Der Weg von Nathaniel Brown liest sich fast wie ein modernes Fußballmärchen. Noch vor wenigen Jahren stand der 22-Jährige nicht auf den großen Bühnen der Bundesliga, sondern im Fitnessstudio seines Stiefvaters. „Eine sehr große Verbindung“, habe er zum Fitnessstudio in Kümmersbruck, wie er im Interview mit der „Sport Bild“ verriet, „ich habe dort insgesamt zwei Jahre lang gearbeitet.“ Mit 16 Jahren habe er dort ein Praktikum gemacht – nicht zuletzt, weil „meine Eltern wollten, dass ich meine Zeit sinnvoll nutze“. Dabei blieb es nicht nur beim Zuschauen: „Ich habe sauber gemacht, die Geräte geputzt, Proteinshakes gemischt und auch mal Übungen erklärt.“ Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm aber der Austausch mit den Menschen: „Am meisten Spaß hat es mir gemacht, einfach mit den Leuten zu reden.“ Gerade die Gespräche mit älteren Besuchern hätten ihn geprägt: „Die haben mir immer ihre Geschichten erzählt. Das war wirklich schön.“
Dass er nur wenige Jahre später für die Frankfurter Eintracht und sogar die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielen würde, hätte er damals nicht gedacht. „Dass das so schnell geht, habe ich nicht gedacht“, gibt Brown offen zu. Dennoch habe er immer an sich geglaubt: „Es war immer mein Ziel, irgendwann Profi zu werden.“ Sein Fokus auf den Fußball sei schon damals klar gewesen: „Schon als ich im Studio gearbeitet habe, schaute ich mir in den Pausen immer Fußball-Videos an.“ Daher seien die Bundesliga und die Champions League für ihn tägliche Begleiter gewesen.
„Durchwachsene“ Saison mit Entwicklung
Mit Blick auf die aktuelle Spielzeit der Eintracht findet Brown klare Worte: „Durchwachsen.“ Die Mannschaft habe „viele Aufs und Abs“ erlebt, was „uns sehr nervt“. Gleichzeitig sieht er aber auch Fortschritte: „Wir haben uns jetzt gefangen und machen es wieder besser, auch wenn es noch nicht perfekt ist.“ Seine persönliche Entwicklung bewertet er positiv, ordnet sie aber dem Team unter: „Für mich persönlich läuft es zwar super, ich konnte einen weiteren Entwicklungsschritt machen. Aber nach einer Niederlage kann ich mich nicht freuen, wenn meine eigene Leistung gut war.“ Unter Trainer Albert Riera, der auf Dino Toppmöller, der Brown in die ligaweite Spitze gebracht hat, folgte, habe sich einiges verändert. „Ich komme sehr gut mit ihm klar“, sagt Brown. Besonders auffällig seien die intensiven Videoanalysen: „Die können auch mal etwas länger dauern.“ Doch er erkennt den Sinn dahinter: „Er will uns einfach viel mitgeben und uns seine Spielidee genau zeigen. Wenn wir diese Abläufe komplett drin haben, werden wir eine richtig gute Mannschaft sein.“ Auch der Umgang mit erfahrenen Spielern wie Mario Götze hinterlässt Eindruck. Dass selbst ein Weltmeister zeitweise außen vor ist, zeige die Realität im Profifußball: „Es zeigt, dass es jeden treffen kann.“ Gleichzeitig betont Brown die Bedeutung des Routiniers: „Wir brauchen Mario, er ist ein überragender Spieler und auch für die Kabine top.“
Klare Entscheidung für Deutschland
International hätte Brown auch für die USA spielen können, entschied sich jedoch bewusst dagegen. „Ich habe direkt gesagt, dass ich nur für Deutschland spielen will“, stellt er klar. Seine Begründung ist eindeutig: „Ich habe hier meine Wurzeln, ich bin hier aufgewachsen. Es war für mich immer das Ziel, für den DFB zu spielen.“ Die Weltmeisterschaft im Sommer sei ein „Kindheitstraum“: „Ich will einfach dabei sein. Egal, in welcher Rolle.“ Bundestrainer Julian Nagelsmann habe ihm dabei klare Aufgaben mitgegeben: „Er will, dass ich noch mehr aus mir herauskomme.“ Vor allem auf dem Platz müsse er „noch präsenter werden“ und mehr Emotionen zeigen.
Transfergerüchte? Kein Thema
Trotz großer internationaler Aufmerksamkeit – Vereine wie Real Madrid oder Manchester City sollen interessiert sein – bleibt Brown gelassen. „Das bekommt man schon mit, beeinflusst mich aber nicht“, sagt er. Auch astronomische Ablösesummen beeindrucken ihn wenig: „Ich mache mir über solche Zahlen überhaupt keine Gedanken.“ Sein Fokus ist klar: „Mein Fokus liegt voll auf der Eintracht und dem Ziel, uns für Europa zu qualifizieren.“ Alles Weitere werde sich ergeben: „Dann werde ich schauen, was im Sommer passiert. Im Fußball kann man schlecht planen.“ Auch große Namen wie die bereits beschriebenen Top-Klubs würden nichts an seiner Ansicht ändern, so der 22-Jährige: „Ich konzentriere mich auf die Ziele, die ich in der Hand habe. Alles andere interessiert mich jetzt nicht.“






2 Kommentare
Scheint ein sehr bodenständiger junger Mann zu sein! Komplement! Aber warten wir mal ab...
Im Sommer wird es schwer unseren Nene zu halten. Die Premier League hat schon ihre Scouts nach Frankfurt geschickt!
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.