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Aurele Amenda hat sich in den letzten Monaten zu einer festen Größe in Frankfurt entwickelt. Foto: IMAGO / HMB-Media

Amenda findet seinen Platz in Frankfurt: „Mein Weg ist hier!“

Im Fußballjahr 2026 ist Aurèle Amenda bisher einer der größten Gewinner bei der Frankfurter Eintracht. Seit mittlerweile neun Spielen verpasste der Schweizer keine einzige Minute auf dem Platz. Eine Entwicklung, auf die viele zwar gehofft hatten, die sich in der Hinrunde allerdings auch nicht wirklich angedeutet hatte. Amenda bleibt trotzdem selbstkritisch. „Man kann sich immer verbessern“, erklärt der 22-Jährige im Interview auf der vereinseigenen Homepage. „Ich bin in letzter Zeit gut drauf und es macht mir sehr viel Spaß, für die Eintracht und mit den Jungs zu spielen. Wie gesagt, ein paar mehr Prozent sind immer drin, daran arbeite ich.“ In den letzten Wochen sind ihm dabei vor allem zwei Spiele besonders in Erinnerung geblieben. „Freiburg oder Mönchengladbach. Beide Male haben wir zu Null gespielt.“ Der Verteidiger wechselte im Sommer 2024 aus Bern an den Main und kam in seiner ersten Saison, auch wegen Verletzungen, nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. „Ich bin ehrgeizig, auf jeden Fall, doch ich wusste auch, dass es in Frankfurt kein Selbstläufer werden würde. Ich wusste, dass es Zeit braucht. Geduld ist gefragt.“

Auch die zweite Saison sollte zunächst nicht so laufen wie geplant. Trotz einer guten Vorbereitung stand der Schweizer Nationalspieler in den ersten drei Bundesliga-Partien nicht mal im Kader und auch in den Folgemonaten reichte es meist nur zu Kurzeinsätzen. Wettbewerbsübergreifend stand er bis zur Winterpause dreimal in der Startelf. So wurden auch mit Blick auf die kommende Weltmeisterschaft Wechselgedanken publik. „Mein Weg bei der Eintracht erinnert mich etwas an meine Zeit bei den Young Boys. Auch dort habe ich anfangs nicht oft gespielt, doch dann immer regelmäßiger. So war und ist es auch bei der Eintracht, mein Weg ist hier.“ Aktuell ist Amenda in der ersten Elf gesetzt und lief in den letzten beiden Spielen sogar auf der ihm eigentlich fremden Rechtsverteidiger-Position auf. Kein Problem für den 1,94 Meter großen Adlerträger: „Je nach System musste ich auch zuvor schon durchschieben. Mit dem Ball war es eine Dreier-, ohne den Ball eine Viererkette. Es gibt natürlich Unterschiede zwischen den Positionen, allerdings vor allem gegen den Ball. Ich komme durch Anlaufen und Pressing-Situationen auf mehr Sprints und auch mehr Kilometer, es ist noch intensiver.“

„Ich traue mir mehr zu“

Spricht man über den Aufschwung des 22-Jährigen, spielt zweifelsohne der Einfluss des neuen Cheftrainers Albert Riera eine bedeutende Rolle. Beim Auftaktspiel des Spaniers in Berlin reichte es zwar nur für einen einminütigen Kurzeinsatz, seitdem verpasste Amenda aber keine einzige Spielminute mehr. „Mit dem Ball war es schon immer ordentlich, mittlerweile habe ich aber noch mehr Vertrauen dahingehend und traue mich öfter, nach vorne beziehungsweise auch mal Risikobälle zu spielen. Das gibt uns auch der Trainer mit auf den Weg“, beschreibt der Verteidiger sein neu gewonnenes Selbstvertrauen. „Fußball ist ein Spiel, bei dem auch Fehler dazugehören, wichtig ist die Reaktion darauf. Defensiv fühle ich mich aggressiver und stärker, mit mehr Spielzeit kommt auch hierbei mehr Vertrauen in mein eigenes Spiel. Unabhängig, wer der Gegner ist. Ich traue mir mehr zu.“ Neben dem Trainerteam kann er aber auch von seinen Mitspielern einiges mitnehmen. „Ein wichtiger Ratgeber für mich ist Timmy Chandler, allgemein ist er für die Kabine sehr wichtig. Er spricht viel mit mir und gibt mir gerade für meine Position wichtige Ratschläge. Ich tausche mich auch viel mit Robin Koch, Arthur Theate und Rasmus Kristensen aus und versuche, immer etwas mitzunehmen. Ein Spieler wie Rasmus ist allein schon aufgrund seiner Mentalität wichtig, dazu bringt er viel Qualität mit.“

Amenda gab mit 18 Jahren sein Profidebüt und hat mittlerweile auch in der Champions League auf der größten Fußballbühne gespielt. Eine Sache ist ihm aber als Profi bisher weder in Bern noch in Frankfurt geglückt. „Ich muss ein Tor schießen! Mit meinem Körper, mit meiner Präsenz. Da möchte ich einfach torgefährlicher sein. Offensiv muss ich mein Kopfballspiel verbessern, das übe ich im Training mit Flankenbällen gezielt. Jetzt muss es auch mal im Spiel klappen.Was ich in meinem Spiel noch verbessern will: Mit Ball kann ich noch mutiger sein, defensiv muss ich weiter an meinem Stellungsspiel arbeiten. Es ist besser geworden, es kann noch besser werden.“

Geduld, Fleiß und Zeit

Der Schweizer mit kamerunischen Wurzeln scheint endlich bei der SGE angekommen zu sein und auch aus den schwierigeren Phasen versucht er zu lernen. „Am Anfang war es nicht einfach, auch aufgrund von Verletzungen und weniger Spielzeit. Klar war ich nicht immer glücklich und in manchen Phasen sauer auf mich selbst, aber letztendlich hat es mich stärker gemacht. Manchmal will man alles sofort, man darf aber nicht die Geduld verlieren. Alles braucht Zeit und Fleiß, im Leben wie auch im Fußball. Durch die Verletzungen bin ich mental und physisch stärker geworden. Wenn ich nun zurückblicke, kann ich sagen, dass ich zufrieden bin. Auch wenn ich da direkt hinterherschieben muss: So richtig zufrieden ist man nie, ich kann und will mich immer verbessern.“ Seine positive Einstellung will er sich nicht nehmen lassen. „Wenn man sich verletzt, überwiegt erst einmal Traurigkeit, so war es bei mir auch. Doch ich habe sehr schnell versucht, etwas Positives daraus zu ziehen und habe mir gesagt, dass ich noch besser zurückkommen werde. Ich wusste, dass dabei eine bessere Version von mir selbst herauskommen würde, wenn ich die Zeit in der Reha gut nutze.“

Mit der Eintracht bleiben in dieser Spielzeit vier Partien. Das internationale Geschäft ist immer noch in Reichweite, trotzdem könnte die Stimmung im Umfeld besser sein. Der Adlerträger will nach vorne blicken. „Es geht für uns darum, so viele Punkte wie möglich zu holen. Es wäre mehr möglich gewesen, aber das ist Vergangenheit. Es bleiben vier Spiele, vier Finals und wir müssen jeden Punkt mitnehmen, jedes Match ist sehr wichtig. Die Mannschaft ist sehr motiviert, wir wollen jedes Spiel gewinnen.“ Für Aurèle Amenda ist es auch gleichzeitig nochmal die Chance sich für die WM zu empfehlen. In der letzten Länderspielpause wurde er für seine Nation nominiert und in den beiden Freundschaftsspielen jeweils eingewechselt. „Die Vorfreude ist extrem groß! Aber aktuell kann ich das noch nicht so richtig realisieren, die WM ist gefühlt noch weit weg und mein voller Fokus liegt nur auf Eintracht Frankfurt. So richtig realisieren werde ich es erst während des Turniers oder vielleicht sogar erst danach. Aber klar, eine WM zu spielen, ist ein Ziel und absoluter Traum. Für alle Fußballer.“

4 Kommentare

Fallback Avatar 1. ceterum censeo 23. April 26, 11:47 Uhr

Freue mich sehr fuer Aurele - und uns!

Off topic: Elye Wahi hat mit OGC das Pokalfinale gegen Lens erreicht. Beim 2:0 in Strassburg erzielte er beide Tore. Erst ein Konter aus dem Lehrbuch, dann ein sicher verwandelter Elfmeter.

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Avatar 2. la bestia blanca 23. April 26, 12:26 Uhr

Stark! Freue mich für Aurele aber vor allem auch für Wahi! Er ist immer noch unser Spieler und ich drücke ihm weiterhin die Daumen. Seine Leistungen in Nizza zeigen deutlich auf, dass er ein guter Fußballer ist und er entweder mit unserem Umfeld nicht klarkommt oder einfach nur Heimweh hat. Am Ende wäre es perfekt für alle Seiten, wenn Wahi mit +/- 0 einen neuen Verein findet, wo er an seine aktuellen Leistungen anknüpfen kann.

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Fallback Avatar 3. sge2785 23. April 26, 13:13 Uhr

Rieras einzige gute Tat ist die Amenda Entwicklung. Unverständlich wieso Dino ihn dermaßen hat versauern lassen.

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Fallback Avatar 4. Rebelheart 23. April 26, 13:36 Uhr Zitat - la bestia blanca Stark! Freue mich für Aurele aber vor allem auch für Wahi! Er ist immer noch unser Spieler und ich drücke ihm weiterhin die Daumen. Seine Leistungen in Nizza zeigen deutlich auf, dass er ein guter Fußballer ist und er entweder mit unserem Umfeld nicht klarkommt oder einfach nur Heimweh hat. Am Ende wäre es perfekt für alle Seiten, wenn Wahi mit +/- 0 einen neuen Verein findet, wo er an seine aktuellen Leistungen anknüpfen kann. Path

Hoffe nicht, dass Wahi sein Potenzial nur in Frankreich abrufen kann, denn da gibt es nur 2 Clubs, die sich die gewünschte Ablöse leisten können, PSG (die nehmen ihn sicher nicht) und OM (da ist er bereits gewesen und gescheitert)....

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