „Ich will nicht alles auf einmal gucken, das wäre dann schade um die Zeit. Ich hebe mir das noch ein bisschen auf. Außerdem kann ich mich auch nicht konzentrieren, wenn ich mehrere Stunden am Stück Filme schaue. Also mache ich zwischendurch ein paar Tage Pause und dann nehme ich mir den nächsten vor.“

Neben Akkordeon, Gartenarbeit und Star Wars muss sich der Abwehrmann aber natürlich auch fit halten, um bei einer Fortsetzung der Saison möglichst schnell wieder in Topform zu sein. Dabei helfe ihm neben einem Radergometer, den jeder der SGE-Spieler nach Hause geliefert bekommen habe, auch ein Kraftraum, den er sich vor einigen Wochen bereits eingerichtet habe: „Jetzt habe ich endlich die Zeit, um den zu nutzen. Dann war das Wetter auch richtig gut, sodass ich im Garten ein paar Übungen machen konnte. Man hat momentan viel Zeit. Die gilt es, sinnvoll zu nutzen. Also fit bin ich auf jeden Fall.“

Sorgen um die Familie und eine große Geste

Natürlich gehen die Gedanken des heimatverbundenen Kärnters in den vielen freien Minute auch nach Hause. Hier halte er regen Kontakt und hat, wie er der „Bild“ verriet, sogar schon ein Spendenkonto für Familien in Not eingerichtet. Bei seiner Familie selbst seien derzeit alle gesund: „Mein Dorf hat 700 Einwohner und da sind drei Fälle bekannt, bei denen  der Verdacht auf Corona besteht. Das Dorf steht unter Quarantäne, und auch meine Oma sperrt sich seit zwei Wochen ein. Das beruhigt uns alle. Wir tauschen uns aus und stehen in Kontakt, auch wenn wir nicht täglich voneinander hören.“

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6 Kommentare

  1. Geilo, Im Herzen von Europa auf dem Akkordeon! Will ich sehen! Und Walzer ist es ja eh, perfekt.

  2. Unbedingt : Im Herzen von Europa – Hinti, bitte mach es
    und natürlich : den Eintracht Frankfurt Walzer
    Da kommt Freude auf
    Forza SGE !

  3. Sorry, dass ich da ein wenig Ernüchterung einstreuen muss.
    Aber einen Eintrachtwalzer gibt es nicht. Den bierseeligen Walzer gibt es bei uns so wenig exklusiv wie sonst nur Queengejammer bei Siegerehrungen. Jeder kleine Dorfverein singt was von Meisterschaft und Fahnenmeer auf die selbe Melodie. Schade um die Übungszeit, denn ohne den Text kann es auch der BVB, FCB oder Preußen Münster Walzer sein. Man sollte sich ohnehin exklusiver präsentieren und nicht den austauschbaren Einheitsbrei einstimmen.

    Gruß SCOPE

  4. Und nebenbei hat der Gute noch Zeit der Klapper 33 Geld zu spenden !
    Top Mann! Auch wegen seiner Ecken und Kanten…

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