Bruno Hübner war zehn Jahre lang bei der Eintracht.

Es sind wahre Abschiedstourneen, die derzeit in Frankfurt angesagt ist. Neben Sportvorstand Fredi Bobic und Trainer Adi Hütter wird auch Sportdirektor Bruno Hübner die SGE am Ende der Saison verlassen. Damit endet in Frankfurt fast schon eine Ära, denn Hübner kam 2011, also vor zehn Jahren, zu den Hessen.

Am Donnerstag äußerte sich Hübner eben zu diesem Eintracht-Jahrzehnt: „Ich kann auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Wir haben den Verein so aufgestellt, dass wir ein sehr gutes Fundament haben – egal, wo wir am Ende der Saison rauskommen.“ Dies zeige sich auch während der Corona-Pandemie, durch die die Eintracht trotz Verluste gut gekommen sei: „Auch das haben wir sehr gut gemeistert. Ich hoffe, dass die, die nachfolgen, diese Entwicklung so weiterführen werden und Eintracht Frankfurt den Stellenwert bekommt, den man sich erarbeitet hat.“

Volles Vertrauen in Adi Hütter

Dass die SGE auf stabilen Beinen steht, kommt dem Verein derzeit zu Gute, denn mit den oben genannten Abgängen geht die komplette sportliche Führung. Vor allem der Abgang von Coach Hütter hatte in Frankfurt für ordentlich Wirbel gesorgt. Hübner sagte aber, dass er dem Österreicher seine Entscheidung nicht böse nimmt: „Ich bin nicht von Adi Hütter enttäuscht. Ich spreche tagtäglich mit ihm und kenne seine Beweggründe. Die wird er nach der Saison auch noch mit allen teilen. Er ist ein außergewöhnlicher Trainer. Er hat sich für Borussia Mönchengladbach entschieden und das muss man akzeptieren.“ Trotzdem sei er komplett davon überzeugt, dass sich der Österreicher „genauso wie Niko Kovac damals zu 10.000 Prozent auf die Eintracht konzentriert“. „Er will das Optimale erreichen. Er erreicht die Mannschaft. Zwischen ihm und die Mannschaft passt kein Blatt Papier. Wenn unserem Erfolg jemand im Weg steht, dann werden wir reagieren – bis zum Schluss“, so Hübner.

Kein Druck bei Suche nach Trainer und Sportvorstand

Während der Abgang Hütters beschlossen ist, steht sein Nachfolger noch nicht fest. Hier habe er aber auch keinen Einfluss mehr, verriet der 60-Jährige. „Der Strang ist komplett abgeschnitten. Die Verantwortlichen, die in Zukunft das Sagen haben, entscheiden die Dinge. Wir sollten uns die Zeit nehmen, um die richtige Entscheidung zu treffen. Und hier bin ich optimistisch, dass uns das gelingt“, so der ehemalige Bundesligaspieler. Druck lasse sich bei der SGE hier niemand machen – weder bei der Suche nach einem neuen Coach, noch nach einem neuen Sportvorstand: „Bei uns zählt die Qualität. Wir sind bis Sommer sehr gut aufgestellt, haben eine intakte Mannschaft plus ein intaktes Umfeld. Man muss sich die Zeit geben, um gescheite Trainer und Vorstand zu finden. Alle die in dem Thema eingebunden sind, machen eine super Job. Am Ende wird was Gutes bei rauskommen.“

Ein Name, der immer wieder auftaucht, ist der von Roger Schmidt. Hübner verriet, dass man schon 2014 mit Schmidt verhandelt habe: „Wir waren relativ weit. Es waren am Ende nur Nuancen, die für Leverkusen den Ausschlag gegeben haben.“ Er persönlich halte den 54-Jährigen für einen „absoluten Fachmann“ und denkt, dass er gut zur Eintracht passen würde: „Er ist ein Offensivfanatiker. Er lebt den Fußball. Der Austausch mit ihm ist immer sehr konstruktiv. Er ist ein Trainer, den ich mir bei der SGE sehr gut vorstellen kann. Er ist ein Top-Trainer. Der Kontakt von damals ist nie abgerissen. Ich kann nur positiv von ihm sprechen.“

Optimistischer Blick auf Rest-Saison

Bis es soweit ist und der neue Trainer und die neuen Funktionäre ihren Job aufnehmen, vergeht noch einiges an Zeit vergehen – und mindestens drei Bundesligaspiele, vor denen die SGE noch immer eine einwandfreie Ausgangsposition im Kampf um die Champions League hat. Nachdem dem Team in den letzten Spielen die Leichtigkeit gefehlt hat, sei die Zurückgewinnung dieser das oberste Ziel: „Unser Trainer hat mit der Mannschaft darüber gesprochen. Wir müssen die Leichtigkeit zurückbekommen. Das ist ganz normal: Wenn man was zu verlieren hat, fängt man an zu überlegen.“ Trotzdem blicke er absolut optimistisch auf die kommenden Spiele gegen Mainz, Schalke und Freiburg: „Wir haben es in den eigenen Händen, Wenn wir alle drei Spiele gewinnen, können die Mannschaften hinten dran 40:0 gewinnen und kommen nicht an uns vorbei. Wir glauben an uns und so müssen wir auch in die kommenden Spiele gehen. Wir müssen an das Positive glauben. Wir spielen eine Top-Saison und da muss man ansetzen. Durch die Niederlage in Mönchengladbach sind wir etwas verunsichert ins Augsburgspiel. Aber da haben wir eine Reaktion gezeigt.“

Bei diesen Spielen wird auch Mittelfeldmann Amin Younes wieder – mindestens – im Kader der SGE stehen. Zuletzt machten Gerüchte rund um eine Auseinandersetzung zwischen Younes und Hütter die Runde. Hübner betonte aber, dass Younes „ein ganz wichtiger Spieler für die Eintracht sei“, der aber „im Moment nicht im Rhythmus“ sei. Daher sei er in dieser Woche auch in Belgien, um sich hier medizinisch behandeln zu lassen. „Ich glaube, dass er dementsprechend frisch zurückkommt“, gab er sich aber auch hier optimistisch.

Großer Erfolg –> viele Gerüchte

Während Younes noch mindestens ein Jahr Leihvertrag bei der SGE hat, ist dies bei Stürmer Luka Jovic anders. Der Serbe muss eigentlich nach der Spielzeit wieder zurück zu Real Madrid, zuletzt gab es Gerüchte, nach denen der Angreifer aber auch in Frankfurt bleiben könne. Hübner konnte noch nicht genau sagen, wie die Zukunft des Serben aussehen wird: „Bei uns gibt es viele Gedankenspiele. Es ist kein Geheimnis, dass wir einen Spieler wie Luka Jovic gern halten würden. Es wird nach der Saison mit Real Madrid intensive Gespräche geben. Das wird die erste große Aufgabe für unseren neuen Sportvorstand, das wird nicht einfach.“ Ähnliches gilt für Filip Kostic, den Landsmann Jovics, der sich mit seit Jahren starken Leistungen in die Notizbücher vieler Topklubs gespielt hat. „Er steht immer im Fokus, weil er den Unterschied macht. Er weiß aber auch, was er an der Eintracht hat. Er ist unheimlich gerne hier. Er konnte hier sein komplettes Leistungspotential abrufen.“ Daher glaube er nicht an eine schnelle Entscheidung und betonte, dass er hier aber sehr entspannt sei: „Er wird ganz genau abwägen, ob es für ihn Sinn macht, zu wechseln oder ob er den Vertrag hier verlängert. Bei dieser Personalie bin ich entspannt, weil es eine Win-Win-Situation ist. Er hat Eintracht Frankfurt viel gegeben und die Eintracht ihm viel.“

Ganz allgemein könne man sagen, dass die vielen Gerüchte und Spekulationen rund um die SGE während und nach dieser Spielzeit normal seien, denn: „Je erfolgreicher du spielst, desto mehr Bewegung kommt rein.“ Zumindest in diesem Punkt dürfte kein Fan etwas dagegen haben, wenn noch mehr Bewegung „reinkommt“!

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26 Kommentare

  1. Gutes Interview. Ich konnte das in der Vergangenheit über Hübner und seinen Aussagen nicht immer so bewerten.
    Ich glaube, Bruno hat aus der zweiten Reihe unheimlich viel mitbewegt und dürfte immer auch in der Verantwortung gestanden haben. Wünsche ihm viel Glück auf seinem weiteren Weg. Und vielen Dank für alles geleistete.

    Ps.: Seine Eloge auf Roger Schmidt könnte Interpretationen freien Lauf lassen 😉

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  2. Die Behandlung von Younes diese Woche in Belgien zeigt, dass er wohl doch größere Probleme hat, als viele denken.

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  3. Ich werde ihn auch vermissen, einfach ein sympathischer und authentischer Hesse, der zudem unglaublich viel für die Eintracht geleistet hat.

    Und zu Roger Schmidt: Wenn der Bruno den Namen öffentlich nennt, kann man fast schon davon ausgehen, dass er es sicher nicht wird 😉

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  4. Tauschen wir jetzt Younes gegen Götze?

    Der Bruno war auf jeden Fall mit Herz und Seele dabei und hat dem Verein sehr gut getan. War auch immer der ruhende Pol nach außen.

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  5. Bruno Hübner war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Für uns ein Glücksfall. Nie ein Lautredner, aber einer der im Hintergrund moderiert und saniert hat. Schade das er geht.

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  6. mmmhhh hört sich aber auch etwas nach Gram an !?
    Strang ist abgerissen … Die Zukunft entscheiden andere …
    Hütter hat sich ihm anvertraut – die Beweggründe wird er noch äußern .

    Unser Bruno …
    irgendwie hat man das Gefühl das Hütter und Hübner mit manchen Dingen nicht mehr zu recht gekommen sind.

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  7. Wenn ich zwischen den Zeilen lesen soll/will, höre ich aus den Zitaten – sofern sie denn exakt sind – zwei Dinge heraus:
    • Bruno ist raus aus dem Thema neuer Trainer. Wenn hier so vorgegangen wird, geht das vielleicht auch Fredi Bobic so?
    • „Die Verantwortlichen, die in Zukunft das Sagen haben, entscheiden die Dinge.“ als es über den Trainer ging. Wenn man davon ausgeht, dass i.d.R. der Sportvorstand das entscheidet, dann könnte man damit dem Gerücht neue Nahrung geben, dass dieser schon feststeht, aber ggf. noch anderweitig gebunden ist und damit noch nicht verkündet ist. Die Kette durch die Ligen wäre irgendwie schon lustig. Bei der Eintracht noch angestellt, aber in Zukunftsfragen außen vor. Der neue SV spricht schon für die SGE, ist beim aktuellen Arbeitgeber bei Zukunftsfragen außen vor. Bei diesem ist der neue schon in Gesprächen… 😀

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  8. Es gab eine Pressekonferenz mit ihm, da hat er sich dazu geäußert. War wohl bei der letzten Verlängerung 2018 so, dass er seinen Abschied für 2021 angekündigt hat

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  9. Das Bruno geht finde ich sehr schade. es muss doch keine 5 Tage Woche sein. Vielleicht kann man sich ja auf 3 Tage einigen mit neuem Vorstand und Trainer. Ben würde sich sicher auch freuen. Wie bei Gräfe. ich hoffe er bleibt noch ein paar Jahre Schiedsrichter.

    Zu Roger Schmidt, man soll ja immer einem Menshen eine 2. Chance geben, ich müsste mit ihm leben, weil ich eingefleischter Eintracht Fan bin, aber ich habe nie vergessen das er uns damals mündlich schon zugesagt hat und dann noch den Bogen nach Leverkusen gemacht hat wegen der Kohle.

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  10. “ Strang komplett abgeschnitten “ … “ Beweggründe wird Hütter mit allen teilen …“

    Uih! Wenn die Saison zu Ende ist, werden wir noch ein bisserl was erfahren. Ich vermute nicht nur gutes.

    Irgendwie wirkt Bruno nicht amtsmüde oder ausgebrannt. Nicht mal ausgebräunt. 🙂 Der wurde von wem auch immer (?) rasiert und steht nun vielleicht etwas schmollig nicht zur Verfügung. Reine Spekulation meinerseits. Nur so ein Gefühl.

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  11. @Ferrero Roger: Bruno Hübner wurde gezielt eine Frage zu Roger Schmidt gestellt, weswegen er auch darauf einging und ein Statement abgab. Hätte man ihn zu Glasner gefragt, so hätte er bestimmt auch über ihn was zu sagen gehabt. Bruno Hübner wird in seiner jetzigen Situation in einem Interview keine unaufgeforderten Statements abgeben – hinzu kommt noch, seine Aussage wird stark gekürzt wiedergegeben – daher alles Roger.

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  12. @ 12

    mit dem Gefühl bist du nicht allein. Vielleicht können ihn die Fans überzeugen halbe Tage weiter zu machen. Er ist einer von uns.

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  13. Jedem wird man es nicht recht machen können mit dem neuen Trainer. Ich bin kein Freund von Roger Schmidt, seine letzten Monate in Leverkusen habe ich noch gut in Erinnerung. Falls er es werden sollte, hoffe ich eines besseren belehrt zu werden.
    Zu Hütter, was soll er schon groß erzählen. Das Thema Glaubwürdigkeit wird wahrscheinlich offen gelassen. Wichtiger sind die Personalien für die Zukunft.

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  14. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Thema Spycher noch nicht ganz vom Tisch ist. Klar ist hier der Wusch Vater des Gedanken.
    Und vielleicht bringt er ja gleich einen Trainer mit…

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  15. Vielleicht steht das doch schon länger fest und Spycher hat als Bedingung gemacht, dass er sein Team und Trainer mitbringt und der Adi hat sich dann anders orientiert.
    OK, ganz schön weit hergeholt…

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  16. „Wir haben es in den eigenen Händen, Wenn wir alle drei Spiele gewinnen, können die Mannschaften hinten dran 40:0 gewinnen und kommen nicht an uns vorbei. Wir glauben an uns und so müssen wir auch in die kommenden Spiele gehen.“

    Auf geht’s.

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  17. Armin Veh hat im Doppelpass so eine Andeutung gemacht, wegen Bruno. Dass die Verantwortlichen darüber wohl so entschieden haben, dass es nicht mehr weitergeht.. Aufsichtsrat hat wohl so entschieden.

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  18. @ 19 Hätte man so machen können. Dumm nur wenn sich FB ungeplant vom Acker macht.

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  19. Gerüchten zu Folge, hatte Bruno zuerst über die Medien erfahren, dass er in seiner aktuellen Position nicht mehr erwünscht ist und statt dessen einen Beratervertrag erhalten sollte. Die Entscheidung wurde sicherlich vom VR getroffen, Bobic war bereits in der Abflugsphase. Spycher, kein aktuelles Thema, er erfüllt seinen Vertrag, vorbildlich. Wenn man Bruno zum Sportvorstand befördert hätte, für ein Jahr, hätte Spycher folgen können. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die gesamte sportliche Führung geht, ohne dass die Personalien zumindest mittelfristig gelöst worden sind. Wo sind dann die noch erfolgreicheren Alternativen, die Granaten, die uns noch weiter nach vorne bringen sollen?
    …der VR hat Zeit, unglaublich, wie lange noch?
    Bis die vielleicht einmalige Chance für die CL-Teilnahme leichtfertig verspielt wird, da das Team von den Abwanderern
    Bobic und Hütter nur halbherzig geführt wird und der Adler Bruno hinauskomplimentiert wurde.
    Wer hat eigentlich die sportliche Kompetenz in der Nachfolgerfrage von Sportvorstand und Trainer?
    Vielleicht gibt es letztendlich wieder eine
    Findungskommision, grins.
    Mein Vertrauen in die Kompetenz der handelnden Personen ist nicht mehr ganz so gefestigt.
    Wir dürfen sehr gespannt sein, wer uns präsentiert werden wird.

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  20. Als ich damals Brunos Abschiedsvideo mit den ganzen Interviews gesehen habe, klang das für mich nicht wie rausgedrängt. Bruno muss ein ziemlich guter Schauspieler sein. Nur weil Veh etwas andeutet, ich weiß nicht, das ist mir zu dünn.
    Anderes herum ergibt das für mich mehr Sinn, dass Bruno wie schon früher gesagt nicht mehr wollte und gleichzeitig Manga mit mehr Macht ausgestattet werden sollte. Bruno in der jetzigen Form wäre arg beschnitten, fast schon doppelt und daher ergibt das für mich mehr Sinn als eine Andeutung von Veh; meine Meinung.

    Wenn ich mir vorstelle ich habe schon beschlossen zu gehen und noch einmal alles in ein Jahr reinzustecken und dann soll ich statt Rente Sportdirektor werden… Ich weiß nicht, ob das so gut gewesen wäre… Es ging Bruno ja um die Belastung und die ist als Sportdirektor vermutich auch nicht sooo viel geringer.

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  21. Und wieder entsteht aus einem doch sachlichen Interview eine Schlacht, wer findet die meisten Kritikpunkte und wieso läuft bei der Eintracht doch wohl soviel schief ?
    Geben das die Worte und der Inhalt denn überhaupt her ?
    Sicherlich nicht. Ist doch auch gleichzeitig klar, daß sich BH absolut und strickt nicht zu Entscheidungen zur neuen Saison äußert, sicherheitshalber ist man dann eben nicht mehr eingebunden. Glaubt denn jemand ernsthaft, daß der Bruno nicht wenigstens mal gefragt wird, was er von dem oder dem potentiellen Trainer oder transfer hält, natürlich nutzt man seine Erfahrung, aber er steht halt nicht mehr in der Entscheidung.
    Für mich alles im grünen Bereich,viel wichtiger die Aussagen zu den Möglichkeiten und Herausforderungen für die letzten 3 Spiele.
    Forza SGE !

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  22. Bei Roger Schmidt fällt mir immer nur das cholerische Völler-Interview ein „ja was wollts ihr denn immer mit dem Roger Schmidt“ kurz vor seiner Entlassung.

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  23. Also ich gehe erstmal davon aus, das die Führungskräfte wissen was sie tun und vertraue darauf.
    Erst später kann man dann einen Strich drunter machen.

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