Der ausgesperrte Teil der Fans protestierte am Samstag friedlich gegen das DFB-Urteil.
Der ausgesperrte Teil der Fans protestierte am Samstag friedlich gegen das DFB-Urteil.

Fan-Proteste friedlich abgelaufen: Befürchtete Ausschreitungen oder ähnliche Vorkommnisse haben sich beim Protest der Ultras Frankfurt gegen die jüngst ausgesprochenen Strafen des DFB nicht bewahrheitet. Laut „Frankfurter Rundschau“ blieb alles friedlich. Nachdem sich die ausgesperrten Fans um 12:30 Uhr am Willy-Brandt-Platz versammelt haben, sind diese zu einer Kundgebung an der Taunusanlage weitergezogen, um später gemeinsam am Stadion zu protestieren. Von dort verlagerte sich der Protest vor die DFB-Zentrale, wo die Ultras Spielgeld verteilten und dieses auch dem DFB übergeben wollten. Hier wurde es kurzzeitig hektisch, aber die Polizei drängte die Demonstranten wieder zurück. Gegen 14:30 Uhr gingen die Fans weiter zum Fanhaus, wo gemeinsam das Spiel geschaut wurde.

Eintracht weiter irritiert über Amtsgericht-Urteil: Nachdem das Frankfurter Amtsgericht einem Fan das Recht zusprach, sich Tickets für die Pokalpartie gegen Ingolstadt erwerben zu dürfen und damit dem Urteil des DFB-Sportgerichts widersprach, ist man bei der Eintracht weiter irritiert darüber. Der Justiziar des Vereins, Philipp Reschke, sagte zur „FNP“: „Wir sind nun in die unangenehme Situation geraten, in zivilgerichtliche Verfahren mit unseren eigenen Anhängern gezogen zu werden. Das ist das Letzte, was wir wollen.“ Gegen den erfolgreichen Antrag wolle der Verein nun wohl Widerspruch einlegen. Dass es bisher noch fünf weitere Antragsteller auf eine einstweilige Verfügung gibt, dessen Fälle alle unterschiedlich bewertet wurden, macht die Sache nicht einfacher. Reschke stellt die Lage wie folgt dar: „Die Fälle müssen so einheitlich wie möglich behandelt werden, um wenigstens ein Mindestmaß an Rechtssicherheit zu bewirken.“ Am Dienstag hofft man schlauer zu sein, was diese Fragen angeht. Bis dahin empfiehlt der Justiziar der Eintracht, mit einem eigenen Antrag abzuwarten, denn: „Dann gibt es vielleicht ein Ergebnis, an dem man sich zuverlässiger orientieren kann.“

Chandler lobt fairen Müller: Timothy Chandler hatte im Spiel gegen Bayern München Mitte der zweiten Hälfte mit einem Krampf im Oberschenkel zu kämpfen, als er den Ball am Fuß hatte. So konnte er in dieser Szene nicht wie gewünscht weiter spielen. Daraufhin habe er dies laut in Richtung Thomas Müller gesagt, sagte der Rechtsverteidiger gegenüber der „Offenbacher Post“. Danach sah man den Münchener mit den Armen gestikulieren, was so viel bedeutete, dass der Eintracht-Akteur den Ball ins Aus spielen solle, sodass dieser sich behandeln lassen konnte. „Thomas Müller hat geantwortet, ich greife dich nicht an, schieß den Ball raus. Das war sehr, sehr fair“, zeigte sich Chandler beeindruckt vom Weltmeister.

Fenin im Waldstadion zu Gast: Auf seinem Facebook-Profil veröffentlichte der ehemalige Stürmer von Eintracht Frankfurt, Martin Fenin, ein Foto aus dem Waldstadion mit seiner Freundin an seiner Seite und kommentierte das Bild wie folgt: „Eintracht meine Liebe… Wir gewinnen.“ Dies hat sich leider nicht bewahrheitet, doch dürfte Fenin auch mit dem unerwarteten Punktgewinn seiner Eintracht gegen den FC Bayern München glücklich sein. Nach der Partie gegen den Rekordmeister verbrachte der Tscheche den Abend gemeinsam mit seiner besseren Hälfte in der Frankfurter Klappergasse, wo er viele Gespräche mit den Eintracht-Fans führte.

Letzte Kontroll-Untersuchung bei Russ: Nach seiner Chemotherapie aufgrund eines Tumors steht für Marco Russ in dieser Woche seine letzte Kontroll-Untersuchung an. Vorher ließ es sich der Verteidiger aber nicht nehmen, beim Spiel gegen Bayern München seiner Mannschaft im Stadion die Daumen zu drücken. Dort konnte man beobachten, wie die Bayern-Spieler Mats Hummels und Rafinha den gebürtigen Hanauer vor Spielbeginn in die Arme nahmen, um ihm für die weitere Zukunft Mut zu machen. Nach der Untersuchung am Mittwoch wird sich zeigen, ob die Behandlung erfolgreich war. Wir hoffen natürlich auf positive Nachrichten für den 31-Jährigen.

Freier Sonntag für SGE-Akteure: Nach der bärenstarken Leistung gegen den FC Bayern München bekamen die Spieler von Trainer Niko Kovac am heutigen Sonntag einen freien Tag geschenkt. Die Vorbereitung auf das nächste Bundesliga-Spiel am kommenden Freitag in Hamburg gegen den dort beheimateten Sportverein beginnt erst am morgigen Montag mit einem öffentlichen Training um 15:00 Uhr. Aufgrund des Spieltermins gleich am Freitag ist davon auszugehen, dass in dieser Woche nur wenige öffentliche Trainingseinheiten stattfinden.

Abschied von Anton Hübler: Am Freitag wurde die langjährige „gute Seele“ des Vereins, Anton Hübler, mit einer Trauerfeier in Urberach verabschiedet. Dies berichtet die „FNP“. Anwesend waren auch zahlreiche ehemalige Eintracht-Spieler wie beispielsweise ein Quintett der Meister-Mannschaft von 1959. So war auch Istvan Sztani zugegen. Der 79-Jährige verabschiedete sich auf Ungarisch von Hübler und sagte übersetzt: „Gott sei mit dir. Ruhe in Frieden.“ Sztani hatte eine ganz besondere Beziehung zum ehemaligen Gärtner und Zeugwart des Vereins, da der Ungar nach seiner Flucht aus der Heimat ein Zuhause am Riederwald fand, wo ihn Hübler in seiner Heimatsprache begrüßte und ihn daraufhin betreute. „Ich war nicht mehr allein,“ erzählte Sztani der Trauergemeinde. Anwesend war auch Jürgen Grabowski, der „Toni“ als „stets respektierte und allseits beliebte Institution der Eintracht“ beschrieb. Eintracht-Präsident Peter Fischer erzählte zahlreiche Anekdoten und sagte noch folgende Worte: „Hübler hat Spuren hinterlassen, Spuren, die er verdient hat.“ Anton Hübler war mehr als vierzig Jahre – von 1954 bis 1995 – für die Eintracht in verschiedenen Positionen angestellt und verstarb am 21. September 2016 im Alter von 87 Jahren.

- Werbung -

4 Kommentare

  1. Der Maddin Fenin war in der Klappergasse? Och ne, da bin ich einmal ausnahmsweise nicht in Altsachs nach dem Spiel und dann sowas… ärgerlich

    Find ich übrigens gut das man herausstellt das die Proteste friedlich waren. Kann dies bestätigen da ich vom Willy-Brandt-Platz bis zum Stadion mitgelaufen bin. In der Bild steht das morgen natürlich nicht. Die sind wahrscheinlich mega enttäuscht das es keine Randale und Pyro gab….

  2. Bin auch erfreut und Stolz wie das die Ultras rüber gebracht haben. Hatte befürchtet das die Aktion nach hinten losgeht. Ich fand auch die Poster / Fahnen im Stadion ganz gelungen. Insbesonders eine Fahne mit DFB und den Simpson hat mir gut gefallen.

    Bekommen eigentlich die Bayern keine Strafen vom DFB?.Die haben ab der 65. Minute Pyro gezündet. Wurde aber weder in der Sportschau gezeigt, noch in der BILD. Aber wahrscheinlich wird jetzt die Eintracht bestraft, weil es in ihrem Stadion war. -)

  3. Die Proteste waren wohl friedlich, weil die Fäääns von einem der Klientel entsprechenden Polizeiaufgebot begleitet wurden, dem es unter Schlagstockeinsatz gelang, ein Vordringen bis zur DFB Zentrale zu verhindern.

    Das geflügelte Etwas auf meiner linken Schulter flötet ‚Gut, denn Gewalt geht garnicht!‘, während das gehörnte auf der rechten zischt ‚Scheiße, ich hätte zu gern gesehen wie die Arschgeigen reagieren, wenn man ihnen die Bude zertrümmert und sie keine (Kollektiv-) Strafen verhängen können.‘

Keine Kommentare mehr möglich.

- Werbung -