Nach seiner Verletzung durfte Danny da Costa gegen Freiburg endlich wieder Bundesliga-Luft schnuppern.

Auch wenn der Fokus längst auf dem Wolfsburg-Spiel liegt, so ein bisschen haben die Eintracht-Spieler vielleicht noch am enttäuschenden 1:1-Unentschieden gegen den SC Freiburg zu knabbern. Zumindest, wenn es nach Danny da Costa geht, der zugeben muss, dass ihn das Spiel „im ersten Moment sehr genervt hat.“ Damit ist er aber nicht der Einzige: „Jeder in der Mannschaft war angepisst, dass wir nur einen Punkt geholt haben“, gibt der 24-Jährige einen Einblick in das Seelenleben des Teams. Das Unentschieden ändert aber nichts daran, dass der Rechtsverteidiger froh ist, nach seiner Verletzung wieder auf dem Platz zu stehen.

In der Tat war das Remis gegen die Breisgauer ein bisschen zu wenig, wenn der Spielverlauf betrachtet wird. Defensiv hat Eintracht Frankfurt nur wenig zugelassen, „da gab es nicht so viel zu beanstanden“, sagt da Costa. Dreimal kam die Mannschaft von Trainer Christian Streich gefährlich vor den Kasten von Lukas Hradecky. Einmal spielte Nils Petersen einen schlampigen Pass, einmal kratze Marius Wolf den Ball im letzten Moment von der Linie und einmal klingelte es nach einem Eckball im Eintracht-Tor. Letzteres kann immer mal passieren, bei den Hessen ist das leider häufiger der Fall.

Was aber schwerer wiegen dürfte, ist wieder einmal die Anzahl der ausgelassen Chancen. Das sieht auch da Costa so: „Vorne müssen wir noch kaltschnäuziger vor dem Tor werden, damit wir so ein Spiel gewinnen.“ Trotzdem gilt es jetzt, die letzte Partie zu verdauen. Es war ja bei Weitem auch nicht alles schlecht. Besonders im ersten Durchgang habe die Mannschaft eine gute Leistung gezeigt, sagt der Spieler: „Im Hinblick auf Spielkontrolle und Spielaufbau hat man gesehen, was möglich ist, wenn wir uns vernünftig bewegen und jeder am Spiel teilnimmt.“

Die erste Hälfte ins Gedächtnis rufen

Im nächsten Spiel gegen den VfL Wolfsburg (Samstag, 15:30 Uhr) sollte sich die Eintracht diese Tatsache ins Gedächtnis rufen und versuchen, daran anzuknüpfen. Auch wenn beide Teams derzeit sieben Punkte trennen, leicht wird das Duell am Mittellandkanal gewiss nicht werden. „Das wird genauso ein schweres Spiel wie das zuhause gegen Freiburg“, glaubt der Defensivakteur zu wissen. Am Wochenende spielten die „Wölfe“ 0:0 gegen Borussia Dortmund. Angst wäre dennoch ein schlechter Begleiter in der Partie gegen die Niedersachsen. Die Eintracht sollte in der Autostadt gegen den Tabellenzwölften lieber auf sich und die eigenen Stärken vertrauen.

Das betont auch da Costa: „Ich hoffe, dass wir da einen ähnlichen Auftritt hinlegen können wie in der ersten Halbzeit – nur mit dem Unterschied, dass wir da dann die Chancen besser nutzen.“ Das ärgerliche Unentschieden gegen Freiburg „sollten wir jetzt hinter uns lassen. Wir müssen uns jetzt auf Wolfsburg konzentrieren.“ Das Hinrundenspiel hat die Eintracht unglücklich mit 0:1 verloren. Jeweils einmal trafen die Kovac-Schützlinge Pfosten und Latte, wo wir wieder bei der mehr schlecht als rechten Chancenverwertung wären. „Das wollen wir in Wolfsburg besser machen“, hebt der Verteidiger hervor.

Helfen könnte dabei vielleicht die Auswärtsstärke der Mannschaft von Trainer Niko Kovac. Diese ist nicht von der Hand zu weisen: Neun Punkte in neun Partien macht Platz 16 in der Heimtabelle, dem gegenüber holten die Mainstädter ganze 18 Punkte in ebenfalls neun Spielen in der Fremde. Damit steht die SGE hinter den FC Bayern München auf Platz zwei der Auswärtstabelle. Warum es auswärts besser als daheim läuft, kann da Costa nicht wirklich erklären, er sieht es eher pragmatisch: „Dass wir auswärts eine gewisse Stärke haben, ist ja nichts Schlechtes. Wir hoffen, dass wir daran anknüpfen können.“

„Mittlerweile angekommen und körperlich auf der Höhe“

Ob er in Wolfsburg mit von der Partie sein wird, steht natürlich noch nicht fest. Das wird Kovac wie immer erst kurz vor dem Spiel entscheiden. Dennoch ist da Costa froh, wieder nah an der Mannschaft dran zu sein. In der Hinrunde legte ihn ein Sehnenanriss flach, der ihn „relativ weit zurückgeworfen“ habe. Der gebürtige Neusser kommt gerade einmal auf 37 Einsatzminuten in drei Bundesligapartien, hinzu kommen 20 Minuten im Pokal gegen den 1. FC Heidenheim, in denen er ein wenig Werbung in eigener Sache betreiben konnte. Doch die Verletzung ist passé. Da Costa schaut lieber nach vorne: „Ich glaube schon, dass ich mittlerweile hier angekommen bin und fühle mich körperlich voll auf der Höhe. Mal schauen, wie viele Einsatzminuten ich jetzt in der Rückrunde bekommen werde.“

In dieser wünscht sich da Costa, in erster Linie verletzungsfrei zu bleiben. Ansonsten möchte er sich im Training für weitere Einsätze empfehlen. Wo er dann möglicherweise aufgestellt werden wird, ist dem Abwehrspieler eigentlich egal. Zutrauen würde er sich auch einen Einsatz in der Innenverteidigung oder auf der linken Seite, auf der sein eigentlicher Konkurrent auf rechts, Timothy Chandler, im Spiel gegen Freiburg ausgeholfen hat. Das wisse auch der Coach: „Ich kann das und habe es im Training auch schon das eine oder andere Mal gemacht. In der Innenverteidigung genauso. Der Trainer hat das schon mit auf dem Schirm, aber er sieht mich auf der rechten Seite wahrscheinlich am stärksten.“ Vielleicht darf er das ja schon im am Samstag in Wolfsburg unter Beweis stellen.

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8 Kommentare

  1. Da Costa hat mir bei seinen letzten beiden Einwechslungen gut gefallen und auch Dampf reingebracht. Weiter so. Dann wird es auch irgendwann sicher mit Startelf klappen.

  2. Wenn man bedenkt wie miserabel unser Aufbauspiel größtenteils ist, kann man mit der Ausbeute schon zu frieden sein. Man stelle sich vor wir schlagen auch noch Flanken und Eckbälle direkt auf Haller 😉

    Da Costa ist ein guter Mann für die letzten 20 Minuten, wenn der Gegner teilweise schon konditionell eingeschränkt ist. Für 90 Minute oder gar für die erste Elf reicht es aber lange nicht, da er viel zu unkonstante Leistungen bringt.

  3. Also ich erinnere mich an Spiele, in denen ich mir den da Costa vom Sonnabend schon während der ersten 20 Minuten gewünscht hätte.

  4. Vielen Dank an Eintracht_Adler
    .
    Dank seines Beitrags zu Jesus Vallejo schaue ich nun ständig nach Neuigkeiten, in der Hoffnung, dass es KEIN GERÜCHT war und er zurück zur Eintracht kommt… 🙂

  5. Bevor wieder etwas zu streng über Da Costa geurteilt wird , ich wäre froh über den gleichen Ehrgeiz und über gleiche Alternativen auf unserer linken Abwehrseite !
    Forza SGE !

  6. Also von Statur und Schnelligkeit, könnte ich ihn mir gut als Innenverteidiger vorstellen. Glaube allerdings, dass er auf dem Posten noch zu hibelig ist. Wenn Abraham wieder fit ist, würde ich das mal versuchen, also Abraham als Führungskraft. Für das Spiel gegen Wolfsburg bin ich ja sowieso für Da Costa auf rechts und Timmy auf links dazu Hasebe und Falette und Wolf weiter nach vorne.

  7. Es freut mich, dass Da Costa wieder eine Alternative fuer uns ist. Mit Chandler, Wolf und Da Costa sind wir rechts mehr als gut aufgestellt. Chandler ist zudem ein echter polyvalenter Spieler (Gruss an Lucien Favre) geworden, der links und rechts auf den Aussenbahnen als auch in der Innenverteidigung spielen kann.

    Ich gebe auch Dieter recht, dass es schoen waere, wenn wir auf der linken Seite die gleiche Auswahl haetten. Willems hat Potential, aber Probleme mit der Einstellung (oder Umstellung?), Tawatha fehlt ein wenig die Konstanz.

    Aber insgesamt ist unsere internationale Truppe echt gut.

  8. @ 4 Adlersieg

    Asche auf mein Haupt. Ich bin auch echt stolz auf mich, dass ich in Zeiten, in denen Fakenews in aller Munde sind, selbst einer solchen erlegen bin….^^

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