Sebastian Rode und Makoto Hasebe haben insgesamt 582 Pflichtspiele im Dress der SGE absolviert. (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Die Eintracht musste den Großteil der abgelaufenen Spielzeit ohne ihren Kapitän auskommen. Sebastian Rode kam verletzungsbedingt auf gerade einmal elf Kurzeinsätze. Trotzdem stieß Rode auch während seiner eigenen Reha immer wieder zur Mannschaft, um ins Team reinzuhorchen, wenn er schon nicht auf dem Platz helfen konnte. In einer neuen Episode des Podcast „The People Equation“ sprechen die Hosts Michael Hedtstück, Paul Taaffe und Jens Alsleben zusammen mit SGE-Insider und ehemaligem SGE4EVER.de-Chefredakteur Christopher Michel wie wichtig ein Leader auf und neben dem Platz ist, welche verschiedenen Arten von Leadern es auf dem Feld gibt und wer nach Karriereende von Rode, sowie Makoto Hasebe in die Rolle eines Anführers schlüpfen kann.

„Ich glaube, dass es in einer Kabine ganz klare Hierarchien geben muss. Die können flach sein. Ich würde sie nicht mehr als so unflexibel oder undurchlässig bezeichnen, wie es vor 20 Jahren mal war, wo man das Gefühl hatte, der junge Spieler stößt zur Mannschaft und hat erstmal überhaupt keine Chance, an den Platzhirschen vorbeizukommen. Es ist schon viel kommunikativer und durchlässiger geworden.“ sagt Michel. Geschichten von Akteuren wie Oliver Kahn, die damals den jungen Spielern, das Leben zur Hölle gemacht haben, sind deutlich weniger geworden. Klar ist auch, dass nicht mehr automatisch der Dienstälteste oder der erfahrenste Spieler zum Anführer wird, sondern sich auch junge Akteure mithilfe ihres Auftretens und ihrer Erscheinung auf dem Platz zu einem Führungsspieler heranreifen können. So sieht Sportreporter Michel einen sehr jungen Spieler in einer Anwärterrolle für die Position eines Führungsspielers: „Der 19-Jährige Hugo Larsson, der kam aus Schweden, als ein völlig unbeschriebenes Blatt, und bei dem habe ich zum Beispiel das Gefühl, der hat so eine natürliche Begabung und so eine Ausstrahlung: Da könnte ich mir vorstellen, obwohl der erst 19 Jahre alt ist, dass der bei Eintracht Frankfurt in eine Führungsrolle reinwächst.“

Unterschiedliche Führungsstile

Sowohl Makoto Hasebe als auch Sebastian Rode haben die Eintracht über einen Zeitraum von circa zehn Jahren stark geprägt. Beide haben zur abgelaufenen Saison die Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Markus Krösche hat in der Saisonabschluss-Pressekonferenz erzählt, dass Rode erstmal Zeit mit seiner Familie verbringen möchte, während Hasebe sich zur Saison 2024/25 der U21 der SGE anschließen und dort als Co-Trainer fungieren wird. Die beiden Vereinslegenden hatten aber schon zu Zeiten, wo sie noch Teil der Stammachse von Eintracht Frankfurt waren, unterschiedliche Herangehensweisen, eine Mannschaft anzuführen. Michel erzählt: „Sebastian Rode war, während er in der Reha war, oft bei der Mannschaft, hat in die Kabine reingehorcht, hat dann schon auch immer wieder seinen Input gegeben. Bei Makoto Hasebe ist das Beeindruckende, dass die Spieler bei jeder Trainingseinheit ganz genau zugucken, wie er vorangeht: Der trägt das Tor mit, der trägt auch mal eine Wasserflasche, der sammelt die Bälle mit ein und ist damit ein Vorbild mit seiner gesamten Ausstrahlung und Aura. Da ist es am Ende völlig egal, ob ein Makoto Hasebe am Ende auf der Bank sitzt oder auf dem Feld steht. Das ist einfach so eine natürliche Führungspersönlichkeit. Das habe auch ich als Reporter, obwohl ich viele Spieler und Mannschaften begleitet habe, so noch kein zweites Mal gesehen.“ Sebastian Rode wird als „aggressive Leader“ beschrieben. Michel sagt über ihn, dass er in jeden Zweikampf gegangen sei, als wäre es der Letzte in seinem Leben. Sowas ziehe natürlich nicht nur die Mannschaft mit, sondern auch die Fans und das gesamte Stadion. Co-Host Taaffe kann sich die Liebe der Fans für die beiden so erklären: „Es ist ganz einfach zu bezeichnen, warum die beiden so beliebt sind in unserem wunderbaren Verein. Weil sie immer, ohne Ausnahme, alles gegeben haben. Diese Leidenschaft, diese Identifikation mit dem Verein. Sebastian Rode, ein Held in Sevilla, hat mit Verletzungen weitergespielt, hat immer alles gegeben, und das fehlt heute, diese Mentalität.“

Torwart als Anführer?

Auch wenn Erfahrung und Zeit bei einem Verein einen Spieler nicht mehr automatisch zum Kapitän werden lassen, sind es Faktoren, die relevant sind. Wenn man sich also jetzt den Kader anschaue, passe ein Spieler eigentlich besonders gut ins Profil des Kapitäns: 347 Pflichtspiele für die SGE, spricht fünf Sprachen fließend, 33 Jahre alt, neun Länderspiele für Deutschland gemacht, Titel im Ausland geholt. Die Sprache ist von Kevin Trapp. Das einzige Problem sei seine Position. Michel erklärt: „Wenn man so ein Training beobachtet, dann trainieren die Torhüter zu viert auf dem anderen Platz und links trainiert die ganze Mannschaft. Das heißt, für einen Torwart ist es nicht nur während der 90 Minuten, sondern auch während der Trainingseinheiten etwas schwieriger, so einzuwirken, wie bei einem Feldspieler.“

Wenn euch die hier angeschnittenen Themen interessieren und ihr noch mehr über die verschiedenen Führungsstile der Vereinslegenden Rode und Hasebe, mögliche Nachfolger oder generell zum Thema Leadership hören wollt, findet ihr die gesamte Podcast-Folge auf Spotify oder direkt hier.

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2 Kommentare

  1. Guude!
    Mmm. muss jemand mit Erfahrung also entsprechendem Alter geholt werden. PG wäre für mich jemand der dies mitbringen würde. Hoffentlich kann man sich mit den Engländern einigen. Trapp ist für mich ein guter Kapitän im Vertretungsfall, aber der 1. Käpt‘n sollte auf den Platz stehen : Koch oder PG?!
    Nur die SGE

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  2. @1
    Koch natürlich. Mir fällt jetzt spontan kein Verein ein, der einen Neuzugang sofort zum Kapitän macht.

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