Sieht noch Luft nach oben: Markus Krösche. (Bild: Heiko Rhode)

Die Eintracht schwimmt zurzeit auf einer Welle des Erfolges. Platz 4 in der Bundesliga mit guten Chancen, am Wochenende zum Abschluss des Jahres einen noch größeren Sprung nach vorne zu machen. Und das Überwintern in der Champions League. In den Medien bekommt die SGE inzwischen wie selbstverständlich das Etikett der „europäischen Spitzenmannschaft“ verliehen. Es sind Zeiten, die auch dem ansonsten stets nüchtern auftretenden Markus Krösche zuweilen ein spürbares Lächeln auf die Lippe zaubern.

Trotz Erfolge: „Noch sehr viel Luft nach oben

Ich glaube, dass wir eine gute Entwicklung genommen haben, speziell in den letzten anderthalb Jahren – was die Art und Weise angeht, wie wir Fußball spielen“, analysiert der Sportvorstand in einem Video-Interview mit dem „Kicker“. „Ich glaube, dass wir eine gute Mischung haben zwischen Erfahrung und jungen Spielern mit Potential. Eine gute Mischung zwischen fußballerischer Qualität und Geschwindigkeit. Das sieht man jetzt auf dem Platz. Die Jungs machen das mit Überzeugung. Sie haben Automatismen entwickelt, sie verstehen sich immer besser auf dem Platz. Von daher sind wir sehr zufrieden.“ Krösche sieht den Zenit für die SGE allerdings längst noch nicht erreicht. „Ich glaube, dass wir noch sehr viel Luft nach oben haben“, so der 42-Jährige.

Kein Nachlegen im Winter – außer „vielleicht ein Vorgriff in die Zukunft

Dieses Ziel will Markus Krösche mit dem bestehenden Team erreichen. Im Winter-Transferfenster will die SGE nicht aktiv werden, auch nicht in der mitunter noch wackligen Innenverteidigung: „Erst einmal geht es darum, ob wir überhaupt in der Lage sind, so viele Tore zu schießen. Unsere Grundidee ist: Lieber 5:3 gewinnen als 1:0. Somit ist das kein großes Problem, dass wir vielleicht das eine oder andere Gegentor mehr bekommen haben. Das hat nichts mit der Innenverteidigung oder der Außenverteidigung zu tun, sondern das ist immer die gesamte Mannschaft, die verteidigen muss; die gesamte Mannschaft, die angreift. Wir sind mit unserem Kader sehr zufrieden. Ich glaube nicht, dass wir großartig etwas machen werden. Wir haben noch viele Spieler, die noch Luft nach oben haben. Die gesamte Mannschaft hat noch Luft nach oben. Ich glaube, dass der Kader, wie er jetzt ist, gut zusammenpasst. Wir werden vielleicht etwas perspektivisch machen, vielleicht ein Vorgriff in die Zukunft. Einen jungen Spieler dazu holen. Aber wir werden keine großen Transfers machen.

Vertragsverlängerungen Kamada und N’Dicka: „Jetzt liegt es an ihnen!

Umso dringender stellt sich die Frage nach dem Stammpersonal: Die SGE würde gerne dauerhaft mit Daichi Kamada und Evan N’Dicka weiterarbeiten. Krösche im „Kicker“-Interview: „Wir sind mit beiden im Austausch. Beide wissen, was sie an uns haben. Sie haben mit der Eintracht eine sehr gute Entwicklung genommen, wir haben beiden auch ein Umfeld gegeben, in dem sie sich entwickeln können. Wir haben ihnen geholfen, auf das Level zu kommen, auf dem sie sind. Wir haben beiden sehr gute Angebote unterbreitet und haben ihnen auch erklärt, wo wir kurz- bis mittelfristig mit der Eintracht hin wollen. Wir haben ihnen auch erzählt, welche Rolle sie auf unserem Weg einnehmen sollen. Jetzt liegt es an ihnen!

Eine kurzfristige Vertragsverlängerung mit Chef-Trainer Oliver Glasner hingegen wird momentan nicht diskutiert, so Krösche: „Oliver hat ja auch noch längerfristig Vertrag. Von daher geht es für uns beide und für uns bei der Eintracht erst einmal darum, erfolgreich zu sein. Diese Hinrunde abzuschließen. Alle anderen Sachen wird man dann sehen.

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18 Kommentare

  1. Genau. Mit 2 oder 3 Toren Vorsprung werden wir unabhängig von VAR- und Schiedsrichter-Fehlern.

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  2. Es gilt dennoch Gegentore nach Möglichkeit abzustellen.
    Wenn der Gegner sie einfach stark herausspielt und die Tore „nicht zu verteidigen“ waren, weil er einfach in der entscheidenden Szene besser war als man selbst, ist etwas anderes, als nach eigenen taktischen, oder individuellen Fehlern sich einen Gegentreffer einzufangen.
    Hoffenheims erster Treffer – passiert. Würde ich unter Punkt 1 verbuchen.
    Der zweite Treffer ist jedoch voll vermeidbar, hier gilt es anzusetzen.
    Ich weiß, meckern auf hohem Niveau, es gilt jedoch immer der Grundsatz sich verbessern zu wollen. Zufriedenheit und Stillstand sind Rückschritt.

    @1 Da gebe ich Dir auch recht.

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  3. Er sagt, dass Kamada und Ndicka gute Angebote von der Eintracht vorliegen haben. Bei Kamada würde ich mir wünschen, dass man evtl. ein sehr gutes Angebot (über Schmerzgrenze nachdenken) macht.

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  4. Wir müssen das Eisen schmieden, wenn’s noch heiß ist, und das ist es im Moment. Wir können diese Saison historisch beenden, dem würde ich alles unterordnen: Keiner geht im Winter und wenn einer trotz einer grandiosen Saison am Ende nicht bei der Eintracht bleiben will, dann soll er den Weg halt gehen.
    Es ist doch sehr aufällig, dass wir uns immer weiter verbessen und nach vorne arbeiten, obwohl wir angeblich unersetzliche Spieler abgegeben haben. Wer spricht denn jetzt noch von Kostic?

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  5. Um das Haar in der absolut grandios leckeren Suppe gegen Hoffenheim zu finden:
    Wenn es mal 5:1 steht statt 3:2, kann man auch ein Marcel Wenig (oder andere Spieler) wieder reinwerfen um Luft zu schnuppern. Diese Nuance fehlt noch.

    Aber nun zum Spiel am Sonntag. Da sind noch lange keine 3P eingetütet, aber ich hoffe es nach Abpfiff. Wie ist mir auch egal. Über Weihnachten genießen wir dann die Tabelle (und die wahre Tabelle).

    Hoffe unsere WM-Fahrer bleiben fit. Daher mag ich mittlerweile keine Weltmeisterschaften mehr. Früher war das anders, da hat kein Eintrachtspieler mitgespielt, daher war mir das Verletzungsrisiko gleich. Mittlerweile ist es mir das nicht mehr.

    Sollte Götze spielen, gerne beim 0:3 einwechseln und er legt zwei Tore auf. Im zweiten Spiel dann bei 2:0 (Tor, Vorlage) auswechseln und 2:3 verlieren und im letzten Spiel beim 0:2 reinkommen und 2:2 ausgehen (2 Vorlagen) und die Nationalmannschaft ist mit 1P raus. Toll gezeigt, Selbstvertrauen mitgenommen und früh die Füße hochlegen 🙂
    Lindström gerne ähnlich 😉 Dass der Junge nur 30Mio Wert hat… Warum haben Bellingham dann 100? Verstehe das nicht mehr, bzw. ist wie bei Markenartikel. Sind nicht besser, aber teurer…

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  6. @5…Bellingham hat (wie Musiala) schon eine deutlich bessere Technik, auch eine deutlich bessere Geschmeidigkeit in der Bewegung (und damit mehr Tempo mit Ball im engsten Raum) als Lindström. [Es steht aber außer Frage, das sich Lindström technisch und in der Geschwindigkeit mit Ball deutlich positiv entwickelt hat.] Da das messbare Größen sind, ist das sogar zu belegen. Aus Datenschutz-Gründen sind solche Werte nicht in der Öffentlichkeit und das ist auch gut so. Da Bellingham messbar bessere Werte hat, ist er auch Marktwert etwas höher anzusiedeln; ob ein Mensch 100 Millionen (oder auch 30 Millionen) wert ist, sei mal dahin gestellt….

    Bei Markenartikel – so wie du es beschreibst – geht es um Wahrscheinlichkeiten, zum Beispiel wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, wann ein Produkt defekt ist, der Verschleiss eintritt oder wie lange man an dem Produkt Freude hat. Dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das ein Markenprodukt eine höhere Qualität hat. ABER: In der heutigen Zeit, wo der Konsument die Entscheidung getroffen (überwiegend) billig zu konsumieren und der reale Preis nicht zu erzielen ist, werden auch bei Markenartikeln Produktionskosten eingespart; das geht eben auch über Mensch und Material. Dementsprechend muss man als Konsument aufpassen, was man kauft und ist eben selbst mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung beauftragt, weil man eben nicht mehr sagen kann, das Markenprodukt ist grundsätzlich besser – nein: Auch der teure Marken-Schlagbohrer hält nicht mehr zehn Jahre oder mehr, sondern nur noch 5 Jahre. Für mehr Geld.

    Im Fußball geht es eben auch um Wahrscheinlichkeiten: Welcher Spieler bringt mit welchen Fähigkeiten die besten Erfolge. Bellingham macht im direkten Duell gegen uns halt das 2:1. Lindström halt nicht. Daher bewertet man Bellingham am Ende höher. In dem Moment ist Bellingham halt besser und daher teurer. Dazu ist Bellingham Jahrgang 2003 und Lindström Jahrgang 2000, daher ist Bellingham jünger und somit besteht auch die Tendenz, das bei Bellingham noch mehr zu erwarten ist, als bei Lindström. Insofern ist die höhere Bewertung aufgrund des Alters zu sehen. [Ich gehe davon aus, wenn Lindström mit 17 soweit gewesen wäre wie jetzt mit 22, dann wäre Lindström nicht bei uns, sondern eher direkt beim BVB (oder sogar höher) und wäre nicht für 7 Millionen zu uns.]

    Lindström hat sich in seinem zweiten jähr deutlich verbessert. Im ersten Jahr passte der erste Kontakt überhaupt nicht, hat daher wenig Zweikämpfe gewonnen und kam auch in ungünstige Torabschlüsse. Das ist im zweiten Jahr anders. Bei Bellingham passt der erste Kontakt und daher ist dieser schlichtweg besser. Allerdings spielen beide nicht komplett die gleichen Positionen, daher sind die Anforderungen an beide doch etwas ungenau und nicht ganz so zu vergleichen.

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  7. @6. sge_chris1980: Danke für die Gegenüberstellung. Ok, 3 Jahre jünger ist allein schon ein Pfund.
    Vielleicht bin ich auch zu versaut von den schwindelerregenden Werten der letzten Jahre. Für mich persönlich ist Kamada und Lindström definitiv zu günstig bewertet für das was sie drauf haben. Aber das ist ggf. auch nur typisch Fanbrille 😉 Bei Kamada ist es eh egal, die Hoffnung schwindet, dass er bleibt. Er wird mindestens noch die WM abwarten.

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  8. @ 3 Sehe es wie Du ! Würde bei Kamada definitiv nochmal drüber nachdenken , ihm ein verbessertes Angebot zu machen, da die Anzeichen wirklich auf Trennung stehen, da es sonst wirklich keinen Grund geben würde, die Verlängerung oder den Vertrag nicht bereits gezeichnet zu haben. Denke Daichi ist mit einer der Gründe für diesen Aufschwung , ….der Abgang von Kostic hat ihm und dem Rest des Team wohl in Kombi mit der Verpflichtung von Goetze sehr sehr gut getan.

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  9. Schmerzgrenze heißt Schmerzgrenze weil es die Schmerzgrenze ist.
    Alles andere ist Harakiri.

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  10. Ich finde ja, dass Krösche den Kader völlig falsch zusammengestellt hat. Was sagen denn die Fähnchen-in-den-Wind-Hänger von Fußball2000 dazu?

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  11. Bei Eintracht Frankfurt werde ich nicht den Fehler erneut machen, bei Abgang von Schlüsselpersonen die Apokalypse nahen zu sehen.
    Es ist jeweils das Gegenteil eingetreten. Kovac, Hütter, Bobic, Büffel, Silva, Kostic. Es hat alles nicht den Erfolg negativ beeinflusst. Ich reg‘ mich nicht mehr auf. Sollen sie machen was sie wollen.

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  12. Ich denke mal, dass unsere Verantwortlichen schon wissen, welche Spieler für uns am wichtigsten sind und wo sie die Schmerzgrenze für jeden Spieler festlegen. Für mich persönlich sollte sie bei Kamada am höchsten liegen, denn Kamada kann auf der 6, 8, und 10 spielen und er schießt auch noch unsere Tore.
    Aber das ist eben nur meine persönliche Meinung.

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  13. @12 Viel Vertrauen in die Entscheidungsträger, ohne gleichgültig, gar apokalyptisch zu werden – das habe ich mir seit einiger Zeit (mehr oder weniger erfolgreich) vorgenommen 😉

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  14. @7…Die Markwerte bei Transfermarkt sind „Meinungen“ der Fans und haben selten etwas mit den realistischen Preisen zu tun. Zu 85% sind sie deutlich zu hoch bewertet, die TOP-Spieler sind meist zu niedrig bewertet, da hier eben auch die zahlungskräftige Nachfrage herrscht. Und durch Corona muss man auch sagen, sind die zuvor schon hohen Preise – vor allem für Mittelklasse – deutlich verändert.
    Im Fall Dortmund hat es auch was damit zu tun, das Sie über zehn Jahre und das jedes Jahr in der CL spielen und somit schon einen höheren Marktwert haben und durch den Erfahrungsvorsprung der Spieler eben auch höhere Verkaufswerte haben. Wenn Sie Spieler für 30 Millionen einkaufen und für 70-80 Millionen verkaufen ist das auch so.

    Wir kaufen Spieler für 5-7 Millionen (oder RKM für Null) ein und verkaufen Sie für 30 Millionen. Spielen wir zehn Jahre CL, dann rufen die anderen auch Preise von 20-30 Millionen auf, da fischen wir im Grunde auch in den Gefilden. Oder müssen es. Normalerweise ist das so; ich habe den Eindruck, das sich da etwas verschiebt. Schon alleine deshalb, weil das Geld nicht im Fußball bleibt, sondern vielmehr herausgezogen wird.

    Fanbrille ist auch immer was anderes und das ist auch gut so. Es ist immer eine Frage, welche Informationen man hat und welche man bekommen kann. Und jeder interpretiert die Informationen anders. Deshalb ist es immer schön zu sehen, das die Wahrheit in der Mitte liegt und man das eine Extreme mit dem anderen Extremen ausgleichen muss.

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  15. Ich denke bei Kamada ist es so, dass er abwartet von welchem Verein er ein Angebot bekommt. Wenn z. B. Arsenal oder ManU anfragen ist er weg. Sollten solche Angebote ausbleiben kann ich mir sogar eine Verlängerung am letzten Spieltag vorstellen.

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  16. Mein Gott ist der der Krösche mager geworden. Sieht nicht sehr gesund aus.
    Wenn ihr die Wahl hättet zwischen kamada und ndicka, wenn würdet ihr verlängern? Ich würde ndicka wählen, hab irgendwie das Gefühl das Kamada so beformt weil er weiss das es um einen Mega vertrag geht und wenn er diesen vertrag safe hat dann baut er wieder ab davor hab ich sorge was ich bei ndicka nicht habe. Bei dem würde die Leistung auch nach der Verlängerung passen.
    Schöne Grüße aus Sachsenhausen

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  17. @17…gute Innenverteidiger sind rar, da wäre ich auch für N‘dicka. Offensivspieler sind etwas leichter zu ersetzen.

    Aber deine Frage ist ja auch hypothetisch und realistisch ist, das beide in Form der Berater auf größere Verträge pockern.

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