Flip Kostic vermisst seine Kumpels Ante Rebic und Luka Jovic.. (Foto: Rhode)

Es gab kein Bild, auf dem sie nicht gemeinsam unterwegs waren. Luka Jovic, Ante Rebic, Mijat Gacinovic und Filip Kostic – die vier Balkan-Brüder. Rebic und Jovic haben die Eintracht verlassen, seither spielen Kostic und Gacinovic alleine Mensch-Ärger-Dich-Nicht, wie der Serbe im Interview mit der Frankfurter Rundschau verriet. „Wir spielen im Moment immer Eins-gegen-Eins, aber vielleicht bekommen wir Dejan Joveljic ja auch bald dazu, dass er gegen uns antritt.“ Er vermisse die beiden Abgewanderten, gesteht Filip Kostic. „Wir waren oft zusammen unterwegs, haben dann viel über Fußball gesprochen, aber auch über unser Privatleben und unsere Familien. Natürlich vermisse ich sie, doch dass Spieler einen Verein zu verlassen, gehört nun mal im Fußballgeschäft dazu. Wir sind Profis und wissen das.“

Kostic soll häufiger in die Mitte ziehen

Kostic ist in Frankfurt eingeschlagen wie nicht zu erwarten war – und er fühlt sich wohl am Main. „Ich bin richtig happy in dieser Stadt“, so Kostic und schwärmt weiter: „Die ganze Mannschaft hält zusammen. Wir sind wie eine Familie“. Mit André Silva und Bas Dost hat die SGE ein neues Sturmduo verpflichtet. Vor allem in Kopfballungeheuer Dost könnte Kostic, der mit 38 Millionen zum Adler mit dem größten Marktwert aufgestiegen ist, den passenden Abnehmer für seine Flanke finden. Für sein Spiel sei es wichtig, dass die Eintracht „Spieler wie Bas im Zentrum“ habe, „die im Strafraum wissen, was sie zu tun haben und wie sie die Flanken verwerten können.“

Filip Kostic jubelt mit Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller – in dieser Saison muss der Serbe sich neue Jubel-Kumpanen suchen. (Foto: Rhode)

Noch braucht Kostic laut eigener Aussage etwas Zeit, um die Laufwege der beiden neuen Stürmer besser kennenzulernen. Da wundert es nicht, dass der Serbe in dieser Saison so abschlussgewaltig wie nie ist. Vier Tore und vier Vorlagen gelangen ihm bisher. „Manchmal muss ich auch selbst in die Mitte ziehen und nicht nur draußen an der Linie bleiben. Das gehört zu unserer Taktik dazu“, verrät der 26-Jährige dahingehend.

Außenverteidiger Kostics neue Lieblingsposition

Dass Kostic ein Verteidiger mit Offensivdrang ist, liegt in der Natur der Sache. Schließlich formte erst Adi Hütter den Offensivmann zum Außenverteidiger. „Jetzt ist es meine Lieblingsposition“, so Kostic. Entgegen aller Unkenrufe. „Alle haben damals gesagt, der kann nicht defensiv spielen, der ist Offensivspieler. Aber der Trainer und die Mannschaft haben an mich geglaubt. Und ich habe gezeigt, dass ich es kann. Es war natürlich hilfreich, dass die ersten Spiele für mich gut gelaufen sind, dadurch habe ich an Selbstvertrauen gewonnen.“ 

Trotz seiner starken Leistungen – ein Lautsprecher wird Kostic auch in Zukunft nicht sein. „Ich bin kein Spieler, der extrem viel redet. Das sicher nicht. Mein Job ist es, immer 100 Prozent zu geben. Ich probiere, mit Leistung auf dem Platz zu führen. Das ist meine Sprache.“

- Werbung -

9 Kommentare

  1. Was ein feiner Junge – ich bin immer noch der festen überzeugung das sie in Stuttgart und Hamburg aus dem Augen reiben nicht mehr rauskommen.
    Aber so Beispiele, das bestimmte Spielertypen nur in bestimmten Mannschaften funktionieren gab es schon immer. Der letzte Spieler (mit dem es allerdings bei uns nicht funktioniert hat, sondern NUR in Mainz) an den ich mich erinnern kann, dem es so erging war Michael Thurk. Es gab bestimmt noch mehr, aber die fallen mir um diese Uhrzeit noch nicht ein.

  2. Denke auch, daß der Sturm mit Kostic noch viel besser werden wird. Zur Zeit macht Kostic einiges zu viel allein, sprich er sucht den Abschluss aufs Tor, obwohl Sturmpartner besser positioniert stehen. Wenn die sich erst richtig kennengelernt haben (Laufwege) wird das besser. Spielerisch haben wir im Sturm ne richtig gute Truppe. Kann eine geile Rückrunde werden.

  3. @2 Genau das hab ich in der Vergangenheit auch schon mehrfach gepostet. Wir sind auf seine genialen Zuspiele auf Aussen angewiesen, aktuell läuft das Zusammenspiel mit den „Neuen“ und ihm nur schwerlich, war sehr beispielhaft zu sehen, als Ante noch da war und die beiden nur sich gesucht haben. Das wird spätestens zur RR, bin da sehr optimistisch !

  4. @4 Das ist mir auch sofort in den Kopf geschossen. Rebic ist so ein Spielertyp, der nur in ganz wenigen Vereinen funktioniert. So ein Mix zwischen ruhigem Umfeld, unaufgeregtem Trainerstab, freundschaftlicher Atmosphäre und das ganze inmitten einer Truppe ohne großartigen Befindlichkeiten und Selbstdarstellern. Hat er noch seine kleine Balkantruppe, dann läuft es wohl perfekt für ihn. Bei Jovic bin ich mir sicher, daß er irgendwann kommt. Bei ihm steht und stand, für mich, allerdings schon vorher fest, daß es ihm gut tun würde, wenn er noch 1-2 Jahre in Frankfurt reift. In beiden Fällen sind die „Berater“, die sicherlich nur das Beste 🙂 für den Spieler wollen, wahrscheinlich die treibende Kraft. Dennoch Bobic‘s Meisterstück, einen Spieler, der eine einzige Saison geliefert hat, für 68 Mille zu vertickern. Im übrigen bin ich sicher, das Rebic und Jovic ihren Alten Weggefährten weit mehr vermissen. Warten wir‘s mal ab. Am Ende leiht Bobic den Neu-Madrilenen noch für 1,5 Jahre aus und Rebic fährt freiwillig mit dem Fahrrad zurück nach Frankfurt.

  5. Wobei die Aussagen mit wohlfühlen, tolle Stadt und Mannschaft wie eine Familie, typische Vorboten eines Abschieds sind – natürlich nur um sportlich den nächsten Schritt zu machen. 🙁

    Ich spiele gerne mit ihm Mensch-ärgere-dich-nicht, wenn er dafür hier bleibt.

    Gruß SCOPE

  6. Auf die Berater schieben, ist zu einfach. Fußball ist ein Geschäft und beim Geschäft geht es in erster Linie um die Kohle. Da sind Jovic, Rebic, Haller, Wolf, der Prince, Hradecki und wie sie alle heißen keine Ausnahmen. Das wir so viel Kohle für Jovic kassiert haben ist meines Erachtens weniger dem Verhandlungsgeschick von Bobic anzurechnen als vielmehr der aktuell verrückten Situation auf dem Transfermarkt. Für einen guten Stürmer zahlen einige reiche Clubs fast jede Summe. Wenn Kostic an die Form der letzten Saison anknüpft, ist er bald nicht mehr bei uns.

  7. @8 Da bin ich anderer Ansicht. Bobic wollte in diesem, ohne Zweifel überhitzten Markt, das maximale an Erlös rausholen, und das hat er geschafft. Madrid wollte zu Anfangs deutlich weniger zahlen um dann am Schluß ganz auf Bobic‘s Foderung einzugehen. Auch bei den Beratern bin ich anderer Meinung. In einem Geschäft, bei denen diese Personengruppe genau dann profitiert wenn Spieler wechseln, muß man kaum darüber nachdenken, an was diese „Berater“ vorallem Interesse haben. Einen 21jährigen Spieler dann zu beeinflussen dürfte eher wenig schwierig sein. Da wird von einer „nie wieder kommenden Chance“ etc. gesprochen. Berater, die ein wirkliches Interesse an einem kontinuierlichen und besonnenen Weiterkommen ihres Schützlings haben, gibt es zwar, diese sind aber deutlich in der Minderheit. Dazu fallen mir noch 2 Interviews ein. Eins mit Bobic vor gar nicht allzu langer Zeit, indem er genau diese Geschäftspraktik anprangert und eines mit Charlie Körbel schon vor langer Zeit, in dem er mal sagte: „Jeder 19jährige kommt mittlerweile mit einem Stab an Anwälten, Agentur und Beratern zum Probetraing, die wissen gar nicht was da eigentlich alles passiert und bekommen Final einen Vertrag vorgesetzt, den sie blind unterschreiben“. Damit haben sie dann ihre eigene Entscheidung in die Hände von anderen Leuten gegeben. Ich bin mir sogar ziemlich sicher das Jovic trotz weniger Geld noch gerne 1-2 Jahre in Frankfurt geblieben wäre.

Kommentiere den Artikel

- Werbung -