Ante Rebic und Sébastien Haller zählen zu den Gewinnern bei der SGE. (Foto: Imago/Nordphoto)

Das erste Drittel der Bundesliga-Saison 2017/2018 ist geschafft und die Eintracht steht nach elf Spieltagen mit 18 Punkten auf einem guten siebten Platz der Tabelle. Diese Position ist noch höher anzurechnen, wenn man bedenkt, dass die Mannschaft auch vor dieser Saison einen großen Umbruch zu stemmen hatte: Erneut gab es richtig Betrieb auf dem Transfermarkt und 15 Zugängen standen neun Abgänge gegenüber.

Bevor die SGE mit dem Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr) ins nächste Saisondrittel startet, haben wir uns gefragt: Wer kann sich als Gewinner des ersten Saisondrittels bezeichnen? Wer hat dem Spiel der SGE seinen Stempel aufgedrückt und wer ist im positiven Sinne in aller Munde? Und wer ist Verlierer? Wer hat Spielzeit verloren oder konnte die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen? SGE4EVER.de hat den Kader der Eintracht genau unter die Lupe genommen und drei Gewinner und drei Verlierer ausgemacht.

Die drei Gewinner: 

Sébastien Haller: Der Druck, der von Beginn an auf den Schultern Sébastien Hallers lastete, war  – aufgrund der Rekordablöse von kolportierten sieben Millionen Euro – hoch. Und zu Beginn schien der Rekordeinkauf mit dieser Last nicht zurechtzukommen: Nach den ersten fünf Spielen stand lediglich ein Tor im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten TuS Erndtebrück zu Buche. Zwar bewies der Franzose ab der ersten Sekunde auf dem Platz seine Zweikampfstärke und Präsenz im Sturmzentrum. Aber das, was sich din Fans erhofft hatten, nämlich die Treffer, fehlten zu Beginn.

Sebastien Haller will die Fans weiterhin mit schönen Toren glücklich machen.

Trainer Niko Kovac vertraute dem Angreifer aber weiter und dieser zahlte das Vertrauen zurück. Am 5. Spieltag erzielte er beim 1:0-Auswärtssieg gegen den 1. FC Köln per Elfmeter seinen ersten Treffer in der Bundesliga, der wie ein wahrer Brustlöser wirkte. Zwar war er im Spiel danach in Leipzig nicht erfolgreich, in den folgenden drei Spielen ließ er es dann aber wieder regelmäßig krachen. Unvergessen bleibt wohl sein Tor in der 94. Minute beim 2:1-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart. Gegen Hannover erzielte er das wichtige 1:0, gegen Dortmund den Anschlusstreffer (erneut per Elfmeter). Und auch am 11. Spieltag beim 2:1-Erfolg gegen Werder Bremen bewies er seine Last-Minute-Qualitäten. Hier erzielte er per sehenswerter Volleyabnahme das 2:1 in der 89. Minute. Zwischendurch schnürte er im DFB-Pokal in der zweiten Runde beim 1. FC Schweinfurt noch einen Doppelpack. Insgesamt stehen also schon acht Tore in 13 Spielen für die Eintracht auf der Habenseite des 23-Jährigen.

Außerdem bewies er seine Mannschaftsdienlichkeit schon als vierfacher Vorlagegeber. Vor allem bei seinen Vorlagen für Kevin-Prince Boateng beim 1:0-Auswärtserfolg in Mönchengladbach und beim 2:1-Siegtreffer von Ante Rebic bei Hannover 96 zeigte er seine Zweikampfstärke und Präsenz, als er den Ball stark vor den Verteidigern abschirmte und für den späteren Siebtorschützen ablegte. Aber nicht nur an den Toren und Vorlagen erkennt man den Wert des Rechtsfußes für die SGE: Er gewinnt 44 Prozent seiner Zweikämpfe und liegt damit um sechs Prozent über dem ligaweiten Stürmer-Schnitt. Zum Vergleich: Die beiden führenden in der Torschützenliste, Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski liegen mit 33 Prozent (Aubameyang) und 32 Prozent (Lewandowski) deutlich hinter Haller. SGE4EVER.de-Note: 2,69

Ante Rebic: Der Aufschrei bei vielen Fans der Frankfurter war groß, als nach Ende der letzten Saison bekannt wurde, dass die Eintracht die Kaufoption für Ante Rebic nicht ziehen wird. Viele Fans hatten im Kroaten einen der Lichtblicke der schwachen Rückrunde der SGE gesehen und vor allem den unbändigen Kampfgeist des Flügelspielers gemocht. Die Verantwortlichen des Klubs betonten jedoch in den Wochen nach der Entscheidung, dass man sich diese schwer gemacht habe, die Stärken und Schwächen des 24-Jährigen genau abgewogen habe und vor allem die Defensivarbeit des Rechtsfußes zu schwach sei.

Daher ging Rebic zurück nach Florenz, um dann am letzten Tag der Transferperiode doch wieder zurück nach Frankfurt zu kommen. Während er bei den ersten drei Spielen der Saison nicht in der Startelf stand, gehört er dieser seit dem Auswärtsspiel in Köln an.

Ante Rebic blüht in seiner zweiten SGE-Saison auf.

So richtig los ging es für den Kroaten dann aber erst mit dem Auswärtsspiel in Leipzig am Wochenende darauf. Er erzielte sein erstes Saisontor und ließ in den beiden nächsten Partien gegen den VFB Stuttgart und Hannover 96 gleich Nummer zwei und drei folgen. Wenn es neben der Defensivarbeit einen weiteren Kritikpunkt in der letzten Saison gab, dann war es die Chancenverwertung. Diese Schwäche scheint der 24-Jährige nun abgelegt zu haben, denn gegen Bremen folgte das Saisontor Nummer vier. Außerdem bringt er eine Wucht in das Offensivspiel der Eintracht, die im Kader der Hessen wohl sonst kein Flügelstürmer auf den Platz bringen kann. Aber auch in die Defensive scheint der ehemalige Leipziger jetzt besser eingebunden zu sein.
SGE4EVER.de-Note: 2,61

Marius Wolf: Vor einigen Wochen erzählte Eintracht-Trainer Niko Kovac, dass Flügelspieler Marius Wolf aufgrund seiner schmächtigen Figur intern „Hähnchen“ genannt wurde und die Verantwortlichen ihn erst einmal „aufpäppeln“ mussten. Aber wie Wolf in dieser Saison beweist, ist dies gut gelungen und die Zeit des „Hähnchens“ ist endgültig vorbei. Kraftvoll, laufstark, voller Spielwitz – das ist der neue Marius Wolf.

Während er in den ersten vier Spielen der Saison nicht zum Einsatz kam, spielt er seit dem 1:0-Auswärtssieg gegen den 1. FC Köln regelmäßig und steht zudem seit dem achten Spieltag in der Startelf der Hessen. Im DFB-Pokal spielte der Rechtsfuß in beiden Partien. Aber nicht nur das. Der Ex-Hannoveraner hat außerdem seine Torgefahr entdeckt: In acht Spielen erzielte er zwei Tore und bereitete drei vor.

Marius Wolf jubelt über sein Tor gegen Dortmund.

Auch durch seine Vielseitigkeit überzeugt der 22-Jährige. Egal ob Links- oder Rechtsaußen, als defensiver Mittelfeldspieler oder Rechtsverteidiger: Der gebürtige Coburger überzeugt in dieser Saison in fast allen Bereichen und erfüllt seine Aufgaben zuverlässig. Dies sieht auch Niko Kovac so: „Wolfi ruft immer das Ma­xi­mum ab und zwar egal auf wel­cher Po­si­ti­on. Er spielt mit Biss und Herz!“ 
SGE4EVER.de-Note: 2,63

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7 Kommentare

  1. Ich würde Barkok und Besuschkow hier auf keinen Fall als Verlierer titulieren. Sie sind jung, sie werden gefordert, jedoch weiter aufgebaut. Da stimmt die Erwartungshaltung einfach nicht, denn Gacinovic, Wolf und Rebic brauchten auch die Zeit.

    Als Verlierer des ersten Saisondrittels sehe ich wenn überhaupt höchstens Hrogata, der es nicht geschafft hat, seine Chancen zu nutzen und sich für weitere Aufgaben zu empfehlen. Aber da finde ich es gut, dass er nicht aufgibt, wie anscheinend Regäsel und Ordonez es tun.

  2. Und Kamada würde ich zwar nicht gleich in die Kategorie „Verlierer“ einstufen, aber er ist auch noch lange nicht da, wo Kovac ihn haben will bzw. wie man sich ihn vorgestellt und erhofft hat.
    Hierbei dürften 3 Faktoren eine Rolle spielen:
    Seine körperliche Präsenz; seine sprachlichen Defizite und die komplett unterschiedliche japanische Liga.

  3. Wolf hat mich wirklich am meisten überrascht. Hätte nicht gedacht, dass der so gut bei uns einschlägt.

  4. Also erstmal finde ich die Einteilung schon richtig so, denn wir beziehen uns ja auf die Erwartung die man an die einzelnen Spieler hatte.
    Zu Barkok: Klasse Talent und letzte Saison richtig gut eingeschlagen und konnte dies in dieser Saison leider NOCH nicht bestätigen.
    Zu Besuschkow: Nach dieser Überragenden Vorbereitung hätte man ihm wohl eher die Wolf entwicklung zugetraut und Wolf wohl eher die Beschuschkow Entwicklung.
    Zu Kamada: Dieser Spieler wurde zwar für über eine Millionen fest verpflichtet, aber ich denke bei ihm sieht man das wie damals bei Gacinovic. Er wird erstmal ein Jahr brauchen um sich an die Bundesliga und den deutschen Fussball zu gewöhnen, aber er scheint vorallem was das Spielverständniss und das Gefühl für den guten alten tödlichen Pass angeht, großes Potenzial zu haben man muss ihm aber einfach eine gewisse Zeit geben. Daher kann man ihn trotz seiner Einsätze die nicht überzeugt haben, meiner Meinung nach nicht als Verlierer einstufen.

    Allem in allem bin ich aber begeistert davon wie sehr man bei fast jedem Spieler eine Entwicklung unter Kovac sieht, das macht Lust auf mehr!

  5. auch wenn er wenig gespielt hat, positiv überrascht hat mich noch Luca Jovic, 19 Jahre und schon große Präsenz auf dem Platz und auch schon ein Tor, den möchte ich ruhig mal öfter sehen

  6. Bei Hrgota könnte ich mir vorstellen, dass er im Winter einen Wechsel anstrebt. Schweden ist ja für die WM qualifiziert und da ist er im erweiterten Kreis der Nationalmannschaft. Aber dafür muss er jedenfalls spielen, sonst hat er gar keine Chance.

  7. @6 Wäre für uns wohl nicht der größte Verlust. Allerdings weiß ich nicht wo er hin wechseln sollte. In der Bundesliga wäre er nirgendwo Stammspieler und bei einem Ligawechsel ist die Umstellung u.U. so groß, dass er die WM gleich abhaken kann.

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