Zwischen beiden ist alles geklärt: Glasner und Kostic (Foto: IMAGO / osnapix)

Der erste Saisonsieg war zum Greifen nah, doch am Ende stand die Eintracht wieder mit nahezu leeren Händen da. Die Gäste aus Stuttgart erzielten kurz vor Schluss den Ausgleichstreffer. Spieler und Verantwortliche versprühten nach Spielende jedoch keine depressive Stimmung, sondern verbreiteten Optimismus. Und dass Kostic nicht von Anfang an spielen sollte, war keinesfalls eine Bestrafung des Trainers.

Martin Hinteregger: „Es war ein sehr gutes Spiel von uns. Glasner hat uns sehr gut eingestellt und wir haben sehr gut gestanden. Kostic hat nach seiner Einwechslung viel Schwung in die Partie gebracht und seine Anwesenheit auf dem Platz bringt schon sehr viel. Umso mehr freut es mich, dass er das Tor erzielt hat und beinah das zweite aufgelegt hätte. Man hat im Stadion gesehen, dass die Fans – bis auf wenige Ausnahmen – froh sind, dass er wieder da ist. Und die letzten, die noch nicht pro Kostic sind, werden irgendwann verstehen, dass er ganz wichtig für uns ist.

Beim Gegentor lief ziemlich viel unglücklich. Ich war natürlich extrem involviert. Den zweiten Ball muss ich besser wegköpfen. Er fällt dann Marmoush vor die Füße, dann hält Trapp auch noch gut und dann landet er ihm wieder vor den Füßen. Das ist das, was wir momentan haben. Auf der anderen Seite treffen wir zwei Mal die Latte und das waren die paar Zentimeter, die das Spiel am Ende entschieden haben.

Wir haben heute ein nahezu perfektes Spiel gezeigt gegen eine Stuttgarter Mannschaft, die offensiv nicht so schlecht ist. Das hat sie letztes Jahr schon gezeigt. Ich glaube, jede Mannschaft ist noch in der Entwicklung. Aber wenn man heute das Spiel sieht, sind wir ganz nah dran an dem ersten Sieg. Markus Grösche hat einen sehr guten Job gemacht, auch mit dem Trainer, den er verpflichtet hat. Wir sind sehr optimistisch, was die Zukunft angeht.

Lammers hat seine taktischen Aufgaben sehr gut gemacht. Er hat vielleicht noch nicht das nötige Glück gehabt. Aber im Training hat man schon gesehen, dass er sehr wichtig für uns sein wird. Es war sein erstes Spiel und er wird uns noch extrem helfen und wir sind alle sehr happy, dass wir in haben.“

Jens Petter Hauge: „Es war heute nicht mein bester Tag. Es ist schwer, wenn man von einem Länderspiel kommt. Man hat nicht die nötige Zeit, gerade wenn man in einem neuen Team ist. Es braucht noch etwas mehr Zeit, um sich mit der neuen Mannschaft einzuspielen.
Zu Lammers kann ich sagen, dass er im Training sehr hart arbeitet und die Aufgabe von mir und dem Team ist es, ihm die richtigen Bälle aufzulegen, damit er die Tore erzielen kann.“

Oliver Glasner: „Wir sind enttäuscht über das Ergebnis, denn die Spieler haben sehr viel investiert. Wir wussten, dass es gegen den VfB schwierig wird, der immer auf Konter lauert. Zu Beginn konnten sich die Stuttgarter auch eins, zwei Mal befreien. Danach haben wir das über weite Strecken sehr gut gemacht. Dann kam der Lattenkopfball von Hinteregger, dann die Rote Karte für Stuttgart. Wie es im Fußball so ist, waren wir nach dem Führungstreffer auf einmal 3-4 Minuten etwas passiv, was wir sonst im ganzen Spiel nicht waren. Genau in dieser Phase konnten sich die Stuttgarter befreien und den Ausgleich erzielen. Danach kam noch mal die Schlussoffensive von uns mit der Lattenchance und dem Abraller vom Rücken des Torwarts. Wir nehmen momentan einfach alles mit

Natürlich fehlt uns im letzten Drittel noch die Genauigkeit. Aber wir hatten zuletzt auch nur zwei Einheiten. Ich sehe in vielen Bereichen Fortschritte; in der Balance, im Gegenpressing. Im Angriff haben wir noch Luft nach oben. Das werden wir in den nächsten Wochen erarbeiten.

Ich habe mit Filip Kostic gesprochen, das Thema ist für mich erledigt. Kostic ist erst am Donnerstagabend von der Länderspielpause zurückgekommen. Die Tage sind nicht an ihm vorbei gegangen, das hat in schon belastet. Er war im Training noch nicht so frei. Ich habe abends mit ihm gesprochen und ihn gefragt, wie er sich sieht und er hat das genauso gesehen. Wir waren gemeinsam der Meinung, dass es die bessere Entscheidung ist. Ich habe gesagt: ‚Du kommst dann rein und erzielst das Siegtor.‘ Leider sollte ich nicht ganz der Prophet sein. Natürlich ist uns allen bei seinem Treffer ein Stein vom Herzen gefallen. Wir haben es dann nicht rübergebracht, weil wir zu passiv waren und Stuttgart ‚all-in‘ gegangen ist.

Klar nervt es mich, dass wir immer noch keinen Sieg eingefahren haben. Mir tun vor allen Dingen die Spieler leid. Aber das wirft uns nicht um. Alle Steine, die uns im Weg liegen, werden wir gemeinsam aus dem Weg räumen, um eine erfolgreiche Zukunft für die Eintracht zu spielen.“

Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart) bei DAZN: „Wir können sehr zufrieden sein, auch wenn wir gefühlt 18 Torchancen zugelassen haben. Mindestens die Hälfte wurde geblockt, wir haben wenige hochwertige Torchancen zugelassen. Durch den Fokus auf die Defensive diese Woche, haben wir ein Stück weit vergessen offensiv zu spielen. Viele Fehlpässe, die Abstimmung hat gefehlt. Aber die Defensivarbeit hat gepasst. Wir haben unterm Strich sehr gut verteidigt und eine gute Moral gezeigt. Der Punkt ist sehr wichtig, das ist jeder Punkt. Aber wenn man zurückkommt nach einem 0:1 und mit einem Mann weniger, ist das nicht nur ein Punkt wert, sondern bringt auch Rückenwind.“

Martin Hinteregger bei DAZN: „Der Trainer hat uns einen Plan gegeben und den haben wir überragend umgesetzt. Der Gegner hatte nicht den Hauch einer Chance. Filip Kostic hat überragend gespielt, so wie man ihn kennt. Wir wollten für Überzahl sorgen und haben viele Situationen überragend herausgespielt. Wenn man dann zweimal die Latte trifft, dann hat es nicht sein sollen. Aber mit dieser Leistung habe ich Respekt vor der Mannschaft. Die Kostic-Materie war für uns intern nie ein Thema und das Traurige ist, dass viele Journalisten immer nur Halbwahrheiten geschrieben haben. Die haben das Publikum dann gegen Filip aufgebracht. Wenn die die Wahrheit gekannt hätten, wären die Reaktionen anders gewesen. Dass wir nicht gewinnen ist ärgerlich. Die drei Punkte waren ganz klar eingeplant. Das Gegentor war Pech. Der Ball landet dreimal vor den Füßen des Stuttgarters. Es soll momentan halt einfach nicht sein, dass wir gewinnen. Die Leistung der Mannschaft war sehr gut und das ist über die Saison sicher wichtiger als schlecht zu spielen und glücklich zu gewinnen. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen für die Zukunft. Es wird jetzt Ruhe einkehren und dann werden die Leistungen besser.“

Sam Lammers bei DAZN: „Wir haben heute als Team sehr gut zusammengespielt und das Geschehen kontrolliert. Aber im Endeffekt willst du als Stürmer auch Tore schießen  und die Möglichkeiten dazu waren da. Dementsprechend ist es enttäuschend, dass wir und ich zu wenig daraus gemacht haben. Ich bin seit einer Woche hier und ich muss erst einmal meine Teamkollegen kennenlernen  und schauen, wie die spielen. Ich war heute sicherlich noch nicht so gut eingebunden, aber das ist relativ normal. Ich hätte es dennoch besser machen können. Aber als Team waren wir sehr gut heute.“

Omar Marmoush (VfB Stuttgart) bei DAZN: „Der Trainer hat mir gesagt, dass ich reinkomme, weil ich schon lange nicht mehr gespielt habe. Ich soll zeigen, was ich drauf habe und defensiv arbeiten und als Mannschaft kämpfen. Ich glaube, wir haben es gut gemacht. Es ist schön, dass wir mit einem Punkt nach Hause fahren. Ich freue mich sehr über das Tor und den einen Punkt. Wir haben eine gute Moral gezeigt.“

Marc-Oliver Kempf (VfB Stuttgart) bei DAZN: „Die Eintracht war die spielbestimmende Mannschaft, aber sie hatten nicht die Hochkaräter gehabt, dass man sagen könnte, sie hätten uns 4:0 vom Platz schießen können. Marmoush zeigt, was er für Qualitäten mitbringt. Umso schöner, dass er heute in Unterzahl das Tor erzielt hat.“

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53 Kommentare

  1. niemand tut ihm Unrecht und er war genauso schwach wie gegen Bielefeld. Nicht blenden lassen von den 2-3 netten Pässchen. Man hat bei Sow die Befreiung förmlich gespürt als Jakic kam und er somit einen echten 6er neben sich hatte. Ist natürlich nicht seine Schuld, wenn der Trainer ihn dahinstellt, besser machts seine Leistungen aber nicht. Aber ich weiss, super Tor gegen Strassburg (oder gegen St. Etienne, keine Ahnung), das reicht dann wohl. So lange Hrustic bei uns auf der 6 spielt, werden wir im zentralen Mittelefeld große Probleme haben.

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  2. Ich verstehe die Leute nicht, die keine hochkarätigen Chancen von uns gesehen haben wollen. Wir haben zwei mal nur die Latte getroffen und die Foul-Situation an Borré werte ich auch als Hochkaräter. Immerhin wäre er alleine vorm Torwart gewesen, wenn Anton ihn nicht zu Fall gebracht hätte.

    Und die Chance von Lammers nach dem Hammer-Ballgewinn von Kamada war auch nicht so schlecht.

    Und mit Jakic haben wir wieder einen echten 6er im defensiven Mittelfeld.

    Daher kann man meiner Meinung nach optimistisch für die Zukunft sein, auch wenn (oder gerade weil) das Resultat des gestrigen Spiels nur sehr schwer zu ertragen ist.

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  3. @47-ostwestfalen-adler:

    Wo hast du die 17%-zweikampfquote von sow her? Grad nachgesehen bei Bundesliga.com: waren da 8/15.

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