Slobodan Medojevic feierte gegen den VfB Stuttgart sein Saisondebüt.

27. Mai, Berlin, DFB-Pokal-Finale. Die Eintracht stand vor einem der wichtigsten Spiele der jüngeren Klubgeschichte. Und dann stand da auf einmal ein Name in der Startelf auf dem Spielberichtsbogen, den wohl kein SGE-Fan erwartet hatte: Slobodan Medojevic. Es war das erste Spiel für den Serben seit mehr als einem Jahr. In der „Frankfurter Rundschau“ verriet der Rechtsfuß nun, dass die Überraschung für ihn selbst am größten gewesen sei: „Das war ein Schock für mich. Ein positiver natürlich!“ 

Mit dem Finale, in dem er seine Sache mehr als ordentlich machte und einen Teil dazu beitrug, dass die Hessen dem favorisierten BVB das Leben lange schwer machten, endete eine lange Leidenszeit für Medojevic. Immer wieder machte die Achillessehne Probleme, erst nachdem er alles versucht hatte, seien es angeschnittene Schuhe, Schmerztabletten oder alle möglichen anderen Behandlungen, entschloss er sich zu einer OP. Diese bedeutete zwar eine lange Ausfallzeit, aber danach endlich auch Besserung. Zur Verdeutlichung: Das letzte Spiel vor dem DFB-Pokal-Finale, dass der in Novi Sad geborene Mittelfeldspieler absolvierte, war die Partie zum Einstand von Niko Kovac als Cheftrainer bei der Eintracht, die 0:3-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach am 12. März 2016.

Dass all dies äußerst frustrierend für den 26-Jährigen sein muss, ist klar – aber aufgeben kam für den Serben niemals in Frage: „Ich kämpfe bis zum Ende, erst wenn jemand sagt, es gebe 0,0 Prozent Chancen, würde ich aufgeben. Bei einem Prozent mache ich weiter, klar!“ Für seinen Traum Fußballprofi, den er jeden Tag lebt, sei er sich nicht zu Schade immer wieder durch die Reha zu gehen, immer wieder die Verletzungen durchzustehen – und immer wieder zurückzukommen: „Du musst immer wieder aufstehen, musst immer wieder positiv an die Sache herangehen!“ Aktuell sei er „einfach nur froh, wieder glücklich zu sein.“ Dies ist bei seiner Verletzungsakte nicht selbstverständlich, schließlich liest sich diese wie der Jahresbericht eines Krankenhaus-Chefarztes: Achillessehnenanriss, Muskelbündelriss, Adduktorenprobleme, Kniereizung, und und und…..

Dass er dies immer wieder schafft liege auch am Verein, in dem „immer alle korrekt zu mir waren“ und vor allem an der Mannschaft: „Das sind nicht nur gute Fußballer, sondern viele gute Menschen.“ Daher sei es auch völlig normal, wenn man mal nicht spiele, vor allem beim großen Kader, den die Eintracht aktuell habe. Trotz des hohen Konkurrenzkampfes betont der Serbe, dass es nur möglich sei ein Spiel als Einheit zu gewinnen, wenn jeder für den anderen kämpft und läuft: „Wir müssen pro Spiel 11,5 bis 13 Kilometer laufen. Gut, dass wir Spieler im Kader haben, die diese Laufleistung auch bringen.“ 

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10 Kommentare

  1. Wäre super, wenn er an seine Leistung im Pokal anknüpfen könnte. Durch die Libero-Funktion von Hasebe und die Verletzung von Mascarell sind wir auf der 6er Postion nicht so breit aufgestellt. Solange er den Spielaufbau nicht alleine übernehmen muss, ist er eine echte Alternative zu Fernandes.
    Wäre natürlich dennoch wünschenswert, dass Mascarell endlich zurück kommt, da er neben der Lauf- und Zweikampfstärke auch noch über einen guten Spielaufbau verfügt.

  2. Wenn man die Leistung von Medojevic gegen Lehnerz betrachtet, ist es mehr als fraglich, wie dieser Mann Bundesligaspieler werden konnte. Er kann selbst gegen eine unterklassige Mannschaft den Ball lediglich zum nächsten Spieler schieben. An eine Spieleröffnung ist da nicht zu denken. Man sollte von ihm nicht zu viel erwarten. Nach der Saison wird man sicherlich getrennte Wege gehen!

  3. Manchmal verstehe ich Kovac auch nicht. Beschuskow ein großer Gewinner der Vorbereitung ist komplett außen vor, Dadashov ebenfalls und die anderen Jungen wie Barkok zB auch. Wir haben einen großen Kader und mich freut es, dass Stendera wieder gespielt hat, aber nix gegen Medo, er ist ein Kämpfer, aber andere hätten es auch mal verdient zu spielen von den Jungen.

  4. Naja, Kovac hat da sicher seine Gründe. Spielerisch sind Beschuskow und Barkok sicher die besseren. Er ist dafür robuster und der bessere Kämpfertyp. Keiner spielt, wenn er nicht für die Aufgabe der beste Mann ist. Ganz einfach

  5. Die Express spekuliert mit Baumgartlinger für den FC. Wäre vielleicht auch was für uns, allerdings ist er ja auch schon 29, und er wird auch um die 5 Mio. kosten. Mit Mascarell kann man ja aufgrund von Verletzung und Vertrag auch nicht unbedingt planen. Stender ist ein anderer Spielertyp und die Jungen packen keine 90 Minuten Bundesliga. Also ein Baumgartlinger für Medo und Mascarell oder Fenandez fände ich interessant.

  6. Bei ihm bin ich mir nicht mal sicher, ob er kurzfristig eine Hilfe ist. Und auf längere Sicht auf keinen Fall. Zumal mir 5 Mio für einen der bei den wirklichen nicht guten Leverkusenern es teilweise nicht mal auf den Platz schafft, etwas zu viel ist

  7. Medo mag ein netter Kerl sein aber es war schon seit seinen ersten Spielen abzusehen, dass er uns nicht weiterhelfen wird. Das man zu ihm gehalten hat, als er verletzt war ist aller Ehren wert aber gerade auch im Hinblick darauf, dass wir ja durchaus mit unseren Finanzen etwas haushalten müssen, war die Vertragsverlängerung mit ihm in meinen Augen ein Fehler. Medojevic und Regäsel sollte man spätestens im Winter versuchen zu verkaufen. Barkok war mal Außenverteidiger, Besuschkow ist DMF, Stendera ist wieder dabei, Hasebe und Russ können die Pos. spielen und im Notfall können sicher auch Salcedo, Willems, Tawatha, Fallete oder sonst ein Defensiver auf dieser Position glänzen, selbst Gacinovic oder Boateng trau ich das problemlos zu. Zudem gibt es Spielsysteme mit einem 6er, falls mal 8 Spieler gleichzeitig ausfallen. Es gibt daher für mich keinerlei Gründe Medo zu halten. Er ist seit 2014 bei uns und 2-3 wirklich gute Spiele in 3,5 Jahren reichen nicht aus.

  8. ich hab schon im Sommer nicht vrstanden, dass Bobic den Vertrag von Medo verlängert hat. Die beiden im Winter verkaufen? Wer würde da Ablöse bezahlen?

  9. @2. Hesse79
    Mit Blick auf dieses ominöse Testspiel müsste man die BL-Tauglichkeitsfrage nicht nur bei Medo, sondern ebenfalls bei den meisten anderen ernsthaft stellen. Mit Ach und Krach 3:0 gegen… äh, wen nochmal genau?… ist nicht gerade erstklassig.
    Fernandes mag jede Menge defensive, linguale und soziale Qualitäten haben, fussballerisch liegt zwischen ihm und Medo m.E. potentiell eine Klasse – und zwar nicht zugunsten des Ersteren.
    Wer ignoriert, dass Medo in seinen gut 3 Jahren bei uns v.a. aufgrund seiner Verletzungskarriere so gut wie keine Chance hatte, seine Qualitäten in viel mehr als 3-4 Spielen hintereinander zu bestätigen, tut ihm extrem Unrecht. Ich sage, wenn seine Ferse hält und er aufgrund entspr. zugesprochener Einsätze eine erwartungsgemäße Leistungsentwicklung hinlegen kann, während bei GF erwartungsgemäß ein gleichzeitiger nennenswerter Leistungssprung ausbleibt, wird Medo normalerweise die Nase vorn haben.
    Wobei hier ja bei weitem nicht von den einzigen Optionen auf die DM-Position die Rede ist.

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