Bachirou Salou und Jan-Aage Fjortoft hatten nur einmal Grund zum Jubeln. Foto: Imago/Team 2

Na, wer kennt diese beiden trendigen Herren noch? Das war das Stürmer-Duo der Eintracht bei einem der denkwürdigsten Aufeinandertreffen der Adler mit Bayern München. Im Spätsommer 1999 empfing die Eintracht den FC Bayern München. Im Angriff: Bachirou Salou und Jan Åge Fjørtoft. Die beiden waren nicht nur auf den Hund gekommen, wie dieses fesche Foto aus der „Sportbild“ beweist, sie teilten sich auch ein Zimmer. Das hatte den Norweger zu der legendären Aussage bewogen: „Ich halte nix von Sex vor dem Spiel, besonders weil ich mir das Zimmer mit Salou teile“.

Die Eintracht hatte sich in der Saison zuvor beim legendären Finale gegen Kaiserslautern (5:1) dank Fjørtofts Übersteiger gerettet und traf am 5. Spieltag nun auf die Bayern. Vor 59.500 Zuschauern im Waldstadion gingen die Adler in Führung. Maßgeblich daran beteiligt die beiden Hundeliebhaber Salou und Fjørtoft. Auf Vorlage des Norwegers traf Salou nach 20 Minuten zum 1:0 für die Gastgeber – bereits sein fünfter Treffer im fünften Saisonspiel. Die Eintracht war drauf und dran, den Favoriten zu ärgern.

Jan-Aage Fjörtoft ließ das Waldstadion am 29.05.1999 beben!
Jan-Aage Fjørtoft legte das 1:0 von Salou vor.

Kuffour knockt Kahn aus

Nach 56 Minuten hielten die Fans im Waldstadion die Luft an. Bei einem Zweikampf hatte Bayern-Verteidiger Samuel Kuffour seinen eigenen Torhüter Oliver Kahn ausgeknockt. Kahn war kurzzeitig bewusstlos und musste mit einer Trage abtransportiert werden. Für ihn kam Ersatztorwart Bernd Dreher. Doch auch für ihn war acht Minuten später Schluss. Dreher war umgeknickt. Diagnose: Kreuzbandriss. Die Bayern mit 0:1 zurück und ohne Torwart.

Falk: „Wir kamen nie näher als 30 Meter vors Tor!“

Es schlug die Stunde von Michael Tarnat. Der hatte sich wie selbstverständlich gemeldet, als Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld nach einem Aushilfscoach gefragt hatte. „Ich stand mal in der D-Jugend im Tor“, erzählte er später. Wer dachte, dass jeder Schuss ein Treffer werden würde, sah sich getäuscht. Denn die Eintracht kam einfach nicht in aussichtsreiche Abschlussmöglichkeiten. „Nachdem Tarnat ins Tor ist, hat Effenberg sein Team zusammengeholt und sie eingeschworen. Danach standen sie so kompakt, wir kamen nie mehr als 30 Meter vors Tor“, erinnert sich Patrick Falk, der in der Schlussphase eingewechselt wurde, im Gespräch mit SGE4EVER.de. Auch Tarnat gab nachher zu: „Hätte die Eintracht mehr aufs Tor geschossen, dann hätte ich ganz schön alt ausgesehen.“

Elber und Kuffour drehen Partie

Für die Adler kam es noch bitterer. Giovane Elber erzielte den Ausgleich und ausgerechnet Samy Kuffour, der im eigenen Strafraum noch Keeper Kahn ausgeknockt hatte, war nach einem Freistoß per Kopf vor Oka Nikolov am Ball und traf zehn Minuten vor Schluss zum 2:1. Die Eintracht hatte die Spielkontrolle verloren. „Wir sind immer nervöser geworden. Als mich Jörg Berger aus Feld schickte, hat er noch gesagt: Hol die Spielkontrolle zurück“, erzählt Falk. Und tatsächlich hatte der damalige Jungspund noch die dickste Chance zum Ausgleich.

Tarnat fischt Ball aus dem Eck

Doch Tarnat und eine Parade, die bei jedem Zuschauer im weiten Rund in Erinnerung geblieben sein dürfte, verhinderten das. Es war kurz vor Spielende, ein abgefälschter Schuss von Falk war drauf und dran ins Eck des Bayern-Tors zu trudeln. Die Eintracht-Angreifer um Falk rissen schon die Arme zum Jubeln hoch, denn Tarnat lag bereits auf dem Boden im anderen Eck. Doch irgendwie hechtete er hoch und lenkte den Ball noch ums Tor. „Das war eine schöne Sache. Wie damals Sepp Meier bin ich wie ein Katze hochgehechtet und haben den Ball rausgepflückt“, sagte der Torwart-Held im Anschluss. „Das wäre das 2:2 gewesen“, ärgert sich Falk noch heute. „Es war einfach ein komisches Spiel. Wir wollten, aber konnten einfach nicht!“ Ein denkwürdiges Match – am Ende ohne Frankfurter Happy End.

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1 Kommentar

  1. Das Spiel ist bis heute mein Trauma. Bei 1:0 stieg ich ins Flugzeug, beim Aussteigen bekam ich mit, dass die Adler verloren hatten – und dann las ich die Details im Videotext. Dabei hatte ich eine Karte fürs Spiel und konnte aufgrund eines Unglücks nicht zum Spiel… Was für ein Erlebnis 😉

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