Beim VfL Wolfsburg hat Eintracht Frankfurt dank einer starke erste Hälfte und der höheren Effizienz vor dem Tor einen Sieg eingefahren, durch den die SGE weiterhin auf dem siebten Tabellenplatz bleibt. Die Eintracht belohnte ihre beste Phase mit zwei Tore, wurde nach der verdienten 2:0-Halbzeitführung im zweiten aber Durchgang passiver. Nach dem Seitenwechsel wurden die Wölfe zwar engagierter, ließen Präzision im Abschluss aber weitestgehend vermissen. Um noch etwas am Frankfurter Dreier zu ändern, kam der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit zu spät.
Im Vergleich zum Heimspiel gegen den 1. FC Köln nahm SGE-Trainer Albert Riera zwei Änderungen vor. Für Ritsu Doan, der krankheitsbedingt nicht nach Wolfsburg reiste, und Ansgar Knauff, der zunächst auf der Bank Platz nahm, standen diesmal Fares Chaibi und Ayoube Amaimouni-Echghouyab in der Startelf.
An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung gegen VfL Wolfsburg der elf zensierten Spieler den Wert 3,1. Die Leistungen innerhalb einer Kategorie sind von oben nach unten zu bewerten. Der erste Spieler einer Kategorie hatte das beste Gesamtergebnis, der letzte Spieler das Schlechteste innerhalb der Kategorie.
Die Einzelnoten der abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:
– Spieler des Spiels – Oscar Höjlund: War schon gegen den 1. FC Köln einer der Lichtblicke und lieferte in Wolfsburg seine wohl bisher beste Leistung im Eintracht-Trikot ab. Der defensive Mittelfeldmann strahlte mit dem Ball Ruhe aus und gegen den Ball Stabilität aus. Seinem starken Auftritt setzte er per Traumtor zum zwischenzeitlichen 1:0 die Krone auf.
Arnaud Kalimuendo: Knüpfte ebenfalls an seine gute Leistung gegen Köln an. Die linke Seite, auf der er immer wieder in die Mitte ziehen kann, scheint dem Stürmer besser zu liegen, als die rechte. Seine Dribblings sorgten immer wieder für Gefahr im Wolfsburger Sechzehner. Beim 2:0 bewies er zudem einen guten Riecher, als er im Rückraum erfolgreich auf einen Abpraller spekulierte.
Ayoube Amaimouni-Echghouyab: Kreierte mit seinem Tempo und seiner starken Ballbehandlung immer wieder vielversprechende Möglichkeiten und setzte die VfL-Defensive besonders im ersten Durchgang oftmals unter Druck. Defensiv offenbarte der Flügelspieler dafür erneut kleinere Schwächen, seine Kernaufgaben erledigte er aber auf einem guten Niveau. Das 1:0 bereitete er stark vor, in dem er lange genug wartete, bevor er im richtigen Moment zu Höjlund spielte.
Aurele Amenda: Defensiv mit einer grundsoliden Leistung in der Rechtsverteidigung, die eigentlich nicht seine Stammposition ist. Aktuell der formstärkste Eintracht-Verteidiger. In der 67. Minute handelte er sich aber für ein frühes Zeitspiel eine unnötige Gelbe Karte ein.
Fares Chaibi: War im ersten Durchgang gut ins Offensivspiel eingebunden und ermöglichte mit einer sauber ausgeführten Freistoßvariante das 2:0. Nach der Halbzeitpause kam er auch aufgrund des Wolfsburger Drucks schwerer ins Spiel rein und leistete er sich mehrere zu leichte Ballverluste.
Hugo Larsson: Eine seiner besseren Leistungen der vergangenen Wochen. Spielte einige gute Pässe nach vorne, kam nach dem Seitenwechsel aber wie einige seiner Mitspieler nicht mehr gut in die Zweikämpfe rein.
Jonathan Burkardt: Wurde selten bis gar nicht ins Offensivspiel der SGE eingebunden und machte wenige Bälle fest. Dennoch leistete er einen wichtigen Beitrag zum Sieg: Am 2:0 war er durch seinen starken Laufweg entscheidend mitbeteiligt.
Nathaniel Brown: Löste seine Defensivaufgaben solide, kam offensiv aber seltener als gewohnt zum Zug und spielte gerade in der zweiten Halbzeit zu viele Fehlpässe bei möglichen Umschaltsituationen.
Robin Koch: Wirkt unter Riera stabiler, als unter Toppmöller in dieser Saison. Gerade in der ersten Hälfte ließ der Innenverteidiger hinten wenig zu, konnte der Abwehr nach dem Seitenwechsel aber auch nicht zu mehr Sicherheit verhelfen.
Arthur Theate: Hatte in der laufenden Saison schon schwächere Auftritte, kommt aber noch nicht ganz an seine Leistungen der Vorsaison ran. Bügelte Zetterers zweiten Fehler stark aus, konnte in der zweiten Halbzeit die Abwehr im Verbund mit Koch aber nicht stabilisieren.
Michael Zetterer: War in der ersten Halbzeit zweimal im Glück, als der VfL seine groben Schnitzer nicht bestrafte. Kurz nach der Pause hielt er mit einer Parade gegen den Freistoß von Majer vorerst die Null. Der einzige Gegentreffer sah unglücklich aus, bei der kurzen Distanz und Schärfe des Kopfballs ist ihm aber kein Vorwurf dafür zu machen, dass er die Beine nicht rechtzeitig zu bekommen hat.
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3 Kommentare
Leider gibt es keine Benotung für den Trainer, obwohl es schon öfter angeregt wurde. Nun, über den Trainer, insbesondere über Riera, ist auch schon viel geschrieben worden, leider in den letzten Wochen sehr viel Negatives.
Dank des Sieges am Wochenende, scheint das jetzt etwas dezenter geworden zu sein.
Aber nichts ist so beständig, wie negatives Gerede. Daher anbei mein persönliches Zwischenfazit zu Rieras ersten 10 Wochen.
Was gibt es an Beobachtungen zu Riera?
Ich finde, die Idee, Brown im Spiel nach vorne von links ins Mittelfeld zu beordern, ist richtig gut und geht klar aufs Konto von Riera.
Auch dass er Amenda konsequent Vertrauen schenkte, ist klasse und war ein wichtiger Schlüssel zur Stabilisierung der Defensive - egal ob aus Sicht der Marktwertentwicklung oder auch aus der Perspektive zukünftiger Eckpfeiler als Stammspieler der Abwehr - ganz wunderbar.
Chaibi tut das Vertrauen offensichtlich auch gut. Wobei man ja auch sagen muss, dass er auch unter Toppmöller Dauerwahl war, egal welche Leistung er gebracht hat. Bei Chaibi ist es für mich einfach schwierig, mir geht es so nahezu jedes Mal: sobald ich Chaibi positiv sehe, folgt auf dem Fuß danach eine Performance, die von Lethargie geprägt ist (auch immer wieder während eines Spiels). Das ist aber nichts Neues.
Kalimuendo auf außen habe ich anfänglich kritisch gesehen. Aber zunehmend entsteht bei mir den Eindruck, dass er uns da stark unterstützt (beispielsweise in großen Teilen gegen Köln, Wolfsburg).
Ein Rätsel bleibt für mich Elias Baum. Wegen ihm habe ich letzte Saison sehr viele Spiele von Elversberg geschaut und war begeistert. Ich hab mich richtig auf die Saison gefreut. Da bin ich bestimmt keine Ausnahme. Mit den Verletzungen war halt Pech, aber wenn er reinkam zum Beispiel in Hamburg, wo wir auch ein ganz ganz schlechtes Spiel gemacht haben ("gemacht haben" ist eigentlich für diese Spiel von uns der falsche Ausdruck) und er für wenige Minuten nach der Einwechslung richtig herausragend den Unterschied machte, bevor er sich erneut unglücklich verletzt hat. Warum er auch unter Riera bisher keine Rolle spielt - keine Ahnung, aber er ist bereits der zweite Trainer, wo das so läuft.
Ein Rätsel ist mir auch Doan. Riera wird ja insbesondere kritisiert wegen positionsfremder Einsetzung von Spielern und Doan ist da ja ein Paradebeispiel. Aber: Doan hat auch unter Toppmöller nicht mal ansatzweise an die Leistungen vor seinem Wechsel anknüpfen können.
Im defensiven Mittelfeld setzt Riera recht konsequent auf Larsson und Højlund, wenn auch in der im Vergleich zum ersten Teil der Saison in umgekehrter Reihenfolge, also Larsson auf 6 und Højlund auf 8. Zusammen haben die beiden schon vorher immer sehr gut gespielt, wenn sie denn spielen durften oder konnten. Im Grunde finde ich auch hier eher ein Pluspunkt für Riera für seine Idee, Højlund weiter vorne einzusetzen: Da hat er mir persönlich schon vorher gut gefallen. Lasson ist natürlich nicht die optimale Besetzung auf der Sechs. Er ist ein Achter. Aber ich finde, so lange wir die bereits häufig angesprochene Vakanz auf der Sechs haben (für die Riera nichts kann), ist das ein guter Kompromiss. Shkiri ist leider nicht zuverlässig und konstant genug für die Sechs. Leider! Und mir auch immer noch ein Rätsel, wenn ich auf seine Zeit in Köln schaue. Gut, dass Riera, im Gegensatz zu Toppmöller, das erkannt hat und nicht immer wieder auf Shkiri setzt. Vielleicht tut das Shkiri auch gut.
Und bezüglich Uzun? Meiner Meinung nach hat Uzun etwas, was fast keiner von unseren Spielern hat. Und er könnte uns sowas von helfen, er ist ein richtiger Unterschiedsspieler, ein Siegspieler. Und das hat er ja auch schon gezeigt. Es ist ja nicht so, dass bei ihm das Prinzip Hoffnung nötig wäre. Aber was er halt auch gezeigt hat, ist der andere Uzun. Und da das jetzt nicht nur unter Riera, sondern auch unter Toppmöller so war, verstehe ich nicht, wie man das Riera ankreiden kann. Das ist doch offensichtlich eine Schwierigkeit von Uzun selbst. Und so leid es mir tut, ich hätte ihn wirklich saugern bei uns. Aber wenn es so ist, wie ich das befürchte, dann ist es ein Charakterproblem. Und dann wäre es auch gut, wenn er weiterzieht. Wenn der Trainer erwartet, dass die Jungs sich im Training zerreißen und im Spiel in alle Richtungen alles geben, dann kriegt man das als Spieler ziemlich schnell mit. Und dann kann ich persönlich überhaupt nicht verstehen, warum man da nicht mitzieht.
Ich sehe also viele positive Punkte für Riera.
Alles andere zu Riera, insbesondere seine polarisierende Kommunikation und seine teils provozierenden Sprüche und seine langen Vorträge. Die muss man nicht mögen. Meine Erfahrung ist, Humor hilft. Vieles ist meiner Meinung nach auch den Fragen beziehungsweise der Art von Fragen in den Pressekonferenzen geschuldet. Die Medienvertreter sind durch Toppmöller jetzt zweieinhalb Jahre gewöhnt, dass der fast immer sehr geduldig und sehr höflich selbst die teils absurden und sinnfreien Fragen beantwortet hat. Ja, der Riera ist da halt anders und das mag nicht jeder. Punkt! Ist für mich aber kein Grund, ihm das negativ auszulegen. Eher im Gegenteil. Ich finde das souverän.
Für mich ist es deutlich interessanter, wie er bei den Spielern ankommt. Die mit Spielern geführten Interviews sprechen m.E. eine deutliche Sprache, dass er ein Herz für seine Spieler hat und dass sie das auch mitbekommen. Alles Negative und Spekulative bisher kam von der Presse, nicht von einzelnen Spielern. Nur ein einziges kurioses Beispiel von vielen: Wenn ich anfange, den Gesichtsausdruck von Uzun vor der Kurve nach einem gefühlt verlorenen Spiel mit Null Einsatzzeit seinerseits zu interpretieren bezüglich seiner Haltung und seinem Verhältnis zu Riera, dann habe ich den Pfad der seriösen und professionellen Berichterstattung verlassen.
Ebenfalls interessant ist für mich, wie die Ergebnisse sind. Eigentlich ist für mich die Spielweise sogar noch wichtiger, aber in Anbetracht der bisherigen Saison und dem Stand bei der Übernahme durch Riera, muss ich wohl erstmal geduldig sein, was die Erwartungen an die Attraktivität anbelangt. Mit irgendwas musste er anfangen und es lag auf der Hand, dass es die Defensive ist. Dass dabei vielleicht andere Sachen erst mal auf der Strecke bleiben, scheint mir logisch und erwartbar.
Die Ergebnisse sind auf jeden Fall unterm Strich gut. Auch spielerische Verbesserungen waren gegen Köln und Wolfsburg erkennbar. Dass er mit dem Rest auch nicht zufrieden ist, genau wie wir, zeigt mir seine Reaktion an der Seitenlinie und das sich im folgenden Spiel immer etwas ändert.
Ich sehe als Zwischenfazit eine positive Entwicklung in die richtige Richtung. Auch in Anbetracht dessen, wie seine Startbedingungen waren und immer noch sind: Riera hatte noch keine Saisonvorbereitung und er hatte noch keine Einflussmöglichkeit auf den Kader. Ich habe überhaupt keine Probleme mir vorzustellen, mit ihm in die neue Saison zu gehen. In der Zwischenzeit, das heißt vor allem für die letzten Spiele, braucht unsere Mannschaft und dieser Mann unsere Unterstützung.Alles andere, insbesondere, was in den letzten Wochen gelaufen ist, ist für mich eine Schädigung oder Schwächung der Eintracht und passt eigentlich nicht zu Menschen, die es angeblich mit der Eintracht halten, seien es Fans oder Medienvertreter.
Wieder ein sehr guter Kommentar, der mir mehr oder weniger „Aus der Seele spricht“.
Einzig dass mir die Meinung, auch von der Redaktion und den meisten Foristen, zu schnell in die eine oder andere Richtung schlägt.
Höjlund auch auch massig durchschnittliche oder schlechte Spiele gezeigt. Jetzt endlich wieder mehr gute. Ja ch freue mich, aber er ist jetzt für nicht nicht der Erlöser - Ebenso ist DT und auch jetzt Riera nicht für die Misere (allein) verantwortlich.
Ich bin generell Pro-Riera, weil ich glaube was er über sein Konzept sagt. Und ich bin sicher er holt aus der Mannschaft mehr raus als DT, sofern man ihm nächstes Jahr die Chance und den Kader gibt.
Viele vergessen was wir dieses Jahr für eine Seuche hatten - Zeigt mir mal eine andere Mannschaft die das besser weg gesteckt hat
Sehr gut zusammengefasst, 1899. Zu Zeno - klar, ist nicht alles Gold bei Oscar aber "massig" schlechte Spiele habe ich da nicht gesehen. Das Entscheidende ist, dass die Einstellung stimmt und er somit Sachen zeigt, die jeweils anderen MF teilweise abgehen. Und zwar dass er immer den Ball haben will (Larsson), bereit ist, sich ihn vom Gegner zu holen (Götze) und dann möglichst direkt nach vorne zu spielen (Shkiri). Ich kann mir nicht vorstellen, dass Höjlund mal ein komplettes Spiel unsichtbar ist (Doan) oder mit einer einstelligen Anzahl an Ballkontakten (Chaibi). Und das honoriert ein Riera eben im Gegensatz zu Toppi und da gehe ich voll mit.
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