Marco Pezzaiuoli ist seit gut einem Jahr die Schnittstelle zwischen Profis und Jugend bei der Eintracht.

Gut ein Jahr ist Marco Pezzaiuoli bei Eintracht Frankfurt „Technischer Direktor NLZ & Profis“ und somit das Bindeglied zwischen der Fußball AG und dem Nachwuchs. So manch einer hat sich zwischenzeitlich gefragt, was der 50-Jährige seitdem eigentlich genau macht. Der gebürtige Mannheimer lieferte nun Antworten, sprach über die Wiedereinführung der U23, in Frankfurt ein heikles Thema, und seine Visionen für die Zukunft.

Pezzaiuoli erklärt seine Aufgaben – Trainer im Jugendbereich unter Druck

Es sei an dieser Stelle gesagt, dass sich SGE4EVER.de ebenfalls seit gut einem halben Jahr um ein Interview mit dem mittlerweile gar nicht mehr so neuem Mann bei den Hessen bemüht hatte. Ohne jeglichen (Teil-)erfolg. So weit, so gut. Pezzaiuoli äußerte sich nun im Gespräch mit „hessenschau.de“ dafür umso ausführlicher und beschreibt dort auch die Aufgaben des eigens für ihn neu eingeführten Postens als Technischer Direktor. „Im Endeffekt sind es mehrere Aufgabenfelder. Da ist der Übergangsbereich, also die Betreuung der U19-Spieler, die am Profitraining teilnehmen. Elementar ist aber auch die sportliche Konzeption im Nachwuchsbereich. Die Verbesserung des Scouting und die Verpflichtung und Förderung von Talenten, die es in den Profibereich schaffen können.“ Zum Großteil alles Thematiken, die langfristig angelegt sind. Kurzfristige Abhilfe konnte Pezzaiuoli auf den ersten Blick noch nicht wirklich schaffen. Die A-Jugend der Frankfurter dümpelt im Niemalsland der Süd/Südwest-Staffel herum, ist mit 16 Punkten aus 14 Spielen dem Abstieg deutlich näher als dem Titelgewinn. Die U17 ist dahingehend schon etwas weiter, muss tabellarisch in selbiger Staffel nur den Bayern, Mainz, Hoffenheim und Stuttgart den Vortritt lassen und rangiert immerhin auf dem fünften Platz. Dass die Trainer durch fehlende Ergebnisse schnell in der Kritik stehen, sieht Pezzaiuoli gerade im Jugendbereich kritisch: „Die Trainer haben einen enormen Leistungsdruck. Für den Außenstehenden ist nur die Tabelle ausschlaggebend. Dadurch findet in vielen Phasen keine Individualisierung und Förderung statt, weil die Trainer nur von Woche zu Woche planen.“

Stellschrauben U11 bis U14 

Ziel sei es, den Jugendbereich von unten aufwärts zu reformieren. Das dauert aber. Gerade in den jüngeren Jahrgängen seien oft ehrenamtliche Trainer tätig. „Sie werden nicht optimal ausgebildet. Dadurch findet schon früh Erwachsenenfußball statt und durch die großen Spielfelder wird dieser auch bewusst kopiert.“ Dort setze man an. „Nach meinem ersten Monat habe ich annonciert, dass wir an Stellschrauben im unteren Bereich von der U11 bis zur U14 drehen müssen. Wir haben Trainingsschwerpunkte gesetzt und Athletikkonzepte mit den Trainern entwickelt.“ In den Jahrgängen U10 bis U14 habe man den Schwerpunkt schon konkret auf Eins-gegen-Eins-Situationen gelegt, das Spielfeld minimiert. Fast alle 14 Tage gebe es zudem Trainerfortbildung und mit den Trainern der U15 bis U19 sitze man einmal wöchentlich zusammen, arbeitet vorgegebene Themen heraus. „So entwickeln wir das Niveau und Know-how der Trainer, die dann Spieler optimal fördern können.“

Talente sollen wieder Alternativen werden – Barcelona und Ajax als Vorbild

Doch ein großer Kritikpunkt ist und bleibt wohl die Durchlässigkeit zu den Profis. Der letzte Jugendspieler, der den Sprung geschafft hat: Aymen Barkok. Aktuell stehen mit Tobias Stirl, Noel Knothe, Micha Häuser, Sahverdi Cetin und Patrice Kabuya zwar auch vier U19-Spieler im Profikader, diese sind aber noch weit davon entfernt, ernsthafte Kandidaten für die erste Mannschaft zu sein. Vielmehr wurde mit ihnen die Local Player-Regelung erfüllt. Pezzaiuoli aber sieht die Situation nicht ganz so kritisch wie das Frankfurter Umfeld: „Das sehe ich differenzierter. Es spricht für die Eintracht, dass ein Aymen Barkok in seinem ersten Jahr 15 Einsätze hatte.“ Nachhaltig durchsetzen konnte auch er sich nicht. Im Anschluss zählt er Luca Waldschmidt, Marc-Oliver Kempf und Emre Can auf. Wohlwissend, dass letzterer bereits 25 Jahre alt ist und bereits mit 15 zum FC Bayern wechselte. Ziel solle es natürlich sein, langfristig auch wieder Talente hervorzubringen und diese an den Verein zu binden: „Wir wollen mittel- und langfristig jedes Jahr Spieler an den Profikader heranführen. Unser Ziel muss ein Modell Ajax Amsterdam oder FC Barcelona sein. Da sind Veränderungen nötig – auch in der Trainerausbildung.“

Verzahnung von U17, U19 und Profibereich sinnvoll 

Aymen Barkok (derzeit ausgeliehen an Fortuna Düsseldorf) war der letzte Spieler, der den Sprung aus dem eigenen Nachwuchs zu den Profis meistern konnte.

Aber nicht nur da. Pezzaiuoli bringt auch weitere Vorschläge in die Debatte ein. Zum einen müsse man langfristig darüber nachdenken, den Profibereich und die Jugend noch mehr miteinander zu verzahnen. Eine Auslagerung der U17 und U19 zu den Profis sei vorteilhaft. „Wenn man weitsichtig schauen will, sollte man darüber nachdenken. Die große Frage wird sein: Ist der Platz vorhanden? Generell wäre das eine gute Lösung“, findet der ehemalige Nachwuchstrainer, der an dieser Stelle die Zusammenarbeit mit Fredi Bobic lobte. Denkbar wäre auch ein Gladbacher Modell, bei dem Jugendliche und Profis noch mehr Berührungspunkte haben, unter anderem auch gemeinsam essen. „Das muss unser Ziel sein. Die Talente sehen ihre Vorbilder tagtäglich. Das Bestreben, berufen werden zu wollen, ist dann einfach nahe, die Identifikation mit der ersten Mannschaft noch intensiver.“ 

Klare Worte: „Ich sehe den deutschen Fußball in der Verantwortung“ 

Doch selbst wenn die Jugendlichen das Zeug zum Profi haben, werden sie es noch längst nicht. Der Bundesligafußball ist selten geduldig, Zeit und Mut zum Experimentieren ist selten. Doch gerade die jungen Spieler brauchen Spielpraxis unter Wettkampfbedingungen. Schon vor geraumer Zeit hatte Pezzaiuoli in diesem Kontext eine U21-Liga angeregt. „Es wäre denkbar, die U19 auf eine U20 oder U21 zu erhöhen. So können die Spieler noch länger bei den Profivereinen bleiben. Die Bundesligisten müssten verpflichtet werden, eine zweite Mannschaft oder ein U21-Team zu stellen.“ Er sehe die Bundesliga in der Verantwortung. Wenn 12-, 13-Jährige von weither verpflichtet, aus ihrem Umfeld gerissen werden „und am Ende des Tages werden davon ein bis zwei übernommen und für die anderen 20 heißt es: Nach mir die Sintflut. Da sehe ich den deutschen Fußball in der Verantwortung.“ Die Idee U21-Liga rechnet er für die Eintracht mal schnell durch: „Wir haben vielleicht pro Jahrgang drei bis vier Spieler mit Potenzial nach ganz oben. Für die Jugendlichen gäbe es dann die Möglichkeit, für die U21 zu spielen. Wenn wir dann drei Jahrgänge mit jeweils fünf bis sechs Spielern hätten, die es bei den Profis schaffen könnten, hätten wir einen Fundus von insgesamt 15 Spielern. Das wäre sehr ordentlich.“

Pezzaiuoli will U23 zurück – Kooperationen gestalten sich schwierig

Ein solches Projekt beträfe aber nicht nur Eintracht Frankfurt, sondern die ganze Fußball-Bundesliga. Deutlich einfacher und kurzfristiger umzusetzen wäre die Wiedereinführung einer U23-Mannschaft bei den Hessen. Ein ziemlich konkretes Thema, wie Pezzaiuoli zugibt: „Wir sind im engen Austausch mit Fredi Bobic und wir sollten hier kurzfristig über eine Wiedereinführung nachdenken. Auch wenn das Team dann in der Verbandsliga spielen müsste, hätten die Talente die Möglichkeit, Spielpraxis zu sammeln. Gerade im Alter von 17 bis 21 Jahren ist das essenziell.“ Die Rückkehr zur U23 wäre aber auch eine Kostenfrage, wie er zugibt. „Wir haben im Jugendbereich den niedrigsten Etat aller Bundesligisten. Wichtig ist, dass diese Zufuhr in die richtigen Bahnen läuft“, weiß er, dass das Geld sehr sinnvoll eingesetzt werden muss.

Eine Kooperation mit einem niedrigklassigen Verein, wie die Eintracht sie derzeit mit Hessen Dreieich führt, sei hingegen nur sinnvoll, wenn der Einfluss der eigenen Philosophie größer sei: „Ein U19-Spieler hat Sportpsychologie, Krafttraining, ärztliche Behandlung und acht Trainingseinheiten in der Woche. Können das Viertligisten überhaupt leisten? Wir müssten Trainer, den Co-Trainer und die medizinische Abteilung mit einsetzen dürfen. Sie müssen nach unserer Philosophie arbeiten. Dann hätte das ein Fundament.“ Ein Trainer müsse dort auch unter sportlichem Druck befreit arbeiten können und den Blick für Talente haben und den Mut haben, diese auch in sportlich kritischen Situationen einzusetzen. Ein schwieriges Unterfangen. Pezziaouli träumt langfristig in jedem Fall davon, regelmäßig Talente bei den Profis spielen zu sehen. Obgleich ihn auch schon weniger glücklich machen würde: „Ich wäre zufrieden, wenn ich auf jedem Platz sehe, dass nach dem Konzept gearbeitet wird und dass die Kinder Spaß und Freude haben und die Prinzipien, die wir haben wollen, umgesetzt werden. Natürlich wäre es ein großer Erfolg, wenn wir es kurzfristig schaffen, Spieler an den Profikader heranzuführen.“ Nils Stendera ist Frankfurts nächster Versuch. Dabei soll es aber nicht bleiben.

Haller
Jovic
Gacinovic
Hasebe
Stendera
Fernandes
Willems
da Costa
Abraham
648
N'Dicka
151
Trapp


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34 Kommentare

  1. Ja, es wäre ein großer Erfolg, wenn wir es kurzfristig schaffen, Spieler an den Profikader heranzuführen. Wenn man nicht aufs Geld schauen müsste, könnte man sich einen kostspieligen Unterbau a la FCB gönnen. Egal mit welchem Konzept wir daher kommen, es wird sich nicht viel ändern. Talente, die wirklich den Sprung schaffen könnten, werden doch eh von den „Predatoren“ sehr früh abgegriffen. Von daher scheint mir der Bobic-Ben Manga-Weg der bessere. Das NLZ kommt mir gefühlt wie Alibi oder Feigenblatt vor. Kann man so lassen. Klingt hilflos. Weiß ich.

  2. Ich frage mich gerade warum wir, bei sämtlichen erreichten Superlativen in finanzieller Hinsicht, einem platzendem Festgeldkonto und Sponsoren, die uns offensichtlich die Tür einrennen…., warum wir den niedrigsten Etat im Jugendbereich haben ? Seltsam ! Allerdings bin ich mir auch nicht sicher, ob man das Thema generalstabsmäßig abarbeiten muß. Eine gute Jugendarbeit ist sicherlich wichtig, allerdings bekommst Du auch da schon jeden richtig(!) guten Nachwuchsspieler rausgekauft. Das ist stellenweise nicht so nachhaltig wie man schlechthin denkt. Ich fände es toll, wenn mal wieder einer den Sprung zum Stammspieler schafft, aber da bin ich nicht sonderlich optimistisch. Wir versuchen ja ähnlich zu operieren. Gute Nachwuchsleute mit Potential von anderen Vereinen zu verpflichten. Unsere Scouts sind da ständig auf Achse. Bin da sehr zwiegespalten …

  3. @Hooliganverachter: Es ist nicht böse gemeint, aber der Satz: „Egal mit welchem Konzept wir daher kommen, es wird sich nicht viel ändern. Talente, die wirklich den Sprung schaffen könnten, werden doch eh von den „Predatoren“ sehr früh abgegriffen“ hat auch mit dazu geführt, dass du eben Toptalente verloren hast. Ich war mit Eltern von Jugendspielern, die gerade in der U19 spielen und auch dort Nationalspieler sind, im Austausch und die haben mir genau erklärt, warum ihr Kind nicht an den Riederwald gewechselt ist. Gründe: kein schulisches Konzept, ein schlecht vorbereiteter Jugendkoordinator (bei der Frage nach Schwächen, nannte er etwa: wir müssen den linken Fuß schulen und damit für Beifüßigkeit sorgen – der Spieler ist aber Linksfuß) und zudem eben die schlechte Anbindung zum Riederwald. Wenn du dann noch das Gefühl hast, dass du als bester Spieler eines Jahrgangs nicht ausreichend individuell gefördert wirst, dann ziehst du halt Konsequenzen und wechselst.

    Natürlich gibt es die „Geldgeier“ a la Dadashov – das will ich gar nicht bezweifeln. Aber wenn du als Verein ein klares Konzept hast (gute Inhalte in der Jugendausbildung, Durchlässigkeit und Nähe zu den Profis) dann bleibt dir auch mal ein „Topspieler“ länger erhalten. Ich war gestern auf einer sehr interessanten Veranstaltung beim FSV Mainz, wo darüber gesprochen wurde. Ridle Baku, der zu den herausragenden Talenten dort zählt und viele Angebote im Jugendbereich hatte, sagte: „Im jungen Alter wollen wir einfach Fußball spielen und sonst nichts!“ Wenn dann noch das Umfeld stimmt – und nicht alle haben falsche Freunde und geldgierige Eltern/Berater – dann sind die Spieler nicht so einfach weg.

    Pezzaiuoli wirkte im Interview so, als würde er dies genauso sehen. Klar ist: das ist nichts, was in 1-2 Jahren Hoppla-Hopp Früchte trägt. Ich würde sagen: wenn die Umstellungen im Bereich U10 – U14 fruchten, das Scouting auch in diesem Bereich perfektioniert wird und die Trainerausbildung funktioniert, könnten in Richtung 2023-2025 Veränderungen sichtbar sein, die dann auch dem etwas oberflächlicherem Betrachter des Jugendfußballs auffallen. Ich bin sehr gespannt!

    @muc_adler: Und wenn es dem Klub wirklich wichtig ist, dann muss auch da in den nächsten Jahren mehr Geld reinkommen. Denke, das passiert dann, wenn die Geschäftsstelle fertig ist und die AG versuchen wird, U17 und U19 (vllt dann auch U21/U23) mit an sich zu reißen.

  4. @Hooliganverachter
    „Klingt hilflos.“
    Aber so was von.
    Wenn von „Visionen“ die Rede sein soll, dann wird aber nur in verzagten Konjunktiven gesprochen, zeugt das nicht von besonders großem Aufbruchsgeist. Es ist kein Geheimnis, dass unsere Nachwuchsabteilung alles andere als ein Aushängeschild ist. Aber dass in den zweieinhalb Bobic-Jahren und einem Jahr Pezzaiuoli kaum etwas grundlegend vorwärts gekommen ist, das ernüchtert schon.

  5. Welchen Anreiz gab es denn in den letzten Jahren für ein großes
    Talent im Jugendbereich zur Eintracht zu gehen?
    Ich behaupte keinen einzigen.
    Besondere Ausstattung – nein. Bekannte und erfolgreiche Jugendtrainer-
    Fehlanzeige. Systematische Begleitung bis in die Profikarriere- nein.
    Enge Verzahnung mit den Profis – das Gegenteil ist der Fall. Das NLZ
    gehört zum e.V, das Sagen hat Herr Fischer.
    Titelchancen im Jugendfußball – utopisch.
    Alles durch und durch provinziell und irgendwie zweitklassig.
    Bei den Profis hat das Team Bobic in kürzester Zeit einen totalen Wandel
    in Image und Bekanntheit geschafft. Eintracht ist erfolgreich, sexy, modern.
    Es macht Spaß in diesem Team zu spielen und es ist ein inzwischen
    anerkanntes Sprungbrett für die ganz große Karriere.
    Davon ist unser NLZ leider meilenweit entfernt.

  6. @5

    Stimme Dir da zu 100% zu. Ich kann nur hoffen, dass das Konzept (gerade mit der U23) bei Fredi Zustimmung findet. Pezzaiuoli ist verpflichtet worden, um die bestehende Nachwuchsabteilung zu analysieren und Konzepte auszuarbeiten, wie wir uns weiterentwickeln können & müssen.

    Durch die steigenden Marktwerte von Spielern (auch Deutschen) müssen wir auf den Nachwuchs setzen. Das geht nicht von heute auf morgen.

  7. @zizou: Könntest du denn vielleicht mal sagen, was genau er im Jugendbereich mit schmalem Budget unter Vorherrschaft des e.V. innerhalb eines Jahres hätte anstoßen sollen? Alleine, dass es jetzt endlich so etwas wie eine Trainerschulung gibt, die Inhalte für die jungen Jahrgänge umgestellt wurden (kleine Teams, viele Ballkontakte, Eins-gegen-Eins-Situationen suchen) und der Druck darauf, U19/U17 nach dem Neubau der Geschäftsstelle viel näher an die AG heranzuführen, sind für einen Jugendbereich „Meilensteine“. Zudem wurden auch schon von ihm 1-2 hoffnungsvolle Talente geholt (vor allem Makanda von Nürnberg galt als „Coup“ – auch wenn er noch nicht eingeschlagen hat). Aber mal zum Vergleich: Mainz plant für sein gesamtes NLZ (samt U23) mit einem Etat von 3,5 – 3,8 Millionen Euro – das sind Zahlen (ich habe den aktuellen Report leider nicht mehr), von denen der Eintracht-Jugendbereich noch träumen kann. Mit der schönen Stadt Frankfurt lockt man eben keine Talente an den Main. Aber hier ist offenbar – da bleibe ich extra im Bereich der Spekulation – noch viel Luft nach oben in der Verbindung e.V. + AG. Und wenn so etwas an Verträge gekoppelt ist, dann kann auch Fredi Bobic nicht Hand auflegen und damit für Verbesserung sorgen. Es ist doch bezeichnend, dass er mal sinngemäß sagte: Da kommt ein Jugendspieler und kurze Zeit später ist er schon saft- und kraftlos. Veränderrungen und Prozesse im Jugendbereich dauern leider länger an, dort Steine rumzudrehen ist aus vielerlei Hinsichten deutlich komplizierter als bei den Profis!

    Die SGE hat ja gerade mal Platz für 13 (!) Jugendliche am Riederwald. Ein Witz!!! Spieler aus Kassel, Baunatal etc. könnten ja nie zu uns wechseln, außer sie sind schon früh als absolute Toptalente erkennbar. Entweder du bist also schon mit 15/16 als Megatoptalent ausgeschaut oder du musst halt gucken, wie du pendelst: viel Spaß bei Distanzen von einfach 200 – 250 Kilometer.

  8. @2 muc_adler:

    „Ich frage mich gerade warum wir, bei sämtlichen erreichten Superlativen in finanzieller Hinsicht, einem platzendem Festgeldkonto und Sponsoren, die uns offensichtlich die Tür einrennen…., warum wir den niedrigsten Etat im Jugendbereich haben ? Seltsam !“

    Das Problem ist, dass all diese Superlative von der AG aufgestellt werden, die Jugendabteilung aber zum e.V. gehört. Die Verträge zwischen den beiden Akteuren sind (m.W.) sehr kompliziert, das Ergebnis ist aber wohl vereinfacht gesagt: die Mittel, die die AG vertraglich bereitstellen muss, sind zu gering. Die AG will aber nur mehr Geld geben, wenn der Einfluss steigt (am liebsten U19 und U17 in die AG ausgliedern), was der Verein aber bisher abgelehnt hat. Nach meiner Einschätzung wäre es sinnvoll, hier die Strukturen zu ändern, aber dann müsste wahrscheinlich der gesamte Vertrag neu aufgerollt werden. Und dann stünde die AG natürlich in der Pflicht, entsprechend die Geldmittel aufzustocken.

  9. Im Endeffekt sagt ja Pezz. das es ein Fehler war die U23 abzumelden. Jetzt müssten wir in der Verbandsliga wohl anfangen. Ich halte es für ein Fehler die Rolle rückwärts bei der U23 zu versuchen. Es wurde auch eindeutig vom Verein das Signal ausgesendet, dass man lieber auf externe junge Talente im In-und Ausland setzt. War ja auch teilweise sehr erfolgreich (Wolf, Jovic). Deswegen akzeptiere ich auch diese Philosophie. Dann muss man dies auch ehrlich kommunizieren aber. Es dauert zig Jahre bis die U23 mal wieder Früchte trägt.Deswegen fragwürdig. Für mich sollte man vor allem die U19 stärken und für die Jungs einen Partner an Land ziehen der unsere Ideen auch mitträgt. Das fordert Pezz. ja auch zurecht. Man sollte nur aufpassen, das man nicht den Jungen das Gefühl gibt nur Quotendeutsche ( ist leider so) zu sein und kaum Chancen auf einen Einsatz zu haben. Deswegen Kader verkleinern, viele aus der zweiten Reihe aussortieren und Geld in die U19 ( und auch davor) stecken und den Talenten auch ab und zu mal etwas Einsatzzeit zu geben. Dazu weniger, aber vielleicht teurere Talente von außerhalb holen, wie man es mit N,Dicka und Torro schon erfolgreich gemacht hat, im Gegensatz zu den eher nicht so erfolgreichen Leihen diese Saison.So könnte man beiden Seiten gerecht werden und trotzdem unsere Philosophie weiterfahren.

  10. Die Frage ist doch nur: welches Talent hat es aus der U19 nicht in den Profikader geschafft, aber über den Umweg der U23?

    Die Meinung im Verein ist doch lediglich, dass die guten es direkt schaffen, der Rest eine teure „Restemannschaft“ ist.

    Der einzige Faktor ist die Spielpraxis für verletzte Spieler, aber gerade mal beim FC Bayern II reingeschaut, in den letzten 10 Spielen hat kein „gestandener“ Profi da gespielt. (Soll jetzt kein Maßstab sein)

  11. @king8: Man darf auch nicht die „alte“ u23 als Maßstab nehmen. Freiburg und Mainz müssen hier die Vorbilder sein. Dabei sind gestandene Akteure wie Banovic oder „Lumpi“ Lambertz, vllt bald Bungert bei Mainz wichtig in einer u23. Sie geben Tipps, agieren und führen als „Trainer“ auf dem Platz. Davon profitieren die Jungs und in Partien in Offenbacv, Saarbrücken oder Mannheim holen sie sich erste Erfahrung gegen etwas „lautstärkere“ Fans – das hat dann ein Stück weit Drittliganiveau. Nehmen wir mal Waldschmidt oder Kempf: hätten wir damals eine so funktionierende, durchlässig und nah an die Profis mit Eliteförderung konzeptionierte U23 gehabt, wären sie nicht weg. Aber so eine Resterampe wie 14/15 – perspektivlos, unattraktiv und im Gesamtklub ignoriert – war einfach kein Proargument, bzw bei Luca dann schon aufgelöst!

  12. Die Idee mit einer U21 oder gleich einer U23 Liga von Bundesligisten fände ich gar nicht so verkehrt. Ich diese Jugend-Champions-League auch ganz cool.
    Insgesamt ist es aber trotzdem beschämend. Die U23 abmelden und den niedrigsten Etat für Jugendspieler bereit zu stellen. Theoretisch kann man auf alles unterhalb der U15 verzichten – kein Spieler wird es von der F-Jugend bis in die erste Mannschaft schaffen und wenn doch, dann nicht weil er in der E-Jugend so ein spezielles Training erfahren hat. Die Jugendarbeit (sollte der Platz nicht reichen oder das Geld zu knapp sein) kann noch am ehesten outgesourced werden, so schade das auch wäre. Die U19 und die U23 halte ich dagegen für enorm wichtig. Teils weil man hier wirklich Talente für die 1. Mannschaft entwickeln kann aber fast noch wichtiger, weil man nur so unseren Spielern 17-34 die so wichtige Spielpraxis geben kann. Jetzt werden wieder Spieler verliehen – alles OK aber ein Cavar oder wie sie alle heißen, müssen im 6 Wochen Vorbereitung und in Summe 45Min. Einsatzzeit, verteilt über 3 Testspiele weit besser spielen, als die alten Hasen um auf sich aufmerksam zu machen. Das klappt eigentlich nie. Wenn er dagegen in der Regionalliga mal in 4 Spielen 6 Tore macht, dann wird man auf ihn aufmerksam. Man kann das Training der Teams ja eng verzahnen. Auch die verletzen, die wieder zurückkommen. Ob Chandler oder Torro – die muss man alle ins kalte Wasser werfen und hoffen, dass es funktioniert und eigentlich gibt es für uns kein Spiel, wo wir uns erlauben können, auch nur eine Halbzeit mit einem Totalausfall aufzulaufen – anders als bei Bayern oder so wo man zur Halbzeit 4:0 führt und der Gegner keine 3x in der gegnerischen Hälfte war.
    Natürlich liegt das Kind jetzt schon im Brunnen aber je früher man die Mannschaft wieder anmeldet, desto schneller ist man wieder in Regionen, wo man attraktiven Fußball spielt. Und wenn es halbwegs läuft, steigt man 2x hintereinander auf und spielt in 3 Jahren wieder in der Regionalliga (wir haben gegen einen Regionalligisten im Pokal verloren und zwar nicht wegen großem Pech, sondern weil die Jungs durchaus kicken können). Man braucht quasi keine Spieler dazukaufen – die Jungs aus der A-Jugend, die, die es in Team 1 noch nicht schaffen usw. bilden ja schon den Kader.
    Wir können Spieler aus der A-Jugend halten. Ein Spieler der da nicht zu den Top 5 gehört weiß doch selbst, dass er den Verein schnellstmöglich verlasen muss, weil seine Chancen auf Team 1 bei Null stehen. Bei manchen setzt die Entwicklung aber erst später ein. Und ein Transfererlös für nur einen Spieler, der es aus Team 2 in Team 1 schafft ist ein vielfaches des Jahresetats. Ob Kimmich, Thomas Müller, Özil, Neuer und wie sie alle heißen. Wären die nach der A-Jugend gleich alle gegangen weil es noch nicht gleich für Team 1 reicht, wären die Karrieren alle nie gestartet oder halt woanders.
    Und ganz ehrlich – was kostet eine Saison Verbandsliga inkl. Spieler, Trainer und Drumherum. Selbst wenn man ihnen mehr bietet als die Ligakonkurrenten ist eine Saison da locker mit 300.000 EUR bezahlt – also quasi einem Halbjahresgehalt eines Tribünengastes Hrgota oder so. Das wird ja selbst Peterle Fischer noch irgendwie zusammengekratzt bekommen, sofern er sich auch noch irgendwie um den Sport kümmert.

  13. @12
    was soll Dein letzter Satz ?
    Viele tun oder sind jetzt tatsächlich über die Worte von Pezzaiuoli überrascht.
    Doch genau das gleiche im Inhalt hat Peter Fischer vor ca.8 Wochen gesagt und im Herbst Fredi Bobic im Doppelpass.
    Insofern ist die Ist-Analyse absolut nicht neu, jedenfalls nicht für mich.
    Bei den ganzen Vorschlägen, die ich heute hier lese, kann einem aber auch schwindelig werden. Sowohl Fredi Bobic, als auch Marco Pezzaiuoli sprechen immer von einem Entwicklungsprozess, von Zeiträumen von 3-5 Jahren. Wenn seit 6 Monaten das Training der Kinder und Jugendlichen nach neuen Konzepten umgestellt wurde, bedeutet das heute noch lange nicht Erfolg. Ich denke wir sollten auch hier den Weg und das Ziel anerkennen und die Tatsache, dass ein Konzept erarbeitet wurde und Schritt für Schritt umgesetzt wird.
    Dann gibt es aber auch noch die Freunde der Eintracht, die schon wieder über ein „gefülltes Festgeldkonto“ schwadronieren und „exorbitante Umsätze“ sehen. Leute, bleibt auf dem Teppich und wenn schon, dann operiert wenigsten mit echten Zahlen. Dann wird schnell klar, Wunschdenken ist noch lange nicht Realität.
    Bleibt noch anzumerken, alles steht und fällt mit dem Erfolg der Profis. Deshalb jetzt erstmal Blick voraus auf Samstag und ein Sieg für die Eintracht
    Forza SGE !

  14. @Christopher
    Ich will nicht missverstanden werden. Selbstverständlich bin ich nicht davon ausgegangen, dass man mittlerweile bereits konkrete Ergebnisse welcher Art auch immer hätte sehen müssen. Ich bin gar nicht in der Lage zu beurteilen, ob Pezzaiuoli in einem Jahr das Ultimative angeschoben hat, weil ich viel zu wenig darüber weiß, wie der Laden wirklich strukturiert ist. Wenn ich schon höre, dass Herr Fischer dort Kernkompetenzen hat, rollen sich mit die Fußnägel auf. Mir war auch gar nicht so klar, dass wir im BL-Vergleich das weit abgeschlagene Schlusslicht sind.
    Was ich mir vielleicht vorgestellt habe ist ein konkreter Plan, an dem man bereits begonnen hat Etappe für Etappe zu arbeiten. Gelesen habe ich jedoch vorwiegend: „Dieses, das und jenes wäre denkbar – mittelfristig, langfristig, irgendwann einmal…“ etc. Und was sich de facto geändert hat scheinen mir längst überfällige Selbstverständlichkeiten zu sein. Sorry, ich bin einstweilen komplett ernüchtert. Und das scheinst Du ja auch zu sein. Das Beispiel, das Du mit den Jungspieler-Eltern erlebt hast, ist doch mustergültig und passt ins Gesamtbild.
    Also was muss geschehen? 1. Das Projekt gehört in professionelle/kommerzielle Hände und wird der AG zugeschlagen. Außer Pezza braucht es einen erfahrenen Geschäftsführer, der ausschließlich Bobic unterstellt ist. 2. Das Thema U 23/21/19/17 etc. muss jetzt und nicht irgendwann entschieden umgesetzt werden, weil es mindestens 3 Jahre braucht, damit sich da überhaupt etwas entwickelt. 3. Die aktuell erfolgreichsten Ausbildungs-Strukturen der Franzosen, Engländer, Spanier und Holländer müssen Vorbild sein – und dazu sollten wir anstreben das noch zu optimieren. Dazu braucht es erstklassiges Personal. 4. Und einen richtig attraktiven Campus (Ich kenne Architekten, die ein geiles Sport-Internat in Schweden geplant und realisiert haben, dagegen ist z.B. das neue Leistungszentrum des FCB ein gestalterisches Monster) Die Infrastruktur muss so sein, dass sich junge Menschen sofort wohl fühlen – dass alleine schon sollte ein Alleinstellungsmerkmal sein. 5. Und dass das richtig viel Geld kostet, versteht sich von selbst. Ohne Investoren, die sich selbst etwas davon versprechen ist das undenkbar. Aber nie war es wahrscheinlicher für EF an externe Mittel heranzukommen, als aktuell.

    Letztlich aber deckt sich meine Einschätzung am ehesten mit der von Hoolverachter: So richtig wollen will man eigentlich gar nicht: „Kann man auch so lassen…“ Mehr oder weniger.

  15. Ich entschuldige mich für meinen wenig hilfreichen Post und stehe weiterhin zu meinem „hilflos“.

    Ich habe in der Tat keine Vision, dass wir in 5 Jahren irgendwelche Früchte aus den NLZ ernten. Habe zudem auch keine Ahnung was da in Mainz oder Freiburg richtig gemacht wird. Rücken dort tatsächlich permanent Spieler nach oben auf? Habe das Gefühl dass man sich in Freiburg gerne auch in F oder CH umschaut und gelegentlich mal ein Kempf oder Waldschmidt gekauft wird.

    PS Als ich gestern Abend am Riederwald vorbei fuhr, dachte ich mir ………………………….. (nicht druckreif). Welchem Bub gefällt diese Gegend? (… dann doch lieber Leipzig)

  16. Ich bin mittlerweile auch de rMeinung, dass man eine U23 einfach direkt melden soll, so früh man organisatorisch auf die Ketter kriegt. Es gibt doch einen Haufen Spieler jetzt gerade, die sollten doch wohl in der ersten Saison in de rLage sein aufzusteigen. Dann hätte man schon mal ein Jahr gewonnen. Erst die Spieler und die Organisation fertig haben wollen und erst dann U23 melden dauert mir zu lange.

    Und ganz grundsätzlich denke ich mir, dass es sich tatsächlich lohnen wird, auch bei den ganz Kleinen massiv zu fördern. Es gibt hier ja auch Gedanken, dass sich das alles erst ab U17/U19 lohnt. Allerdings baut man sich eine Basis und eine Image nur auf, wenn man wirklich positiv sichtbar wird. Und dann bekommt man auch Leute ins Training! Was mir hier nie oder selten mit in die Überlegungen einfließt ist das große Potential von Rhein-Main. Frankfurt an sich ist ja keine Millionenstadt, aber Rhein-Main als Region, in der die Wege durchaus kurz sind, da ist durch die schiere Menge an Menschen bestimmt pro Jahrgang ein Kind dabei, das voll einschlagen wird. Vor allem bei den Kleinen, wie es auch vorgeschlagen wird U10-U14, ist ja dann nicht nur besseres Training gefragt, sondern auch Sichtung. Und nach der Sichtung, muss man die Kids bei der Stange halten. Man muss sie alle spielen lassen können. Man muss auch mal Spätzünder, die aber viel arbeiten, mitschleifen und ihnen Platz bieten.

    Also schon aus rein demographischen Gründen würde ich sagen, dass Eintracht Frankfurt bei professioneller Arbeit auch international dran beliben kann, sodass es sich auch finanziell lohnt. Und oben drauf wünsche ich mir persönlich, dass bei der Jugendarbeit auch verantwortlich gehandelt wird, also breit aufgestellt und gefördert wird, sodass auch Spieler, die es eigentlich nicht schaffen, mitschwimmen und sich woanders hin orientieren können. Erstens weil es sich gehört, und zweitens weil es doch auch Anreize und bessere Trainingsbedingeungen schafft.

  17. @zizou: Ich denke, unsere unterschiedliche Wahrnehmung seiner Aussagen liegen daran, dass du die Leistung des NLZ davor vllt bei -2 und ich bei -10 gesehen habe. Da ist der Sprung zum 0-Punkt, also hin zu den „Basics“ bei dir deutlich geringer und daher die Ernüchterung größer… Deine Punkte 1-5 sind richtig und ich hoffe auf zeitnahe Veränderungen -einige sind ja schon am laufen

  18. Die Leistungen im Nachwuchsbereich, Organisation, Sichtung, „Phantasie“ oder Flexibilität, waren zumindest so weit unten angesiedelt, dass eine signifikante Verbesserung keine unlösbare Aufgabe darstellen dürfte. Hört sich hart an, ist aber so. Und in diesem Fall auch de facto an (m)einem Beispiel aufzeigbar:
    Ich werde keine Namen nennen, um die Privatsphäre aller zu schützen. Aber ich hatte Kontakt zu einem Auszubildenden, der an meiner Arbeitsstätte arbeitete. Nebenbei spielte er ( damals 17 Jahre ) als Stürmer für den größten Verein unsere mittelgroßen Stadt. 4. Liga.
    Er war nett, ich bin es auch, wir verstanden uns auf Anhieb, obwohl ich 10 Lenze älter war. Die gemeinsame Leidenschaft Fußball war ein zusätzlicher Kitt. Also ergab es sich, dass ich von ihm öfters zu seinen Spielen eingeladen wurde. Ich war sehr schnell sehr überzeugt, und sehr überrascht, wie gut der Kerl war. Da er erst wenige Monate zuvor wegen seiner Ausbildung aus dem osteuropäischen Ausland nach D kam, hatte er nicht mal sowas wie einen Berater.
    Ich hatte dann irgendwann das definitive Gefühl, ihm und meinem Klub zu helfen, in dem ich sie beide zusammenbringen würde… also versucht Hrn. Kraaz zu erreichen. Der war im Urlaub, der Bitte um Rückruf wurde drei mal nicht entsprochen. Ich ließ nicht locker und irgendwann führte mich meine Beharrlichkeit zu einem Telefonat mit einem unserer Idole.
    Nettes Gespräch, Thema erörtert, Einigung darauf, dass „mein“ Talent, auf eigene Rechnung und eigene Anfahrt (250 Km) die Chance erhalten sollte, für 2-3 Tage bei der S-Jugend mitzutrainieren.
    Idol wollte sich „nach Fasching“ melden. Nichts. Nach zwei weiteren Anrufen in der Geschäftsstelle ohne jegliche Substanz die ganze Sache beendet.
    Talent wurde ca. 4 Monate später von einem Berater entdeckt, schaffte es bis in die zweite Liga und wechselte dann gegen Ablöse ins Ausland.

    Kontakt besteht heute noch. Und meine Versuche ihn bei meinem Herzensklub unterzubringen, amüsieren ihn immer wieder, wenn wir mal wie so oftvauf das Thema kommen

  19. Weiss jemand, was die Vor- und Nachteile waeren, ob man jetzt eine U23 oder eine U21 anmeldet ?

  20. Es steht doch völlig egal ob die Jugendtrainer unfähig sind. Trotz der beschissenen Ausbildung der sge hat Tosun 22,5 Mio Ablöse und Can 12 Mio Ablöse , Waldschmidt 5 Mio Ablöse gebracht (leider nicht der sge), Marin und Süle sind Nationalspieler geworden. Kittel im Jahrgang von Draxler als 2. Größtes Talent ausgezeichnet. Kempf U-21 Europameister.

    Wenn die ordentlich ausgebildet worden wären, wären das vielleicht brauchbare Bundesligaspieler geworden…

  21. Hola Zizoo! Ich bin Designer von Beruf – daher interessiert mich das schwedische Sportinternat. Kann man dazu Bilder im web ansehen? Ansonsten: Ich bin gegen Freiburg in der Gluehlamp‘. Vielleicht sieht man sich!?

  22. @20 knorzkopp: Genau das! Die Region ist einfach strukturell reich an Toptalenten. Das ist hier eben anders als z.B. in Wolfsburg. Da muss man was draus machen; also neben Selbstverständlichkeiten wie Trainer mit hoher Lizenzstufe attraktiv werden und Kids anlocken im Wettbewerb nicht nur gegen andere Bundesligisten sondern unter anderem auch gegen anderen Sportarten. Es gibt so viele begabte Kinder, vor allem in einem Ballungsraum wie Rhein-Main. Kann ja nicht sein, dass unsere Akademien in China und USA größer sind als bei uns zu Hause.

  23. @13 Dieter: Was der letzte Satz soll? Nunja, der Bereich Jugend (die U23 auch? – keine Ahnung) gehört zur e.V. und Peter Fischer ist seit dem Jahr 2000 Präsident des Vereins. Es ist also seine Verantwortung. Wenn er vor 8 Wochen schon erzählt hat, dass wir Probleme im Nachwuchsbereich haben, dann ist das ja schön und gut aber er ist halt auch verantwortlich, dies zu ändern oder hier eine Struktur reinzubringen. Wir sind auf dem letzten Platz was den Jugendetat angeht und unsere Jugendteams spielen seit Jahren um die goldene Ananas bzw. retten sich gerade noch so vor dem Abstieg. Vielleicht muss man die Idee überdenken ob es so clever ist, ehemalige große und verdiente Spieler auf die Jungs loszulassen sondern sollte nach Kompetenz einstellen. Schur war sicher ein besserer Kicker als Tuchel, Klopp oder Nagelsmann aber das macht ihn nicht auch zu einem guten Trainer. In jedem Lehrbuch für Fußballer oder Vereinsführung steht in der Einleitung: Die Zukunft gehört der Jugend. Das wir mit der A-Jugend hinter Kaiserslautern, Karlsruhe, Ingolstadt, Heidenheim und Mainz stehen, ist schon traurig. Außer Bayern und Hoffenheim ist ja gar niemand mehr in der Staffel, der auch nur annähernd das Budget bieten könnte. Und gerade als wir noch 2. Liga Club waren und finanziell am Hungertuch genagt haben, hätte man viel mehr auf den eigenen Nachwuchs bauen müssen. Es kann doch nicht sein, dass ein Pezzaiuoli scheinbar der erste mit einem Konzept ist. Wie lange gibt’s die Eintracht denn schon? Seit 3 Jahren?
    Peter Fischer sollte sich auf seine Kernkompetenz konzentrieren – also irgendwelchen Leute die Hände schütteln. Sport, Politik und Mode gehören sicher nicht dazu deshalb kann man nur hoffen, dass entweder der gesamte Fußball der AG unterstellt wird und hier mal Fachleute das Sagen haben (was wohl nicht so einfach geht) oder man auch für die e.V. jemanden findet, der den Fußball nicht komplett ausbremst. Mit den 96.000 EUR die Peter Fischer für seine „Arbeit“ verdient, könnte man den kompletten Jugendspielbetrieb finanzieren und professionalisieren.

  24. @23
    Genau Deine Argumente sind es, die im Höchstfall die halbe Wahrheit sind.
    Peter Fischer ist Präsident von Eintracht Frankfurt, des Gesamtvereins, nicht des NLZ ! Das heißt dann aber auch, um seine Arbeit zu beurteilen, sollte man doch bitte ALLE Abteilungen, alle Sportarten, alle Sponsoringaktivitäten, natürlich auch die Aussendarstellung und natürlich auch die Mitgliederentwicklung und ganz bestimmt noch mehr bewerten.
    Genauso können wir heute nicht PF allein die Abschaffung der U23 zur Last legen, meines Wissens war das ein einstimmiger Beschluss von e.V., Fussball AG und NLZ ! Gleichzeitig entsprach das damals einem gewissen Trend, z.B. haben auch die sehr reichen Bayer Leverkusen und die Bullen aus Leipzig das umgesetzt.
    Wir sind uns alle darin einig, dass die Nachwuchsförderung bei der SGE enorm verbesserungswürdig ist, da gibt es gar keine Diskussion und hier in der Diskussion sind auch einige interessante Ansätze.
    Es geht mir aber gegen den Strich, dass jetzt aufgrund des Interviews von Marko Pezzaiouli einige so tun, als wäre das neu uns als wäre der Verein und die AG bisher blind.
    Ursachen und Wirkungen sollte man doch wenigstens etwas in der richtigen Reihenfolge beachten !
    Nämlich genau weil alle Seiten der Eintracht erkannt hatten, dass einiges falsch läuft im NLZ würde Marko Pezzaiouli als technischer Leiter geholt mit klaren Aufträgen zur Analyse, zu Konzepten, zur Individualförderung, zu Strukturen usw.. Das jetzt also soviel Kritikpunkte auf den Tisch kommen, ist ganz bewusst veranlasst und gewollt von Verein und AG gewollt gewesen.
    Zurecht werden hier Forderungen zu Verbesserungen gestellt, doch auch hier gilt es die Realität zu beachten, alle Experten, auch außerhalb der SGE sind sich einig, dass ist ein Prozess von 3 _ 5 Jahren, genauso wie unsere Profi AG nicht innerhalb von 1-2 Jahren auf Umsätze, Spieleretat, Ablösen usw. Kommen kann, wie es nach wie vor viele Vereine in der BL vor uns haben.
    .
    Soweit nur einige Gedanken von mir. Es wird immer deutlicher, das früher einiges viel zu defensiv gelaufen ist, was sicherlich wesentlich durch Herribert Bruchhagen getragen wurde. Doch jetzt den Verantwortlichen von Verein und AG zu unterstellen, sie würden den Ernst der Lage nicht erkennen und nicht energisch genug an Verbesserungen arbeiten – das ist einfach falsch !
    .
    Anschließend erinnere ich an das ganz normale Leben. Wie schwer fällt es den meisten Firmen, erkannte Schwächen oder sinnvolle Vorschläge ihrer Mitarbeiter umzusetzen ?
    .
    Nun aber erstmal Freiburg !
    Forza SGE !

  25. Ich verfüge hierzu über zuwenig Inseiderwissen, aber das Thema ist
    komplex und vielschichtig, wie auch die unterschiedlichen Beiträge zeigen.
    Moderne Strukturen mit kompetentem Personal sind eigentlich elementar, auch da hat sich unter Bobic schon viel positives ereignet und diese Entwicklung wird weitergehen. Talente vorzeitig zu erkennen, um diese als SGE ausbilden und bundesligatauglich machen zu können, ist schon schwierig genug.
    Um diese dann in Konkurerrenz mit finanzstärkeren Clubs halten zu können, ist eine Riesenherausforderung. Gezahlte Ablösesummen sind dann oft überschaubar, falls überhaupt gezahlt wird. Denken wir z.B. an Rode, der zwar nicht aus unserer Jugendabteilung kam,
    aber bei uns doch sehr gut weiterentwickelt wurde und ohne Ablöse ging. Es gibt wohl keinen Königsweg. Selbstverständlich muss es auch Aufgabe eines Clubs sein, Spieler aus eigenen Jugendmannschaften für die eigene Ligamannschaft zu gewinnen, aber gleichzeitig ein sehr professionelles Scouting zu betreiben. Regelmässige Spielpraxis für Nachwuchsspieler z.B. in einer U23 ist eigentlich ein Muss.

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  26. @23 Dieter: Also korrigier mich gerne wenn ich falsch liege aber es gibt die Eintracht Frankfurt Fußball AG mit den Vorständen Bobic, Hellmann und Frankenbach und es gibt den e.V. mit Präsident Peter Fischer.
    in der AG läuft es hervorragend. Burchhagen hat Schulden abgebaut und auch wenn man über seinen „Mut zum Risiko“ streiten kann, bin ich der festen Überzeugung, dass er den Verein gerettet hat. Die positive Mitgliederentwicklung, das Sponsoring usw. ist doch zu 95% auf den Erfolg der 1. Mannschaft zurückzuführen und nicht weil wir so ne tolle Tischtennis Abteilung im e.V. haben und auch nicht, weil unsere Jugendabteilung so brilliert. Das Problem im Jugendbereich ist nicht wie beim VfB Stuttgart oder so, wo man mal ein Loch hat sondern es besteht seit zig Jahren und das trotz riesigem Einzugsgebiet einer Metropolregion – da haben es einige andere Vereine wie Kaiserslautern, Freiburg oder Heidenheim deutlich schwieriger. Das die Jugend und die Auflösung der U23 ein Problem war und ist, ist jetzt auch nicht erst seit der Einführung eines Technischen Direktors bekannt. Das in Geld schwimmende Vereine wie Leverkusen und Leipzig eher auf Jugendarbeit verzichten können um sich fertige Spieler zu holen, ist auch logisch. Wenn wir das Niveau langfristig halten können, kommen wir vielleicht auch dorthin aber als Team das Zwischen Liga 1 und 2 pendelte und 5Mio. für Transfers pro Saison übrig hatte, sehe ich das als enorm wichtig an. Zudem reicht es locker, wenn es uns gelingen würde, alle 10 Jahre ein Talent vom Format Jovic selbst hochzuziehen – die Verkaufserlöse würden das NLZ und den kompletten Spielbetrieb abseits der 1. Mannschaft locker über 20 Jahre refinanzieren. Das es 5 Jahre braucht um so etwas wieder aufzubauen und zu strukturieren ist ja sicher richtig aber es ist ja nicht so, dass wir erst diese Saison mit dem Kicken begonnen hätten. Man hätte die Weichen vor 5, 10, 15 oder 20 Jahren stellen können und hat da wohl einiges versäumt. Seit 19 Jahren ist Peter Fischer Präsident und damit verantwortlich dafür. Er soll ja nicht selbst die Kickschuhe schnüren und Hütchen aufstellen um das Training zu leiten aber wenn man etwas selbst nicht kann, braucht es kompetente Fachleute und die sucht man im Jugendbereich seit ich das verfolge vergeblich. Ich komme nicht aus der Region, daher kann ich weder die anderen Abteilungen noch die Bemühungen der Jugendabteilung wirklich gut beurteilen aber wenn ich sehe was Augsburg, Stuttgart, Hoffenheim und Freiburg hier im Süden aufziehen, dann klingt das einfach nach ner anderen Hausnummer.
    Mich stört die schwache Leistung von Hrgota und Stendera als Spieler, ich habe mich über Veh und Skibbe als Trainer aufgeregt, dann ist es ja auch legitim sich über den schillernden Präsidenten aufzuregen, der zwar immer mal wieder in der Presse auftaucht aber quasi nie zu sportlichen Themen, neuen Konzepten und Ideen. Man stelle sich vor, wir hätten noch jemanden von einem Kaliber Bobic als Vereinspräsident seit knapp 20 Jahren. Ich würde wetten, da wäre mehr drin gewesen.

  27. Bei Spielern aus der eigenen Jugend geht es mir nicht darum, mit ihnen Geld zu machen. Das machen wir mit den Jungs vorne und Ndicka. Mir geht es darum, wieder Jungs aus der Gegend in der Mannschaft zu haben.

  28. Da hat Marfj2k schon einige Baustellen im E.V. genannt, die sind selbstverständlich auch Bobic bekannt.
    Lösungsansätze sind vorhanden, sehr schwieriges Terrain aufgrund unterschiedlicher Zuständigkeiten.
    Mehr Spieler aus der eigenen Jugend, wer hätte sie nicht gerne…
    Falkenmayer, Berthold, Kraaz, Ochs, Jung etc., lange ist’s her.

  29. Wenn man in einer Analyse darauf kommt, dass sich Jugendarbeit einfach nicht lohnt, wie würde man sowas wohl in der Öffentlichkeit darstellen? Offen kommunizieren? Wohl kaum! Abschaffen? Geht nicht, NLZs sind Pflicht. Abgesehen davon dürfte es fürs Image schlecht sein, wenn man keine Jugendarbeit betreibt.

  30. @Marfj2k
    Danke herzlich für die gleichermaßen langmütige wie zielsichere Einlassung.
    Ich konnte mich gerade noch bremsen gegen den notorisch wohlmeinenden, eher kurzsichtigen Mituser ungeduldig zu werden.

    In einem Punkt zumindest geht meine Einschätzung gerade in eine andere Richtung. Ich gehe davon aus, dass das Nachwuchs-Thema gar nicht zu Fredis wirklichen Prioritäten zählt, sonst hätte er die dortigen Verhältnisse schon massiver aufgemischt und versucht die tatsächliche administrative Hoheit über die Abteilung anzustreben. Wäre in dieser Hinsicht ernsthaft etwas erfolgt, hätte man die damit einhergehenden Reibungsgeräusche längst offiziell vernommen. Hoolverachter hat es schon ganz richtig gesehen: Vorläufig leistet man sich den Laden als „Alibi“, räumt ein bisschen darin auf und hat es ansonsten nicht sonderlich eilig.

  31. @28. Joe
    Absolut. Darum ginge es mir auch !!
    Ich weiß nicht, wer beide Teile von Christophers Interview gelesen hat. Wie auch immer: Ist eigentlich noch jemandem dieser Satz aufgefallen? „Pezzaiuoli: Er (Adi) wird demnächst am Riederwald vorbeischauen und sich vorstellig machen.“
    Ich musste es mehrfach lesen und habe beim 5ten Mal immer noch verstanden: Der Cheftrainer war nach einem halben Jahr immer noch nicht am Riederwald. Korrekt? Oder habe ich einen an der Waffel?

  32. @32 Mit Knothe, (Beyreuther), Cetin und Mbouhom trainieren doch die vermeintlich stärksten Spieler schon bei den Profis. Die scheinen ja teilweise noch weit weg von der Bundesliga zu sein, wenn ein Knothe beim Tabellenletzten in Österreich gehandelt wird. Warum soll sich Adi dann die Spieler in der Reihe dahinter noch anschauen, wenn es selbst bei den stärksten Spielern nicht mal für einen Platz auf der Bank reicht?

  33. @MO
    Schon klar. Uns beiden würden sicherlich noch ne ganze Reihe pragmatischer Gründe einfallen, warum zu den ersten protokollarischen Amtshandlungen eines neuen Cheftrainers mitnichten die Inspektion der Nachwuchsabteilung gehören muss – keine Frage. Aus einer – sagen wir – halbwegs würdigen Adlerperspektive könnte man das gleichwohl auch anders sehen.

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