Niels Nkounkou geht in seine zweite Saison bei der SGE und besitzt einen Vertrag bis 2028. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Die linke Seite: Seit dem Abgang von Filip Kostic im Sommer 2022 suchen die Verantwortlichen der SGE nach einem adäquaten Ersatz. Schauen wir uns einmal die Optionen an, die den Fans im Zuge dieses Vorhabens präsentiert wurden: Faride Alidou wurde ablösefrei vom Hamburger SV losgeeist und Jens Petter Hauge wurde nach seiner einjährigen Leihe fest verpflichtet, jedoch direkt wieder an KAA Genk ausgeliehen. Beide zündeten nicht, wie man sich das am Main vorgestellt hatte und waren in der vergangenen Saison zeitweise bei anderen Vereinen untergebracht. Wenn, dann kehrt Hauge sogar erst im Winter 2024 zur Eintracht zurück. Außerdem holte man Luca Pellegrini von Juventus Turin, der sich als ein kurzes Gastspiel herausstellte. Nach einem halben Jahr schickten sie ihn zurück nach Italien und beendeten das Experiment. In der Folge rüstete man ein Jahr später auf der linken Seite nach und verpflichtete mit Philipp Max und Niels Nkounkou zwei neue Akteure. Max kam als Spieler mit Bundesliga-Erfahrung, bei Nkounkou sah die Situation anders aus.

Erstes Jahr Eintracht Frankfurt, erstes Jahr in der Bundesliga. Der 22-Jährige sollte Fuß fassen und sein Potential weiterentwickeln. Sein Einstand mit dem Adler auf der Brust? Ein Treffer im Heimspiel gegen den 1. FC Köln. Ist damit endlich der Nachfolger von Kostic gefunden? Noch nicht ganz. Zwar konnten seine Fähigkeiten immer wieder durchblitzen, doch seine Defensivarbeit ließ zu wünschen übrig. Sein Temperament musste er ebenfalls gezielt zügeln. Am Ende schaffte es der Franzose in 29 Spielen auf drei Tore und drei Vorlagen. Folgt jetzt die Saison, in der er sich auf der Außenbahn festspielt? Mit Nathaniel Brown haben die Frankfurter einen jungen und hungrigen Spieler für diese Position geholt, der sicherlich nicht mit Ambitionen auf der Bank zu sitzen an den Main gewechselt ist.

Erfahrung, Explosivität und Routine als Trumpf

Gegenüber seinem jungen Teamkameraden hat Nkounkou den Vorteil, dass er die Stadt, die Liga, die Mannschaft und das Umfeld bereits kennt. Er ist in dem Sinne im Verein eingespielt. Jetzt kommt die zweite Saison im Herzen von Europa und Nkounkou kann seine Qualitäten erneut zeigen. Des Weiteren wird seine Erfahrung auf dem Platz ein entscheidender Faktor für die Spielzeit darstellen. Der Linksfuß spielte bereits im europäischen Wettbewerb und neben der Bundesliga auch in der französischen Ligue 1.

Neben Brown wird auch Philipp Max ein Auge auf den Stammplatz geworfen haben. Max ist jedoch mittlerweil 30 Jahre alt. Sein Spiel stüzt sich auf andere Qualitäten als das von Nkounkou. Der Franzose ist mit seiner explosiven Spielweise unberechenbar, kann auf der linken Spur für Probleme sorgen und hat einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber seiner Mitspieler. Routinier Max könnte von einer möglichen Umstellung auf eine Viererkette profitieren, da er der defensivere Part der beiden Verteidiger ist. Nkounkou denkt offensiver, ist schneller und jünger. Für wen sich Trainer Dino Toppmöller letzten Endes entscheiden wird, ist sicherlich form- und gegnerabhängig. Dennoch muss Nkounkou in seiner zweiten Saison noch bessere Leistungen abrufen, um weiterhin eine wichtige Rolle zu erhalten. Klar ist: Jetzt werden die Spieler in die Pflicht genommen.

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9 Kommentare

  1. Abwarten: Bei einer 4er-Kette sehe ich Max auf seiner besten Position LV. Nkounkou kann den offensiveren Part bekommen. Das kann funktionieren, weil sich im Prinzip beide Schwächen aufheben (können) und die Stärken in den Vordergrund stehen.

    Brown als junger LV als Back-Up ist auch nicht verkehrt. Alidou, der in Hamburg bis zur Bekanntgabe seines Wechsels zu uns, absolut überzeugend war (und danach intern wahrscheinlich ein Problem bekommen hat) und auch in Köln wieder mehr gespielt hat, kann auch von der 4er-Kette profitieren. Er musste auch Schienenspieler spielen, was er einfach nicht kann.

    Vielleicht ist die 4er-Kette wirklich ein Game-Changer und dadurch sind wir besser aufgestellt. Vorstellen kann ich mir das, umsetzen muss die Mannschaft es auf dem Platz.

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  2. @1, da bin ich voll bei dir, der erfahrene Max hinten und der kreative Nkounkou davor auf der linken Flanke, das könnte passen. Man braucht allerdings für ein 4-4-2 eine doppelte Besetzung für jede Außenbahn sowohl offensiv, als auch defensiv. Hinten Brown, das ist klar, vorne vielleicht Marmoush oder auch Chaibi, wenn man auf 4-3-3 umstellt. Bahoya wird bestimmt auch Spielzeit kriegen, der kann auch LA.

    Die Frage ist ein bisschen, was man auf der rechten Seite anstellt. Vorne macht ganz klar Ebimbe immer richtig Dampf auf RA, Knauff als Backup und eventuell Chaibi. Nur hinten auf RV sind wir bis jetzt noch ein bisschen dünn besetzt. Buta war zuletzt formschwach und hat sich erst zum Ende der Saison wieder ein bisschen gefangen. Ich denke aber, dass er überspielt und wegen der vielen Änderungen ein wenig verunsichert war, generell ist er ein kombinationsstarker und defensiv begabter RV. Dahinter ist gar nicht so viel, eigentlich nur Tuta, der zwar Flanken kann, aber nicht auf der Position beheimatet und nicht allzu schnell ist, dazu noch Chandler. Timmy wurde hier teils belächelt, dabei hat er letzte Saison in ca 100 Spielminuten(immer nur kurz vor Schluss) 2 Assists geliefert und sich keinen Bock geleistet. Er ist aber nunmal alt und kein Zukunftsmodell. Toppi II setzt eben gerne auf Spieler mit Entwicklungspotential. Vielleicht ist es Timmys letzte Saison, bevor er Markenbotschafter der Eintracht wird.

    Da das große Talent Elias Baum verliehen wurde, könnte ich mir gut vorstellen, dass noch ein RV kommt. Vermutlich wollen die Verantwortlichen, dass Baum sich noch eine andere Zweikampfhärte und Statur zulegt, er ist schnell und spielerisch stark, aber wenn alte, knallharte Haudegen und Taktikfüchse wie ein Thomas Müller sich den als Opfer ausgeguckt haben, könnte seine Seite überrollt werden. Tuta kann das spielen, aber wenn nicht noch ein IV kommen sollte, braucht man ihn unbedingt als Backup für die IV bzw. DM Position. Auf RV sehe ich eigentlich den größten Handlungsbedarf, aber ich vermute mal, dass da schon was in Planung ist oder hinter verschlossenen Türen bereits eingefädelt wurde. Das Transferfenster ist noch lange offen.

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  3. Nkounkou ist für mich der Typ Touré. Immer auf dem Sprung und dann wieder Nervenbündel und mit extremen Fehlern. Natürlich steht ihm das 2. Jahr zu.

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  4. Mir fehlt generell die Phantasie wer bei einer Viererkette auf LV sowie RV spielen soll.

    Dafür wurde in den vergangenen Jahren schlicht und ergreifend nicht eingekauft.

    Ja, wir haben mit Max und Brown zwei klassische LV Spieler.

    Aber Max, bei allem Respekt, sind wir entwachsen. Das kann nicht der Anspruch sein mit Max als Nummer 1 auf dieser Position in die Saison zu gehen.

    Brown ist erstmal Back up. Sicher kann er sich reinspielen aber damit kann man vor einer Saison seriös nicht rechnen.

    Und Nkounkou, ja ich weiß er hat LV gespielt aber wo? In der Ligue deux. Das ist was anderes als Bundesliga. Er hat seine Stärken klar nach vorne und man würde der Entwicklung des Spielers schaden indem man ihn hinten bindet und in Defensivaufgaben „aufreibt“.

    Und einen IV auf LV zu stellen wäre eine reine Notlösung.

    Wie ist es auf rechts?

    Chandler?
    Tuta (ist Innenverteidiger)?
    Ebimbe (Stärken analog Nkounkou nach vorne)?
    Buta (Pendant zu Max, ihm sind wir entwachsen)
    Knauff?

    Auch nichts dabei wo man sagen könnte, das passt.

    Spielen wir Schiene, dann sollte die Zange aus den beiden Franzosen bestehen.
    Für Viererkette ist der Kader nicht ausgelegt. Wir haben stärkere Spieler für die Schiene als für die AV Positionen.

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  5. Ich denke nkounkou wird diese Saison besser werden. Es war sein erstes Jahr bei uns in einem neuen Land und einer neuen Liga. Lasst dem Jungen die Zeit.

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  6. Ich bin mir sicher, dass sich Nkounkou und Brown im Laufe der Zeit um den Platz in der Viererkette streiten werden.
    Finde es schade, dass Nkounkou von vielen direkt die Fähigkeit abgesprochen wird, sich defensiv zu entwickeln. Er ist noch jung und hat in seinem ersten Jahr den Sprung von der zweiten Liga in Frankreich in die Bundesliga richtig gut hinbekommen.
    Und gerade Defensivspieler werden mit dem Alter immer stärker.

    Auf rechts brauchen wir aber definitiv eine Stammlösung. Chandler kann man immer mal für ein paar Minuten bringen, aber zu mehr reicht es nicht. Tuta ist eine Notlösung, aber sowohl im DM als auch in der IV stärker.
    Und Buta ist einfach nicht konstant genug und hat auch technische Mängel. Er passt als BU, aber da rechne ich fest mit einem Neuzugang, sonst macht die Viererketten-Aussage von Krösche für mich keine Sinn, denn sonst stimme ich @Olga zu, dass wir besser für die 3er-Kette aufgestellt sind.

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  7. 3-Kette wird nicht mehr gespielt, Punkt.

    Also wird mit dem Kader, plus ggf. noch dem ein oder anderen neuen Spieler 4-Kette gespielt.

    Grundsätzlich finde ich die RV dürftig, aber ich kann fürs erste mit Tuta, Buta, Chandler und Knauff leben. Und Links mit Max, Nkounkou, Brown, Chandler und Knauff. Es gibt keine optimale Planung und es gibt auch keine perfekten Lösungen, die für uns finanziell (vor allem Gehalt) passen.

    Ich lasse mich überraschen, was DT daraus zaubert.

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  8. @ballsportler:
    „3-Kette wird nicht mehr gespielt, Punkt.“

    Das ist zumindest der Plan, ja. Aber dann muss man den Kader entsprechend so gestalten, dass in diesem System die beste Mannschaft aufgestellt werden kann.
    Und dafür fehlt in meinen Augen sowohl kurz- als auch mittelfristig ein RV, der stärker als Buta ist.
    Es macht ja keinen Sinn an einem System festzuhalten, nur um des Festhaltens Willen.

    Ich finde es ja durchaus richtig, sich fürs Erste auf ein System festzulegen, da die ständigen Wechsel in der letzten Saison ein großes Problem waren. Aber dann muss der Kader entsprechend ergänzt werden.

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