Kevin Trapp hat mit Freunden eine neue Milch auf den Markt gebracht. (Bild: Heiko Rhode)

Kevin Trapp ist der breiten Masse in Deutschland natürlich hauptsächlich als Fußballspieler bekannt. Sei es damals als Newcomer beim 1. FC Kaiserslautern, als Stammspieler bei der SGE, als Weltstar bei Paris St. Germain oder als Nationalkeeper der deutschen Nationalmannschaft: Überall hatte der 30-Jährige Erfolg und konnte immer wieder zeigen, warum Bundestrainer Joachim Löw zunehmend auf ihn setzt.

Seit einigen Wochen aber ist Trapp auch unter die Unternehmer gegangen und hat eine eigene Hafermilch herausgebracht. Im Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ äußerte er sich über dieses Unterfangen und natürlich auch über das Sportliche mit der SGE.

„Ich konnte tatsächlich den Moment kaum erwarten, bis endlich unsere Milch im Regal steht. In der ersten Woche, als die Hafermilch in den Handel kam, ging ich in den Supermarkt und die Kartons standen noch auf dem Boden. Da habe ich angefangen, die Kartons auszupacken und die Hafermilch selbst ins Regal einzuräumen (lacht). Als ein Kunde vorbeilief und sich eine Packung nahm, musste ich anfangen zu schmunzeln“, gab der Keeper zu, dass er beim Verkaufsstart durchaus nervös war. Dies liege auch daran, dass er jetzt in einer völlig neuen Situation sei: „Es ist das erste Mal, dass ich etwas verkaufen muss. In der Vergangenheit war es normalerweise umgekehrt. Da kam ein Verein auf mich zu und sagte: „Willst du es bei uns probieren?“ Jetzt musste ich sagen: „Probier’ mal bitte.“ Die vielen Neuerungen und Tätigkeiten, die er nun als Unternehmer erledigen muss, sind für den Nationalkeeper aber auch eine Weiterentwicklung: „Ich sehe, was alles dahinter steckt: die Organisation, die administrativen Sachen, das Design, rechtliche Themen, die ganzen Testphasen der Milch. Klar haben meine Geschäftspartner und ich ein Team, das uns unterstützt. Aber mich interessiert das auch alles unheimlich. Jetzt als Unternehmer kann ich meinen Horizont erweitern. Es ist eine komplett neue und spannende Welt für mich. Ich lerne jeden Tag dazu.“

Unternehmerisches Gen während Lockdown entdeckt

Die Idee zu seiner neuen Tätigkeit sei ihm mit Freunden im Lockdown gekommen. Diese hätten immer mehr gemerkt, dass die Nachfrage nach Milchalternativen größer werde. Auch seine persönliche Gesundheit habe einen Ausschlag gegeben: „Ich selbst achte sehr auf meine Ernährung. Ich bin kein Vegetarier, aber ich esse viel weniger Fleisch als früher und verzichte fast komplett auf Käse. Und ich trinke schon seit fast vier Jahren keine Kuhmilch mehr.“

Und der Keeper hatte noch mehr gute Ideen während der ersten Corona-Welle: Er begann mit dem Klavierspielen. Er findet Pianomusik „wunderschön“ und hatte plötzlich mehr Zeit als ihm lieb war. Also packte er die Gelegenheit beim Schopf. „Im ersten Lockdown im März 2020, als wir keinen Fußball spielen durften und ich morgens aufstand und nicht wusste, was ich machen sollte, habe ich mir das Stück ‚Una Mattina‘ von Ludovico Einaudi aus dem Film ‚Ziemlich beste Freunde‘ selbst beigebracht“, berichtet Trapp. Er habe sich dazu auf YouTube ein Tutorial angeschaut und irgendwann wusste er, welche Tasten, er wann drücken musste. „Ich kann nicht die ganzen sechs Minuten, aber habe den Hauptteil des Stücks hinbekommen. Am Ende hatte ich ein Lächeln im Gesicht, weil es wirklich geklappt hat.“ Nach der Pandemie würde dann gern richtige Klavierstunden nehmen.

Schon mit 14 flügge

Der 30-Jährige hat also viele Talente. Eines, das Fußballspielen, war bereits in jungen Jahren sehr ausgeprägt. Schon früh ging der damals 14-Jährige aus seiner saarländischen Heimat nach Kaiserslautern, wo er in einem Sportinternat lebte. Wie er jetzt zugab, war dies keine einfache Zeit für ihn: „In unserem 1.000-Einwohner-Dorf kannte jeder jeden. Immer, wenn ich auf die Straße gegangen bin, war da ein Freund, der auch gerade draußen war.(…) Und dann war alles neu für mich: neue Freunde, neue Schule und plötzlich lebte ich in einer Stadt. Für mich war Kaiserslautern eine Großstadt. Ich erinnere mich, wie ich einmal in den Bus stieg und komplett in die falsche Richtung fuhr. Ich wusste nicht mehr, wo ich überhaupt bin. Kaiserslautern war anfangs wie ein Dschungel für mich.“ Auch für sein Umfeld sei dies ein heftiger Schritt gewesen, da er auch das erste von vier Kindern gewesen sei, das ausgezogen ist.

Aber diese Zeit hat ihn natürlich geprägt und geformt. Er glaube, dass er viel von seiner heutigen Selbstständigkeit damals gelernt habe. Er musste schon als Teenager für sich einkaufen gehen und selbst die Wäsche machen. Geschadet hat ihn das sicherlich nicht. Sein heutiges Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr. So versucht er beispielsweise sämtliche Infos und Meinungen aus den Medien über ihn von sich fern zu halten. Nach einem Spiel wisse er am besten, was er gut oder falsch gemacht habe. „Ich konzentriere mich lieber auf mich selbst, als Energie darauf zu verschwenden, was andere Leute über mich sagen“, so Trapp.

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31 Kommentare

  1. Mit 14 ausgezogen zu Hause? Das ist stramm! Naja, wenn einen schon so früh der Hafer sticht…

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  2. Dann wird sein nächster Verein wohl Maccabi Hafer

    Um am Karfreitag mal bei den Ka(r)lauern zu bleiben

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  3. @elde

    Noch nicht ganz, wünsch dir aber noch nen schönen Tag und hafer a nice day

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  4. Hoffentlich gibbet morgen langen Hafer für den BVB!

    Recht interessant. Morgen nächstes Kapitel: Hases Koikarpfenzucht.

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  5. Dafür dass keine Sommerpause ist, spannender Content.
    Der erwirtschaftete Gewinn sind dann „Haferflocken“?
    Gruß SCOPE

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  6. Dann gibt’s morgen vor dem Spiel kostenlos Hafermilch für alle und danach drauf auf den BVB bis die der Hafer sticht
    Forza SGE !

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  7. Hoffentlich erleidet der BVB Dampfer morgen eine Ha(f)erie gegen das Schlachtschiff Eintracht !

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  8. Laut der Zeitung mit den 4 Buchstaben kokettiert Adi mit einem Wechsel zu Gladbach, hätte an die positive Signale gegeben. Jetzt würde verhandelt, steht dort zu lesen.
    Doof…

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  9. Breaking News:
    Laut meiner Mutter, deren Nachbarin Gladbach Fan und deren Hundeverein Vorsitzender Dortmund Fan ist, soll Hütter zu 83,45% zu Gladbach wechseln, da er dem Rose so ähnlich sieht.
    Und da der Berater von Haaland einen Lieblingsitaliener in Frankfurt Sachsenhausen hat, stehen die Chancen wohl gut für einen Tausch Haaland gegen Ilsanker. Der BVB soll einen erfahrenen Mann dem norwegischen Jungspund wohl vorziehen.

    So viel für jetzt, morgen ist ein neuer Tag mit neuen Gerüchten.
    Aber eins, ja wirklich nur eins zählt,die Eintracht und der Einzug in die Champions League!

    FORZA SGE!!!

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  10. Ich vermute, dass für ne gute Offensive, Younes mehr auf Kamada, als Silva auf Jovic angewiesen ist. Dann hoffe ich mal, dass (für) die Eintracht der Silfer morgen sticht.

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  11. Die BLÖD-Zeitung nervt. Es gibt gar nichts Neues und die bringen nur Unruhe rein. Fehlt nur noch SKY. Die sind darin auch sehr erfahren.
    Hütter hat klar erklärt, dass er bleibt.

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  12. Morgen ist das wichtigste Spiel der Saison und es wird über Hafermilch berichtet? Wie sieht es mit Taktik, Aufstellung usw aus?
    Jetzt ein Weizen statt Hafer

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  13. Bei den unternehmerischen Tätigkeiten unseres Torwarts und den witzigen Kommentaren musste ich etwas schmunzelnd quasi an den Godfather der unternehmerischen Tätigkeit bei uns denken…ich sag nur : Die Sonne scheint bei Tag und Nacht…….;-)
    Schade von dem hört man im Gegensatz zu den anderen wie Bein,JayJay oder Yeboah relativ wenig- war aber auch ein begnadeter Fussballer dem ich gerne zugeschaut habe.

    Aber @18 hat Recht sollten uns jetzt auf morgen konzentrieren. Ich wäre für ein kompaktes Mittelfeld und Jovic als Waffe von der Bank je nach Spielverlauf.

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  14. Also die Medien nerven total….
    Ich hoffe wirklich das niemand sich von Störfaktor Medien ablenken lässt.
    Ausser uns wie immer
    Ich werde noch verrückt

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  15. Kovac „stand jetzt“, Bobic geht von heute auf morgen in den Angriffsmodus gegenüber unserer Vereinsführung, Rose spricht von langfristigen Plänen und verkündet seinen Abschied nach 1,5 Jahren…alles fake was die erzählen. Sie sagen gewisse Dinge um erstmal Ruhe im Alltag zu haben.
    Hütter wird seine Entscheidung erst in den nächsten Wochen treffen und dabei keinerlei Rücksicht auf Befindlichkeiten der Fans nehmen, sondern nur auf seine persönlichen. Es interessiert diese Vollprofis einfach nicht. Wenn er für sich entscheidet, dass BMG der nächste Schritt ist auf dem Weg zu einem ganz großen Verein, dann wird er das machen. Wenn nicht, dann nicht. Hilfreich wäre natürlich kurzfristig ein (motivierter) Sportvorstand für nächste Saison, wenn Adi vom vielleicht besten Sportvorstand der Liga umworben wird. Aber klar, jetzt erstmal ausblenden und dann hoffen, dass alles gut wird.

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  16. Ich wünsche morgen der Eintracht bestmöglichen Erfolg und euch viel Spaß. Bei mir bleibt der Fernseher über die Ostertage traditionell aus.

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  17. Eric Ten Hag, Xabi Alonso, Gerardo Seoane, Adi Hütter….am Ende wird’s ein Steven Gerrard…
    Nach der gestrigen Pressekonferenz dachte ich einen Moment lang um über Hütters Worte „…das was ich mal gesagt habe, auch dazu stehe…“ nach und fragte mich ob er damit den Inhalt „ich bleibe“ meint oder „ich stehe immer zu dem, was ich sag(t)e, auch wenn es sich im Nachhinein als übereilte/fälschlicherweise getroffene Aussage herausstellen sollte.“
    Ich würde gerne mal verstehen, was seine Angewohnheit, das Mikrofon zurecht zu rücken bedeutet. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er dabei kurz in sich geht, bevor er eine bedachte Aussage trifft, in anderen Momenten rückt er es mitten in Sätzen zurecht, die absolut unkritisch zu sein scheinen.
    Wie ich ihn aber bisher als Mensch erlebt habe, gibt mir letztendlich das Gefühl, dass er nicht zu Gladbach gehen wird.

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  18. Adi zu Gladbach ist absolut nicht plausibel. Er gewinnt in Österreich und Schweiz die Meisterschaft und zeichnet sich damit für einen Job in der Bundesliga aus. Eine Liga, die viel höher zu werten ist. Er bekommt das Traineramt bei uns. Damals sicher nicht die beste Adresse, aber mit Pokalsieg und gefestigten Finanzen im Aufwind und ein Anfang in der Bundesliga. Hätte er damals ein Angebot von Gladbach bekommen, wäre er sicher dorthin gegangen.
    Mittlerweile hat sich die SGE besser entwickelt als es jeder erwartet hat.
    Gladbach könnte für Adi nur finanziell ein Aufstieg sein. Sportlich ist nicht gesagt, dass Gladbach in den nächsten Jahren irgendwann mal wieder CL spielt. Traditionsverein: ja, kein Abstieg: ja, mehr Geld: ja.
    Aber mit seiner Laufbahn kann Adi bei jedem EL-Verein udn wohl auch einiegn CL-Vereinen was bekommen. Ich schätze ihn nicht so ein, dass er für 1-2 Mio mehr Gehalt wechselt, wenn nicht gleichzeitig sportlich ein Vorankommen erwartbar ist.
    Anhören wird er sich es vielleicht und mit Eberl Kontakt halten, aber das ist legitim. Eberl ist ein guter Manager und die Wege werden sich ggf. nochmal kreuzen.
    Wenn Adi geht, dann nicht zu Gladbach und schon gar nicht, wenn wir in die CL kommen.

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  19. @23: Ostern, genauer, die Auferstehung Jesu Christi, ist für Christen das höchste Fest im Kirchenjahr. Als gläubiger Christ richtet sich entsprechend dein Fokus auf dieses Ereignis.

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  20. @23…an Weihnachten und an Ostern bleibt der Fernseher aus. Das sind 7 Tage im Jahr. Das kann man verschmerzen.

    Das würde unsere Ur-Großmutter (Jg 1914) nicht verstehen, zumal es immer das letzte gemeinsame Osterfest sein kann. Ostern ist bei uns ein wichtiges Familienfest. Da ist der Fußball bzw das Fernsehprogramm das Unwichtigste.

    Ich bin damit aufgewachsen und ich finde es gut. Das wird bei uns an die nächste Generation weitergegeben.

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  21. Was soll Hütter eigentlich öffentlich sagen, falls er mit dem Gedanken spielt nach Gladbach zu gehen? Sagt er „ja, ich gehe“ dann ist er wie Rose bei allen unten durch, sagt er „ich weiß es noch nicht“ (was vermutlich die Wahrheit ist), dann eiert er rum, sagt er „ich bleibe“, dann hat er gelogen (wobei das ja auch eine Option für ihn ist), kann aber erstmal in Ruhe arbeiten und wird später behaupten „ich wollte die sportlichen Ziele nicht gefährden“. Aus seiner Sicht ist so eine kleine Notlüge sogar verständlich. Es ist einfach nur unfassbar, dass es tatsächlich so kommen könnte, dass uns die gesamte sportliche Führung verlässt und wir abgesehen von einer soliden Finanzlage wieder bei Null starten würden.
    Alles was man so liest (vor allem auch von unseren Lokaljournalisten) klingt eher nach Prinzip Hoffnung. Holzer hat für Klarheit zu sorgen und zwar schnell.

    Naja, jetzt erstmal mit dem wichtigen Spiel ablenken. Frohe Ostern!

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  22. Fernab der persönlichen Betroffenheit, weil wieder mal mein Lieblingsverein einen Aderlass zu verschmerzen hat, sehe ich mit einer gewissen Genugtuung die Entwicklung bei den Trainern. KEIN anderer Job in diesem Geschäft ist so unsicher und von Verarschung betroffen wie dieser. Außer in Freiburg und Bremen, sind nur wenige Trainer länger als ein Jahr in ihrem Job. Sie sind die ersten die den Kopf hinhalten müssen, wenn es nicht läuft. Ob es Spieler sind, die Intrigen spinnen oder Sportdirektoren die Treueschwüre in die Kameras jammern, während sie schon mit dem Nachfolger handelseinig sind.
    Jetzt läuft es eben mal anders, wenn die Verträge von Vereinsseite nur in guten Zeiten Bestand haben, warum sollten Trainer (unabhängig von Hütter) sich nicht genauso gebaren, es dankt ihnen ja keiner.
    Was ist denn, wenn wir im Herbst auf Platz 15 stehen, weil das erste Drittel der Saison nicht so lief und wir im Pokal schon draußen sind? Hütter raus!

    Gruß SCOPE

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  23. Es ist schon etwas anderes, ob ich im Erfolg als Kapitän ein funktionierendes Gebilde mit Perspektive aus freien Stücken verlasse, zu einem Top Verein ja noch nachvollziehbar, nicht aber wegen Geld
    Überhaupt nicht vergleichbar mit einer Trainer Entlassung im Misserfolg, da geht es um die Zukunft des Vereins und wird für den Trainer mit einem wahrhaft goldenen Handschlag versüßt.

    Forza SGE !

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