Damit gibt es keinen Raum mehr für Spekulationen. Der Eintracht-Fußballgott bleibt Spielführer.

Die Zeit von Eintracht Frankfurt im Trainingslager in Gais nähert sich dem Ende entgegen, mit einem Testspiel am Sonntagabend gegen Benevento Calcio wird um 19 Uhr der Schlusspunkt gesetzt. Trainer Niko Kovac erklärt seinen Plan und lässt bei der Kapitänsfrage keine Zweifel aufkommen.

„Alexander Meier bleibt Kapitän. Ausrufezeichen!“, stellte der Kroate in Südtirol nach der vormittäglichen Einheit unmissverständlich klar und beendet damit alle Spekulationen rund um den aktuell verletzten Angreifer. Es ist für Meier, der eine sehr schwierige Zeit durchlebt und in der Vorbereitung untätig zusehen muss, ein ganz wichtiges Zeichen. Kovac baut weiter auf den 34-Jährigen und zeigt sich nach der Kommunikationspanne rund um die Knöchel-Operation nicht nachtragend. Wann Meier wieder wird Fußball spielen können, ist kaum zu prognostizieren, schließlich ist er zeitgleich an Borreliose erkrankt.

Kovac genießt Vorbereitungszeit

Es ist eine von nur wenigen schlechten Nachrichten für die Eintracht. Nach einem etwas schwierigeren Trainingslager mit viel Reisestress in den USA konnte in Gais unter optimalen Bedingungen geübt werden. „Ich genieße die Zeit der Vorbereitung“, sagte Kovac und begründete: „Wir können viel versuchen und viel aufbauen – und das in allen Bereichen des Fußballspiels.“ Dazu gehört ein optimaler Plan, eine genaue Idee dessen, wie es vorangehen muss und was exakt erreicht werden soll. Neben der konditionellen Grundlagenarbeit stehen auch die technisch-taktischen Details im Mittelpunkt. Der Trainer versucht dabei, die „vier Phasen des Fußballspiels“ durchzuspielen.

„Die erste Woche war zum Beispiel auf Ballbesitz ausgelegt, die zweite auf Ballverlust, in der dritten Woche haben wir uns auf den Ballbesitz des Gegners konzentriert und in der vierten haben wir am Ballgewinn gearbeitet“, führte Kovac seine Überlegungen aus. Um den roten Faden durchzuziehen ist viel Kommunikation und koordinatives Geschick nötig: „Wir fangen morgens mit einer Sitzung an, wo die Ärzte uns sagen, wie der Status quo ist. Erst dann können wir die Übungen und deren Inhalt planen und was wir damit vermitteln wollen. Das braucht schon Zeit.“ 

Spieler-Versteher Kovac

Kovac nimmt seine Spieler dabei permanent mit auf die Reise, er versteht sich nicht als autoritäre Kraft, sondern als Versteher und Ansprechpartner. „Ich mache auch mal einen Scherz„, erklärte der 45-Jährige. Er lasse niemanden links liegen und es gebe immer wieder einen aufmunternden Klapps. Regelmäßige Trainingsbeobachter werden diesen Eindruck bestätigen können. Kovac selbst lässt sich auch nicht lumpen beim 5 gegen 2 mitzuspielen und in der Mitte die Grätsche auszupacken – so etwas kommt in der Mannschaft gut an.

Ärmel hoch krempeln, Biss zeigen und nicht zurückstecken: Was der Ex-Profi selbst vorlebt, fordert er von seinem Team. Im Test gegen den Serie-A-Aufsteiger Benevento Calcio hat er deshalb konkrete Erwartungen. „Wir müssen erst mal einen kompakten Block bilden. Wir haben Ideen, was wir machen wenn der Gegner Abstoß hat oder wenn er in Ruhe aufbauen kann. Darüber hinaus wollen wir auch sehen, dass das Umschaltspiel klappt“, so Kovac. Greifen die Rädchen ineinander, können die Neuzugänge besser integrieren werden und klappt das Kombinationsspiel? „Niemand kann die Perfektion erreichen und auch wir sind weit weg davon“, gab der Coach zu. Allerdings will der Trainer die Suche danach deshalb nicht aufgeben: „Wir müssen uns aber an uns messen, unsere Perfektion finden und die Messlatte, die wir uns stecken, erreichen!“

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7 Kommentare

  1. Da die Capitänsbinde ohnehin flexibel übertragbar ist, ist es fast unerheblich wer der originäre Capitän auf dem Papier ist.
    Auf dem Platz wird in der Realität ein Anderer die Captänsbinde tragen und seine Sache als Interimscapitän sicher auch gut machen.
    Wenn Meier dann neben dem Platz im Privaten, im Training und in der Kabine noch Impulse geben kann, um so besser.
    Die Debatte ist jedenfalls vom Tisch.
    Dem Einen mags gefallen……dem Anderen nicht 😉

  2. Pyschologisch ein ganz starkes Zeichen für Alex. Das wird ihm bei der Reha und beim gesund werden helfen. Ganz stark Nico.

  3. Schön das wir den Niko haben. Wichtig ist daß er noch paar Jahren bleibt. So wie die Spieler auch.

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