Ein Abend zum Vergessen? Schön wär es. Was Eintracht Frankfurt bei der 0:6-Klatsche gegen RB Leipzig ablieferte, war nicht weniger als eine Bankrotterklärung. Von der ersten bis zur letzten Minute ließ die SGE nahezu alles vermissen, was es braucht, um in der Bundesliga konkurrenzfähig zu sein. Keine Gegenwehr, keine Leidenschaft, kein Aufbäumen. Stattdessen haarsträubende Fehler, eine völlig überforderte Defensive und eine Mannschaft, die sich ihrem Schicksal erschreckend widerstandslos ergab. Dass man gegen einen starken Gegner verlieren kann, steht außer Frage. Die Art und Weise allerdings, wie sich die Adlerträger in Leipzig abschießen ließen, ist schlichtweg inakzeptabel. Sechs Gegentore, null eigene Treffer und ein Auftritt, der bei Fans und Verantwortlichen gleichermaßen für reichlich Gesprächsstoff gesorgt hat und weiter sorgen wird. Wer das Trikot von Eintracht Frankfurt trägt, muss zumindest den Anspruch haben, sich gegen eine solche Demütigung zu stemmen. Davon war an diesem Abend herzlich wenig zu sehen.
Personell nahm Eintracht-Coach Adi Hütter im Vergleich zum 2:2 gegen Freiburg vor der Länderspielwoche zwei Veränderungen vor: Für Younes Ebnoutalib rückte Nnamdi Collins in die Startelf, während Ansgar Knauff den Platz von Elias Baum übernahm. Gleichzeitig stellte der Österreicher sein System erneut um und setzte wieder auf eine Dreierkette in der Defensive. Die taktischen Anpassungen sollten der Mannschaft mehr Stabilität verleihen, erwiesen sich angesichts des desaströsen Spielverlaufs jedoch als wirkungslos.
An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung gegen RB Leipzig der 13 zensierten Spieler den Wert 4,73. Die Leistungen innerhalb einer Kategorie sind von oben nach unten zu bewerten. Der erste Spieler einer Kategorie hatte das beste Gesamtergebnis, der letzte Spieler das Schlechteste innerhalb der Kategorie.
Die Einzelnoten der über 500 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:
Lilian Brassier, Jonathan Burkardt
Younes Ebnoutalib, Elias Baum, Noah Atubolu, Noel Aseko, Ritsu Doan
Keita Kosugi, Raphael Onyedika, Ansgar Knauff, Can Uzun
Nnamdi Collins, Robin Koch
(Wieder mal eine) Mahnung statt Einzelkritiken:
Es gibt Niederlagen, die passieren. Und es gibt Niederlagen, die so nicht passieren dürfen. Das 0:6 gegen RB Leipzig gehört zweifellos in die zweite Kategorie. Nicht allein wegen der sechs Gegentore, sondern vor allem wegen der Art und Weise, wie sich Eintracht Frankfurt präsentierte. Eine Mannschaft, die eigentlich für Leidenschaft, Zusammenhalt und unbedingten Willen stehen sollte, ließ nahezu all diese Tugenden vermissen. Was blieb, war ein Auftritt, der bei den eigenen Anhängern vor allem eines hinterlassen dürfte: Fassungslosigkeit. Wie schon bei der historischen Klatsche gegen die Sachsen vor einem Jahr verzichten wir auch diesmal auf die gewohnte Einzelkritik.
Natürlich kann man gegen einen spielerisch überlegenen Gegner unter die Räder kommen. Individuelle Fehler passieren, auch einem Torhüter. Doch was nicht passieren darf, ist, dass sich eine Mannschaft ihrem Schicksal nahezu widerstandslos ergibt. Wo war das Aufbäumen? Wo waren die Spieler, die vorangingen, Verantwortung übernahmen und ihre Mitspieler wachrüttelten? Wo war die Bereitschaft, sich in jeden Zweikampf zu werfen, füreinander zu kämpfen und wenigstens mit aller Macht eine noch größere Blamage zu verhindern? Stattdessen wirkten die Spieler über weite Strecken verunsichert, überfordert und erschreckend kraftlos. Ein 0:6 kann man nicht ungeschehen machen. Sehr wohl aber kann man beeinflussen, welche Lehren daraus gezogen werden für die Zukungz. Jetzt sind nicht nur die Trainer, sondern vor allem die Spieler gefordert. Es braucht keine großen Durchhalteparolen, keine leeren Versprechungen und keine beschönigenden Erklärungen. Es braucht eine Reaktion auf dem Platz. Und wenn wir ehrlich sind, ist das ein Zustand, der bereits seit einem Jahr andauert. Zeit, dass sich wirklich irgendwann etwas ändert. Borussia Mönchengladbach ist das mahnende Beispiel.






3 Kommentare
Alle diese Fragen sind berechtigt...
Also wir sind uns ja wahrscheinlich alle einig: kicken können alle!!!
Aber ich habe die Vermutung, dass irgendwas im Busch ist.... Irgendwas muss im Team, im Stuff, im Verein los sein, was zu diesen aktuellen Leistungen führt....
Vielleicht ist es aber "nur" der Umstand, dass das Team jung ist und noch Zeit benötigt. Aber ich gebe zu: die Ungeduld nagt an mir und ich halte das eher für das optimistischere Szenario...
Ich hoffe, dass wir diese Saison irgendwie herum bekommen und in der neuen eine hungrigere Elf auf den Platzbstellen können.... Bis dahin: durchhalten...
Nach so einem Besch... Spiel gebe ich keine Bewertungen der Frust sitzt zu tief
Der Trend ist schon seit 1,5 Jahren rückläufig. Die Probleme sind vielfältig und ziehen sich durch mehrere Ebenen im Verein, inklusive einer falschen Strategie. Die Aufwärtsspirale war viel zu schnell und jetzt bricht alles zusammen. Ich befürchte wir sind am Arsch. Man hat sich zu lange von den Erfolgen der Vergangenheit einnebeln lassen. Im Erfolg macht man die grössten Fehler oder wie heisst das Sprichwort ? Ich hoffe auf irgendeine Reaktion am Freitag.
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