Can Uzun arbeitet weiter an seinem Comeback. Der Offensivspieler, der sich bei der 1:3-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim erneut eine Muskelverletzung im Oberschenkel zuzog, fehlt Eintracht Frankfurt inzwischen seit mehreren Wochen. Seitdem musste die SGE im Offensivspiel auf einen ihrer kreativsten Akteure verzichten. Aktuell arbeitet der 20-Jährige individuell am Comeback, steigert Schritt für Schritt die Belastung und tastet sich zurück ans Mannschaftstraining. Die „FR“ attestierte sogar Rückkehr-Chancen beim so wichtigen Heimspiel gegen die Freiburger, das am Sonntag mit 2:0 gewonnen wurde.
Uzun: „.. das ist einfach nicht gut für meinen Körper“
Für das Spiel um Europa stand der Deutschtürke bekanntermaßen dann nicht zur Verfügung, gab aber bei den Kollegen von „DAZN“ im Vorfeld der Partie einen Einblick über den aktuellen Stand: „Meine Reha läuft super, Schritt für Schritt, ich bin echt im Plan.“ Dass der Offensivspieler nun schon fünf Pflichtspiele verpasste und damit deutlich länger ausfiel als bei seiner Muskelverletzung im letzten November (drei Spiele Ausfallzeit), liegt allerdings auch an dem Fakt, dass er seine Verletzung dieses Mal länger auskurieren wollte: „Ich möchte dieses Mal zu 100 Prozent zurückkommen und nicht immer wieder leichte Schmerzen haben. Auch, wenn ich meinem Team helfen will und immer alles geben will, das ist einfach nicht gut für meinen Körper. Deshalb warten wir jetzt die 100 Prozent ab und dann werde ich wieder voll helfen können.“
Riera? „Ein echt cooler Typ„
Die Worte lassen zumindest erkennen, dass Uzun selbst optimistisch, aber auch reflektiert ist und das Ziel klar vor Augen hat: Schnellstmöglich wieder auf dem Platz zu stehen und der Mannschaft im Saisonendspurt zu helfen, aber kein Gesundheitsrisiko eingehen. Für die Eintracht wäre seine Rückkehr ein wichtiges Signal. Im engen Kampf um die internationalen Plätze zählt jede zusätzliche Option im Kader, vor allem im Offensivbereich. Wann er sein Comeback unter Albert Riera gibt, ist also noch nicht ganz sicher, für seinen neuen Coach fand er aber bereits lobende Worte: „Ich habe bereits mit ihm gesprochen und er ist ein echt cooler Typ. Der Fußball und der Spielstil von ihm passt sehr gut auf mich. Wir möchten wieder mehr den Ball haben und mehr mit dem Ball machen. Ich freue mich wirklich.“ Dass unter Riera wieder eine große Flexibilität gefragt ist, ist unlängst bekannt. Gerade sein bester Kumpel Nathaniel Brown musste das gegen die Freiburger erkennen, als er mit Nnamdi Collins die Seiten tauschte. „Ich spiele da, wo mich der Trainer einsetzt. Ich kann auch auf der falschen Neun spielen, aber hauptsächlich sehe ich mich auf der Zehn“, so Uzun weiter. Spannend also, wie es der Fußballlehrer nach dessen Rückkehr sieht.






16 Kommentare
Glaube, dass Uzun sehr vom Stil von Riera profitieren könnte.
Gegen Freiburg hat man gesehen, dass wir oft um den 16er an den Ball gekommen sind, sich aber Götze und Larsson nicht getraut haben und Brown und Kalimuendo zu zentral abgeschlossen haben.
Aber genau hier liegt die große Stärke von Uzun. Er hat eine herausragende Schussqualität, sowohl, was die Genauigkeit als auch die Geschwindigkeit angeht.
Ich bin wirklich mal gespannt, wie sich unser Spiel noch entwickelt. Die Seitenwechsel von Collins und Brown haben mich noch nicht überzeugt, ich sehe beide eigentlich deutlich stärker auf ihren angestammten Positionen.
Aber ich finde es super, dass sich Riera traut, das einfach mal zu probieren. In der Vergangenheit haben sich oftmals Positionswechsel als absolute Glückstreffer herausgestellt (Kostic als LV, Schienenspieler, Hasebe als Libero).
Und Brown hat bisher eine überragende Lernkurve bewiesen. Wenn ich daran denke, dass er in seinen ersten Spielen defensiv ziemlich schwach war und inzwischen auf LV reihenweise Topspieler aus dem Spiel nimmt, würde es mich nicht wundern, wenn er auch auf RV oder 6/8 nach ein paar Spielen nochmal einen gewaltigen Sprung nach vorne macht.
Schön wen er bald wieder zurück kommt.
Eine Frage wegen Sonntag, wer fand den Seitentausch von Collins und Brown gut und gelungen? (btw sogar Koch und Amenda spielten ja vertauscht) Ich habe meine Zweifel, einen echten Mehrwert konnte ich nicht erkennen, ich finde eigentlich beide auf ihrer angestammten Seite besser und sicherer.
Hat man eigentlich schon mal was davon gehört, wann Ebnoutalib wieder zur Verfügung steht? Die Ausfallzeit war ja ursprünglich auf 4 bis 6 Wochen geschätzt worden, wenn ich mich nicht irre.
Also Koch hat ja neben Tuta immer LIV gespielt und das eigentlich stabiler als jetzt diese Saison auf RIV. Er hat seine besten Spiele für die Eintracht auf der LIV Position gemacht. Die Entscheidung fand ich direkt nachvollziehbar. Tatsächlich habe ich nie verstanden, warum Toppmöller ihn nach dem Abgang von Tuta auf RIV gezogen hat, denn dass er Trapp nicht mehr hinter sich und Tuta nicht mehr neben sich hatte, war auch so schon eine sehr große Umstellung. Tuta ist kein herausragender Spieler, aber ein herausragender MITspieler. Er hat immer sehr auf die Nebenleute geachtet und ist auch oft für die Kollegen gerannt und hat gerettet, wenn mal was schief gelaufen ist. Trapp war natürlich ein abgeklärter Ruhepol.
Amenda hat auch ein richtig gutes Spiel gemacht, insofern kann man das ruhig so lassen. Vielleicht hat er auch bei YB Bern die zwei Meisterschaften und den Pokal auch auf der RIV Position geholt? Das habe ich noch nicht nachvollzogen.
Warum Collins links und Brown rechts gespielt hat, das war mir ganz so klar, vermutlich wollte Riera den Gegner verwirren, indem er das umgestellt hat. Profispieler stellen sich mit Sicherheit genau auf den Gegenspieler ein, wenn sie eine ganze Woche Zeit haben, inklusive Videostudium, starker Fuß, welche Moves er macht etc.. Brown und Collins waren vermutlich schon früher darauf eingestellt, beide hatten starke Momente, Collins macht die Vorlage. Die Verwirrungstaktik scheint also aufgegangen zu sein. Insofern stellt sich die Frage gar nicht, ob sie eigentlich auf der anderen Position stärker sind, das Ziel war es vermutlich, den Gegner aus dem Konzept zu bringen und das hat funktioniert. Ich glaube aber nicht, dass jetzt regelmäßig so gespielt wird.
Eine der angenehmsten Eigenschaften von Riera ist es in meinen Augen, dass er sich nicht in die Karten schauen lässt. Toppmöller hat ja immer seine Taktik vorher bis ins kleinste Detail der Weltöffentlichkeit preis gegeben, das habe ich niemals verstanden. Ist ihm denn nicht klar, dass der Gegner auch Zeitungen liest und YouTube hat? Da kann man doch mal auf die unendliche Neugierde und Sensationsgeilheit der Medien scheißen. Wenn man eine Schlacht gewinnen will, präsentiert man doch nicht erstmal dem gegnerischen Heerführer genauestens seine Strategie. Wenn man also öffentlich sagt, dass der oder jener auf jeden Fall von Anfang an spielt, dann sollte man das gezielt zur Verwirrung einsetzen, aber doch niemals das erzählen, was man wirklich vor hat. Weniger Informationen für den Gegner sind grundsätzlich immer besser, außer es sind gezielte Falschinformationen. Auch ob ein Spieler noch nicht wieder ganz fit ist und deswegen nur eingewechselt wird, das geht doch die Presse nichts an, sonst landet die Info beim Gegner und die können sich das zunutze machen. Ich als Trainer oder Spieler einer Profimannschaft würde definitiv genau darauf achten, wo ein gegnerischer Spieler verletzt war und dann die ganze Zeit diese Seite angreifen, auf dem Fuß an ihm vorbei ziehen und jedes Mal, wenn es im Rahmen des Erlaubten ist oder der Schiri nicht guckt, wieder auf die Stelle treten, das Knie reinrammen, hart grätschen u.ä., um den Gegner zu Fehlern zu zwingen, vielleicht sogar das Wechselkontingent des Gegners aufzubrauchen. Im echten Leben bin ich ein sehr wohlwollender, hilfsbereiter Mensch und absolut fairer Sportsmann, aber wenn es um Millionsummen und den ewigen Ruhm geht, muss man ja wohl alle Register ziehen. Man muss den Gegner dafür ja nicht gleich verkrüppeln, aber selbstverständlich seine Schwächen ausnutzen, das ist das A und O. Vor allem aber muss man vor allem mit der maximalen Raffinesse, aber auch Durchtriebenheit und Fiesheit des Gegners rechnen, dass der solche Lücken ausnutzt. Man muss sich fragen, was das Fieseste, Gemeinste und Unfairste wäre, was der Gegner versuchen könnte und dann die Gelegenheiten dazu minimieren. Wenn ich also eine Schwäche habe, wie ein angeschlagenes Knie, dann sage ich eher "der Spieler ist zu 100% fit", es reicht doch, wenn der Verteidiger selbst und seine Mitspieler davon wissen. Zum Gegner darf diese Info niemals durchdringen. Wenn ich einen klugen, mit allen Wassern gewaschenen Strategen wie Mourinho auswärts schlagen will, dann würde ich sogar erstmal einen Detektiv mit Geheimdienst-Erfahrung durch die Gästekabine schicken, um sie nach Wanzen zu durchsuchen. Mourinho hat sich schon mal im Wäschesack in die Kabine bringen lassen, um die Tribünensperre zu umgehen. Es geht um Abermillionen, da muss man solche Dinge einkalkulieren. So ein bisschen Abhörequipment kostet fast nichts. Wenn es um solche Summen geht, ist das nur naheliegend. Die Vereine stellen ja sogar Lippenleser ein, da ist Abhörtechnik alles andere als unwahrscheinlich. Die Weltgeschichte ist voll von wahren Gegebenheiten, dass nicht der fair Bessere, sondern der Schlitzohrigste gewinnt.
Null Gegentore sagt alles aus. Da juckt keinen, wer wen gut oder schlecht fand.
Collins und Brown spielten die Position des inversen Außenverteidigers.
Solche Verteidiger hat man gern auf dem Platz, wenn die gegnerischen Flügelspieler gern nach innen ziehen (Doan) oder der Gegner das Zentrum überlastet und man mehr Manpower im Zentrum braucht.
Es gibt ja Mannschaften, die spielen mit nem echten Flügelspieler. Nennen wir ihn mal Kostic. Die laufen die Linie lang und es geht dann für den AV darum, diese 'Seite dicht zu bekommen'.
Gegen Freiburg war das nicht gefragt, das hat Riera auf der PK doch gut geklärt.
Er will stets das Zentrum dominieren und will da Überzahl. Von daher spielten die AV invers, also spiegelverkehrt. Sie decken dann zwar auch noch die Seiten ab, aber der Fokus liegt klar auf dem Zentrum. Und da haben sie ihren starken Fuß.
Normalerweise spielen Trainer in nem BL-Spiel mit Spielern auf Positionen, die sie auch gelernt haben.
INSBESONDERE IN DER ABWEHR!
Von daher: der stellt sich nach nem 2:0-Sieg hin und sagt: 'diese Woche haben wirs trainiert'. Die Hälfte der Abwehrspieler spielten nicht auf ihrer angestammten Position.
Das ist schon SEHR mutig!
Und es hat geklappt, am Ende steht ein Sieg und der sogar zu Null.
Von daher war das von allen drei Beteiligten (Collins, Brown, Riera) eine überragende Leistung!
Und nicht nur das. Der Trainer weiß jetzt: das klappt! Von daher hat er zwei Positionen mehr 'geschaffen', die er auskramen kann, wenns nötig ist. Top!
Und nochwas Positives: Collins und Brown lernen auf dieser Position natürlich noch mehr dazu, weil als inverser AV etwas andere Fähigkeiten gefragt sind als beim normalen AV...bspw Übersicht. Das braucht man als AV kaum, doch je mehr man im Zentrum agiert, desto wichtiger wird Übersicht.
Auch das hat Riera in der PK gut erklärt ('I told Brown: 'Look, how many options you have').
Ich würde mal behaupten: In diesem Freiburg-Spiel steckte unglaublich viel Arbeit drin. Der Trainer will nix dem Zufall überlassen und hat auf viele Details geachtet.
Ich kenn das vom BL-Manager zocken:
Man kann mit viel taktischer Arbeit andere Mannschaften richtig abziehen. Und das ist gg Freiburg passiert.
Sei es die Positionierung bei Standards oder die Abdeckung des Spielfelds.
Meist hat man ein System, was die Spieler draufhaben. Doch es ist nicht wirklich ein System, weil sich die Rollen der Spieler je nach Gegner ändern. Wenn der Gegner während des Spiels was anpasst (und damit 'Lücken reißen' will), wird reagiert.
Betrachtet man die letzten Spiele, dann war das lt. Transfermarkt ein 4-3-3 offensiv gg Union, ein 3-4-2-1 gg Gladbach und ein 4-1-4-1 gg Bayern und Freiburg. Wobei es innerhalb des 4-1-4-1 ja ne sehr unterschiedliche Rollenverteilung gab, was man gut an Brown/Collins sah.
Riera sagte mal in Frankreich: ich habe nicht ein System, sondern Hundert oder so ähnlich.
Ich schließe daraus, dass er unglaublich viel arbeitet.
Nach dem Freiburg-Spiel wird die ganze Aufstellung und Vorbereitung (mehr oder weniger) in den Müll geworfen.
Ab Montag geht's um Pauli. Dann schaut er sich Pauli an und entscheidet dann, ob er mit drei IV, inversen AV, drei Stürmern .. oder wie auch immer spielt. Halt je nach Verfügbarkeit und den Eigenschaften unserer Spieler, auch klar. Und je nachdem, wem er was zutraut.
Brown spielte diese Position gut, weil er alle Skills hat, die in diesem Spiel gg diesen Gegner für diese Position nötig sind.
Das ist krass viel Arbeit, viel Detailtreue. Und Mut.
Während der Dino-Zeit schrieb ich mal: 'Kader schlecht? Ich weiß nicht! Mich würd interessieren, was ein anderer Trainer aus diesem Kader rausholt.'
Und es ist doch megageil, sich Woche für Woche überraschen zu lassen, wie wir spielen, wer spielt etc als ständig das Gleiche geboten zu bekommen.
Ich finde, Riera macht bisher nen überragenden Job!!!
Nehmen wir den Ballbesitz:
SGE-BVB 40:60 (Dino)
VfB-SGE 58:42 (Dino)
Bremen-SGE 60:40 (Dino)
SGE-Hoffenheim 47:53 (Schmitt)
SGE-L'kusen 42:58 (Schmitt)
Union-SGE 27:73 (Riera) !!!!!
SGE-Gladbach 44:56 (Riera)
FCB-SGE 51:49 (Riera) !!!!!
SGE-Freiburg 63:37 (Riera)
Sprich: bis Riera kam, hatten wir dieses Jahr in JEDEM Spiel weniger Ballbesitz.
Und jetzt steht da bei Bayern, die nen ligaweiten Schnitt von 67% Ballbesitz haben, bei nem Auswärtsspiel 49%.
Und: wir dürfen nicht vergessen, wer da alles verletzt/krank fehlte.
Nur mal so im Vergleich: Dortmund hatte im eigenen Stadion 33% Ballbesitz gg Bayern.
Sprich: wir entscheiden, ob wir den Ball haben (Freiburg, Union) oder nicht (Gladbach, Bayern HZ1). Je nach Spielsituation.
Und das ist für mich der größte Unterschied. Zuvor war ja klar, dass wir weniger den Ball haben werden, auch in Bremen. Und dann wirds taktisch limitierter und für uns: langweilig!
Riera macht richtig Spaß bisher und: das wird auch in Zukunft funktionieren, egal wer sich verletzt.
Ich frag mich schon gar nicht mehr, ob das langfristig funktioniert. Ich weiß, dass es langfristig funktioniert, wenn er weiter mit dieser Akribie und diesem Mut arbeitet.
Und dann ist er, ähnlich wie Alonso, bald nicht mehr da. Doch das ist irgendwann und JETZT wirds bei der SGE erstmal richtig erfolgreich. Mark my words.
Die Taktik und die Aufstellung zu verheimlichen, da steh Ich voll dahinter.
Die Anderen Aussagen sind "grenzwertig" oder komplett am Ziel vorbeigeschossen.
Es geht hier um sportlichen Wettkampf.
Nicht um geheime Kommando Unternehmen.
Ja, es geht um viel Geld.
Und auf dem Platz soll gekämpft und geackert, und beackert werden.
Aber innerhalb der Regeln und der anerkannten moralischen Prinzipien.
Uzun bitte diesmal nicht zu früh einsetzen. Diese halb auskurierten Verletzungen sind echt ein Kreuz, das hat gefühlt bei allen zu erneuten Verletzungen geführt. Deshalb lieber noch 1-2 Wochen warten.
Uzun sagt das ja auch selber. Hier fände ich die Dynamik zwischen medizinischer Abteilung und Trainerteam spannend (können Journalisten und erst recht Foristen nicht rausfinden). Eine Erklärung für unsere Verletztenmisere (abzüglich Unfällen wie Kalis Schulter und Kaua am WE) wäre ein zu früher Einsatz durch das Trainerteam, obwohl die medizinische Abteilung widerspricht. Wie gesagt, habe ich keine Ahnung; wir können das im weiteren Saisonverlauf beobachten.
Mal abgesehen davon, dass Riera schon früher auffällig viel mit inversen AV hat spielen lassen, macht das bei unseren Zielspielern Burkhard, Kali und Can und deren Laufwegen ja auch noch dazu extrem viel Sinn. Matanovic zb braucht da eher andere Bälle.
Guter Beitrag - Du zeigst schön und ausführlich auf, wie viel sich im Detail schon in so kurzer Zeit erfolgreich geändert hat.
Brown hat schon früher gezeigt, dass gerade der Zug ins Zentrum eine seiner großen Stärken ist. Würde mich nicht wundern, wenn er statt AV auch mal ein herausragender 6er würde. Sein und Kimmichs Problem - gute AV sind gesuchter!
Ich versuche mich hier mal als Analytiker 🤓. Ich denke Ballbesitz ist nur begrenzt aussagefähig. Wichtiger ist mE, wo du den Ballbesitz hast. Idealerweise hast du ihn, wie die spanische Nationalmannschaft zu Zeiten von Riera, Xavi, Iniesta… , an Gegners Strafraumgrenze. Zu DTs Zeiten hatten wir den Anti Tiki-Taka Stil, d.h. unser Ballbesitz war zum Großteil vor unserem eigenen Strafraum. Das hat nicht nur unsere Abwehr in permanenten Stress versetzt, sondern war bekanntermaßen auch sehr riskant bei Ballverlust. Ich habe die Spiele unter Riera nur phasenweise verfolgt, habe aber den Eindruck, dass unser jetziger Ballbesitz sich nicht mehr so sehr vor der eigenen Hütte abspielt. Vielleicht kann hier mal jemand seine Expertise abgegeben, der die Spiele allesamt verfolgt hat.
Toppi hatte sich da Mal ungewöhnlich rüde in zwei PKs zu geäußert und ua ausdrücklich die Muskelverletzungen den Fitnestrainern bzw Medizinischen Abteilung angelastet. Wer da die Verantwortung trägt. Schwer zu sagen?!
Sorry, sollte eine Antwort auf #8 werden.
Respekt, selten so einen inhaltlich qualitativ hochwertigen Beitrag in einem Forum gesehen. Hat vom ersten bis zum letzten Satz Freude bereitet, deinen Beitrag zu lesen.
Sehr analytisch betrachtet und bringt dem ein oder anderen, der vielleicht nicht unbedingt ein Taktikfuchs oder selber Spieler/Trainer war/ist, einige neue Infos und Erkenntnisse!
Ich sage ja nicht, dass wir in der Gästekabine Mikrofone verstecken sollten, das hat Riera nicht nötig. Nur muss man mit der maximalen Fiesheit der anderen Akteure rechnen, sonst läuft man ins Messer. Wir leben leider nicht in einer Welt, in der immer der Fairste gewinnt. Ich bin mir sogar sicher, dass erfolgsverliebte Spieler wie die der Bayern oder Real jedem leicht angeschlagenen Spieler bei der ersten Ecke mindestens einmal direkt auf den Fuß treten und sowas vorher teils auch unter vorgehaltener Hand besprechen, wer wen in die Zwinge nimmt. Nichts ist taktisch wertvoller in einem Entscheidungsspiel, als wenn einem gegnerischen Spieler gleich ein Bein zwickt und an der Stelle das gesamte restliche Spiel eine Lücke ist. Gut finde ich das nicht, aber wenn man die Augen davor verschließt, dann wird man gegen solche Mannschaften nichts holen(siehe CL-Finale Liverpool vs. Ramos, der den Torwart Karius mit einem gezielten Ellbogenstoß im Fallen den Kopf und dazu dem besten Stürmer Salah durch einen griechisch-römischen Ringergriff die Schulter zermatscht hat, 2 Fraggs, nur eine gelbe Karte, Masterclass Verteidiger, das hat er sich extra fürs Finale aufgehoben). Oli Kahn war es auch scheißegal, ob da einer unbedingt seine vorher noch hübsche Fresse dahinter halten will, wenn er den Ball mit einem eingesprungenen Sho-Ryu-Ken-Uppercut aus dem Strafraum befördert. Diese Giftigkeit, den Gegner vor allem emotional zerstören zu wollen, die fehlt Santos noch. Bill Russell, der beste Basketball-Defense-Spieler aller Zeiten, der 9 Ringe mit den Celtics geholt hat(3 mehr als Jordan), sagt in der Doku über sein Leben und seine Erfolge zwei wichtige Herangehensweisen, die zum Erfolg führen:
- jeden Mitspieler um sich herum besser machen
- den Gegner emotional zerstören, so dass er gar nicht mehr daran glaubt, es schaffen zu können
Das Letztere hat Toppmöller in meinen Augen nicht verstanden, da ist er zu konservativ und zu lieb dafür. Ein bisschen wie SPD-Mann Müntefering, der nach der Verhandlung mit Arbeitgebern gesagt hat, dass er auf die "Selbstzusagen der Wirtschaft" baut, anstatt klare gesetzliche Regeln zu schaffen, an die sich alle zu halten haben. 😂😂🤣🤣🤣😂😂 Da haben sie die Arbeiter verloren, das war der Anfang vom Untergang der SPD.
Und wenn man selbst die Schwächen des Gegners nicht eiskalt ausnutzt und ihn stattdessen seine Stärken ausspielen lässt, dann ist man verloren. Bayern hat besonders diese Saison auch absolut herausragende Soft-Skills, ganz ohne Foul: Gefühlt jedes zweite Tor fällt dadurch, dass sie im im Abseits rumstehen und es dann wieder aufheben. Das ist immer das gleiche Schema und dann wundert man sich wieder, wie Kane so frei stehen konnte, dabei nutzen sie das Regelwerk nur bis zum Äußersten aus, im Videospiel nennt man das einen "Exploit", das ist völlig legal. Noch besser sind die im Fouls ziehen, ich hab oft den den Eindruck, sie lassen den Gegner im Strafraum gezielt gefährlich nah ran kommen und wenn der dann den Ball wegkicken will, halten sie einfach schnell den Fuß dazwischen, eindeutiger Elfmeter, Tor. Man muss sich in den Bösewicht hinein versetzen können, erst wenn man dieses Muster und die eindeutige Absicht dahinter erkannt hat, dann kann man den eigenen taktischen Fehler erkennen und es nächstes Mal nicht dazu kommen lassen. Große, insbesondere sicherheitsrelevante Unternehmen weltweit engagieren extra Leute, die Sicherheitslücken aufdecken, sich mit einem gefälschten Ausweis Informationen beschaffen etc., es gibt Spezialisten für sowas, die den ganzen Tag nichts anderes machen. Ich hoffe, die Tiki-Taka-Bros Riera, Guardiola und Arteta machen das untereinander, "wenn du als Trainer gegen mich spielen würdest, wie würdest du mich knacken?"...
Dankeschön :)
Freut mich!
Uups, Bill Russell hat 11 Titel geholt, nicht 9, also insgesamt 5 mehr als Jordan
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